Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Das hat mich so aufgeregt, dass ich mich aufgerichtet habe, mich umgedreht und ihn angebrüllt habe: ›Warum hast du das denn nicht gleich gesagt, du alter Dummkopf? Autsch!!‹ Im nächsten Moment lag ich auf dem Boden, und mir haben von seiner Ohrfeige die Ohren geklingelt, und mein Kinn hat geschmerzt. Er stand keuchend über mir, und seine Haare und sein Bart standen in alle Himmelsrichtungen ab. Dann hat er mir die Hand hingehalten, mich hochgezogen und mir das Kinn getätschelt. ›Das ist dafür, dass du deinen Vater einen Dummkopf genannt hast. Mag ja sein, dass es stimmt, aber es ist respektlos. Komm, wir gehen uns vor dem Essen waschen.‹ Und er hat mich nie wieder geschlagen. Er hat mich zwar immer noch angebrüllt, aber ich habe zurückgebrüllt, und von da an war es meistens eine Auseinandersetzung von Mann zu Mann.«
Er lachte zufrieden, und ich lächelte in die Wärme seiner Schulter hinein.
»Ich wünschte, ich hätte deinen Vater gekannt«, sagte ich. »Oder vielleicht ist es ja auch besser so, wie es ist«, korrigierte ich mich, weil mir plötzlich ein Gedanke kam. »Vielleicht wäre es ihm ja nicht recht gewesen, dass du eine Engländerin heiratest.«
Jamie drückte mich an sich und zog mir die Decke über die nackten Schultern. »Er hätte gedacht, dass ich endlich zur Vernunft gekommen bin.« Er strich mir über das Haar. »Er hätte meine Wahl in jedem Fall respektiert, aber dich …« Er wandte mir den Kopf zu und küsste mich sacht auf die Stirn. »Dich hätte er sehr gern gehabt, meine Sassenach, das weiß ich.« Und ich erkannte es als das Kompliment, das es war.
Kapitel 30
Kamingespräche
Falls Jennys Enthüllungen einen Riss zwischen ihr und Ian verursacht hatten, so schien dieser rasch gekittet worden zu sein. Am nächsten Abend saßen wir nach dem Essen im Salon zusammen; Ian und Jamie sprachen in der Ecke bei einer Karaffe Holunderwein über die Abläufe auf dem Hof, während Jenny ächzend die geschwollenen Knöchel hochlegte, um sich zu entspannen. Ich versuchte, mir einige der Rezepte aufzuschreiben, die sie mir im Lauf des arbeitsreichen Tages im Vorübergehen an den Kopf geworfen hatte, und fragte sie dabei nach Einzelheiten.
BEHANDLUNG VON KARBUNKELN, überschrieb ich eine Seite. Drei Eisennägel eine Woche in Ale einlegen. Dazu eine Handvoll Zedernholzspäne, ziehen lassen. Wenn die Späne auf den Boden gesunken sind, ist die Mischung fertig. Dreimal täglich auflegen, beginnend am ersten Tag des Viertelmondes.
BIENENWACHSKERZEN, begann eine andere Seite. Honig aus der Wabe laufen lassen. Tote Bienen so weit wie möglich entfernen. Wabe mit etwas Wasser in einem großen Kessel zum Schmelzen bringen. Bienen, Flügel und andere Unreinheiten von der Oberfläche abschöpfen. Wasser abgießen und erneuern. Eine halbe Stunde häufig rühren, dann setzen lassen. Wasser abgießen, zum Süßen aufbewahren. Noch zweimal mit Wasser reinigen.
Meine Hand wurde allmählich müde, und ich war noch nicht einmal bei der Anfertigung der Formen, dem Drehen der Dochte und der Trocknung der hängenden Kerzen angelangt.
»Jenny?«, fragte ich, »wie lange dauert es, Kerzen herzustellen, wenn man alles mit einrechnet?«
Sie legte das kleine Hemd, das sie gerade bestickte, auf ihren Schoß und überlegte.
»Einen halben Tag, um die Waben zu sammeln, zwei, um den Honig ablaufen zu lassen – einen, wenn es warm ist –, einen Tag, um das Wachs zu reinigen, es sei denn, man hat sehr viel oder es ist sehr stark verschmutzt, dann zwei. Einen halben Tag für die Dochte, einen oder zwei für die Formen, einen halben Tag, um das Wachs zu schmelzen, die Kerzen zu gießen und sie zum Trocknen aufzuhängen. Sagen wir, alles in allem eine Woche.«
Der trübe Lampenschein und der kratzende Federkiel waren nach den Mühen des Tages einfach zu viel. Ich setzte mich neben Jenny und bewunderte das winzige Kleidungsstück, das sie mit beinahe unsichtbaren Stichen bestickte.
Ihr Kugelbauch bewegte sich plötzlich, weil sein Bewohner die Lage änderte. Ich sah fasziniert zu. Ich hatte noch nie längere Zeit mit einer schwangeren Frau verbracht, und mir war gar nicht klar gewesen, wie lebhaft es in ihrem Inneren zuging.
»Würdest du es gern einmal spüren?«, fragte Jenny, als sie sah, wie ich ihren Bauch anstarrte.
»Nun ja …« Sie nahm meine Hand und legte sie fest auf die pralle Kugel.
»Genau da. Warte einen Moment; es tritt gleich wieder. Sie mögen es nicht, wenn man sich so zurücklehnt. Dann werden sie unruhig und fangen an, sich zu winden.«
Und tatsächlich – ein überraschend heftiger Stoß hob meine Hand ein ganzes Stück an.
»Ach du liebe Güte! Wie stark es ist!«
»Aye.« Jenny tätschelte ihren Bauch mit einem Hauch von Stolz. »Es wird ein Prachtexemplar werden wie sein Bruder und sein Pa.« Sie lächelte zu Ian hinüber, dessen Aufmerksamkeit vorübergehend vom Zuchtbuch seiner Pferde zu seiner Frau und seinem kommenden Kind abgeschweift war.
»Oder vielleicht sogar wie sein nichtsnutziger rothaariger Onkel«, fügte sie mit leicht erhobener Stimme hinzu und stupste mich an.
»Häh?« Jamie blickte von seinen Rechnungsbüchern auf. »Hast du mit mir gesprochen?«
»Ich frage mich, ob es das ›rothaarig‹ oder das ›nichtsnutzig‹ war, das zu ihm durchgedrungen ist«, sagte Jenny sotto voce zu mir und stupste mich noch einmal an.
Zu Jamie sagte sie liebreizend: »Gar nichts, mo chridhe. Wir haben nur über die Möglichkeit nachgedacht, dass das neue Kind das Pech haben könnte, seinem Onkel zu ähneln.«
Der besagte Onkel grinste und kam zu uns, um sich auf den Fußhocker zu setzen. Jenny machte ihm bereitwillig Platz und legte ihm dann die Füße auf den Schoß.
»Massierst du sie mir, Jamie?«, bettelte sie. »Du kannst das besser als Ian.«
Er erfüllte ihr den Wunsch, und Jenny lehnte sich zurück und schloss selig die Augen. Sie ließ das Hemdchen mitten auf ihren Kugelbauch sinken, der sich weiterhin wie protestierend bewegte. Jamie betrachtete die Bewegungen genauso fasziniert wie ich zuvor.
»Ist das nicht unangenehm?«, fragte er. »Wenn jemand in deinem Bauch Purzelbäume schlägt?«
Jenny öffnete die Augen und verzog das Gesicht, als sich eine breite Welle über ihren Bauch hinwegzog.
»Mmm. Manchmal fühlt es sich an, als wäre meine Leber blond und blau getreten. Aber eigentlich ist es ein gutes Gefühl. Es ist wie …« Sie zögerte, dann grinste sie ihren Bruder an. »Ich kann es einem Mann nur schwer beschreiben, weil euch ja die nötigen Körperteile fehlen. Ich kann dir genauso wenig beschreiben, wie es ist, ein Kind unter dem Herzen zu tragen, wie du mir sagen könntest, wie es ist, in die Eier getreten zu werden.«
»Oh, das könnte ich dir sagen.« Er beugte sich prompt vornüber, umklammerte sich selbst und verdrehte die Augen mit einem grauenvoll gurgelnden Stöhnen.
»Ist es nicht so, Ian?«, fragte er und wandte den Kopf zu dem Stuhl um, auf dem Ian saß und lachte, das Holzbein auf die Kaminplatte gestützt.
Seine Schwester drückte ihm vorsichtig den Fuß vor die Brust und richtete ihn auf. »Also schön, du Clown. Wenn das so ist, bin ich froh, dass ich keine habe.«
Jamie strich sich das Haar aus den Augen. »Nein, wirklich«, sagte er neugierig, »liegt es tatsächlich nur daran, dass die Körperteile unterschiedlich sind? Könntest du es Claire denn beschreiben? Sie ist schließlich eine Frau, obwohl sie noch kein Kind zur Welt gebracht hat.«
Jenny warf einen abschätzenden Blick auf meine Taille, und wieder spürte ich diesen kleinen Stich.