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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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»Die Handelsaussichten sind einfach fantastisch«, verkündete Jock. Ihre Arme verrieten Aufregung. »Diese Menschen sind bei der Ausnutzung ihrer Rohstoffe ganz unbeschreiblich großzügig. Sie haben kein Gefühl für vielseitige Geräte.«

»Keines?«

»Soweit ich sehen konnte, nicht.« Jock wies auf das 3-D. »Sie müssen ihre Jungen in vielen Berufen ausbilden. Viele der gesendeten Programme dienen diesem Zweck.«

»Sie haben Zeit genug zum Lernen«, gab Charlie zu bedenken. »Sie leben sehr lang.

Langer als jeder Meister.«

»Ja — aber welche Verschwendung. Sie haben keine Braunen und keine Bastler …«

Ivan unterbrach. »Seid ihr sicher, dass sie keine Bastler haben?«

»Ja. Wir haben auf den Schiffen keine Anzeichen dafür gefunden, im 3D wurden niemals welche gezeigt, und es gibt auch keine typischen Bastler-Produkte. Es gibt keine individuell angepassten Geräte …«

»Ich habe welche gesehen. Die Wachen, die uns auf der Lenin zugeteilt waren, trugen so bearbeitete Waffen und viele auch solche Fußbekleidung.«

»Die von unseren eigenen Bastlern angefertigt wurden …«

»Genau«, sagte Ivan. »Jetzt wissen wir, warum sie die Mac Arthur vernichtet haben.

Und warum sie Angst vor uns haben.«

Die Vermittler schnatterten aufgeregt, bis Ivan sie wieder zum Schweigen brachte. »Ihr stimmt zu?« Er fragte in dem Ton, der eine Forderung nach Bestätigung von Informationen ausdrückte.

»Ja‹« sagten sie gleichzeitig. Charlie redete so hastig los, dass Jock erst nicht zu Wort kam. »Der braune Prospektor, den sie an Bord nahmen, muss ein Zuchtpaar Bastler mitgehabt haben. Die Menschen wissen nichts von Bastlern und haben sie offensichtlich entkommen lassen. Als sie sich erst einmal frei im Schiff bewegen konnten und genug Zeit hatten, sich daran zu gewöhnen …«

»Aber sie sagten uns doch, sie hatten Bastler«, wandte Ivan ein.

Jock nahm eine Haltung an, die Vergegenwärtigung von Erinnerungen ausdrückte. Nach einigen Augenblicken sagte sie: »Nein. Sally deutete an, dass sie welche hätten Als ihr Fjunch-(klick) vermutete, dass menschliche Bastler groß seien, stimmte Sally zu.«

»Und die Kadetten wirkten erschrocken, als wir angesichts der Konstruktion der Rettungsboote die Bastler erwähnten«, sagte Charlie tonlos. »Ja. Du hast bestimmt recht.«

Eine Weile blieb es still. Ivan dachte nach. Dann sagte er: »Sie wissen jetzt, dass wir eine sehr fruchtbare Unterart haben. Überlegt das.«

»Sie fürchten, dass wir die Zerstörung der Mac Arthur absichtlich verursacht haben«, sagte Charlie. »Verflucht! Wenn sie es uns nur gesagt hätten. Wir hätten sie vor den Gefahren gewarnt, und die Menschen hätten nichts zu befürchten gehabt. Verflucht’

Warum musste das erste Split, auf das sie stießen, ein Braunes sein?«

»Sie sagten, auf der Mac Arthur sei eine Seuche ausgebrochen«, überlegte Jock. »Und so war es, obwohl wir ihnen nicht glaubten. Eine Seuche von Bastlern. Trotzdem — wenn sie wirklich glauben, dass wir ihr Schiff absichtlich zerstörten oder seine Zerstörung zuließen, warum haben sie denn nichts davon gesagt? Warum haben sie uns nicht gefragt?«

»Sie verstecken ihre Schwächen«, sagte Charlie. »Und sie gestehen nie eine Niederlage ein. Noch in ihren letzten Minuten weigerten sich die Kadetten aufzugeben.«

Wieder Schweigen. Dann sprach Ivan. »Die Menschen wollten nicht, dass wir erfuhren, dass Bastler an Bord waren, bis sie sie getötet hatten. Sie waren überzeugt, dass sie dazu imstande wären. Nachher wollten sie nicht, dass wir erfuhren, dass Bastler ihre Schiffe zerstören könnten.« »Dummköpfe!« rief Charlie. »Wenn man ihnen genug Zeit zur Anpassung lässt, können Bastler jedes Schiff zerstören. Sie tragen ja auch sehr zu unseren Zusammenbrüchen bei. Wenn sie nicht so nützlich wären, würden wir sie ausrotten«

»Das wurde schon versucht«, sagte Jock. Ihre Gesten drückten trockenen Humor aus.

»Mit dem üblichen Ergebnis. Irgendein Meister hat welche behalten und …«

»Ruhe«, befahl Ivan »Sie fürchten uns. Sprecht darüber.«

»Kennt ihr den menschlichen Begriff ›Fiktion‹?« fragte Charlie. »Bewusst konstruierte Erzählungen. Sowohl diejenigen, die sie anhören, wie die, die sie erzählen, wissen, dass sie nicht der Wirklichkeit entsprechen.«

Ivan und Jock zeigten durch Gesten, dass ihnen der Begriff bekannt war.

»Gestern Abend gab es einen Film im 3-D. Wie bei vielen Sendungen handelte es sich um eine Fiktion. Diese hieß ›Istvan stirbt‹. Als der Film zu Ende war, sprach der Kommentator jedoch so, als wäre die wesentliche Handlung der Geschichte wahr.«

»Das habe ich nicht gesehen«, sagte Jock. »Vizekönig Merrill wollte, dass ich vor dem Empfang für die Barone einige Handelsleute kennen lernte. Verflucht! Diese endlosen Formalitäten vergeuden unsere Zeit, und wir lernen nichts aus ihnen.«

»Ich habe dir von diesem Film nichts erzählt«, sagte Charlie. »Der Hauptakteur stellte einen Mann dar, der offensichtlich Admiral Kutuzov sein sollte.«

Jock mimte Erstaunen und Bedauern über eine versäumte Gelegenheit.

»Du willst auf etwas Bestimmtes hinaus!« wollte Ivan wissen.

»Ja. Die Geschichte handelte von einem Gewissenskonflikt. Der Kommandierende Admiral wollte nicht tun, was er tun musste. Es herrschte Krieg zwischen den Menschen: zwischen dem Imperium und jenen Unabhängigen, die ihnen soviel Sorge machen«

»Könnten wir nicht mit den Unabhängigen einig werden?« erkundigte sich Jock.

»Wie?« fragte Ivan. »Sie kontrollieren sämtliche unserer Kontakte. Wenn sie je auf die Idee kämen, dass wir so etwas tun würden, würden sie es mit allen Mitteln verhindern.

An solche Dinge dürft ihr nicht einmal denken. Erzähle weiter von dem Film.«

»In diesem Krieg gab es einen Aufstand auf einem Planeten. Andere Welten würden bald dem Beispiel folgen. Was noch ein kleiner Krieg war, konnte ein sehr großer werden, von dem viele Welten betroffen worden wären. Der Admiral fand einen Weg, das zu verhindern, und entschied, dass es seine Pflicht war. Mit fünf Schiffen wie der Lenin vernichtete er alles Leben auf einem Planeten, der von zehn Millionen Menschen bewohnt war.«

Langes Schweigen. »Dazu sind sie imstande’?« fragte Ivan.

»Ich glaube es«, antwortete Charlie. »Ich bin kein Braunes, um die technischen Möglichkeiten genauer abschätzen zu können, aber …«

»Ihr werdet das überdenken. Denkt daran, dass sie uns fürchten. Denkt daran, dass sie jetzt wissen, dass wir eine fruchtbare Unterart haben. Denkt auch daran, dass sie nach einer Untersuchung der Sonde jenem Mann die Führung der Expedition in unser System übertrugen, fürchtet um eure Meister und eure Schwestern.« Ivan zog sich in sein Zimmer zurück. Nach langer Zeit erst begannen die Vermittler rasch, aber sehr leise zu sprechen.

52

Möglichkeiten

Schwere Wolken jagten über den Himmel Neuschottlands. Schließlich rissen sie auf und ließen Cals Strahlen wärmend in den getäfelten Konferenzsaal fallen. Helle Gegenstände blitzten kurz auf, bevor die Fenster zu einem Polarisationsfilter wurden.

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