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Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
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Der wahre Vater, Begründer, ja Gesetzgeber der jungen Kolonie war jedoch Monsieur Mahé de la Bourdonnais. Er betrat sein kleines Reich im Jahr 1735. Mag die Geschichte ihn vergessen haben, so hat der Roman sein Gedächtnis gerächt.

Bei seiner Ankunft musste der neue Gouverneur erfahren, dass die Gerichtsbarkeit der Île de France derjenigen der Insel Bourbon unterstellt war; Monsieur de la Bourdonnais brachte Urkunden mit, die der Île de France die gleichen strafrechtlichen Befugnisse einräumten wie der Nachbarinsel.

Während der elf Jahre der Regierung des Monsieur de la Bourdonnais waren diese Befugnisse allerdings ein überflüssiger Luxus, denn kein einziges Gerichtsverfahren wurde auf der Insel anberaumt; der einzige Makel, der Mauritius befleckte, waren die entlaufenen Negersklaven. Monsieur de la Bourdonnais rekrutierte aus gefügigen Negern eine berittene Polizei, mit der er gegen widerspenstige Neger vorging. Dann pflanzte er zuerst Zuckerrohr auf der Île de France, und als Zweites gründete er Baumwollfabriken und Indigofärbereien. Ihre Erzeugnisse wurden auf den Märkten von Surate und Mocha, in Persien und in Europa abgesetzt.

Die von Monsieur de la Bourdonnais gegen 1735 gegründeten Zuckerrohrfabriken erwirtschafteten fünfzehn Jahre später jährliche Einnahmen in Höhe von sechzigtausend Francs. Er ließ Maniok aus Brasilien und Santiago del Nuevo Extremo holen, doch die Siedler auf Mauritius weigerten sich, die neue Pflanze anzubauen, und der Gouverneur hatte keine andere Wahl, als jeden Einwohner gesetzlich zu verpflichten, von jedem seiner Sklaven auf dreihundert Fuß Land Maniok anpflanzen zu lassen.

So kommt es, dass die Île de France alles, was sie ist, Monsieur de la Bourdonnais verdankt. Er ließ Straßen und Wege anlegen; er ließ mittels Ochsengespannen Bauholz und Steine zum Hafen schaffen, damit dort Häuser gebaut werden konnten; er ließ die Arsenale errichten, die Batterien, die Befestigungen, die Kasernen, die Mühlen, die Kais, die Kontore, die Kramläden und ein Aquädukt von dreihundert Klafter Länge, welches das Süßwasser zum Hafen, in die Krankenhäuser und an das Meerufer bringt. Bis dahin war den Bewohnern der Île de France der Schiffsbau so unbekannt gewesen, dass sie auf die Hilfe fremder Schiffszimmermänner angewiesen waren, deren Schiffe zufällig im Hafen lagen, wenn ihre Fischerboote leckten. Er brachte sie dazu, ihm zu helfen, eine Seestreitkraft zu schaffen, wozu die Insel Holz in Hülle und Fülle beitrug: In den Wäldern wurden die Bäume gefällt und auch für die spätere Verwendung zugeschnitten, und innerhalb von zwei Jahren hatte man genug Holz für die bezweckten Arbeiten.

Im Jahr 1737 führte Monsieur de la Bourdonnais Pontons zum Entladen und Kielholen der Schiffe ein; er ließ Boote und große Schaluppen als Transportkähne bauen; er erfand neue Leichterschiffe zum Transport von Wasser und eine Vorrichtung, mit der sich Schaluppen und Boote aus dem Meer in eine Position heben ließen, in der sie ohne großen Aufwand ausgebessert werden konnten. Mit dieser Vorrichtung konnte man ein Schiff in nur einer Stunde kalfatern, säubern und wieder flottmachen. Er ließ eine Brigg bauen, die sich als ausgezeichnetes Schiff erwies; im Jahr darauf ließ er zwei Nachfolgemodelle anfertigen und ließ ein Schiff von fünfhundert Tonnen vom Stapel.

Er tat zu viel des Guten, was notgedrungen üble Nachrede auf den Plan rief. Er begab sich nach Paris, um sich zu verteidigen, was ihm nicht schwerfieclass="underline" Alle gegen ihn ins Feld geführten Verdächtigungen konnte er im Handumdrehen zerstreuen, und da die Rede von einem bevorstehenden Zerwürfnis zwischen England und Holland ging, fasste er den Entschluss, Schiffe auszurüsten, mit denen er den Handel beider gegnerischer Mächte stören wollte; dieser Plan wurde zwar gnädig aufgenommen, nicht aber in die Tat umgesetzt, und 1741 verließ Monsieur de la Bourdonnais Paris mit dem Patent eines Fregattenkapitäns in der Tasche und mit dem besonderen Auftrag, das Schiff Seiner Majestät, die Mars, zu befehligen.

Doch 1742 wurde Frieden geschlossen, und Monsieur de la Bourdonnais kehrte zur Île de France zurück. Neue Anklagen wurden gegen ihn erhoben, und abermals machte er sich nach Frankreich auf. In Pondicherry traf er auf Monsieur Pierre Poivre, der Pfeffer, Zimt und verschiedene Bäume nach Frankreich brachte, deren Rinde sich zum Färben eignet.

Monsieur Pierre Poivre wurde 1766 von dem Herzog von Choiseul zum Oberverwalter der Île de France und der Insel Bourbon ernannt; er ließ auf ihnen den Brotfruchtbaum anbauen, und es gelang ihm, in den ihm anvertrauten Kolonien den Anbau der Gewürze Muskat, Zimt, Pfeffer und Nelken einzuführen. Heute wachsen allein auf Bourbon vierhunderttausend Nelkenbäume, deren Blütenknospen in Asien denen von den Molukken vorgezogen werden; und der Ampalisbaum, das Echte Rosenholz, der Talgbaum, der Teestrauch aus China, der Blut- oder Blauholzbaum, der Korallenstrauch, der ceylonesische Zimtbaum und die Zimtkassia aus Kochinchina, die Varietäten der Kokospalme, der Dattelpalme, des Mangobaums und Pimentbaums sowie Eiche, Tanne, Weinrebe, Apfelbaum und Pfirsichbaum, die aus Europa eingeführt wurden, der Avocadobaum, der von den Antillen stammt, der Mabolobaum von den Philippinen, der Palmfarn von den Molukken, der Seifenbaum aus China und der Mangostanbaum, dessen Früchte als die besten der Welt gelten, wurden alle der Île de France von ihrem Gouverneur oder besser Oberverwalter Monsieur Poivre geschenkt.

Nach einer Reihe hervorragender Gouverneure, deren jeder seinen Stein zum Fundament dieser prachtvollen Kolonie beitrug, wurden die blühenden Inseln von Monsieur Magallon-Lamorlière seinem Nachfolger General Decaen anvertraut, doch dieser erhielt sie zugleich mit dem Krieg gegen England. Seit Eröffnung dieses Krieges waren die Île de France und Réunion die einzigen Zufluchtsorte für französische Schiffe im Indischen Ozean, und dort ließen ein Surcouf, ein L’Hermite oder Dutertre ihre Prisen verkaufen und ihre Schiffe reparieren; nicht selten kreuzten in Sichtweite englische Schiffe, die nur darauf warteten, den Korsaren ihre Beute streitig zu machen.  

Surcouf war folglich nicht wenig erstaunt, als er nach dem Ruf: »Land in Sicht!« die Groß-Obermarsrah erklomm und von Port Savanne bis zur Pointe Quatre-Cocos einen glatten Meeresspiegel erblickte, obwohl einzelne englische Schiffe sich am anderen Ende der Insel vor der Baie de la Tortue oder der Baie du Tamarin aufhalten mochten.

Surcouf, der zum vierten Mal das »indische Kythera« erreichte, erkannte die Insel durch den Dunst, der für alle stark bewaldeten Inseln charakteristisch ist, an der Montagne des Créoles und an der Bergkette, die von Grand Port bis zum Morne aux Bambous reicht.

Wer an der Île de France nur anlegt, um sich mit Lebensmitteln oder Wasser zu versorgen, kann sich manchmal zwischen den Häfen von Grand Port und von Port Louis nicht entscheiden; wer jedoch wie Surcouf kommt, um sein Schiff ausbessern zu lassen oder eine Prise zu verkaufen, weiß, wo er anlegen will. Die Einfahrt in die Bucht von Grand Port ist ein Leichtes dank der Passatwinde, die neun Monate des Jahres hindurch die Bäume der Insel nach Westen biegen, wie im Süden Frankreichs der Mistral die Bäume nach Süden biegt, doch die Ausfahrt ist unter solchen Bedingungen schier unmöglich.

Nachdem Surcouf sich vergewissert hatte, dass kein Engländer in Sicht war, gelangte er an der Pointe-du-Diable vorbei und hielt Kurs nach Nordosten, um den Untiefen auszuweichen; er fuhr an den großen Wäldern von Savanne vorbei, an der Montagne Blanche, am Morne Faïence und an den Hügeln von Flacq, durchquerte die Meerenge zwischen Île de France und Île d’Ambre und hielt Westnordwestkurs, um Cap Málheureux zu umfahren. Danach ging es an der Pointe au Vaquois und an der Pointe aux Canonniers vorbei und in den Hafen von Port Louis. Längst schon hatte die Signalstation die Ankunft einer Fregatte, einer Brigg und einer Slup gemeldet, und Neugierige mit Ferngläsern verfolgten ihre Einfahrt von Hügeln und Türmen.

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