Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Детская проза » Sophiechen und der Riese
Sophiechen und der Riese - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Sophiechen und der Riese

Электронная книга - «Sophiechen und der Riese». Краткое содержание книги:

Das Waisenkind Sophiechen beobachtet eines Nachts im Waisenhaus eine seltsame Szene: Ein Riese mit großen Ohren bläst mit einer Trompete in ein Kinderzimmer. Schlimmerweise bemerkt er, daß er beobachtet wurde und nimmt Sophiechen mit ins Land der Riesen. Dort muß Sophiechen Schreckliches entdecken: Während sie mit dem GuRie, dem Guten Riesen unterwegs ist, sind die andereren neun Riesen weniger nett: Jede Nacht ziehen sie auf der Suche nach Menschenfleisch aus und schlagen sich den Bauch voll. Sophiechen ist klar, daß etwas geschehen muß, doch was soll ein kleines Mädchen gegen riesige Monster ausrichten?
1 ... 9 10 11 12 13 14 15 16 17 ... 39
Перейти на страницу:

«Riesen essen keine Riesen», sagte der GuRie. «Sie streiten und zanken und hauen sich auch. Aber essen? Nie! Menschliche Leberwesen haben viel besseren Geschmack für sie.»

Die Riesen hatten den GuRie längst gesichtet. Alle hatten den Kopf nach ihm herumgedreht und beobachteten ihn, wie er da entlangschlenderte. Er legte es darauf an, in weitem Abstand rechts an der Horde vorbeizukommen. Durch ihr winziges Guckloch konnte Sophiechen erkennen, daß der Fleischfetzenfresser sich seitwärts trollte, um dem GuRie den Weg abzuschneiden. Er ließ sich schön Zeit. Ganz gemütlich trabte er ausgerechnet auf eine Stelle zu, an der auch der GuRie vorbeikommen mußte. Und die anderen Riesen trabten hinterdrein. Es waren insgesamt neun, wie Sophiechen zählen konnte. Blutschlucker war auch dabei. Sie langweilten sich. Sie wußten nicht, was sie tun sollten bis zum Dunkelwerden. Etwas Bedrohliches ging von ihnen aus, als sie da so schleppend über das platte Land trabten mit großen, schlaksigen Schritten -genau auf den GuRie zu.

«Da kommt ja unser Schweineknirps!» grölte der Fleischfetzenfresser. «Hey, du da! Schweineferkel, du! Wohin verdrückst du dich? Warum so eilig?» Er streckte seinen gigantischen Arm aus und packte den GuRie bei den Haaren. Der GuRie wehrte sich nicht. Er hielt einfach an, blieb stehen und sagte: «Sei so lieb und laß meine Haare los, Fleischfetzenfresser.»

Da ließ der Fleischfetzenfresser ihn los und trat einen Schritt zurück. Die anderen Riesen standen rundherum und warteten, wann der Spaß endlich losgehen würde. «Also, du kleine Gurkengurgel, du!» brüllte der Fleischfetzenfresser. «Wir wollen wissen, wo du jeden Morgen hingaloppierst. Keiner darf losgaloppieren, bevor es dunkel wird. Die menschlichen Leberwesen können dich leicht entdecken und fangen eine Riesenjagd an, und das haben wir gar nicht gern, oder?»

«Nein, gar nicht!» brüllten die anderen Riesen. «Zurück in deine Höhle, Schweineferkel!»

«Aber ich galoppier doch gar nicht zu den menschlichen Leberwesen», sagte der GuRie. «Ich geh ja ganz woandershin!»

«Ich glaub», sagte der Fleischfetzenfresser, «du fängst dir schnuckelige kleine menschliche Leberwesen und nimmst sie als Haustiere mit in deine Höhle.»

«Richtig!» schrie da der Blutschlucker. «Vorhin hab ich selber gehört, wie er mit einem von ihnen in seiner Höhle gebrabbelt hat!»

«Ihr seid alle herzlich eingeladen und dürft meine ganze Höhle durchwühlen», sprach der GuRie. «Guckt doch selber nach in allen Winkeln und Enkeln! Da sind keine menschlichen Leberwesen und keine unmenschlichen Leberwesen, sondern überhaupt keine Leberwesen!» Sophiechen kauerte mucksmäuschenstill beim GuRie in der Westentasche. Sie wagte kaum zu atmen. Wenn sie jetzt nur nicht niesen mußte! Das leiseste Geräusch oder die geringste Bewegung würde sie verraten. Durch das kleine Guckloch sah sie, wie die Riesen sich um den armen GuRie zusammenrotteten. Wie abscheulich die aussahen! Alle hatten kleine Schweinsäuglein und maßlose Mäuler und wulstige Wurstlippen. Wenn der Fleischfetzenfresser sprach, konnte sie manchmal seine Zunge sehen. Die war kohlrabenschwarz - wie ein riesiges verkohltes Schnitzel. Und alle diese Riesen waren mindestens doppelt so groß wie der GuRie.

Ruckzuck ließ der Fleischfetzenfresser seine gewaltigen Pranken durch die Luft sausen und packte damit den GuRie in der Mitte. Er schleuderte ihn hoch empor und schrie: «Fang ihn, Menschenpresser!» Und der Menschenpresser fing ihn höchst unsanft auf. Die übrigen Riesen stellten sich sofort in einem großen Kreis auf, immer im Abstand von rund zwanzig Metern. So konnten sie ihr Spielchen spielen, das ihnen soviel Freude machte. Und dann schmiß der Menschenpresser den GuRie in hohem Bogen durch die Luft und brüllte: «Los, Knochenknacker, fang ihn!»

Der Knochenknacker rannte los und schnappte sich den GuRie im Fluge, schleuderte ihn sofort wieder hoch und röhrte dazu: «Fang ihn dir, Kinderkauer!» Und so ging es die ganze Zeit. Die Riesen spielten Ball mit dem GuRie, und sie wetteiferten miteinander, wer ihn wohl am höchsten werfen konnte. Sophiechen krallte sich krampfhaft am Taschenfutter fest, um nicht herauszufallen, wenn sie koppheister durch die Luft flog. Sie hatte das Gefühl, als ob sie in einer Tonne den Rheinfall bei Schaffhausen hinunterpolterte. Und natürlich war jeden Moment zu befürchten, daß mal ein Riese nicht richtig fängt und der GuRie dann ganz übel auf den Boden kracht. «Fang ihn, Hackepeter!» «Fang ihn, Klumpenwürger!» «Fang ihn, Mädchenmampfer!» «Fang ihn, Blutschlucker!» «Fang ihn! ... Fang ihn! ... Fang ihn auf! ...» Und dann hatten sie plötzlich keine Lust mehr zu diesem Ballspiel. Den armen GuRie ließen sie einfach auf die Erde plumpsen. Da lag er nun: ganz benommen und zerzaust. Die Riesen stupsten ihn ein paarmal an und riefen: «Los, steh auf und hau ab, du kleiner Schweineknilch! Laß mal sehen, wie schnell du galoppieren kannst!» Und da rannte der GuRie, so schnell er konnte. Was hätte er denn sonst auch tun sollen? Die Riesen hoben Felsbrocken auf und warfen sie hinter ihm her. Zum Glück konnte er ihnen immer gerade noch ausweichen. «Sauber, sauber, kleiner Saukerl!» johlten sie. «Tricky, tricky, kleiner Trottel! Knallig, krallig, kleine Krabbe! Bedripster Dreckzwerg! Beknack-ter Knallkopp! Behämmerter Hampelmann!» Schließlich kam der GuRie außer Reichweite, und ein paar Minuten später war die Riesen-Meute auch schon hinter dem Horizont verschwunden. Sophiechen streckte ihren Kopf oben aus der Tasche heraus und sagte: «Das hat mir aber gar nicht gefallen.»

«Puh!» keuchte der GuRie. «Das war knapp! Die haben vielleicht eine Laune heute! Ganz böse! Tut mir leid, daß du in so einem Wirbel mitgezwirbelt bist.» «Du hast ja dasselbe durchgemacht», sagte Sophiechen. «Würden die dich denn auch mal richtig fallen lassen, so daß du verletzt wirst?» «Kann man nie wissen», sagte der GuRie. «Wie fangen sie denn eigentlich die Menschen, die sie aufessen?» fragte Sophiechen.

«Meistens langen sie mit einem Arm durch das Schlafzimmerfenster und schnappen sich einen aus dem Bett», sagte der GuRie.

«Genau wie du es mit mir gemacht hast.» «Na ja, aber ich eß dich doch nicht», sagte der GuRie. «Und wie fangen sie sich sonst noch welche?» fragte Sophiechen.

«Manchmal», sagte der GuRie, «schwimmeln sie im Meer wie Fische, nur die Köpfe gucken raus. Und plötzlich taucht eine haarige Pranke auf und grapscht sich einen vom Strand weg.» «Auch Kinder?»

«Kinder sehr oft», sagte der GuRie. «Sogar kleine Kinder, die im Sand spielen und eine Burg bauen. Die Riesen, die im Meer schwimmeln, sind ganz wild darauf. Kleine Kinder, sagt der Kinderkauer, sind nicht so zäh wie alte Omas.»

Während die beiden so miteinander sprachen, galoppierte der GuRie mit hoher Geschwindigkeit dahin. Sophiechen stand jetzt aufrecht in seiner Westentasche und hielt sich mit beiden Händen an der Oberkante fest. Kopf und Schultern schauten heraus, und in ihren Haaren pfiff der Wind.

«Und wie fangen sie sonst noch welche?» fragte sie. «Jeder hat seine Spezialmethode, wie er sich Leberwesen angelt», sagte der GuRie. «Der Hackepeter zum Beispiel tut am liebsten so, als ob er ein großer Baum wäre, der in einem Park wächst. Wenn es dunkel wird, stellt er sich auf eine Wiese und hält sich viele Äste und Zweige über den Kopf. So wartet er ab, bis ein paar fröhliche Familien anspaziert kommen und unter seiner schönen Baumkrone ein Picknick veranstalten. Der Hackepeter beobachtet genau, wie die da unten all die guten Sachen zum Essen und zum Trinken ausbreiten. Und dann stürzt er sich auf die Leberwesen, und weg sind sie.» «Das ist ja furchtbar!» rief Sophiechen. «Der Klumpenwürger geht gern in die Stadt», erzählte der GuRie weiter. «Hoch oben zwischen den Häuserdächern legt er sich auf die Lauer und glotzt in aller Ruhe nach unten auf die Straße, wo die menschlichen Leberwesen herumlaufen. Und wenn er welche sieht, die appeltitlich aussehen, dann schnappt er sich die. Er streckt einfach den Arm aus und holt sich so ein Leberwesen von der Straße wie Affen eine Kokosnuß aus dem Sand. Er sagt, es macht Spaß, wenn man sich aussuchen kann, was man am liebsten mag. Er nennt das: Allah karrte Essen.» «Sieht ihn denn keiner, wenn er das tut?» fragte Sophiechen.

1 ... 9 10 11 12 13 14 15 16 17 ... 39
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)