Der Splitter im Auge Gottes
- Автор: Нивен Ларриё, Пурнель Джерри
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-21532-X
- Переводчик: Yoma Cap
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
»Aha.«
»Wie geht’s Ihnen eigentlich?« Renner machte keine Miene, sich durch einsilbige Antworten vertreiben zu lassen. »Muss doch angenehm sein, mal von allen Pflichten ausspannen zu können.«
Endlich schaute Blaine mit gequältem Blick auf. »Kevin, warum haben die Jungen eine Landung versucht?«
»Herrgott, Käptn, das ist einfach Unfug. Sie hätten nie so was versucht.«
Menschenskind, er kann nicht mal mehr gerade denken. Das wird schwieriger werden, als ich mir’s vorgestellt habe.
»Dann sagen Sie mir doch, was geschehen ist.«
Renner schaute betroffen auf, aber Blaine meinte es offensichtlichernst. »Käptn, das Schiff wimmelte von Heinzelmännchen — an allen Plätzen, wo normalerweise keiner hinkam. Sie müssen ziemlich bald in die Rettungsbootkammer gekommen sein. Wenn Sie ein Split wären, wie würden Sie ein Rettungsboot umbauen?«
»Perfekt.« Blaine lächelte tatsächlich. »Das ist eine Fangfrage, die selbst jemand in meinem Zustand nicht mehr übersehen kann.«
»Also einen Augenblick lang war ich mir da nicht so sicher.« Renner grinste, wurde aber gleich wieder ernst. »Nein, was ich sagen wollte, ist das: sie bauen immer entsprechend der neuen Situation um. Mitten im Raum würde das Boot abbremsen und ein automatisches Hilfegebrüll loslassen. In der Nähe eines Gasriesen würde es in Umlaufbahn gehen. Alles automatisch, wohlgemerkt, denn die Insassen könnten verletzt oder bewusstlos sein. In der Nähe einer bewohnbaren Welt würde das Boot landen.«
»Eh?« Blaine zog die Brauen zusammen. In seine Augen kam ein Funke Leben. Renner hielt den Atem an.
»Na gut, aber, Kevin, was ist schiefgegangen? Wenn die Heinzelmännchen die Boote in den Fingern hatten, dann müssen sie sie fehlerlos umgebaut haben. Außerdem musste es Steuerinstrumente geben; das Boot kann einen nicht einfach zur Landung zwingen.«
Renner zuckte die Achseln. »Können Sie die Instrumentenborde der Splits auf einen Blick verstehen? Ich nicht, und ich bezweifle, dass die Kadetten es konnten. Die Heinzels aber hätten es von ihnen erwartet. Kapitän, vielleicht waren die Boote noch nicht fertig, oder sie wurden in einem Feuergefecht beschädigt.«
»Vielleicht …«
»Es gibt noch eine Menge Vielleichts. Vielleicht waren sie für Minis gebaut. Die Jungens hätten sich dann reinzwängen und ein Dutzend fünfzehn-Zentimeter-Minidruckliegen oder so was rausreißen müssen. Und sie hatten nicht viel Zeit, wo doch die Torpedos in drei Minuten hochgehen sollten.«
»Diese verdammten Torpedos! Die Gehäuse waren vermutlich voll Minis samt Rattenzucht, nur hätte jemand nachsehen müssen!«
Renner nickte. »Aber wer hätte auf den Gedanken kommen sollen?«
»Ich.«
»Warum?« Renner fragte es allen Ernstes. »Boss, das ist doch …«
»Ich bin nicht mehr Ihr Boss.«
Aha! dachte Renner. »Jawohl, Sir. Trotzdem, kein Mann in der ganzen Flotte hätte daran gedacht. Niemand. Ich hab genauso wenig Ahnung gehabt. Selbst der Zar war mit Ihrer Ungeziefervernichtungsaktion zufrieden, oder? Alle waren’s. Wozu zum Teufel soll es jetzt gut sein, dass Sie allein sich für einen Fehler die Schuld geben, den wir alle gemacht haben?«
Blaine schaute Renner an und wunderte sich ein wenig. Das Gesicht des Chefnavigators war leicht rot angelaufen. Weshalb regt er sich eigentlich so auf? »Da ist noch etwas«, sagte Rod. »Angenommen, die Rettungsboote waren fehlerfrei konstruiert.
Angenommen, die Jungens haben eine perfekte Landung hingelegt, und die Splits haben gelogen.«
»Daran habe ich auch schon gedacht«, gab Renner zu. »Aber glauben Sie das wirklich?«
»Nein. Aber ich wünschte, ich könnte sicher sein.«
»Das könnten Sie vielleicht, wenn Sie die Splits besser kennenlernen. Studieren Sie die Aufzeichnungen. Wir haben Unmengen davon auf diesem Schiff, und Sie haben genug Zeit. Sie müssen sich mit den Splits befassen. Sie sind der bedeutendste Fachmann der Flotte auf diesem Gebiet.«
»Ich?« Rod lachte. »Kevin, ich bin in keiner Weise ein Fachmann. Das erste, was ich nach unserer Heimkehr werde tun müssen, ist, ein Kriegsgericht davon zu überzeugen, dass …« »Ach, scheiß auf das Kriegsgericht«, sagte Renner unwirsch. »Wirklich, Käptn, zerbrechen Sie sich etwa den Kopf wegen dieser blöden Formalität? Herrgott!«
»Und worüber sollte ich mir Ihrer Ansicht nach den Kopf zerbrechen, Leutnant Renner?«
Kevin grinste. Immer noch besser, Blaine ordentlich auf die Palme zu bringen, als ihn seiner Trübsal zu überlassen. »Oh, zum Beispiel darüber, warum Sally heute Nachmittag so niedergeschlagen ist — ich glaub, sie ist gekränkt, weil Sie böse auf sie sind. Darüber, was Sie sagen wollen, wenn Kutuzov und Horvath sich wegen der Split-Botschafter in die Haare kriegen. Über Unruhen und Aufstände auf den Kolonialwelten, über den Preis von Iridium oder die Kroneninflation …«
»Renner, halten Sie, zum Kuckuck nochmal, den Mund!«
Kevins Grinsen wurde breiter. »… oder wie Sie mich aus Ihrer Kabine rausbringen.
Käptn, sehen Sie die Sache doch mal so an. Angenommen, das Gericht befindet Sie einer Nachlässigkeit schuldig. Bestimmt nicht mehr. Sie haben ja Ihr Schiff nicht dem Feind ausgeliefert oder so was. Aber nehmen wir mal an, sie haben’s wirklich auf Ihren Skalp abgesehen und Sie legen Ihnen das zur Last. Das schlimmste, was Ihnen passieren kann, ist, dass Sie kein Schiff mehr kriegen. Sie könnten Sie nicht mal rausschmeißen. Also werden Sie an Land gesetzt, na, und dann gehen Sie in Pension und werden der Zwölfte Marquis de Crucis.«
»Schön. Na und?«
»Na und?« Renner wurde plötzlich wütend. Seine Brauen zogen sich zusammen, und er ballte eine Faust. »Na und? Hören Sie, Käptn, ich bin nur ein Handelsschiffer. Alle meine Leute sind das gewesen, und mehr wollte keiner in meiner Familie werden. Ich hab mich für ’ne Zeit zur Flotte verpflichtet, weil das bei uns üblich ist — kann sein, dass wir’s bei uns zu Hause nicht so sehr mit dem Imperialismus haben wie Sie in der Hauptstadt, aber das kommt zum Teil daher, weil wir uns daraufverlassen, dass ihr Aristokraten eure Pflicht tut. Wir tun unsere, und wir erwarten, dass ihr Leute mit den ganzen Vorrechten eure tut!«
»Also …« Blaine war etwas verdattert über Renners Ausbruch. »Was sehen Sie eigentlich als meine Pflichten an?«
»Was schon?! Sie sind der einzige Aristokrat im ganzen Imperium, der eine Ahnung von den Splits hat, und Sie fragen mich, was Sie tun sollen? Käptn, ich finde, Sie sollten endlich mal Ihren Arsch in Bewegung setzen — Sir! Das Imperium muss eine vernünftige Politik in Bezug auf die Splits entwickeln, und der Einfluss der Flotte ist groß — Sie können doch nicht wollen, dass die Admiralität Kutuzovs Standpunkt übernimmt!
Sie könnten zuerst mal über diese Split-Botschafter nachdenken, die der Admiral hier draußen sitzen lassen möchte.«
»Hol mich der Teufel — Sie geraten ja ganz schön in Saft über diese Sache, oder?«
Renner grinste. »Naja, ein bisschen. Schauen Sie, Sie haben doch genug Zeit. Reden Sie mit Sally über die Splits. Sehen Sie nochmal die Berichte durch, die wir von Alpha heraufschickten. Informieren Sie sich, damit Sie, wenn der Admiral Sie um Rat fragt, mit ein paar vernünftigen Argumenten aufwarten können. Wir müssen diese Botschafter mit uns heim nehmen …«
Rod verzog das Gesicht. Splits in ein zweites Schiff lassen! Herrgott …
»Und hören Sie auf, solche Sachen zu denken«, sagte Renner. »Sie werden nicht ausrücken und sich über die ganze Lenin vermehren. Zunächst mal hätten sie keine Zeit dazu. Denken Sie mal darüber nach Sir. Der Admiral wird auf Sie hören. Gegen Horvath hat er was, alles, was der Doktor je vorschlägt, wird der Zar ablehnen, aber Sie wird er anhören …«