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Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
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Da der Admiral nicht wissen konnte, ob die Insel bewohnt war, und es ihm an Zeit mangelte, sie in Ruhe zu erkunden, weil er viele Kranke an Bord hatte, ließ er eine größere Abteilung Leute an Land gehen, die sich einen Stützpunkt suchten, an dem sie vor Überraschungsangriffen sicher waren.

Mehrere Tage lang sandte der Admiral Schaluppen zur Erkundung der anderen Inselteile aus; die Mannschaften begegneten nur überaus friedfertigen Vierfüßlern, die Reißaus vor ihnen nahmen, und zahlreichen Vögeln, die Menschen so wenig gewohnt waren, dass sie nicht wegzulaufen versuchten, wenn man sie einfing. Doch eine Seilfähre, die Stange einer Schiffswinde und eine Großrah bezeugten, dass sich am Ufer dieser Insel ein Schiffsunglück ereignet haben musste.

Besonders pittoresk anzusehen war diese Insel, weil sie allenthalben von hohen Bergen bedeckt war, die das satte Grün dichter Wälder färbte und deren Gipfel oftmals Wolken dem Blick entzogen. Der steinige Boden war so dicht bewachsen, dass man sich kaum einen Weg durch das Unterholz bahnen konnte; es gab Bäume aus dunklem Holz, das dem herrlichsten Ebenholz in nichts nachstand, und andere von einem lebhaften Rotton sowie einem dunklen Gold wie Bienenwachs; die zahlreichen Palmen boten erfrischende Nahrung; ihr Mark schmeckte wie Rüben und konnte mit derselben Sauce zubereitet werden wie diese; aus dem Holz, das auf der Insel so reichlich vorhanden war, konnten die Seeleute bequeme Hütten errichten, in denen die Kranken schnell genasen, was durch die gesunde Luft zusätzlich gefördert wurde.

Das Meer wiederum war von so großem Fischreichtum, dass man das Netz nur auszuwerfen brauchte, um es bis zum Bersten gefüllt einzuholen. Eines Tages fingen die Leute des Admirals einen Rochen von so gewaltiger Größe, dass sich daraus zwei Mahlzeiten für eine ganze Schiffsbesatzung bereiten ließen. Die Schildkröten waren so groß, dass sich bei einem Sturm sechs Männer unter einen leeren Panzer kauern konnten.

Der holländische Kommandant ließ an einem Baum ein Schild anbringen, das mit dem holländischen Wappen, dem Wappen Zeelands und dem Wappen Amsterdams als Schnitzerei versehen war und mit der Inschrift in portugiesischer Sprache: Christianos reformados. Dann ließ er ein Gelände von vierhundert Klafter Umfang einzäunen und auf dem Gelände diverse Gemüse aussäen und anpflanzen; außerdem wurde Geflügel auf der Insel ausgesetzt, damit nachfolgende Besucher dieses schönen Eilands sich mit anderem Proviant als nur den einheimischen Erzeugnissen versehen konnten.

Am 12. August 1601 schickte Kapitän Hermansen eine Schaluppe nach Mauritius, um Wasser und Nahrungsmittel aufzunehmen, die an Bord seines Schiffs rar geworden waren; die Schaluppe kam erst nach einem ganzen Monat wieder und brachte einen Franzosen mit, der berichtete, welch merkwürdige Abenteuer er erlebt hatte.

Er hatte einige Jahre zuvor in England an Bord eines Schiffs angeheuert, das mit zwei anderen Schiffen zusammen nach Indien in See gestochen war. Eines der drei Schiffe war in einem Sturm am Kap der Guten Hoffnung mit Mann und Maus untergegangen; die Mannschaften der zwei verbliebenen Schiffe waren so dezimiert, dass man beschloss, nur das seetüchtigere zu behalten und das andere zu verbrennen; bald darauf jedoch wüteten Skorbut und Typhus so fürchterlich unter den Unglücklichen, dass nicht einmal mehr genug Seeleute für den Betrieb dieses einen Schiffs übrig waren.

Das Schiff strandete an der Küste Timors südlich der Molukken, und dabei kam die ganze Besatzung ums Leben bis auf den Franzosen, vier Engländer und zwei Neger. Trotz ihrer Mittellosigkeit gelang es den Schiffbrüchigen, sich einer Dschunke zu bemächtigen, und sie fassten den befremdlichen Entschluss, nach England zurückzukehren. Zu Beginn verlief ihre Reise wie gewünscht, doch die Neger, die sich fern ihrem Heimatland sahen, konspirierten, um das Schiff in ihre Gewalt zu bringen, und als ihre Pläne entdeckt wurden, sprangen sie vor Verzweiflung und aus Furcht, bestraft zu werden, ins Meer.

Nachdem die verbliebene Mannschaft mehreren Stürmen entkommen war, wurde sie zuletzt an das Ufer der Insel Mauritius geschwemmt; doch obwohl ihr Leben selbst dann in höchster Gefahr gewesen wäre, wenn unter ihnen größte Einigkeit geherrscht hätte, waren Zwistigkeiten zwischen ihnen an der Tagesordnung; nachdem sie acht Tage auf Mauritius verbracht hatten, schlug der Franzose vor, sie sollten dort bleiben, bis der Himmel ihnen Hilfe schicken würde. Die Engländer aber wollten nicht abwarten, sondern ihre Reise fortsetzen; da sie in der Mehrzahl waren, setzten sie ihr Vorhaben in die Tat um, doch da der Franzose entschlossen war, sein Vorhaben auszuführen, stachen seine Kameraden in See und überließen ihn auf der einsamen Insel seinem Schicksal. Dort hatte er sich seit beinahe drei Jahren aufgehalten und von Schildkrötenfleisch und Früchten ernährt; seine Körperkraft war ungemindert, und er war so stark wie die Matrosen an Bord der holländischen Schiffe; doch einen Teil seiner geistigen Fähigkeiten hatte er eingebüßt, was man im Gespräch mit ihm schnell bemerkte. Seine Kleider waren nur mehr Fetzen, und er war fast nackt.

Offenbar hatten die Holländer der Insel im Jahr 1606 einen Besuch abgestattet, doch bis 1644 hatten sie dort keine Niederlassung errichtet. Trotz aller Ungewissheit über die ersten Siedler scheint manches dafür zu sprechen, dass sie sich aus den Reihen der Piraten rekrutierten, die seinerzeit den Indischen Ozean heimsuchten.

Mit Gewissheit sagen lässt sich, dass van der Master 1648 Gouverneur von Mauritius war. François Leguat wiederum erzählt in seinem Reisebericht, dass bei seiner Ankunft auf der Insel Rodriguez ein Monsieur Lameocius Gouverneur von Mauritius gewesen sei und dass im Jahr 1690 Rodolphe Déodati aus Genf diesen Posten bekleidet habe, als Leguat bei seiner Rückkehr von Rodriguez auf Mauritius festgehalten wurde. Zwischen 1693 und 1696 brachten einzelne Franzosen, die Madagaskar seines unbekömmlichen Klimas wegen verließen, gelbe und schwarze Frauen auf die Insel Mascarenhas, die sie in Ermangelung weißer Gefährtinnen heirateten. Flacourt bemächtigte sich der Insel im Namen des Königs und hisste die französische Flagge, wo zuvor die portugiesische geweht hatte; er gab der Insel den Namen Île de Bourbon, hinterließ in der Neugründung Männer und Frauen und setzte als Befehlshaber einen Schützling mit Namen Payen ein. Die neuen Kolonisten fanden fruchtbaren Boden vor, den sie mit Fleiß bestellten. Zuerst ernährten sie sich von Fisch, Reis, Schildkröten, Süßkartoffeln und anderen Gemüsen; den Genuss von Schlachtfleisch versagten sie sich gänzlich, damit die Herden wuchsen, und sie führten in diesem Winkel des Paradieses, der auf die Erde gefallen war, das entzückendste und friedlichste Leben.

Vier englische Piraten namens Avery, England, Condon und Patisson ließen sich mitsamt einem Teil ihrer Mannschaft auf der Insel nieder, nachdem sie auf dem Roten Meer und an den Küsten Arabiens und Persiens ein Vermögen angehäuft hatten. Der König Frankreichs erteilte ihnen Pardon, und einer dieser Abenteurer, der 1657 gekommen war, lebte bis zum Jahr 1763. Während die Insel Bourbon, stolz auf ihren neuen Namen, unter den Franzosen gedieh, verkümmerte Mauritius unter den Holländern, die diese Kolonie vernachlässigten und sie 1712 aufgaben, denn ihre Aufmerksamkeit hatte sich auf ihre neue Niederlassung am Kap der Guten Hoffnung verlagert. Am 15. Januar 1715 nutzte Kapitän Dufresne diesen Umstand, setzte an die dreißig Franzosen auf der Insel ab und verlieh ihr den Namen Île de France: Und in der Folge bewirkten der blühende Zustand der beiden Inseln, die günstige Beschaffenheit ihrer Häfen, die Fruchtbarkeit des Bodens und die gute Luft, dass man ernsthaft erwog, eine Kolonie zu gründen. Monsieur de Beauvillier, Gouverneur der Insel Bourbon, entsandte 1721 den Chevalier Garnier de Fougerey, Kapitän der Triton, dorthin; dieser ergriff am 23. September im Namen des Königs Besitz von ihr und ließ einen Fahnenmast von vierzig Fuß Höhe errichten, an dem eine weiße Fahne mit lateinischer Inschrift gehisst wurde. Am 28. August 1726 wurde Monsieur Dumas, der auf der Insel Bourbon wohnte, zum Gouverneur beider Inseln ernannt. Die Verwaltung der Inseln wurde aufgeteilt, und Monsieur Maupin wurde zum Gouverneur der Île de France ernannt.

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