Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Ja, sagte mit Heftigkeit derBlick des Greises.
Vergebens suche ich zu erraten. Mein Gott! ich schwöre dir, guter Vater… Ah! nicht wahr, Herr und Frau Villefort gingen soeben von hier weg?
Ja.
Und sie sind es, welche dir Dinge gesagt haben, die dich ärgern? Was ist es denn? Mein Gott! Was konnten sie dir sagen? Und sie suchte, endlich sagte sie, die Stimme dämpfend und sich dem Greise nähernd. Oh! ich habe es, sie sprachen vielleicht von meiner Verheiratung?
Ja, antwortete der zornigeBlick.
Ichbegreife, du grollst mir wegen meines Stillschweigens. Oh! siehst du, sie hatten mir so oft eingeschärft, dir nichts davon zu sagen! Sie hätten mir selbst nichts davon gesagt, würde ich es nicht durch einen Zufall selbst erfahren haben; deshalbwar ich so zurückhaltend gegen dich. Vergibmir, guter Papa Noirtier!
Wieder starr und ausdruckslos geworden, schien derBlick zu antworten: Es ist nicht allein dein Stillschweigen, was michbetrübt.
Was ist es denn? fragte das junge Mädchen; du glaubst vielleicht, ich würde dich verlassen, guter Vater, meine Heirat könnte mich vergeßlich machen?
Nein, erwiderte der Greis.
Warumbist du dann ärgerlich? Die Augen des Greises nahmen einen Ausdruck von unendlicher Sanftmut an.
Ja, ichbegreife, sagte Valentine, weil du mich liebst.
Der Greis machte einbejahendes Zeichen.
Und du fürchtest, ich könnte unglücklich werden?
Ja.
Du liebst Herrn Franz nicht?
Seine Augen wiederholten drei- oder viermaclass="underline" Nein.
Dannbist du wohl sehrbekümmert, lieber Vater?
Ja.
Wohl, so höre, sagte Valentine, vor Noirtier niederknieend und ihre Arme um seinen Hals schlingend. Ichbin auch sehrbekümmert, denn ich liebe Herrn Franz d'Epinay ebenfalls nicht.
EinBlitz der Freude erleuchtete die Augen des Greises.
Als ich mich ins Kloster zurückziehen wollte, warst du so sehr aufgebracht gegen mich.
Eine Tränebefeuchtete das trockene Augenlid Noirtiers.
Nun wohl, fuhr Valentine fort, ich dachte hieran, um dieser Heirat zu entgehen, die mich in Verzweiflungbringt.
Noirtiers Atem wurde keuchend.
Diese Heirat macht dir also großen Kummer, guter Vater? Oh, mein Gott! wenn du mirbeistehen könntest, wenn wirbeide diesen Plan zu vereiteln vermöchten! Aber dubist ohne Kraft gegen sie, du, dessen Geist doch so lebhaft, dessen Wille noch so fest ist; wenn es sich aber darum handelt, zu kämpfen, sobist du schwach und sogar noch schwächer als ich. Ach! du wärest in den Tagen deiner Kraft und deiner Gesundheit ein so mächtigerBeschützer für mich gewesen; aber heute vermagst du nur noch mich zubegreifen und dich mit mir zu freuen oder zubetrüben; es ist dies ein letztes Glück, das mir Gott mit den andern zu nehmen vergessen hat.
In Noirtiers Augen lag ein solcher Ausdruck von Kraft und Tiefe, daß das junge Mädchen darin die Worte zu lesen glaubte: Du täuschest dich, ich vermag noch viel für dich.
Du vermagst noch etwas für mich, lieber, guter Papa?
Ja.
Noirtier schlug die Augen zum Himmel auf. Dies war das zwischen ihm und Valentine verabredete Zeichen, wenn er etwas wünschte.
Was willst du, lieber, guter Papa?
Valentine suchte einen Augenblick in ihrem Geiste, drückte laut ihre Gedanken aus, wie sie ihr hintereinander kamen, und als sie sah, daß der Greis auf alles, was sie sagen mochte, beständig: Nein! antwortete, rief sie: Wohl, wir müssen zu den großen Mitteln greifen, da ich so dummbin.
Dann sagte sie hintereinander alleBuchstaben des Alphabets her vom Abis zum N, während ihr Lächeln das Auge des Gelähmtenbefragte; beim N machte Herr Noirtier einbejahendes Zeichen.
Ah! sagte Valentine, die Sache, die dubegehrst, fängt mit demBuchstaben N an; laß einmal sehen, na, ne, ni, no…
Ja, ja, ja, machte der Greis.
Ah, es ist no.
Valentine holte ein Wörterbuch, das sie vor Noirtier legte; sie öffnete es, und während das Auge des Greises auf dieBlätter geheftet war, lief ihr Finger rasch auf den Seiten herab.
Die Übung seit den sechs Jahren, da Noirtier in seinenbetrübten Zustand verfallen, machten ihr die Proben so leicht, daß sie so rasch den Gedanken des Greises erriet, als hätte dieser selbst in dem Wörterbuch suchen können.
Bei dem Worte Notar gabihr Noirtier ein Zeichen, einzuhalten.
Notar? sagte sie; du willst einen Notar, guter Papa?
Der Greis machte ein Zeichen, daß er wirklich einen Notar verlange.
Darf es mein Vater wissen?
Ja.
Dann wird man dir ihn sogleich holen!
Valentine lief nach der Glocke, rief einenBedienten undbat ihn, Herrn oder Frau von Villefort zu dem Großvater zubitten.
Bist du zufrieden? sagte Valentine und lächelte ihrem Großvater zu, wie eine Mutter ihrem Kinde.
Herr von Villefort trat, vonBarrois gerufen, wieder ein.
Was wollen Sie, mein Herr? fragte er den Gelähmten.
Mein Großvater verlangt nach einem Notar, sagte Valentine.
Bei diesem seltsamen und so unerwarteten Verlangen wechselte Herr von Villefort einenBlick mit dem Gelähmten.
Ja, machte der letztere mit einer Festigkeit, die ausdrücken wollte, er sei mit Hilfe von Valentine und seinem alten Diener, der nun wußte, was er haben wollte, bereit, den Kampf aufzunehmen.
Warum? fragte Villefort.
DerBlick des Gelähmtenbliebunbeweglich und folglich stumm, wasbesagen wollte: Ichbeharre auf meinem Willen.
Um uns einen schlimmen Streich zu spielen? versetzte Villefort, lohnt sich das der Mühe?
Wenn der gnädige Herr einen Notar haben will, sobedarf er seiner offenbar, sagteBarrois mit der, altenBedienten eigentümlichen Hartnäckigkeit. Also werde ich einen Notar holen.
Barrois erkannte keinen andern Herrn an, als Noirtier, und gabnie zu, daß seinem Willen in irgend einerBeziehung widersprochen wurde.
Ja, ich will einen Notar, machte der Greis und schloß die Augen mit einer Miene des Trotzes, und als wollte er sagen: Wir wollen doch sehen, obman es wagt, mir zu verweigern, was ich verlange.
Es wird ein Notar kommen, da Sie es durchaus so haben wollen, mein Herr; doch ich werde mich und Siebei ihm entschuldigen, denn die Szene wird sehr lächerlich sein.
In dem Augenblick, woBarrois wegging, schaute Noirtier Valentine mit einer herausfordernden Teilnahme an, die mehr sagte als Worte. Das Mädchenbegriff diesenBlick und Villefort ebenfalls, denn seine Stirn verdüsterte sich, und seine Augenbrauen zogen sich zusammen. Er nahm einen Stuhl, setzte sich in dem Zimmer des Gelähmten fest und wartete.
Noirtier ließ ihn mit vollkommener Gleichgültigkeit gewähren, forderte aber mit einem kurzen Seitenblick Valentine auf, sich durchaus nicht zubeunruhigen und ebenfalls zubleiben.
Drei Viertelstunden nachher kam der Diener mit dem Notar zurück.
Mein Herr, sagte Villefort nach den erstenBegrüßungen, Sie sind von Herrn Noirtier von Villefort hierherberufen worden; eine allgemeine Lähmung hat ihm den Gebrauch der Glieder und der Stimme geraubt, und uns allein gelingt es mit großer Mühe, einige Fetzen seiner Gedanken aufzufassen.
Noirtier ließ mit dem Auge eine so ernste und gebieterische Mahnung an Valentine ergehen, daß Sie auf der Stelle hinzufügte: Ich, mein Herr, verstehe alles, was mein Großvater sagen will.
Es ist wahr, bestätigteBarrois, alles, durchaus alles, wie ich dem Herrn unterwegs sagte.
Erlauben Sie mir, mein Herr, und Sie, mein Fräulein, sagte der Notar, sich an Villefort und Valentine wendend, es ist dies einer von den Fällen, wo der öffentlicheBeamte nicht unbedachtsam zu Werke gehen darf, ohne eine gefährliche Verantwortlichkeit zu übernehmen. Wenn ein Akt gültig sein soll, so muß der Notar notwendigerweise vor allem davon überzeugt sein, daß er den Willen dessen, der ihm denselben diktiert, genau aufgefaßt und getreu ausgelegt hat. Ich kann aber unmöglich derBilligung oder der Mißbilligung eines Klienten, der nicht spricht, sicher sein, und da mir der Gegenstand seiner Wünsche oder seines Widerstrebens infolge seiner Stummheit nicht klar dargetan werden kann, so ist meine Tätigkeit hier mehr als unnütz und wäre sogar ungesetzlich ausgeübt.