Unternehmen Schwerkraft
- Автор: Клемент Хол
- Серия: Schwere Welten #1
- Язык: немецкий
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Unternehmen Schwerkraft». Краткое содержание книги:
Dann erreichte der Felsen die Staubwolke, und Lacklands Schnellfeuerkanone röhrte nochmals auf. Der Felsbrocken zersplitterte in unzählige Bruchstücke, die nicht mehr rollten, sondern weit vor dem Schlepper liegenblieben. Am oberen Ende des Kanals lagen weitere Felsen bereit, aber die Riesen schienen erkannt zu haben, daß der Schlepper sich auf diese Weise nicht zerstören ließ; die Felsbrocken blieben auf dem Hügel. Lackland vermutete, daß nun ein Angriff auf das Dach des Fahrzeugs folgen würde, denn die Eingeborenen waren ohne Zweifel imstande, das Dach ebenso leicht wie Barlennan zu erreichen und alles herunterzuholen – auch das Funkgerät; die Besatzung der Bree würde sie kaum daran hindern können. Barlennan war jedoch anderer Meinung, als Lackland davon sprach.
»Vielleicht versuchen sie es wirklich«, stimmte er zu, »aber wenn sie heraufklettern, schlagen wir vom Dach aus zu, und wenn sie springen, haben wir unsere Keulen. Ich bezweifle, daß sie einem Schlag ausweichen können, während sie durch die Luft segeln.«
»Aber wie willst du Angriffe aus verschiedenen Richtungen abwehren?«
»Ich bin nicht allein hier oben«, erklärte ihm der Mesklinit.
Lackland konnte das Dach des Schleppers nur überblicken, wenn er den Kopf in die winzige Plastikkuppel über sich steckte, was nur möglich war, wenn er keinen Helm trug. Deshalb wußte er nicht, wie sich die kurze ›Schlacht‹ auf die Besatzungsmitglieder ausgewirkt hatte, die mit in die Stadt gekommen waren.
Diese Unglücklichen befanden sich in einer ähnlich erschreckenden Lage wie ihr Kommandant, als Lackland ihn damals auf den Schlepper gesetzt hatte. Sie sahen Felsbrocken – riesige Felsbrocken – auf sich zurollen, während sie selbst zwischen hohen Wällen eingeschlossen waren. An senkrechten Wänden hinaufzuklettern erschien ihnen unmöglich, obwohl die Saugnäpfe an ihren Füßen ihnen ausreichenden Halt geboten hätten; einfach einen Sprung zu machen, wie es ihr Kommandant schon oft demonstriert hatte, war ebenso schlimm – vielleicht sogar schlimmer. Es war jedoch körperlich unmöglich, und wo der Verstand zu keiner Reaktion fähig war, taten die Körper automatisch das Richtige.
Alle Besatzungsmitglieder bis auf zwei sprangen also auf den Schlepper; einer der beiden anderen kletterte rasch und gewandt an der Außenmauer des nächsten ›Hauses‹ empor. Der zweite war Hars, der Barlennan vor der drohenden Gefahr gewarnt hatte. Da er sichtlich kräftiger und größer als seine Artgenossen war, erschrak er vielleicht weniger – oder seine Akrophobie war ausgeprägter als die der anderen. Jedenfalls befand er sich noch immer auf der Kanalsohle, als ein Felsbrocken von der Größe eines Basketballs über die Stelle hinwegrollte, an der er sich aufhielt. Der Felsen hätte ebenso gut gegen einen Gummiklotz prallen können, denn der harte Schutzpanzer des Meskliniten war unglaublich zäh und trotzdem elastisch, so daß der Felsbrocken zehn Meter hoch über den Wall des nächsten Kanals flog und dort von einer Wand zur anderen bergauf ratterte, bis seine Bewegungsenergie erschöpft war. Als er endlich langsamer nach unten rollte und den freien Platz erreichte, befand sich Hars als einziger dort. Die übrigen Besatzungsmi tglieder hatten entweder das Dach des Schleppers erreicht oder befanden sich auf dem Weg dorthin; selbst der Kletterer war im Begriff, sich dort in Sicherheit zu bringen.
Obwohl Hars nach irdischen Maßstäben unwahrscheinlich zäh und widerstandsfähig war, hatte er den Aufprall nicht völlig unverletzt überstanden.
Da er keine Lungen besaß, rang er jetzt nicht nach Atem, aber sein ganzer Körper schmerzte, und er wußte zunächst gar nicht, wo er sich befand und was geschehen war. Mehrere Minuten vergingen, bevor er eine bewußte Anstrengung unternehmen konnte, dem Schlepper zu folgen; weshalb er in dieser Zeit nicht angegriffen wurde, konnten weder Lackland noch Barlennan noch Hars selbst erklären, als sie später darüber sprachen. Der Flieger vertrat die Auffassung, die Eingeborenen seien zu erschrocken gewesen, um Hars zu überfallen, nachdem er sich nach diesem Aufprall noch bewegen konnte; Barlennan, der ihre Reaktionen vielleicht besser abschätzen konnte, war der Meinung, sie seien mehr daran interessiert gewesen, Beute zu machen, als Hars zu töten. Jedenfalls erhielt Hars Gelegenheit, sich wieder zu erholen und zu den anderen aufzuschließen. Dann hörte auch Lackland, was sich hinter seinem Rücken ereignet hatte, und bremste sofort. Als Hars schließlich herangekommen war, mußten zwei seiner Kameraden zu Boden springen und ihn wie einen Sack auf das Dach des Schleppers werfen, wo ihm die anderen Erste Hilfe leisteten.
Das Dach war nun so überfüllt, daß einige Passagiere gefährlich dicht am Rand hockten, wo ihre neugewonnene Unempfindlichkeit Höhen gegenüber auf eine harte Probe gestellt wurde. Aber Lackland kümmerte sich nicht weiter darum, sondern fuhr durch den nächsten Kanal bergauf. Er hatte Barlennan und seine Leute davor gewarnt, in die Nähe der Kanonenmündung zu kommen und behielt den Finger am Abzug; aber auf dem Hügelrücken vor ihnen blieb alles ruhig, und die Felsen bewegten sich nicht. Offenbar waren die Eingeborenen, die sie ins Rollen gebracht hatten, in die unterirdischen Gänge zurückgekehrt, die von den Hügeln aus in die Stadt führen mußten.
Der Schlepper befand sich nicht im gleichen Kanal wie zuvor, so daß sie nicht direkt auf die Bree stießen; aber der Schlitten mit dem Schiff wurde rechts von ihnen sichtbar, bevor sie den Kanal ganz verlassen hatten, da das Dach über die niedrigen Trennwände hinausragte. Die zurückgebliebenen Besatzungsmitglieder standen nebeneinander auf den äußeren Flößen und starrten besorgt in die Stadt hinunter.
Der Schlepper erreichte den Schlitten, wendete und wurde ohne weitere Zwischenfälle durch das Zugseil mit ihm verbunden. Lackland steuerte den nächsten Hügel an und überlegte sich dabei, daß die Riesen die Wirksamkeit seiner Kanonen überschätzt haben mußten; ein Angriff aus nächster Entfernung wäre sicher erfolgreich gewesen, denn so nahe an der Bree und ihrer Besatzung hätte er weder Brand- noch Sprenggranaten einsetzen dürfen.
Lackland faßte widerstrebend den Entschluß, bis zum Ende der Fahrt keine weiteren Umwege oder Ausflüge mehr zu machen. Barlennan war ebenfalls damit einverstanden – allerdings mit gewissen Vorbehalten, die er Lackland gegenüber nicht erwähnte. Während der Flieger schlief, würde er sich jedenfalls nicht davon abhalten lassen, seine Leute auf Erkundung auszuschicken.
Nachdem die greifbaren Ergebnisse dieses Abstechers an Bord der Bree geschafft worden waren, startete Lackland den Schlepper und fuhr einige Tage und Nächte lang durch, bevor er sich mit Toorey in Verbindung setzte. Er ließ Rostens Donnerwetter geduldig über sich ergehen, als der Direktor hörte, was er in der Stadt der Riesen erlebt hatte, und brachte ihn wie zuvor mit dem Hinweis zum Schweigen, daß nun zehn Behälter mit verschiedenen Pflanzenarten abholbereit stünden, die Barlennans Leute gefüllt hatten, während Lackland schlief.
Bis die Rakete weit vor dem Schlepper gelandet war, um die Nerven der Meskliniten zu schonen, vergingen einige Tage; dann dauerte es wieder einige Zeit, bis der Schlepper die Pflanzen übergeben und sich weit genug entfernt hatte, um außer Reichweite der Flammensäule des Triebwerks zu sein. Hier und dort wurden Hügel sichtbar, auf denen große Felsbrocken aufgereiht standen, aber der Schleppzug machte jeweils einen weiten Umweg, und die Riesen ließen sich nicht außerhalb ihrer Städte blicken.
Diese Tatsache beunruhigte Lackland, der sich nicht vorstellen konnte, wie und woher sie sich Nahrungsmittel beschafften. Während er den Schlepper durch die eintönige Landschaft lenkte, hatte er genügend Zeit, mehrere Theorien darüber aufzustellen. Er legte sie Barlennan zur Begutachtung vor, aber der Mesklinit zeigte kein großes Interesse dafür und schien nicht zu verstehen, weshalb Lackland sich wegen dieses belanglosen Problems den Kopf zerbrach.