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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
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»Gleiche Stelle, andere Zeit. Und wenn man daran glaubt, dass Edelsteine ihre eigenen Kraftfelder besitzen, die vielleicht die Zeitlinien ein wenig verbiegen können …«

»Funktioniert das mit jedem Edelstein?«

»Weiß der Himmel«, sagte Roger. »Aber es ist unsere einzige Chance, aye?«

»Ja«, pflichtete ihm Brianna nach einer Pause bei. »Aber wo finden wir sie?« Sie schwenkte den Arm über die Stadt und ihren Hafen. »Ich habe nirgendwo derartige Steine gesehen – weder in Inverness noch hier. Ich glaube, man müsste in eine große Stadt gehen – London oder vielleicht Boston oder Philadelphia. Und dann – wie viel Geld hast du, Roger? Ich habe zwanzig Pfund zusammengekratzt, und das meiste davon habe ich noch, aber es würde auch nicht annähernd reichen für …«

»Genau«, unterbrach er. »Ich habe darüber nachgedacht, als du geschlafen hast. Ich weiß – ich glaube, ich weiß –, wo ich zumindest einen Stein herbekomme. Es ist nur …« Er zögerte. »Ich muss sofort aufbrechen, wenn ich ihn finden will. Der Mann, der ihn hat, ist im Moment in New Bern, aber da wird er nicht lange bleiben. Wenn ich etwas von deinem Geld nehme, kann ich morgen früh ein Boot nehmen und einen Tag später in New Bern sein. Aber ich halte es für das Beste, wenn du hierbleibst. Dann …«

»Ich kann nicht hierbleiben!«

»Warum nicht?« Er tastete im Dunkeln nach ihr. »Ich will nicht, dass du mitgehst. Oder vielmehr, natürlich will ich das«, verbesserte er sich, »aber ich glaube, hier ist es viel sicherer für dich.«

»Ich meine ja gar nicht, dass ich mit dir kommen will; ich meine, ich kann nicht hierbleiben«, wiederholte sie, während sie seine tastende Hand ergriff. Sie hatte es fast vergessen, doch jetzt kehrte die Aufregung über ihre Entdeckung wieder zurück. »Roger, ich habe ihn gefunden – ich habe Jamie Fraser gefunden.«

»Fraser? Wo? Hier?« Er drehte sich erschrocken zur Tür.

»Nein, er ist in Cross Creek, und ich weiß, wo er am Montag sein wird. Ich muss dahin, Roger. Verstehst du das denn nicht? Er ist so nah – und ich bin so weit gekommen.« Bei dem Gedanken an ein Wiedersehen mit ihrer Mutter war ihr ganz plötzlich unbegründet zum Weinen zumute.

»Aye, ich verstehe.« Roger klang nur schwach begeistert. »Aber könntest du nicht ein paar Tage warten? Auf dem Flussweg dauert es nur ungefähr einen Tag bis New Bern, und zurück genauso – und ich glaube, ich schaffe das, was ich tun muss, innerhalb von ein oder zwei Tagen.«

»Nein«, sagte sie. »Ich kann nicht. Lizzie ist schließlich auch noch da.«

»Wer ist Lizzie?«

»Mein Dienstmädchen – du hast sie gesehen. Sie hat Anstalten gemacht, mit einer Flasche auf dich loszugehen.« Brianna grinste bei der Erinnerung. »Lizzie ist sehr tapfer.«

»Aye, das kann man wohl sagen«, sagte Roger trocken. »Wie auch immer …«

»Aber sie ist krank«, unterbrach ihn Brianna. »Hast du denn nicht gesehen, wie blass sie ist? Ich glaube, es ist Malaria; sie hat schreckliche Fieberanfälle mit Schüttelfrost, und es dauert ungefähr einen Tag, dann hört es auf – und ein paar Tage danach kommt es dann wieder. Ich muss so schnell wie möglich meine Mutter finden. Ich muss

Sie konnte spüren, wie er mit sich rang und seine Argumente hinunterschluckte. Sie streckte in der Dunkelheit die Hand aus und streichelte sein Gesicht.

»Ich muss«, sagte sie leise und spürte, wie er sich ergab.

»In Ordnung«, sagte er. »In Ordnung! Dann stoße ich so schnell wie möglich zu euch. Aber tu mir den einen Gefallen, aye? Zieh ein verdammtes Kleid an!«

»Gefallen dir etwa meine Hosen nicht?« Ihr Gelächter sprudelte hoch wie die Bläschen im Mineralwasser – und verstummte dann abrupt, als ihr ein Gedanke kam.

»Roger«, sagte sie. »Was du vorhast – wirst du den Stein stehlen?«

»Ja«, sagte er schlicht.

Sie schwieg eine Minute lang, während sie mit ihrem langen Daumen langsam über seine Handfläche rieb.

»Tu’s nicht«, sagte sie schließlich ganz leise. »Tu’s nicht, Roger.«

»Mach dir keine Gedanken über den Mann, der ihn hat.« Roger griff nach ihr, versuchte, sie zu beruhigen. »Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass er ihn selbst gestohlen hat.«

»Ich mache mir doch keine Gedanken über ihn – sondern über dich!«

»Oh, ich schaff das schon«, versicherte er ihr beiläufig mit gespielter Tapferkeit.

»Roger, in dieser Zeit werden Diebe gehängt!«

»Mich kriegt keiner.« Seine Hand suchte im Dunkeln nach der ihren, fand sie und drückte zu. »Ich bin wieder bei dir, bevor du weißt, wie dir geschieht.«

»Aber es ist nicht …«

»Es klappt schon«, sagte er bestimmt. »Ich habe doch gesagt, ich kümmere mich um dich, aye? Das tue ich auch.«

»Aber …«

Er erhob sich auf seinen Ellbogen und brachte sie mit seinem Mund zum Schweigen. Ganz langsam führte er ihre Hand zu sich heran und presste sie zwischen seine Beine.

Sie schluckte, und die Haare auf ihren Armen sträubten sich plötzlich vor Vorfreude.

»Mm?«, murmelte er gegen ihren Mund, und ohne eine Antwort abzuwarten, zog er sie ins Stroh hinab, wälzte sich auf sie und drängte mit dem Knie ihre Beine auseinander.

Sie schnappte nach Luft und biss ihn in die Schulter, als er sie nahm, doch er machte kein Geräusch.

»Weißt du«, sagte Roger einige Zeit später schläfrig, »ich glaube, ich habe gerade meine Ur-ur-ur-ur-ur-Urgroßtante geheiratet. Ist mir nur gerade eingefallen.«

»Du hast was?«

»Keine Sorge, es ist auch nicht ansatzhaft nah genug, um Inzest zu sein«, versicherte er ihr.

»Oh, gut«, sagte sie mit einem gewissen Maß an Sarkasmus. »Ich hatte mir wirklich schon Sorgen gemacht. Wie kann ich denn um Himmels willen deine Großtante sein?«

»Na ja, wie ich gesagt habe; es war mir vorher nicht aufgefallen. Aber der Onkel deines Vaters war Dougal MacKenzie – und er ist es doch gewesen, der diesen ganzen Ärger verursacht hat, weil er Geillis Duncan geschwängert hat, aye?«

Eigentlich hatte ihn die unbefriedigende Verhütungsmethode, die er gezwungenermaßen benutzen musste, auf diesen Gedanken gebracht, aber er hielt es für taktvoller, das nicht zu erwähnen. Inzwischen konnte man ihre Hemden beide nicht mehr anziehen. Bei Licht gesehen war es ihm ganz recht, dass Dougal MacKenzie nicht so gewissenhaft gewesen war, denn damit hätte er Rogers Existenz erfolgreich verhindert.

»Na ja, ich glaube nicht, dass es ganz allein seine Schuld gewesen ist.« Auch Brianna hörte sich angenehm schläfrig an. Bis zur Dämmerung konnte es nicht mehr lange dauern; draußen regten sich bereits die ersten Vögel, und die Luft hatte sich verändert, war frischer geworden, weil der Wind vom Hafen hereinkam.

»Wenn also Dougal mein Großonkel ist und dein sechsfacher Urgroßvater … nein, du hast dich geirrt. Ich bin irgendwie deine Ur-Cousine, nicht deine Tante.«

»Nein, das würde stimmen, wenn wir Nachkommen in derselben Generation wären, aber das sind wir nicht; bei dir sind es ungefähr fünf weniger – zumindest väterlicherseits.«

Brianna schwieg und versuchte, es für sich selbst auszutüfteln. Dann gab sie es auf, rollte sich leise stöhnend auf die andere Seite und schmiegte ihren Hintern gemütlich in die Höhlung seiner Oberschenkel.

»Zum Teufel damit«, sagte sie. »Solange du sicher bist, dass es kein Inzest ist.«

Er drückte sie an seine Brust, doch sein schläfriges Gehirn hatte verstanden, worum es ging, und der Gedanke ließ ihn nicht los.

»Ich hatte wirklich nicht darüber nachgedacht«, staunte er, »aber verstehst du, was es bedeutet? Ich bin auch mit deinem Vater verwandt – ich glaube sogar, er ist mein einziger lebender Verwandter außer dir!« Diese Entdeckung verblüffte Roger durch und durch, und sie bewegte ihn. Er hatte sich schon lange damit abgefunden, überhaupt keine nahen Verwandten zu haben – nicht dass ein Großonkel der siebten Generation ein besonders naher Verwandter war, aber …

»Nein, das ist er nicht«, murmelte Brianna.

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