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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
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»Oh, gut; wir wollen ja nicht, dass du einen steifen Hals bekommst.« Das Zittern war in ihre Stimme zurückgekehrt, und es war definitiv Gelächter, obwohl er glaubte, dass es genauso durch ihre Nervosität wie durch ihre Belustigung ausgelöst wurde.

»Ha, ha«, sagte er und packte sie wieder, zum Teufel mit dem Sauerstoff. Ihre Brüste waren hoch und rund und pressten sich mit jener Mischung aus Weichheit und Festigkeit an seine Brust, die ihn jedes Mal so faszinierte, wenn er sie berührte. Eine ihrer Hände glitt zögernd zwischen sie beide, vorsichtig, dann zog sie sich wieder zurück.

Er konnte sich nicht dazu durchringen, ihren Kuss auch nur so lange zu unterbrechen, dass er sich fertig ausziehen konnte, doch er wölbte seinen Rücken, so dass sie ihm die Kniehose über die Hüften schieben konnte. Sie war so weit, dass sie ihm in einem Stoffhaufen um die Füße fiel, und er trat aus ihr heraus, ohne Brianna loszulassen, und machte nur ein leises, kehliges Geräusch, als ihre Hand wieder zwischen seine Beine wanderte.

Sie hatte Zwiebeln zu Abend gegessen. Die Blindheit schärfte nicht nur den Tastsinn, sondern auch Geschmack und Geruch. Er schmeckte gebratenes Fleisch, saures Ale und Brot. Und einen schwachen, süßen Geschmack, den er nicht identifizieren konnte, der ihn aber irgendwie an grüne Wiesen mit wogendem Gras erinnerte. Schmeckte er ihn, oder roch er ihn in ihrem Haar? Er konnte es nicht sagen; er schien nicht mehr zwischen seinen Sinnen unterscheiden zu können, während sich die Grenzen zwischen ihnen auflösten, er ihren Atem atmete, ihr Herz schlagen fühlte, als läge es in seiner eigenen Brust.

Sie hielt ihn etwas fester, als es ihm angenehm war, und schließlich brach er den Kuss schwer atmend ab.

»Könntest du vielleicht einen Augenblick loslassen? Du hast recht, es ist ein guter Haltegriff, aber es gibt bessere Verwendungsmöglichkeiten dafür.«

Sie fiel auf die Knie, anstatt loszulassen.

Erschrocken wich Roger ein wenig zurück.

»Himmel, bist du sicher, dass du das machen willst?« Er war sich nicht sicher, ob er hoffte, dass sie es wollte, oder nicht. Ihr Haar kitzelte ihn an den Oberschenkeln, und sein Schwanz bebte und sehnte sich danach, umfasst zu werden. Gleichzeitig wollte er sie aber auch nicht erschrecken oder anwidern.

»Möchtest du, dass ich es mache?« Ihre Hände liefen an den Rückseiten seiner Oberschenkel hoch, zögerlich und kitzelnd. Er konnte spüren, wie sich jedes Haar an seinem Körper aufrichtete, von den Knien bis zur Taille. Er kam sich vor wie ein Satyr mit den Beinen und der Ausdünstung eines Ziegenbocks.

»Na … ja. Aber ich habe seit Tagen nicht gebadet«, sagte er und versuchte ziemlich verlegen, zurückzuweichen. Er war mit Gänsehaut überzogen, und es lag nicht an der Raumtemperatur, dass er erschauerte.

»Du riechst gut«, flüsterte sie. »Wie ein großes Tiermännchen.«

Er ergriff ihren Kopf heftig und vergrub seine Finger in ihrem dicken, seidigen Haar.

»Stimmt nur zu genau«, flüsterte er. Ihre Hand ruhte auf seinem Handgelenk, leicht und warm – Gott, war sie warm!

Sein Griff lockerte sich, ohne dass er es beabsichtigte; er spürte, wie ihr Haar im Herabfallen seine Oberschenkel streifte, und dann dachte er nichts Zusammenhängendes mehr, während ihm das gesamte Blut aus dem Gehirn wich und mit Hochgeschwindigkeit gen Süden raste.

»Ach i ich?«

»Was?« Als sie sich ein paar Augenblicke später zurückzog, tauchte er aus seinem Rausch auf und strich ihr das Haar aus dem Gesicht.

»Ich habe gesagt, mach ich’s richtig?«

»Oh. Äh … ich glaube schon.«

»Du glaubst es? Du bist dir nicht sicher?« Brianna schien ihre Fassung mit derselben Geschwindigkeit wiedergefunden zu haben, mit der Roger die seine verlor; er konnte das unterdrückte Lachen in ihrer Stimme hören.

»Also … nein«, sagte er. »Ich meine, ich habe noch nie … das heißt, es hat noch niemand … ja, ich glaube schon.« Er hatte ihren Kopf wiedergefunden und drängte sie sanft nach vorn.

Er glaubte, dass sie ein tiefes Summgeräusch machte, irgendwo tief in ihrer Kehle. Doch vielleicht war es auch sein eigenes Blut, das durch seine geweiteten Venen brauste und in den Staubecken heftig sprudelte, so wie das gefangene Wasser eines Ozeans gegen die Felsen anstürmt. Noch eine Minute, und er würde wie ein Springbrunnen losschießen.

Er wich zurück und zog sie hoch, bevor sie protestieren konnte, dann drängte er sie zu Boden und auf den Strohhaufen, auf den er ihre Kleider geworfen hatte.

Seine Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt, doch der Sternenschein, der durch das Fenster kam, war immer noch so schwach, dass er nur ihre Formen und Umrisse sehen konnte, weiß wie Marmor. Allerdings nicht kalt, überhaupt nicht kalt.

Mit einer Mischung aus Aufregung und Vorsicht machte er sich seinerseits ans Werk; er hatte dies genau einmal zuvor ausprobiert und hatte dabei die volle Dosis eines Intimhygieneproduktes abbekommen, das wie die Blumen in der Kirche seines Vaters am Sonntag roch – der beste Grund zum Abgewöhnen, den er sich vorstellen konnte.

Brianna war nicht hygienisch. Ihr Geruch allein reichte aus, um ihn so weit zu bringen, dass er am liebsten jedes Vorgeplänkel vergessen und sich mit überschäumender Lust auf sie gestürzt hätte.

Stattdessen holte er tief Luft und küsste sie knapp über dem dunklen Lockenklecks.

»Verdammt«, sagte er.

»Was ist?« Sie klang etwas erschrocken. »Rieche ich schrecklich?«

Er schloss die Augen und holte Luft. Ihm war ein wenig schwindelig, und er fühlte sich euphorisch vor Lust und Lachen.

»Nein. Es ist nur so, dass ich mich seit über einem Jahr frage, was für eine Farbe dein Haar hier hat.« Er zupfte sanft an den Locken. »Und jetzt habe ich es genau vor der Nase und kann es immer noch nicht sagen.«

Sie kicherte, und eine Vibration schüttelte ihren Bauch leicht unter seiner Hand.

»Soll ich es dir sagen?«

»Nein, ich hebe mir die Überraschung für morgen auf.« Er senkte den Kopf und machte sich ans Werk, diesmal erstaunt über die Vielfalt der Gewebearten, die sich auf so engem Raum fanden – glatt wie Glas, rauh und kitzelnd, nachgiebig wie Gummi und dann die plötzliche, glitschige Schlüpfrigkeit, Moschus und Tang und Salz zugleich.

Ein paar Sekunden später spürte er, wie sich ihre Hände sanft auf seinen Kopf senkten, als wollte sie ihn segnen. Er hoffte, dass seine Bartstoppeln ihr nicht weh taten, doch es schien ihr nichts auszumachen. Ein Zittern durchlief die warme Haut auf ihren Oberschenkeln, und sie machte ein leises Geräusch, bei dem ihm ein ähnliches Zittern pfeilschnell durch den Bauch fuhr.

»Mach ich’s richtig?«, erkundigte er sich halb scherzhaft und hob den Kopf.

»Oh, ja«, flüsterte sie. »Das tust du.« Ihre Hände klammerten sich fester in sein Haar.

Er hatte den Kopf schon wieder halb gesenkt gehabt, doch jetzt riss er ihn hoch und starrte über die dämmrig weißen Flächen ihres Körpers zu dem bleichen Oval ihres Gesichtes hoch.

»Und woher zum Teufel willst du das wissen?«, fragte er. Er bekam nur ein tiefes, gurgelndes Lachen zur Antwort. Dann war er an ihrer Seite, ohne genau zu wissen, wie er dorthin gekommen war, sein Mund auf ihrem Mund, sein Körper der Länge nach an den ihren gepresst, sich einzig ihrer Hitze bewusst, die wie Fieber brannte.

Sie schmeckte nach ihm und er nach ihr, und Gott steh ihm bei, er würde sich keine Zeit lassen können.

Und dann tat er es doch. Sie war begierig, aber ungeschickt, versuchte, ihm ihre Hüften entgegenzuheben, berührte ihn zu schnell, zu zaghaft. Er ergriff ihre Hände, eine nach der anderen, und legte sie flach auf seine Brust. Ihre Handflächen waren heiß, und seine Brustwarzen zogen sich zusammen.

»Spür mein Herz«, sagte er. Seine Stimme klang belegt in seinen Ohren. »Sag mir, wenn es stehenbleibt.«

Er hatte es eigentlich nicht als Scherz gemeint und war etwas erstaunt, als sie nervös lachte. Das Lachen verstummte, als er sie berührte. Ihre Hände verkrampften sich auf seiner Brust; dann spürte er, wie sie sich anspannte und ihre Beine für ihn öffnete.

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