Himmel in Flammen
- Автор: Хеннен Бернхард
- Серия: Drachenelfen #5
- Год: 2016
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
»Zweifel stehen meinem Unsterblichen nicht gut zu Gesicht«, wandte sich der Devanthar nun überraschend an ihn.
Necahual beugte demütig das Haupt. »Bitte verzeiht, mein Gebieter. Es sind keine Zweifel, die mich umtreiben. Ihr seht mich lediglich verwundert.«
»Nun, so soll es auch sein, Necahual. Bin ich nicht ein Fleisch gewordenes Wunder?«
»Selbstverständlich, Fürst der Winde.«
Sie hatten das Ufer des Sees erreicht. Der Gott rief mit einer Stimme, die Herzen erschütterte, nach den Schlangen. Augenblicklich brachen die goldenen Köpfe durch die Oberfläche des dunklen Wassers.
Eine Geste des Devanthar hieß die beiden riesigen Kreaturen sich aufrichten, wie angriffslustige Schlangen es taten.
»Sieh hin, Elfe! Siehst du die Schuppen unter dem Gefieder? Purpurn beim Linken und lindgrün beim Rechten. Ahnst du, wen du da vor dir hast? Dein Herz und dein Blut werden die beiden nähren. Ein passendes Ende, nicht wahr? Du hast dich als Drachenelfe doch ganz und gar den Himmelsschlangen verschrieben. Sie werden dich fressen, wie meine Adlerritter und Jaguarmänner sich von ihrem Fleisch und ihrem Blute nähren.«
Die Elfe schwieg, doch Necahual sah das maßlose Entsetzen in ihrem türkisfarbenen Auge. Sie wusste, dass der Gefiederte sie nicht angelogen hatte.
»Du hast nun einen Tag, darüber nachzudenken, wem die Zukunft gehören wird. Ein paar Echsen wie jene, die wir uns als Sklaven halten, oder uns, den Devanthar.« Der Gefiederte wandte sich an Necahual. »Ich würde gerne noch ihren Kerker sehen.«
»Euer Wunsch ist mir Befehl.« Das mulmige Gefühl, das Necahual empfand, wollte nicht weichen.
Schweigend gingen sie bis zu den Kerkern nahe der Stufenpyramide. Der Gefiederte inspizierte aufmerksam die Zelle, in die die Daimonin gesperrt werden sollte. Sie war aus dem blanken Fels geschlagen. Der einzige Weg hinaus führte durch eine niedrige Tür, die aus drei Zoll dicken Bohlen aus dem Holz des Knochenbaums gefertigt war. Dieses Holz wurde hart wie Eisen, wenn es gut abgelagert war.
»Das ist der rechte Platz für sie.« Der Devanthar strich mit den Spitzen seiner Flügelarme über den Leib der Daimonin, und alle Eisenringe und Ketten fielen von ihr ab.
Erschrocken hoben die Jaguarmänner die Krallenhände, und Necahual griff nach dem Opferdolch, den er am Gürtel trug. »Mein Gebieter, was tut ihr?«
»Ich bitte dich, in dieser Kerkerzelle ist sie wie lebendig eingemauert. Sie auch noch mit diesen albernen Ketten zu behängen ist zu viel der Ehre. Soll sie denken, dass in der Brust meiner besten Krieger Hasenherzen schlagen?« Der Gott flüsterte ein unverständliches Wort, und die Daimonin sank in sich zusammen.
»Sie schläft nun«, erklärte der Gefiederte. »Fühlst du dich jetzt besser, Herr der Himmel und all dessen, was unter ihnen liegt?«
Der Spott traf Necahual bis ins Mark. Er war kein Hasenherz! Wie hatte der Gefiederte das vor den Kriegern sagen können? Ihm achtlos seine Ehre nehmen können?
»Wenn ich Euch enttäuscht habe, mein Gebieter, dann gehört mein Leben Euch.«
Der Gott berührte ihn mit seinem Flügelarm. »Du bist der Erste unter all meinen Kriegern und der Weiseste unter meinen Priestern. Kein Mann wandelt auf Erden, in den ich mehr Vertrauen setze als in dich, und sollte ich dich je verlieren, werde ich den Himmel in Trauer kleiden und alle Winde ein Klagelied anstimmen lassen. Vertraue mir, Necahual. Ich befehle, dass sie nicht mehr in Ketten geschlagen wird. Für sie ist das ein Zeichen unserer Furcht, und wir nähren ihren Hochmut auf diese Weise. Sie ist nur eine Mörderin, Necahual. Nur Fleisch, das morgen von ihren versklavten Göttern zerfetzt werden wird.« Der Gott wandte sich von ihnen ab und ging zum Blutsee. Noch bevor er dessen Ufermauer erreichte, verschwand er in strahlendem Licht.
Der Unsterbliche blickte auf die schlafende Daimonin zu seinen Füßen. Den Dieb, der in seine Kabine auf dem Flaggschiff eingedrungen war und den Dolch entwendet hatte, hatte er trotz aller Bemühungen nicht aufspüren können. Der Frevel war ungesühnt geblieben, und jetzt sollte er auch noch gegenüber dieser Daimonin Milde walten lassen … Diese Mörderin hatte neun Krieger getötet. Er war nicht bereit, das Leben auch nur eines seiner Männer zu gefährden, bevor sie auf dem Opferstein lag.
»Bring mir einen der schweren Hämmer der Steinmetze«, wies er den Krieger an, der ihm am nächsten stand.
Kurz darauf wog er prüfend das schwere Werkzeug in der Hand. Der Hammerkopf, groß wie ein Ziegelstein, war aus schwarzem Eisen. Prüfend strich er über das kühle Metall. Er würde sein Wort halten. Die Daimonin würde nicht in Eisen geschlagen.
Necahual riss den schweren Hammer hoch und ließ den Hammerkopf auf das linke Schienbein der Mörderin niedersausen. Der Knochen brach, seine Enden ragten aus dem gequetschten Fleisch. Auch das Wadenbein schien zersplittert. Das Glied war unnatürlich zur Seite verdreht.
Keuchend erwachte die Daimonin. Voller Hass sah sie zu ihm auf, wand sich und beherrschte sich zugleich. Kein Schmerzenslaut kam über ihre Lippen.
»Haltet sie fest!«, befahl der Unsterbliche seinen Kriegern. »Vor allem das rechte Bein.«
Sechs Männer waren nötig, um die Furie am Boden zu halten.
Wieder hob Necahual den Hammer. Er zerschmetterte auch das zweite Schienbein. »Bindet die Wunden ab, damit sie uns nicht verblutet«, befahl er. Die Daimonin war in sich zusammengesunken. Der brennende Schmerz schien ihr das Bewusstsein geraubt zu haben.
Necahual sah zu, wie sie in den Kerker geschleppt wurde. Als die schwere Tür sich schloss, war er zufrieden. Sie hatte Unsterbliche hingerichtet! Ihr war widerfahren, was sie verdiente. Und morgen würde er ihr Herz den gefiederten Schlangen vorwerfen.
Fern in Gedanken
Kyra dachte an Dylan, der einst in der Weißen Halle ihr Meister gewesen war. An einem Nachmittag hatte er sich beim Schwertkampf den Arm gebrochen, die Übung aber deshalb nicht beendet. Er hatte sie gelehrt, wie sie aus jedem Gefühl Kraft ziehen konnte, um weiterhin ihre Ziele zu verfolgen. Ganz gleich, ob es Freude, Schmerz oder Liebe war. Er hatte sie darin unterwiesen, doch nie hatte sie einen Schmerz wie in diesen Stunden erlitten. Sie war eine Zauberweberin, doch keine Heilerin. Eine Schnittwunde hätte sie schließen können, aber diese zerschmetterten Knochen, das ging weit über ihre Möglichkeiten hinaus. Sie könnte sich selbst betäuben, doch dann wäre sie völlig wehrlos. Sie könnte die Nerven in ihren Beinen abtöten, sodass sie den Schmerz nicht mehr spürte, doch das war unumkehrbar. Sie würde dann nie wieder Gefühl in ihren Beinen haben, es wäre, als würde sie auf hölzernen Beinen laufen. Also versuchte sie, aus dem Schmerz Kraft zu ziehen, und ein unbändiger Zorn erwuchs in ihr. Der half ihr jedoch nicht, die schwere Holztüre zu öffnen.
Die Stunden zogen sich. Irgendwann hörte sie Schritte. Menschenkinder! Sie flüsterten miteinander. Eine Gruppe von Kriegern und zwei Sklavinnen. Sie sollten kommen, sie ausziehen und waschen. Sie sollte sauber sein, wenn ihr der Unsterbliche Necahual das Herz aus der Brust schnitt. Necahual. Sie malte sich aus, wie sie ihn töten würde.
Der schwere Riegel der Zellentür wurde zurückgezogen. Zwei Schatten glitten hinein. Jaguarmänner. Sie bewegten sich wie Raubkatzen. Sie waren vorsichtig. Kyra roch die Angst der beiden. Und sie konnte hören, wie sich der Herzschlag der beiden beruhigte, als sie sie scheinbar bewusstlos am Boden des Kerkers liegen sahen. Sie kamen näher.
In diesem Augenblick stemmte Kyra beide Hände gegen den Boden. Dann schwang sie sich hoch, machte auf den Händen laufend drei Schritt, schlang ihre Oberschenkel um den Hals des vorderen der beiden Jaguarmänner und brach ihm mit einer raschen Drehung das Genick. Mit ihm stürzte sie zu Boden. Noch während sie fiel, rief sie ein Wort der Macht, das den Fluss der Zeit veränderte. Sie wusste um die Gefahren des Zaubers, den sie wob, also übertrieb sie es nicht. Sie veränderte die Zeit nur so sehr, dass sie den Nachteil durch ihre Verwundung ein wenig ausglich.