Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.
- Автор: Andre Martina
- Язык: немецкий
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.». Краткое содержание книги:
Ajaci bekam eine Schüssel mit Wasser und einen Napf mit Katzenfutter. Eine graue Tigerkatze machte einen fürchterlichen Buckel und stob fauchend davon, als der Laika-Rüde nur kurz, aber bestimmt die Zähne fletschte.
Danach stellte die Frau Brot, Butter und Wurst auf den Tisch und forderte ihren Besuch mit erstickter Stimme auf, kräftig zuzulangen.
Die Frau war immer noch ganz aufgelöst. Sie hieß Svetlana und kannte Leonid seit seiner Jugend, wie sich bald darauf im Gespräch herausstellte, und hatte ihn wie ein eigenes Kind geliebt. Leonids Vater war eine kurze Zeit lang ihr Liebhaber gewesen. Einmal hatte sie ihn geistesgegenwärtig von hinten mit einer gusseisernen Bratpfanne bewusstlos geschlagen, als er im Vollrausch versucht hatte, seinen einzigen Sohn mit einem Brotmesser zu erstechen. Danach war sie ausgezogen und hatte Leonid kurzerhand mitgenommen. Daraufhin hatte sein Vater geschworen, sie beide umzubringen. Leonid hatte noch eine ganze Weile bei ihr gewohnt, immer in der Sorge, dass der Alte sein Versprechen wahrmachen könnte. Doch wenig später hatte sein Vater einen Schlaganfall erlitten, und Leonid hatte sich zur Armee gemeldet. Svetlana wäre beinahe geplatzt vor Stolz über seine Berufswahl. Als sie jedoch von seinem plötzlichen Tod erfahren hatte, wäre sie vor Schmerz fast gestorben, so groß war ihre Trauer gewesen.
Wie die meisten anderen Familienangehörigen war Svetlana nicht in
Leonids wahres Schicksal eingeweiht gewesen und hatte ihn für tot gehalten.
Mehr oder minder emotionslos erklärte ihr Leonid, dass sie in großer Gefahr schweben würden, wenn er und Viktoria sich nicht wenigstens bis zum Abend hier verstecken durften. Erst dann ging der Nachtzug nach Moskau. Ein Ziel, über das er und Viktoria noch gar nicht gesprochen hatten.
Svetlana und Leonid redeten noch eine ganze Weile. Leonid erzählte ihr wenig über die Gründe seiner Flucht. Davon, dass es Tote gegeben hatte und er in einem Helikopter von GazCom entkommen war, sagte er gar nichts.
Ab und an stellte Svetlana eine Frage an Viktoria, die Leonid ebenso knapp und stellvertretend für sie beantwortete. Sie sei eine Freundin, erklärte er karg. Offenbar wollte er nicht, dass Svetlana mehr über sie erfuhr als unbedingt notwendig. Und obwohl sie nicht den Eindruck vermittelte, dass sie Leonids Antworten zufriedenstellten, bot sie ihm und Viktoria wenig später ihr Schlafzimmer an, damit sie sich nach einer durchwachten Nacht bis zum Abend erholen konnten. Während die beiden noch in der Küche saßen, ging sie daran, das Bettzeug frisch zu beziehen.
»Was hast du vor?«, fragte Viktoria flüsternd, als sie sich einen Moment lang unbeobachtet glaubte.
»Wir werden dir heute Abend eine Fahrkarte nach Moskau kaufen. Es ist sicherer, mit dem Zug zu reisen. Die Kontrollen sind längst nicht so scharf wie auf den Flughäfen. Wenn du in Moskau angekommen bist, kannst du zu deiner Botschaft gehen und deine Ausreise organisieren. Deine Leute werden dich beschützen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der FSB es wagen wird, auf deiner Auslieferung zu bestehen, sobald du diplomatisches Terrain betreten hast.«
»Auslieferung?« Viktoria schauderte.
»Du befindest dich auf der Flucht«, erklärte er lapidar. »Mit einem gesuchten Terroristen. Glaubst du ernsthaft, Bashtiri würde den Sicherheitskräften die Wahrheit erzählen? Entweder wird er behaupten, dass ich dich abermals entführt habe - oder er wird dich der Mittäterschaft beschuldigen.«
An das, was geschehen würde, wenn sie selbst in die Hände der rus-sischen Polizei fiel, hatte Viktoria noch überhaupt nicht gedacht. Ihre einzige Sorge galt Leonid.
»Und was ist mit dir?« Ihre Hand tastete nach seiner Hand.
»Ich werde in den Untergrund gehen und mich durchschlagen. Nichts anderes habe ich bisher gemacht.«
»Aber was ist, wenn sie dich doch schnappen?« Sie schluckte. »Deine Großeltern können dir nicht mehr helfen, und du hast kein Geld und niemanden, der dich verteidigen könnte. Ich werde dich nie wieder sehen, und vielleicht wird man dich umbringen. Ich habe Angst, Leonid. Ich kann das nicht, hörst du?«
»Denk einfach nicht dran.« Er streichelte ihre Wange und beugte sich vor, um sie zu küssen.
Svetlana betrat unvermittelt die Küche und räusperte sich. »Ihr könnt euch jetzt zur Ruhe begeben. Ich werde euch nicht stören. Neben meiner Arbeit in einem Schönheitssalon habe ich noch eine Putzstelle in der Stadt und bin erst am Nachmittag zurück. Später können wir einen Tee trinken, bevor ihr aufbrechen müsst.«
Sie trug helle Pumps und ein rosafarbenes Kostüm, das schon bessere Zeiten gesehen hatte. Mit ein paar geübten Handgriffen ordnete sie sich das Haar. Sie zwinkerte Leonid zu und zeigte Viktoria kurz, wo das Bad und die Toilette zu finden waren.
Als die Tür ins Schloß fiel, ging Leonid hin und verriegelte sie von innen. Viktoria stand hinter ihm und schaute ihm zu. Sie fühlte sich plötzlich erschöpft und irgendwie schmutzig. »Ich würde mich gerne waschen, wenn es möglich ist.«
Wortlos schob Leonid sie ins Bad und drehte den Duschkopf auf. Dann begann er sich vor ihren Augen komplett auszuziehen und schlüpfte mit einem Lächeln unter den dampfenden Strahl. Er streckte ihr die Hand entgegen und sah sie aufmunternd an. Gleichzeitig begann er mit der anderen Hand seinen muskulösen Bauch einzuseifen. Viktoria lächelte kopfschüttelnd und zog sich rasch aus. Danach stieg sie zu ihm hinter den Duschvorhang und umarmte ihn mit einem leisen Seufzer. Ihre Brüste drückten sich an ihn, während das warme Wasser wie eine Liebkosung über ihre Körper lief. Er bändigte sein feuchtes Haar im Nacken, bevor er sie besitzergreifend umarmte und sich zu ihr hinabbeugte. Sie küssten sich lange und leidenschaftlich, und während seine Zunge mit ihrer spielte, verteilten seine Hände den Seifenschaum auf ihrer samtweichen Haut. Sie spürte sein hartes, aufgerichtetes Glied an ihrem Bauch und stöhnte kehlig, als er mit seinen großen, feuchten Händen ihre Pobacken und Schenkel massierte.
»Dreh dich um«, raunte er heiser, doch als er seinen nächsten Gedanken verwirklichen wollte, öffnete sie hinter seinem Rücken den Hahn für das kalte Wasser.
Leonid stieß einen erstickten Laut aus und schnappte nach Luft, bevor er Abstand nahm und sie mit gespielter Entrüstung ansah.
»Lass uns ins Bett gehen«, flüsterte sie sanft und zog noch einmal seinen Kopf zu sich herunter, um ihn zu küssen.
Halb abgetrocknet schlüpften sie auf dem ausgezogenen Sofa unter das knisternde Laken. Es roch nach billigem Waschpulver, aber das war Viktoria vollkommen gleichgültig. Nichts auf der Welt hätte sie im Augenblick davon abhalten können, sich diesem Mann hinzugeben. Sie dachte nicht an die Toten und nicht an Bashtiri, auch nicht daran, in welcher Gefahr sie sich befanden. Leonid schien es ähnlich zu ergehen, als er mit seinem Knie behutsam ihre Schenkel spreizte, um mit einem tiefen Aufstöhnen in sie einzudringen. Er bewegte sich langsam und kraftvoll in ihr. Ihre Hände zerwühlten sein Haar und krallten sich vor Lust in seinen breiten Rücken. Seine Lippen liebkosten ihren Hals hinauf bis zum Ohr, und ein Schauer durchlief ihren Körper, als er ihren Namen flüsterte und abermals »Ich liebe dich« hauchte.