Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Историческая проза » Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.
Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska. - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.

Электронная книга - «Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.». Краткое содержание книги:

Sommer 2008. Hundert Jahre sind vergangen, seit in Sibirien eine verheerende Explosion stattgefunden hat. Viktoria Vandenberg versucht mit zwei anderen deutschen Forschern dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Hat es sich um den Einschlag eines Meteoriten gehandelt? Leo, ein junger Hirte, erzählt Viktoria von seiner neunzigjährigen Großmutter, deren Vater zu den ersten Wissenschaftlern vor Ort gehörte. Die Alte beschwört Viktoria, ihre Nachforschungen einzustellen: Geister, böse Schamanen seien am Werk. Als sämtliche Stromgeneratoren ausfallen, scheinen die Prophezeiungen in Erfüllung zu gehen, erst recht als eine Serie von geheimnisvollen Todesfällen über die Forschergruppe hereinbricht. Doch Viktoria gibt nicht auf. Sie begreift, dass Leo den Schlüssel zu einer Wahrheit besitzt, die weitaus unglaublicher erscheint als ein Meteoriteneinschlag.
1 ... 139 140 141 142 143 144 145 146 147 ... 152
Перейти на страницу:

»Wollen Sie auch nach Moskau?«, fragte die andere Frau. Auch sie war weißhaarig, jedoch draller und viel kleiner als ihre Gefährtin. Ihre neugierigen, kleinen Augen scannten Viktoria und Leonid regelrecht ab.

Leonid nickte freundlich. »Wir sind auf der Hochzeitsreise«, log er ungeniert und zog Viktoria, nachdem sie sich beide auf der gegenüberliegenden Sitzbank niedergelassen hatten, zu sich hin, um ihr einen Kuss auf die Wange zu drücken.

»Wie romantisch!« Die Hagere konnte sich kaum einkriegen vor Begeisterung. »Wo kommen sie beide denn her? Aus Sverdlowsk? Ich hatte mal einen Onkel in Sverdlowsk. Er war ein hohes Tier in der Partei. Wir verbrachten als Kinder unsere Ferien .«

Viktoria hörte nicht mehr zu. Während die Alte endlos zu erzählen begann, nickte sie ein.

»Und was machen Sie beide beruflich?« Diese Frage ließ Viktoria aus ihrem Halbschlaf hochschrecken.

»Ich bin Schäfer«, antwortete Leonid mit der allergrößten Selbstverständlichkeit. »Meine Frau hilft mir. Unsere Familie besitzt eine große Herde in Krasnojarsk und einen entsprechenden Hof.«

»Ah, ich hatte gleich so eine Idee, als sie zu uns hereinkamen. Daher auch der Hund.«

Viktoria musste ein Grinsen unterdrücken und fragte sich, warum Leonid eine solch krude Geschichte erfand. In jedem Fall ließ sich damit wunderbar der strenge Geruch begründen, den sie sicher immer noch verbreiteten und der auch den beiden älteren Damen nicht entgangen sein konnte. Doch dann sah sie die Zeitung neben der hageren Frau liegen. Sie war zusammengefaltet, trotzdem konnte sie mühelos das Phantombild auf der Titelseite erkennen. Es war eine Fotomontage von ihr mit hellblonden, kinnlang geschnittenen Haaren. Dazu das Bild von Leonid als geschniegelter Offizier, dem er mit seinem Dreitagebart und den ungekämmten Haaren nicht mehr sonderlich ähnlich sah.

Wenn man nun Leonids Geschichte und den Gestank zusammennahm, würden die Frauen nicht auf die Idee kommen, sie mit den Gesuchten zu vergleichen.

Die Nacht im Zug verlief nicht so ganz romantisch, wie die älteren Damen es Leonid und Viktoria wohl gegönnt hätten - auch weil die beiden in die Jahre gekommenen Frauen mit Ajaci um die Wette schnarchten.

»Ich frage mich, woher man weiß, dass du inzwischen deine Haare gefärbt hast?«, flüsterte Leonid mit einem vorsichtigen Blick auf die älteren Damen.

Viktoria überlegte einen Moment. »Ich habe in der Bank in Krasno-jarsk Doktor Parlowa getroffen«, gestand sie kleinlaut. »Sie war die leitende Ärztin im Camp und gehört zu Bashtiris Mannschaft.«

»Du hast was?« Leonids Kopf schnellte herum.

»Ich wollte es dir sagen, aber ich habe gedacht, dass es nicht so wichtig ist ... Außerdem wollte ich dich nicht beunruhigen. Doktor Parlowa hat mich angesprochen, aber ich habe ihr nicht geantwortet und bin gleich hinausgelaufen, in der Hoffnung, dass sie mich vielleicht doch nicht erkannt hat.«

Er seufzte leise. «Möglicherweise hat sie ihre Beobachtung gleich an die richtigen Stellen weitergegeben.«

»Da ist noch was, das ich dir hätte sagen sollen.«

»Was denn noch?«

Viktoria Stimme klang schuldbewusst. »Ich habe mit meiner Mutter telefoniert - nur ganz kurz. Es war, bevor du das Handy abgeschaltet hast. Ich wusste ja nicht, dass es gefährlich sein könnte.«

»In Russland haben die Wände seit jeher Augen und Ohren«, stellte Leonid klar. »Merk dir das für die Zukunft! Ich bin schon gespannt, wer uns alles in Moskau erwartet.«

Als sie in Moskau am Jaroslawler Bahnhof ankamen, beschlich Viktoria ein ungutes Gefühl.

Leonid sagte nichts, aber die Art, wie er in dem Jugendstilpalast aus feinstem Marmor von Rundbogen zu Rundbogen und von Säule zu Säule hastete, gefiel ihr nicht. Immer wieder hielt er inne und schaute sich um. Es wimmelte geradezu von Menschen, und Viktoria konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wer sie in diesem Gewusel finden sollte.

»Lass uns einfach hinausspazieren! Wir nehmen ein Taxi, dann sind wir in zwanzig Minuten bei der deutschen Botschaft«, schlug sie vor.

»Zwanzig Minuten?« Leonid grinste belustigt, während er sie und den Hund erbarmungslos voranzog. »Du kennst den Moskauer Verkehr anscheinend nicht. Die Boulevards sind ständig verstopft, besonders am Morgen. Mit der Metro sind wir um einiges schneller. Außerdem arbeiten die meisten Taxifahrer nebenbei für den Geheimdienst. Ihnen werden wir die Geschichte mit den Schafen nicht verkaufen können. Wenn wir Pech haben und uns einer der Fahrer erkennt, fährt er uns geradewegs zum Hauptquartier des FSB.«

In der ganzen Aufregung hatte Viktoria beinahe vergessen, dass ihnen nicht nur Bashtiri, sondern auch die russische Polizei auf den Fersen war. Gehorsam folgte sie Leonid über den weitläufigen Komsomolskaja-Platz zum U-Bahn-Verteiler, dessen oberirdisches Gebäude an einen griechischen Tempel erinnerte. Der Blick in den klaren, eisblauen Morgenhimmel versprach einen außergewöhnlich schönen Sommertag. Obwohl Leonid hier nicht zu Hause war, bewegte er sich, als würde er sich bestens auskennen. Am Fahrkartenschalter stutzte er einen Augenblick. »Ich brauche Geld.« Er schaute sie leicht spöttisch an und hielt seine rechte Hand auf.

Hastig suchte Viktoria in ihrer weißen Lackledertasche, die sie seit Krasnojarsk nicht aus den Händen gelegt und in der Nacht als Kopfkissen genutzt hatte, nach ein paar Scheinen und Münzen.

»Wo müssen wir überhaupt hin?« Interessiert beobachtete sie ihn, wie er die Preise studierte.

»Das fragst du mich?« Erstaunt drehte er sich um.

»Zur deutschen Botschaft, denke ich.« Viktoria sah ihn treuherzig an.

»Und wo befindet die sich?«

»Keine Ahnung, aber ich könnte anrufen. Ich habe bei meiner Visabeantragung eine Servicenummer erhalten, die ich in mein Mobiltelefon eingespeichert habe. Ich meine«, schob sie entschuldigend hinterher, während sie ihr Handy zückte, »so schlimm kann es doch nicht sein, wenn ich mal telefoniere, oder?«

»Fass dich kurz«, raunte Leonid ihr zu. »Solange ich dich nicht heil dort abgeliefert habe, sind wir nirgendwo sicher.« Nach etwa fünf Minuten wusste Viktoria nicht nur die Adresse. Die freundliche Dame am Telefon informierte sie beiläufig, dass gestern Nachmittag zwei deutsche Kollegen im Hause eingetroffen seien.

»Wir müssen uns beeilen«, erklärte Viktoria, nachdem sie aufgelegt hatte. »Rodius und Theisen sitzen bereits in der Botschaft.«

»Verdammt«, entfuhr es Leonid. »Wahrscheinlich weiß der FSB längst, dass wir hier sind.« Im Eilschritt hastete er mit ihr mehrere Treppenabgänge hinunter, immer darauf bedacht, dass Ajaci den Anschluss behielt. Für den Hund schien die Verwirrung perfekt, wahrscheinlich waren ihm nie zuvor so viele verschiedene Gerüche begegnet.

1 ... 139 140 141 142 143 144 145 146 147 ... 152
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)