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Unternehmen Schwerkraft

Электронная книга - «Unternehmen Schwerkraft». Краткое содержание книги:

Unternehmen Schwerkraft
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»Die Netze sind noch nicht klar, aber wenn du das Tier ein paar Meter weiter rückwärts lockst, werden wir auf andere Weise mit ihm fertig«, antwortete Barlennan.

»Einverstanden.« Lackland konnte sich nicht vorstellen, woraus diese andere Methode bestehen sollte und glaubte nicht recht an ihren Erfolg; aber solange der Kommandant nur verlangte, er solle nach rückwärts ausweichen, wollte er nicht ungefällig sein. Er dachte nicht im Traum daran, daß Barlennans Waffe dem Schlepper gefährlich werden könnte, und der Kommandant sah ebenfalls keine Gefahr, als er jetzt den Befehl gab, die Flammentanks zu entleeren.

Der Wind stand günstig, und die glühende Wolke hüllte die beiden Gegner ein, bevor sie ausweichen konnten. Lackland gebrauchte einige Ausdrücke, die er Barlennan bisher noch nicht gelehrt hatte, während er den Rückwärtsgang einlegte und darauf hoffte, daß die Quarzfenster des Schleppers diese Temperatur aushaken würden. Im Scheinwerferlicht sah er, daß das Tier langsam zu Boden sank, nachdem die Flamme erloschen war; da er sich nicht vorstellen konnte, daß die Hitze allein tödlich gewesen war, vermutete er, daß bei der Verbrennung giftige Dämpfe entstanden, denen das Tier erlegen war. Die Besatzung der Bree sprang jetzt über Bord und machte sich sofort daran, das tote Ungetüm zu zerlegen.

»Barl, womit erzeugt ihr diese Flammenwolken?

Und ist dir nicht eingefallen, daß die Fenster des Schleppers in der Hitze springen könnten?« wollte Lackland wissen.

»Tut mir leid, Charles, aber ich hätte nie gedacht, daß deine Maschine dadurch beschädigt werden könnte«, antwortete der Kommandant. »In Zukunft sind wir vorsichtiger. Unsere Flammentanks werden mit Staub aus dem Mark bestimmter Pflanzen gefüllt; die Masse besteht aus großen Kristallen, die wir vorsichtig bei völliger Dunkelheit pulverisieren.«

Lackland nickte langsam und kombinierte, was er gehört und gesehen hatte: lichtempfindlich… in Wasserstoff als weißer Staub auftretend… schwarze Flecke im Schnee… alles wies in die gleiche Richtung. Chlor war bei den hier herrschenden Außentemperaturen ein fester Stoff, der sich mit Wasserstoff zu Wasserstoffchlorid verbinden mußte, und Wasserstoffchlorid trat als feiner Staub auf; Methanschnee gab ebenfalls Wasserstoff ab, so daß Kohlenstoff auf dem Boden zurückblieb. Eine interessante Reaktion! Lackland überlegte bereits, ob er Rosten davon erzählen sollte – aber vielleicht hob er sich diese Mitteilung für später auf, wenn Rosten wieder einmal in schlechter Laune war.

»Tut mir wirklich leid, daß ich deinen Schlepper gefährdet habe.« Barlennan schien selbst erschrocken zu sein. »Vielleicht schießt du in Zukunft doch lieber gleich mit deiner Kanone. Oder könnten wir lernen, wie sie bedient wird? Ist sie wie die Funkgeräte für unsere Verhältnisse umgebaut worden?« Der Kommandant fragte sich, ob er diesmal zu weit gegangen sei, aber Lacklands Reaktion bestand nur aus einem leisen Lachern, das Barlennan weder sehen noch deuten konnte.

»Nein, die Kanone ist nicht umgebaut worden, Barl. Sie funktioniert hier ganz gut, aber ich fürchte, daß du zu Hause nicht viel mit ihr anfangen könntest.« Lackland benützte seinen Rechenschieber und fügte hinzu: »Dort würde die größte Reichweite etwa fünfzig Meter betragen.«

Barlennan schwieg enttäuscht. Die Besatzung verbrachte die nächsten Tage damit, das tote Ungeheuer zu zerlegen. Lackland behielt den mächtigen Schädel, um Rosten damit notfalls beruhigen zu können, und der Schleppzug setzte seine Fahrt fort.

Das Land wurde hügeliger, je weiter sie nach Osten vordrangen, und der Fluß, dessen Oberlauf sie jetzt folgten, spaltete sich in zahlreiche Bäche auf.

Zwei dieser kleineren Nebenflüsse waren so breit, daß der Schlitten sie nicht überbrücken konnte; die Bree mußte am Ufer zurückbleiben, während Lackland mit Schlepper und Schlitten das Flußbett unter der Oberfläche durchquerte, und wurde erst dann nachgezogen. In den letzten Tagen waren die Bäche jedoch so schmal geworden, daß der Schleppzug nicht mehr aufgehalten wurde.

Als sie sich bereits neunzehnhundert Kilometer vom Liegeplatz der Bree und etwa fünfhundert Kilometer südlich des Äquators befanden, wo Lackland unter der erhöhten Schwerkraft litt, begannen die Bäche und Flüsse entschieden in die Richtung zu fließen, in der ihr Ziel lag. Lackland und Barlennan warteten noch einige Tage, bevor sie davon sprachen, weil sie der Besatzung eine Enttäuschung ersparen wollten, aber dann war endlich kein Zweifel mehr möglich – sie hatten den höchsten Punkt des Gebirges überschritten und mußten früher oder später auf das Meer im Osten stoßen. Die Stimmung der Besatzung, die nie ausgesprochen schlecht gewesen war, besserte sich sichtlich, und einige Meskliniten richteten sich auf dem Dach des Schleppers häuslich ein, um nur ja die ersten zu sein, die das Meer entdeckten, wenn das Fahrzeug über den nächsten Hügel rollte. Selbst Lackland, der in den letzten Tagen wortkarg und mürrisch gewesen war, weil ihm die höhere Schwerkraft ernstlich zu schaffen machte, war wieder bester Laune; da seine Erleichterung jedoch am größten gewesen war, bedeutete es logischerweise eine ebenso große Enttäuschung für ihn, als sie am nächsten Tag plötzlich einen Felsabsturz erreichten: eine zwanzig Meter hohe Felswand, die fast senkrecht abfallend im rechten Winkel zu ihrer Fahrtrichtung verlief, so weit das Auge reichte.

9

Bei diesem Anblick herrschte zunächst langes Schweigen. Lackland und Barlennan, die aus Tausenden von Einzelbildern eine Karte zusammengestellt hatten, waren zu verblüfft, um reden zu können. Die Besatzung ließ sich zwar durch dieses neue Hindernis keineswegs aus der Ruhe bringen, schien sich aber stillschweigend darauf geeinigt zu haben, dieses Problem dem Kommandanten und seinem Freund zu überlassen.

»Wie kann diese Felswand überhaupt hier sein?«

fragte Barlennan, als er sich von seiner Überraschung erholt hatte. »Ich sehe ein, daß sie nicht besonders hoch ist, wenn man sie mit der Höhe vergleicht, aus der die Aufnahmen gemacht wurden – aber in den Minuten vor Sonnenuntergang hätte sie doch einen langen Schatten werfen müssen, nicht wahr?«

»Du hast recht, Barl«, stimmte Lackland zu, »der Schatten müßte gut zu sehen sein. Aber wir haben anscheinend Pech gehabt, denn die Aufnahme, die das Gebiet hier zeigt, muß zwischen Sonnenaufgang und Mittag gemacht worden sein.«

»Soll das heißen, daß der Felsabsturz nicht über die Grenzen dieser einen Aufnahme hinausreicht?«

»Kann sein, Barl«, antwortete Lackland, »aber wenn die Fotorakete von Osten nach Westen geflogen ist, besteht durchaus die Möglichkeit, daß sie den Absturz mehrmals kurz nach Sonnenaufgang fotografiert hat – dann ist er auf keinem Bild deutlich zu sehen. Aber das ist gar nicht das eigentliche Problem; da die Klippe uns den Weg versperrt, müssen wir sie irgendwie überwinden.«

Das nun folgende betroffene Schweigen wurde zu ihrer Überraschung von Dondragmer gebrochen, der ruhig fragte: »Könnten die Freunde des Fliegers nicht feststellen, wie weit sich der Felsabsturz nach beiden Seiten erstreckt? Vielleicht fällt er irgendwo in der Nähe weniger steil ab. Es müßte doch mö glich sein, diesmal Aufnahme n zu machen, auf d enen die Klippe sichtbar ist.« Barlennan übersetzte Lackland die Frage seines Maats, und der Flieger zog erstaunt die Augenbrauen hoch.

»Dondragmer kann gleich selbst englisch sprechen, Barl – er versteht es offenbar gut genug, um unserem Gespräch zu folgen. Oder kannst du dich mit ihm auf eine Weise verständigen, die ich noch nicht kenne?«

Barlennan starrte seinen Maat verblüfft an. Er hatte ihm die Unterhaltung mit Lackland nicht übersetzt; der Flieger hatte also offenbar recht – Dondragmer hatte etwas englisch gelernt. Andererseits traf Lacklands Vermutung aber ebenfalls zu, denn Barlennan wußte seit einiger Zeit, daß der Flieger ihn nicht hören konnte, wenn er sehr hoch sprach. Der Kommandant überlegte kurz und beschloß dann, möglichst wenig zu verraten.

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