Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Krieg und Frieden
1 ... 134 135 136 137 138 139 140 141 142 ... 486
Перейти на страницу:

Rostow lächelte.

»Mein lieber Graf, Sie sind einer meiner besten Schüler; Sie müssen tanzen«, sagte der kleine Jogel, zu Nikolai herantretend. »Sehen Sie nur, wieviel hübsche Damen da sind.«

Dann wandte er sich mit derselben Bitte an Denisow, der ebenfalls früher sein Schüler gewesen war.

»Nein, liebster Herr Jogel, ich werde als Wanddekoration wirken«, erwiderte Denisow. »Wissen Sie denn nicht mehr, wie schlecht ich Ihren Unterricht benutzt habe?«

»O nicht doch, nicht doch!« beeilte sich Herr Jogel ihn zu trösten. »Sie waren nur unachtsam; aber Sie besaßen schöne Anlagen, jawohl, sehr schöne Anlagen.«

Die Musik begann die neu aufgekommene Mazurka zu spielen. Nikolai konnte Herrn Jogel seine Bitte nicht abschlagen und forderte Sonja auf. Denisow setzte sich zu den alten Damen, stützte sich mit den Armen auf seinen Säbel, trat mit dem Fuß den Takt, erzählte etwas Lustiges, wodurch er die alten Damen zum Lachen brachte, und betrachtete die tanzende Jugend. Herr Jogel und Natascha, die sein Stolz und seine beste Schülerin war, tanzten als erstes Paar. Weich und zart auf seinen mit Schuhen bekleideten Füßchen dahinhüpfend, flog Herr Jogel mit Natascha, die zwar etwas ängstlich war, aber sorgfältig alle Pas ausführte, als erster durch den Saal. Denisow verwandte kein Auge von ihr und klopfte mit dem Säbel den Takt, wobei seine Miene deutlich sagte, wenn er nicht selbst tanze, so sei der Grund nur der, daß er nicht wolle, nicht etwa, daß er nicht könne. Mitten in einer Figur rief er den vorbeigehenden Rostow zu sich heran.

»Aber das ist ja ganz falsch!« sagte er. »Ist denn das die polnische Mazurka? Aber sie tanzt vorzüglich.«

Da Nikolai wußte, daß Denisow sogar in Polen Sensation gemacht hatte durch die Meisterschaft, mit der er die polnische Mazurka tanzte, so ging er schnell zu Natascha hin.

»Geh und fordere Denisow auf. Der kann Mazurka tanzen – wundervoll!« sagte er.

Als Natascha wieder an die Reihe kam, stand sie auf und trippelte in ihren mit Schleifen geschmückten Schuhen schüchtern, eilig und ganz allein quer über den Saal nach der Ecke hin, wo Denisow saß. Sie bemerkte, daß alle nach ihr hinblickten und warteten, was da kommen werde. Nikolai sah, daß Denisow und Natascha lächelnd miteinander stritten, und daß Denisow sich zwar weigerte, aber dabei fröhlich lächelte. Er eilte zu ihnen hin.

»Bitte, kommen Sie doch, Wasili Dmitrijewitsch«, bat Natascha. »Kommen Sie doch, bitte!«

»Ach, dispensieren Sie mich davon, Komtesse!« erwiderte Denisow.

»Na, sträube dich doch nicht so lange, Waska«, sagte Nikolai.

»Gerade wie dem Kater Waska1 wird einem hier zugeredet!« antwortete Denisow scherzend.

»Ich will Ihnen dafür auch einen ganzen Abend lang singen«, sagte Natascha.

»So eine Zauberin! Alles kann sie mit mir aufstellen!« erwiderte Denisow und hakte sich den Säbel ab.

Er trat aus den Stühlen heraus, ergriff seine Dame fest bei der Hand, hob den Kopf in die Höhe, setzte den einen Fuß seitwärts und wartete so auf den Takt. Nur wenn er zu Pferd saß, und wenn er Mazurka tanzte, fiel Denisows Kleinheit nicht auf; er erschien dann als der flotte, schneidige Mann, als den er sich selbst fühlte. Auf den Takt wartend, blickte er von der Seite mit neckischer Siegermiene seine Dame an, stampfte plötzlich mit dem einen Fuß auf, sprang elastisch wie ein Ball vom Boden in die Höhe und flog in einer Kreisbahn durch den Saal, indem er seine Dame mit sich zog. So jagte er unhörbar auf einem Bein um die Hälfte des Saales; er sah anscheinend gar nicht die vor ihm stehenden Stühle und stürmte gerade auf sie los; aber auf einmal machte er, mit den Sporen gegen den Boden stoßend und die Beine spreizend, auf den Hacken halt, stand so eine Sekunde lang, stampfte unter gewaltigem Sporenklirren mit den Beinen auf einem Fleck umher, drehte sich schnell herum und flog, mit dem linken Bein gegen das rechte schlagend, wieder im Kreis dahin. Natascha erriet alles, was er zu tun beabsichtigte, und folgte ihm, ohne selbst zu wissen wie, indem sie sich ihm ganz überließ. Bald wirbelte er sie entweder an der rechten oder an der linken Hand herum; bald ließ er sie, vor ihr niederkniend, um sich einen Kreis beschreiben und sprang dann wieder auf und stürmte mit solchem Ungestüm vorwärts, als ob er vorhätte, ohne Atem zu holen, durch alle Zimmer hindurchzurennen; bald blieb er plötzlich wieder stehen und fing wieder eine neue, unerwartete Tour an. Als er schließlich seine Dame vor ihrem Platz flink herumgeschwenkt, sporenklirrend die Hacken zusammengeschlagen und sich vor ihr verbeugt hatte, da war Natascha so benommen, daß sie nicht einmal einen Knicks vor ihm machte. Mit staunender Verwunderung richtete sie die Augen auf ihn und lächelte, als ob sie ihn gar nicht wiedererkennte.

»Was war das nur?« sagte sie vor sich hin.

Obwohl Herr Jogel diese Mazurka nicht als die richtige anerkennen wollte, waren doch alle von Denisows Meisterschaft entzückt; die Damen forderten ihn fortwährend auf, und die älteren Herren begannen lächelnd über Polen und die gute alte Zeit zu reden. Denisow, der von der Mazurka ganz rot geworden war und sich mit dem Taschentuch das Gesicht wischte, setzte sich zu Natascha und wich während des ganzen übrigen Balles nicht von ihrer Seite.

Fußnoten

1 Waska ist der Kosename und Lockruf für diese Tiere.

Anm. des Übersetzers.

XIII

Rostow bekam an den beiden darauffolgenden Tagen Dolochow weder in seinem Elternhaus zu sehen, noch traf er ihn, als er ihn aufsuchen wollte, zu Hause; am dritten Tag erhielt er von ihm einen kurzen Brief:

»Da ich aus dem Dir bekannten Grund in eurem Haus nicht mehr zu verkehren beabsichtige und zur Armee abgehe, so gebe ich heute abend meinen Freunden einen kleinen Abschiedsschmaus; komm in den Englischen Hof.«

So fuhr denn Rostow an diesem Abend vom Theater aus, wo er mit den Seinigen und Denisow gewesen war, gegen zehn Uhr nach dem genannten Hotel. Er wurde sogleich nach dem großen Zimmer geführt, das Dolochow für diese Nacht gemietet hatte; es war das beste des Hotels. Hier drängten sich etwa zwanzig Menschen um einen Tisch, an welchem zwischen zwei Kerzen Dolochow saß. Auf dem Tisch lagen Goldstücke und Banknoten, und Dolochow hielt die Bank. Da Nikolai ihn seit dem Heiratsantrag und Sonjas abschlägiger Antwort noch nicht wiedergesehen hatte, so geriet er bei dem Gedanken, wie die Wiederbegegnung wohl ausfallen werde, in Verlegenheit.

Dolochows heller, kalter Blick traf den eintretenden Rostow, als dieser noch in der Tür war, wie wenn Dolochow schon lange auf ihn gewartet gehabt hätte.

»Wir haben uns lange nicht gesehen«, sagte er. »Ich danke dir, daß du gekommen bist. Ich halte nur noch ein Weilchen Bank; dann kommt der Zigeuner Ilja mit seinem Chor.«

»Ich hatte dich besuchen wollen, habe dich aber nicht zu Hause getroffen«, erwiderte Rostow errötend.

Dolochow antwortete nicht darauf.

»Du kannst pointieren«, sagte er.

Rostow erinnerte sich in diesem Augenblick eines sonderbaren Gesprächs, das er einmal mit Dolochow gehabt hatte. »Nur Dummköpfe spielen auf gut Glück«, hatte Dolochow damals gesagt.

»Oder fürchtest du dich, mit mir zu spielen?« fragte jetzt Dolochow, als ob er Rostows Gedanken erraten hätte, und lächelte dabei.

An der Art dieses Lächelns erkannte Rostow, daß Dolochow sich in derselben Gemütsstimmung befand wie damals bei dem Diner im Klub und auch sonst manchmal, wenn er, anscheinend gelangweilt durch das alltägliche Leben, für nötig hielt, sich durch irgendeine sonderbare, meistens grausame Tat von dieser Langenweile zu befreien.

Rostow hatte eine unbehagliche Empfindung; er suchte nach einem Scherz, mit dem er auf Dolochows Frage antworten könnte, fand aber nicht sofort etwas Passendes. Aber ehe er noch damit zurechtgekommen war, sagte Dolochow, indem er ihm gerade ins Gesicht blickte, langsam und nachdrücklich zu ihm, so daß es alle hören konnten:

1 ... 134 135 136 137 138 139 140 141 142 ... 486
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)