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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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»Aye?« Jamie war nichts davon bekannt, dass der Major verheiratet war. Wahrscheinlich stimmte es ja auch gar nicht. »In Schottland?«

»In England. Ihre Mutter ist Engländerin.« Die Kälte hatte die verwitterte Haut des Soldaten mit farbigen Streifen überzogen, die sich jetzt noch dunkler färbten. Doch MacDonalds blassblaue Augen hielten Jamies unverwandt fixiert. Sie hatten dieselbe Farbe wie der Himmel hinter ihm.

Jamie spürte, wie sich die Spannung in seiner Wirbelsäule löste. Er zog achselzuckend die Schultern hoch und ließ sie wieder sinken. MacDonald nickte kaum merklich. Ohne es abzusprechen, machten beide Männer kehrt und hielten wieder auf das Haus zu, wobei sie sich beiläufig über die Indigopreise, die jüngsten Neuigkeiten aus Massachusetts und das für die Jahreszeit überraschend milde Wetter unterhielten.

»Ich habe mich vorhin mit eurer Frau unterhalten«, merkte MacDonald an. »Eine charmante Dame, und äußerst liebenswürdig – Ihr seid ein glücklicher Mann, Sir.«

»Dem kann ich nicht widersprechen«, erwiderte Jamie und warf MacDonald einen raschen Blick zu.

Der Soldat hüstelte geziert.

»Mrs. Fraser war so freundlich anzudeuten, dass Ihr es möglicherweise in Betracht ziehen würdet, mich mit einem Empfehlungsschreiben an seine Exzellenz, den Gouverneur auszustatten. Sie meinte, ein Mann von meiner Erfahrung könnte angesichts der drohenden Konflikte der jüngsten Zeit möglicherweise in der Lage sein, etwas beizusteuern, was … Ihr versteht?«

Jamie verstand bestens. Und er bezweifelte zwar, dass Claire etwas Derartiges angedeutet hatte, doch er war erleichtert, so billig davonzukommen.

»Wird sofort erledigt«, versicherte er MacDonald. »Sucht mich heute Nachmittag nach der Trauung auf, und ich werde das Schreiben für Euch bereithalten.«

MacDonald neigte den Kopf und machte ein zufriedenes Gesicht.

Als sie den Pfad erreichten, der zu den Aborten führte, verabschiedete sich MacDonald mit einem Kopfnicken und einem Wink seiner Hand. Dabei kam er an Duncan Innes vorbei, der aus jener Richtung kam und verkrampft und eingefallen aussah, ganz wie ein Mann, dessen Eingeweide sich hemmungslos verknotet hatten.

»Geht es dir nicht gut, Duncan?«, fragte Jamie und betrachtete seinen Freund besorgt. Der Tag war nicht heiß, doch auf Innes’ Stirn glänzte ein dünner Schweißfilm, und seine Wangen waren bleich. Wenn es eine Krankheit war, so hoffte Jamie, dass sie nicht ansteckend war.

»Nein«, sagte Innes als Antwort auf seine Frage. »Nein, ich bin … Mac Dubh, ich muss mit dir reden.«

»Natürlich, a charaid.« Alarmiert über das Aussehen des Mannes, ergriff er Duncans Arm, um ihn zu stützen. »Soll ich meine Frau holen? Brauchst du einen kleinen Schluck?« Seinem Geruch nach wäre es nicht sein erster Schluck gewesen, doch das war für einen Bräutigam nicht ungewöhnlich. Er schien nicht betrunken zu sein, doch irgendetwas plagte ihn eindeutig. Vielleicht eine schlechte Muschel gestern beim Abendessen …

Innes schüttelte den Kopf. Er schluckte und verzog das Gesicht, als sei ihm etwas im Hals stecken geblieben. Dann atmete er durch die Nase ein und richtete sich auf, als müsse er sich für irgendetwas stählen.

»Nein, Mac Dubh, du bist es, den ich brauche. Einen kleinen Rat, wenn du so freundlich wärst …«

»Aye, Duncan, natürlich.« Jetzt war er eher neugierig als alarmiert, und er ließ Duncans Arm los. »Was ist denn los, Mann?«

»Wegen – wegen der Hochzeitsnacht«, platzte Duncan heraus. »Ich – das heißt, ich habe –« Er brach abrupt ab, als er sah, dass vor ihnen jemand in den Pfad einbog und auf den Abort zuhielt.

»Hier entlang.« Jamie wandte sich dem Gemüsegarten zu, der von schützenden Ziegelmauern umgeben war. Hochzeitsnacht?, dachte er beruhigt und neugierig zugleich. Er wusste, dass Duncan noch nie verheiratet gewesen war, und während ihrer gemeinsamen Zeit in Ardsmuir hatte er nie anzüglich von Frauen gesprochen, wie es manche Männer taten. Er hatte es damals nur für angeborene Bescheidenheit gehalten, doch vielleicht … aber nein, Duncan war weit über fünfzig; er musste doch dann und wann die Gelegenheit gehabt haben. Blieben Männer oder der Tripper, dachte er, und er hätte geschworen, dass Duncan nichts für Männer übrig hatte. Etwas peinlich natürlich, doch er vertraute fest darauf, dass Claire damit fertig werden würde, sie und ihre Schimmelpilze. Allerdings hoffte er, dass es nur ein Ausfluss war und nicht die Franzosenkrankheit; das war eine scheußliche Seuche.

»Hier, a charaid«, sagte er und zog Duncan hinter sich her in den duftenden Schutz der Zwiebelbeete. »Hier sind wir ganz ungestört. Also, was hast du für Kummer?«

Kapitel 40

Duncans Geheimnis

Vater LeClerc sprach kein Englisch, ausgenommen ein fröhliches »Tally-ho!«, welches er abwechselnd als Gruß, als Ausruf des Erstaunens oder als Beifallsäußerung benutzte. Jocasta war noch mit ihrer Toilette beschäftigt, daher machte ich den Priester mit Ulysses bekannt und begleitete ihn dann in den großen Salon, wo ich dafür sorgte, dass er eine Erfrischung bekam, und ihn bei den Sherstons Platz nehmen ließ, die als Protestanten zwar große Augen machten, einem Jesuiten zu begegnen, jedoch so sehr darauf brannten, mit ihrem Französisch anzugeben, dass sie bereit waren, Vater LeClercs unglücklichen Beruf zu übersehen.

Nachdem ich mir im Geist die Stirn abgewischt hatte, weil mir dieses knifflige, gesellschaftliche Arrangement gelungen war, entschuldigte ich mich und ging auf die Terrasse hinaus, um nachzusehen, ob es Jamie gelungen war, Duncan aufzutreiben. Es war keiner der Männer zu sehen, doch ich begegnete Brianna, die mit Jemmy vom Rasen heraufkam.

»Hallo, Schatz, wie geht es dir?« Ich streckte die Arme nach Jemmy aus, der einen unruhigen Eindruck machte und sich wand und mit den Lippen schmatzte wie ein Mensch, der sich nach einem Fußmarsch durch die Sahara zu einem sechsgängigen Menü niedersetzt. »Haben wir etwa Hunger?«

»Häk!«, sagte er, und als hätte er das Gefühl, dies sei als Erklärung nicht ausreichend, wiederholte er die Silbe mehrmals mit zunehmender Lautstärke und hüpfte dabei zur Betonung auf meinem Arm auf und ab.

»Er hat Hunger, und ich explodiere gleich«, sagte Brianna. Sie zuckte zusammen, weil er solchen Lärm machte, und fasste sich vorsichtig an den Busen. »Ich bringe ihn nur kurz nach oben und stille ihn. Tante Jocasta hat gesagt, wir dürfen ihr Zimmer benutzen.«

»Oh? Gut. Jocasta ist selbst gerade nach oben gegangen – um sich ein wenig auszuruhen und sich umzuziehen, hat sie gesagt. Jetzt, da der Priester hier ist, ist die Hochzeit für vier Uhr angesetzt.« Ich hatte gerade gehört, wie die Standuhr in der Eingangshalle Mittag schlug; ich hoffte, dass Jamie Duncan dingfest gemacht hatte. Vielleicht schloss man ihn besser irgendwo ein, damit er sich nicht erneut aus dem Staub machte.

Brianna streckte die Arme aus, um Jemmy wieder in Empfang zu nehmen, und steckte ihm vorsichtshalber einen Finger in den Mund, um seine Kommentare zu dämpfen.

»Kennst du die Sherstons?«, fragte sie.

»Ja«, erwiderte ich argwöhnisch. »Warum, was haben sie getan?«

Sie sah mich mit hochgezogener Augenbraue an.

»Sie haben mich gebeten, ein Porträt von Mrs. Sherston zu malen. Eine Auftragsarbeit, meine ich. Tante Jocasta hat mich ihnen gegenüber in den höchsten Tönen gelobt und ihnen einige der Zeichnungen gezeigt, die ich angefertigt habe, als ich letztes Frühjahr hier war, und jetzt hätten sie gern ein Bild.«

»Wirklich? Oh, Schatz, das ist doch wunderbar!«

»Nun, wenn sie Geld haben, ja«, sagte sie praktisch denkend. »Was meinst du?«

Es war eine gute Frage; gute Kleider und gesellschaftliche Verabredungen spiegelten nicht automatisch tatsächlichen Reichtum wider, und ich wusste nicht viel über die Lebensumstände der Sherstons; sie waren aus Hillsborough, nicht aus Cross Creek.

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