Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
1 ... 159 160 161 162 163 164 165 166 167 ... 356
Перейти на страницу:

Ich sah ihn völlig erstaunt an.

»Du kannst stricken?«

»Natürlich kann ich das«, sagte er und starrte mich verwundert an. »Ich kann mit den Nadeln klappern, seit ich sieben war. Bringt man den Kindern in deiner Zeit denn gar nichts bei?«

»Hm«, sagte ich und kam mir etwas idiotisch vor, »manchmal lernen kleine Mädchen Handarbeiten, aber keine Jungen.«

»Du hast es nicht gelernt, oder? Außerdem ist es keine komplizierte Handarbeit, Sassenach, es ist einfach nur Stricken. Hier, nimm deinen Daumen und greif so in die Schlaufe …«

Und so hatten er und Ian – der, wie sich herausstellte, ebenfalls stricken konnte und vor Lachen über meine Ignoranz am Boden lag – mir die einfachen Grundlagen des Rechts- und Linksstrickens beigebracht und mir zwischen abfälligen Äußerungen über meine Bemühungen erklärt, dass in den Highlands alle Jungen stricken lernten, da es eine nützliche Beschäftigung beim Schafe- oder Rinderhüten auf der Weide war.

»Wenn ein Mann erst einmal erwachsen ist und eine Frau hat, die es für ihn tut, und einen Jungen, der seine Schafe hütet, dann macht er vielleicht seine Strümpfe nicht mehr selbst«, hatte Ian gesagt und geschickt eine Ferse gewendet, bevor er mir den Strumpf zurückgab, »aber sogar die kleinen Jungs können es, Tante Claire.«

Ich warf einen Blick auf mein gegenwärtiges Projekt, etwa dreißig Zentimeter eines wollenen Schultertuches, das in einem kleinen Haufen auf dem Boden des Korbes lag. Ich hatte die Grundlagen gelernt, doch Stricken war für mich immer noch ein regelrechter Kampf mit verknotetem Garn und schlüpfrigen Nadeln, nicht der beruhigende, verträumte Zeitvertreib, den sich Ian und Jamie daraus machten, wenn am Feuer die Nadeln in ihren großen Händen vor sich hinklapperten, beruhigend wie der Gesang der Grillen an der Feuerstelle.

Heute Nacht nicht, dachte ich. Mir war nicht danach. Etwas Geistloses, zum Beispiel Wollknäuel aufwickeln. Das konnte ich tun. Ich legte ein Paar halbfertige Socken zur Seite, die Jamie gerade für sich strickte – gestreift, der Angeber –, und zog einen schweren Strang frisch gefärbter, blauer Wolle hervor, der immer noch die schweren Düfte des Färbens verströmte.

Eigentlich mochte ich den Geruch frischen Garns, den leicht öligen Hauch von Schaf, den erdigen Indigogeruch und das scharfe Aroma des Essigs, mit dem die Farbe fixiert wurde. Heute Nacht kam er mir erdrückend vor, zusätzlich zu dem Holzrauch und Kerzenwachs, zu den aufdringlichen, beißenden Ausdünstungen der Männerkörper und dem Krankheitsgeruch – zusammengesetzt aus durchgeschwitzten Laken und benutzten Nachttöpfen –, die alle in der verbrauchten Luft des Zimmers hingen.

Ich ließ den Strang auf meinem Schoß liegen und schloss für einen Augenblick die Augen. Ich hätte mich am liebsten ausgezogen und mit kaltem Wasser abgewaschen, um dann nackt zwischen die sauberen Leintücher meines Bettes zu schlüpfen, still dazuliegen und mir die frische Luft vom Fenster her über das Gesicht wehen zu lassen, während ich dem Vergessen entgegentrieb.

Doch in einem meiner Betten lag ein schwitzender Engländer und ein verdreckter Hund in dem anderen, ganz zu schweigen von einem Teenager, der offensichtlich eine harte Nacht vor sich hatte. Die Laken waren seit Tagen nicht gewaschen worden, und es würde eine Mordsarbeit sein, sie zu kochen, aus dem Wasser zu heben und auszuwringen. Heute Nacht würde ein Matratzenlager aus einer zusammengelegten Bettdecke mein Bett sein – vorausgesetzt, ich kam dazu, darin zu schlafen – und mein Kissen ein Sack gekrempelte Wolle. Ich würde die ganze Nacht Schaf einatmen.

Krankenpflege ist harte Arbeit, und ganz plötzlich war ich sie entsetzlich leid. Einen Augenblick immenser Sehnsucht lang wünschte ich mir, sie würden alle verschwinden. Ich öffnete die Augen und sah Lord John grollend an. Mein kleiner Anfall von Selbstmitleid verebbte jedoch bei seinem Anblick. Er lag auf dem Rücken, einen Arm hinter dem Kopf, und starrte trübsinnig an die Decke. Vielleicht spiegelte mir das Feuer es nur vor, doch sein Gesicht schien von Sorge und Trauer gezeichnet zu sein, die Augen überschattet von dunklem Verlust.

Auf einmal schämte ich mich meiner Griesgrämigkeit. Es stimmte, ich hatte ihn hier nicht gewollt. Es ärgerte mich, dass er sich in mein Leben gedrängt hatte und mir durch seine Krankheit die Bürde der Verpflichtung auferlegt hatte. In seiner Gegenwart fühlte ich mich beklommen – von Williams ganz zu schweigen. Doch sie würden bald wieder gehen. Jamie würde nach Hause kommen, Ian würde genesen, und ich würde meinen Frieden, mein Glück und meine sauberen Laken wiederhaben. Was ihm zugestoßen war, war von Dauer.

John Grey hatte seine Frau verloren – ganz egal, wie er zu ihr gestanden hatte. Es hatte ihn in mehr als nur einer Hinsicht Mut gekostet, William hierherzubringen und ihn mit Jamie fortgehen zu lassen. Und ich nahm nicht an, dass er etwas dafür konnte, dass er sich die Masern geholt hatte.

Ich legte die Wolle für den Augenblick beiseite und stand auf, um den Wasserkessel aufzusetzen. Eine gute Tasse Tee war wohl jetzt das Beste. Als ich mich vor der Feuerstelle aufrichtete, sah ich, wie Lord John den Kopf wandte. Durch meine Bewegung riss ich ihn aus seinen Grübeleien.

»Tee?«, sagte ich, zu verlegen, um ihm nach meinen unfreundlichen Gedanken in die Augen zu sehen. Ich deutete mit einer kleinen, fragenden Geste auf den Kessel.

Er lächelte schwach und nickte.

»Ich danke Euch, Mrs. Fraser.«

Ich nahm die Teedose aus dem Schrank, stellte zwei Tassen und Löffel zurecht und fügte nachträglich das Zuckerschüsselchen hinzu; keine Melasse heute Abend.

Als ich den Tee fertig aufgegossen hatte, setzte ich mich neben das Bett, um ihn zu trinken. Wir nippten ein paar Augenblicke lang schweigend vor uns hin, und eine seltsame Atmosphäre der Schüchternheit hing zwischen uns.

Schließlich stellte ich meine Tasse ab und räusperte mich.

»Tut mir leid; ich hatte vorgehabt, Euch mein Beileid zum Verlust Eurer Frau auszusprechen«, sagte ich sehr förmlich.

Im ersten Moment machte er ein überraschtes Gesicht und neigte dann ebenso förmlich als Antwort den Kopf.

»Was für ein Zufall, dass Ihr das gerade jetzt sagt«, sagte er. »Ich hatte eben an sie gedacht.«

Während ich daran gewöhnt war, dass andere Leute einen Blick auf mein Gesicht warfen und augenblicklich erkennen konnten, was ich gerade dachte, war es seltsam befriedigend, dasselbe mit jemand anderem tun zu können.

»Vermisst Ihr sie sehr – Eure Frau?« Ich stellte diese Frage nur zögernd, doch er schien sie nicht aufdringlich zu finden. Ich konnte mir beinahe vorstellen, dass er sich dasselbe auch gefragt hatte, denn er antwortete zwar nachdenklich, aber bereitwillig.

»Ich weiß es nicht genau«, sagte er. Er sah mich mit hochgezogener Augenbraue an. »Klingt das herzlos?«

»Das kann ich nicht sagen«, sagte ich ein wenig schnippisch. »Ihr müsst doch selber besser wissen als ich, ob Ihr ihr gegenüber Gefühle empfunden habt oder nicht.«

»Ja, das habe ich.« Er ließ seinen Kopf zurück auf das Kissen fallen, und sein dichtes, helles Haar lag ihm lose um die Schultern. »Vielleicht tue ich es immer noch. Das war es, warum ich gekommen bin, versteht Ihr?«

»Nein, das kann ich nicht behaupten.«

Ich hörte Ian husten und erhob mich, um nach ihm zu sehen, doch er hatte sich nur im Schlaf umgedreht; er lag auf dem Bauch, und einer seiner langen Arme baumelte aus dem Rollbett. Ich ergriff seine Hand – sie war immer noch heiß, doch es bestand keine Gefahr – und legte sie neben seinem Gesicht auf das Kissen. Das Haar war ihm in die Augen gefallen; ich strich es behutsam zurück.

»Ihr könnt sehr gut mit ihm umgehen; habt Ihr selbst Kinder?«

Erschrocken sah ich auf. Lord John beobachtete mich, das Kinn auf seine Faust gestützt.

1 ... 159 160 161 162 163 164 165 166 167 ... 356
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)