Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Feuer und Stein: 1 (German Edition)
Feuer und Stein: 1 (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Feuer und Stein: 1 (German Edition)

Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:

Feuer und Stein: 1 (German Edition)
1 ... 176 177 178 179 180 181 182 183 184 ... 245
Перейти на страницу:

»Och, das ist nicht der englische Name Roy. Es ist ein gälischer Kosename und meint meine Haarfarbe. Es heißt ruaidh und bedeutet ›mein Roter‹.« Er musste es mir buchstabieren und das Wort mehrmals aussprechen, ehe ich einen Unterschied hören konnte.

Jamie griff nach seinem Sporran und räumte die Gegenstände wieder ein, die gleichzeitig mit den Perlen herausgefallen waren. Als ihm eine verknotete Angelschnur in die Hände fiel, kippte er den ganzen Beutel auf dem Bett aus. Er machte sich daran, den Inhalt zu sortieren, rollte sorgfältig jedes Stück Schnur zusammen, suchte die losen Angelhaken und steckte sie fest in das Korkstück, in dem er sie normalerweise aufbewahrte. Interessiert trat ich an das Bett, um mir das Sammelsurium zu betrachten.

»Einen solchen Haufen seltsamen Kram habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen«, stellte ich fest. »Du bist ja eine regelrechte Elster, Jamie.«

»Das ist kein Kram«, sagte er gekränkt. »Das kann ich alles brauchen.«

»Die Angelschnüre und die Haken, ja. Und die Schnur, um Schlingen zu legen, gut. Mit viel Wohlwollen sogar die Schusspflaster und die Kugeln – du trägst ja hin und wieder eine Pistole. Und Willies kleine Schlange, das verstehe ich auch. Aber die Steine? Und ein Schneckenhaus? Und ein Stück Glas? Und …« Ich bückte mich, um einen genaueren Blick auf ein dunkles, pelziges Etwas zu werfen.

»Was ist denn … das ist doch nicht wahr, oder? Jamie, warum in aller Welt hast du eine getrocknete Maulwurfspfote in deinem Sporran?«

»Gegen Rheumatismus natürlich.« Er schnappte mir den Gegenstand vor der Nase weg und steckte ihn zurück in das Dachsfell.

»Oh, natürlich«, sagte ich zustimmend und betrachtete ihn neugierig. Sein Gesicht errötete ein wenig verlegen. »Es scheint zu funktionieren; jedenfalls ächzt es bei dir nirgendwo im Gebälk.« Ich nahm die kleine Bibel aus dem verbliebenen Durcheinander und blätterte darin, während er die Reste seiner wertvollen Ausrüstung wieder verstaute.

»Alexander William Roderick MacGregor«, las ich den Namen auf der ersten Seite. »Du hast gesagt, er hätte noch eine Rechnung offen, Jamie. Was hast du damit gemeint?«

»Oh, das.« Er setzte sich neben mich auf das Bett, nahm mir das Büchlein ab und schlug vorsichtig einige Seiten um.

»Ich habe dir doch berichtet, dass das Buch einem Gefangenen gehört hat, der in Fort William gestorben ist, nicht wahr?«

»Ja.«

»Den Jungen habe ich nie kennengelernt, er ist einen Monat vor meiner Ankunft gestorben. Aber der Arzt, der mir die Bibel geschenkt hat, hat mir von ihm erzählt, während er sich um meinen Rücken gekümmert hat. Ich glaube, er musste einfach jemandem davon erzählen, denn sonst konnte er niemanden in der Garnison darauf ansprechen.« Er schloss das Buch, hielt es auf seinem Knie fest und blickte durch das Fenster in die helle Oktobersonne hinaus.

Alex MacGregor, eine Junge von ungefähr achtzehn, war ein gewöhnlicher Viehdieb gewesen. Er war ein hübscher, stiller Junge gewesen, und jeder war davon ausgegangen, dass er seine Strafe ohne Zwischenfälle absitzen und dann entlassen werden würde. Doch eine Woche vor seiner Entlassung hatte man ihn erhängt im Pferdestall gefunden. »Der Arzt hat gesagt, es gab keinen Zweifel daran, dass er es selbst getan hat.« Jamie strich sanft mit dem Daumen über den Ledereinband. »Und der Arzt hat zwar nicht ausgesprochen, was er davon hielt. Aber er hat gesagt, Hauptmann Randall hätte sich eine Woche zuvor unter vier Augen mit dem Jungen unterhalten.«

Ich schluckte, und trotz der Sonne fröstelte ich plötzlich.

»Und du glaubst …«

»Nein.« Seine Stimme war leise und voller Gewissheit. »Ich glaube es nicht. Ich weiß es, und der Arzt wusste es auch. Und ich vermute, der Sergeant-Major wusste es ganz genau, und deshalb musste er sterben.« Er breitete die Hände flach auf den Knien aus und senkte den Blick auf die langen Glieder seiner Finger. Große, kräftige, geschickte Hände, die Hände eines Bauern, die Hände eines Kriegers. Er nahm die kleine Bibel und steckte sie in seinen Sporran.

»Eins sage ich dir, a nighean donn. Eines Tages wird Jack Randall durch meine Hand sterben. Und wenn er tot ist, werde ich Alex MacGregors Mutter dieses Buch zurückschicken und ihr sagen, dass ihr Sohn gerächt ist.«

Die Anspannung verflog, weil Jenny plötzlich wieder auftauchte. Sie erstrahlte jetzt in blauer Seide, trug ihrerseits ein Spitzenhäubchen und hatte eine große rote Lederschatulle in der Hand.

»Jamie, die Currans sind eingetroffen und Willie Murray und die Jeffries. Am besten gehst du nach unten zum zweiten Frühstück mit ihnen. Ich habe frisches Fladenbrot und Salzheringe auf den Tisch gestellt, und Mrs. Crook bereitet gerade Marmeladenküchlein zu.«

»Oh, aye. Claire, komm mir nach, wenn du fertig bist.« Er erhob sich hastig, blieb stehen, um mich kurz, aber gründlich zu küssen, und verschwand. Seine Schritte ratterten die erste Treppe hinunter und verlangsamten sich auf der zweiten zum gesetzteren Tempo, das eines Gutsherrn würdig war. So näherte er sich der unteren Etage.

Jenny sah ihm lächelnd nach, dann richtete sie ihr Augenmerk auf mich. Sie stellte die Schatulle auf das Bett und klappte sie auf, so dass ein Durcheinander von Schmuckstücken zum Vorschein kam. Der Anblick überraschte mich; er passte so gar nicht zu der ordentlichen Jenny Murray, deren eiserne Hand dafür sorgte, dass der Haushalt vom Morgengrauen bis zum Abendrot reibungslos funktionierte.

Sie fuhr mit den Fingern durch den Glitzerkram, dann hob sie den Kopf und lächelte mich an, als hätte sie meinen Gedanken erraten.

»Ich denke immer wieder, dass ich die Schatulle irgendwann aufräumen sollte. Aber meine Mutter hat mich manchmal darin kramen lassen, als ich noch klein war, und ich empfand es immer wie einen Zauberschatz – ich wusste nie, was ich als Nächstes herausfischen würde. Vermutlich denke ich, dass der Zauber irgendwie verschwinden würde, wenn das alles ordentlich wäre. Dumm, oder?«

»Nein«, sagte ich und erwiderte ihr Lächeln. »Nein, das ist überhaupt nicht dumm.«

Gemeinsam gruben wir uns vorsichtig durch den Inhalt der Schatulle, der aus den Lieblingsstücken von Frauen aus vier Generationen bestand.

»Die hat meiner Großmutter Fraser gehört«, erklärte Jenny und hielt eine Silberbrosche hoch. Sie hatte die Form eines ziselierten Sichelmonds, auf dessen Spitze ein einzelner Diamant glitzerte wie ein Stern.

»Und das …«, sie zog einen schmalen Goldring mit einem von Brillanten umrahmten Rubin heraus, »das ist mein Ehering. Ian hat einen halben Jahreslohn dafür ausgegeben, obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich das töricht finde.« Ihre liebevolle Miene deutete darauf hin, dass es alles andere als töricht von Ian gewesen war. Sie polierte den Stein an ihrem Mieder und warf noch einen bewundernden Blick darauf, ehe sie ihn wieder in die Schatulle legte.

»Bin ich froh, wenn das Baby da ist!«, sagte sie und tätschelte ihren Bauch, während sie das Gesicht verzog. »Meine Finger sind frühmorgens so geschwollen, dass ich kaum mein Mieder schließen kann, ganz zu schweigen davon, meine Ringe zu tragen.«

Mein Blick fiel auf ein seltsames, nichtmetallisches Glänzen in den Tiefen der Schatulle, und ich zeigte mit dem Finger darauf. »Was ist denn das?«

»Oh, das«, sagte sie und tauchte erneut die Hand in die Schatulle. »Ich habe sie nie getragen; sie stehen mir nicht. Aber du könntest sie tragen – du bist hochgewachsen und stattlich, wie es meine Mutter war. Sie haben nämlich ihr gehört.«

Es waren zwei Armreifen, die jeweils aus dem geschwungenen, beinahe kreisrunden Stoßzahn eines wilden Ebers bestanden, poliert zu einem tiefen Elfenbeinglanz, die Enden mit Silberkappen verkleidet, in die ein Blumenmuster eingraviert war.

»Himmel, wie herrlich! Ich habe noch nie etwas so … so wundervoll Barbarisches gesehen.«

Jenny gluckste belustigt. »Aye, das stimmt. Irgendjemand hat sie Mutter zur Hochzeit geschenkt, aber sie wollte nicht verraten, wer. Mein Vater hat sie hin und wieder mit diesem Verehrer aufgezogen, aber ihm hat sie es auch nicht gesagt, sondern bei Fragen immer nur gelächelt wie eine Katze, die Sahne genascht hat. Hier, probier sie an.«

1 ... 176 177 178 179 180 181 182 183 184 ... 245
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)