Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Was den logischen Schluss nach sich zog, dass Lyons Hintermänner durch die möglichen Unruhen in der Kolonie etwas zu gewinnen oder zu verlieren hatten. Wer konnte das sein?
»Chisholm. McGillivray. Lindsay …«, sagte der Mann nachdenklich. »Also sind Eure Männer zum Großteil Highlandschotten. Sind es Söhne früherer Siedler oder vielleicht Soldaten im Ruhestand wie Ihr selbst, Sir?«
»Oh, ich bezweifle, dass ein Soldat jemals wirklich in den Ruhestand tritt, Sir«, sagte Jamie und bückte sich, um einen der Stallhunde an seinen Händen schnüffeln zu lassen. »Wenn ein Mann einmal unter Waffen gewesen ist, vermute ich, dass ihn das für immer prägt. Ich habe sogar schon einmal jemanden sagen hören, dass alte Soldaten niemals sterben; sie vergehen einfach.«
Darüber lachte Lyon maßlos, das sei ja ein großartiger Spruch, ob er von ihm selbst stamme? Ohne die Antwort abzuwarten, fuhr er fort und steuerte jetzt spürbar auf sein Ziel zu.
»Es freut mich, solche Worte zu hören, Mr. Fraser. Seine Majestät hat sich immer schon auf die Standfestigkeit der Highlander und auf ihre kämpferischen Qualitäten verlassen. Habt Ihr oder haben Eure Nachbarn vielleicht im Regiment Eures Vetters gedient? Die Achtundsiebzigsten Frasers haben sich während der letzten Konflikte bei der Ausübung ihrer Pflicht sehr hervorgetan; und die Kunst der Kriegsführung liegt den Frasers doch im Blut, nicht wahr?«
Unverblümter ging es kaum noch. Der jüngere Simon Fraser war zwar nicht sein Vetter, sondern sein Halbonkel, der Sohn seines Großvaters. Als Sühne für den Verrat des alten Mannes und in dem Bestreben, das Vermögen und die Ländereien der Familie zurückzuerlangen, hatte der Junge Simon zwei Regimenter für den Siebenjährigen Krieg gestellt – den Brianna beharrlich als Franzosen- und Indianerkrieg bezeichnete, als hätte Britannien gar nichts damit zu tun gehabt.
Nun fragte Lyon also, ob sich auch Jamie darum bemüht hatte, sich einen Namen als loyaler Soldat der Krone zu machen, indem er sich eine Kommission bei einem der Highlandregimenter verschaffte. Er konnte es kaum glauben, wie ungeschickt der Mann sich anstellte.
»Ah, nein. Ich bedaure, dass ich einen solchen Dienst nicht leisten konnte«, sagte Jamie. »Ich war noch durch einen früheren Feldzug indisponiert, versteht Ihr?« Die Indisposition hatte darin bestanden, dass er nach dem Aufstand mehrere Jahre lang Gefangener der Krone gewesen war, auch wenn er dies nicht erwähnte. Wenn Lyon es nicht schon wusste, hatte es auch keinen Sinn, es ihm zu erzählen.
Sie hatten das Paddock erreicht und lehnten sich bequem an den Holzzaun. Die Pferde waren noch nicht für die Nacht in den Stall gebracht worden; die großen, schwarzen Geschöpfe bewegten sich wie Schatten, und ihr Fell glänzte im gedämpften Licht der Fackeln.
»Was für seltsame Pferde, nicht wahr?« Er unterbrach Lyons Vortrag über die bösen Folgen des Parteigeistes und beobachtete die Pferde fasziniert.
Es waren nicht nur die enorm langen, seidigen Mähnen, die sich wie Wasser wellten, wenn die Tiere die Köpfe schütteln, und auch nicht das kohlrabenschwarze Fell und die geschwungenen Schwanenhälse, die viel dicker und muskulöser waren als bei Jocastas Vollblütern. Auch ihre Rümpfe waren dick mit breitem Bug, Widerrist und Brustkorb, so dass jedes einzelne Pferd nahezu klobig erschien – und doch bewegten sie sich nicht minder elegant als andere Pferde, geschickt und leichtfüßig, und sie strahlten eine solche Verspieltheit und Intelligenz aus, dass er am liebsten über den Zaun geklettert wäre, um mit ihnen Bekanntschaft zu schließen.
»Ja, sie sind eine sehr alte Rasse«, sagte Lyon und stellte seine Neugier für einen Moment hintenan, um den Pferden zuzusehen. »Ich habe sie schon einmal gesehen – in Holland.«
»Holland? Seid Ihr dort schon oft gewesen?«
»Nicht sehr. Doch ich war vor ein paar Jahren einmal dort und bin durch Zufall einem Verwandten von Euch begegnet. Einem Weinhändler namens Jared Fraser?«
Jamie spürte einen Ruck der Überraschung, gefolgt von einem warmen Gefühl der Freude bei der Erwähnung seines Onkels.
»Wirklich? Aye, Jared ist ein Vetter meines Vaters. Ich hoffe, es ging ihm gut.«
»Ausgezeichnet sogar.« Lyon rückte ein winziges Stück näher und machte es sich am Zaun bequem, und Jamie begriff, dass der Mann jetzt zur Sache kommen würde, was auch immer das sein mochte. Er trank sein Glas leer, stellte es beiseite und war zum Zuhören bereit.
»Ich habe den Eindruck, dass ein gewisses … Talent in Punkto Alkohol bei Euch in der Familie liegt, Mr. Fraser.«
Er lachte, obwohl ihm nicht besonders danach zumute war.
»Eine Vorliebe vielleicht. Was das Talent betrifft, so kann ich dazu nichts sagen.«
»Nein? Ah, nun ja. Ihr seid bestimmt nur zu bescheiden, Mr. Fraser. Die Qualität Eures Whiskys ist weithin bekannt.«
»Ihr schmeichelt mir, Sir.« Er wusste, was jetzt kommen würde, und richtete sich darauf ein, sich den Anschein zu geben, als höre er aufmerksam zu. Es war nicht das erste Mal, dass ihm jemand eine Partnerschaft vorschlug; er sollte den Whisky liefern, die andere Seite seinen Vertrieb übernehmen – nach Cross Creek, Wilmington, sogar bis nach Charleston. Lyon, so schien es, hatte noch hochtrabendere Pläne.
Der am weitesten gereifte Whisky würde entlang der Küste nach Boston und Philadelphia verschifft werden, schlug er vor. Den Rohwhisky dagegen könne man jenseits der Vertragsgrenze an die Dörfer der Cherokee liefern und gegen Häute und Pelze eintauschen. Er hatte Partner, die dafür sorgen würden …
Jamie hörte ihm mit wachsender Abneigung zu, dann schnitt er Lyon abrupt das Wort ab.
»Aye. Ich danke Euch für Euer Interesse, Sir, aber ich fürchte, für das, was Ihr da vorschlagt, reicht meine Produktion nicht einmal annähernd aus. Ich stelle den Whisky nur für den Bedarf meiner Familie her – und dann und wann darüber hinaus ein paar Fässer, die ich vor Ort als Tauschware benutze. Nicht mehr.«
Lyon grunzte liebenswürdig.
»Ihr könntet Eure Produktion doch sicher steigern, Mr. Fraser, denn das nötige Wissen und die Erfahrung habt Ihr ja. Falls es an den Rohstoffen scheitert … das lässt sich sicher arrangieren … Ich kann mich mit den Herren unterhalten, die unsere Partner bei diesem Unternehmen wären, und –«
»Nein, Sir. Das kommt leider nicht in Frage. Wenn Ihr mich jetzt bitte entschuldigt …?« Er verbeugte sich abrupt, machte auf dem Absatz kehrt und ließ Lyon im Dunklen stehen, während er selbst wieder auf die Terrasse zuhielt.
Er musste sich unbedingt bei Farquard Campbell nach Lyon erkundigen. Man musste den Mann im Auge behalten. Nicht, dass Jamie ernsthafte Einwände gegen die Schmuggelei gehabt hätte. Allerdings hatte er sehr wohl Einwände dagegen, sich dabei erwischen zu lassen, und er konnte sich kaum etwas Gefährlicheres vorstellen als das, was Lyon vorgeschlagen hatte, im großen Stil zu betreiben und dabei einerseits selbst bis über beide Ohren involviert zu sein, andererseits aber keinerlei Kontrolle über die gefährlicheren Teile des Prozesses zu haben.
Aye, der Gedanke an das Geld hatte seinen Reiz – doch dieser war nicht groß genug, um ihn den Risiken gegenüber blind zu machen. Wenn er einen solchen Handel anfing, würde er es allein tun, vielleicht mit Fergus’ oder Roger Macs Hilfe – vielleicht auch mit dem alten Arch Bug und Joseph Wemyss –, doch mit niemandem sonst. Es war viel sicherer, so etwas im kleinen Stil privat zu betreiben … doch da Lyon es nun einmal vorgeschlagen hatte, war es vielleicht weiteres Nachdenken wert. Fergus war kein Farmer, das stand fest; es musste eine Beschäftigung für ihn gefunden werden – und der Franzose war noch aus ihrer gemeinsamen Zeit in Edinburgh gut mit dem riskanten Gewerbe, wie man es nannte, vertraut.