Der Splitter im Auge Gottes
- Автор: Нивен Ларриё, Пурнель Джерри
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-21532-X
- Переводчик: Yoma Cap
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
Der Admiral nickte langsam. Seine dunklen Augen verengten sich. Dann sagte er schneidend. »Es ist aber auch zu bedenken, dass Splits, die das Langston-Feld und den Alderson-Antrieb besitzen, die schrecklichste Bedrohung in der Geschichte der Menschheit darstellen können, Minister Horvath.«
»Das weiß ich«, entgegnete Horvath hitzig. Er schaltete den Ton wieder ein. »Es tut mir leid, aber …«
Das Split unterbrach ihn. »Anthony, könnt ihr nicht unsere Geschenke studieren? Ihr könntet jede Art von Aufnahmen davon machen und sie so gut untersuchen, dass ihr sie später nachbauen könntet. Das wäre doch gewiss kein Risiko für Personen, die bereits auf Splitter Alpha gewesen sind?«
Horvaths Gedanken liefen auf Hochtouren. Das mussten sie haben! Wieder schaltete er die Tonübertragung ab und lächelte den Admiral widerwillig an. »Das Split hat recht, wissen Sie. Könnten wir die Sachen nicht in den Kutter bringen lassen?«
Kutuzov schien irgendeinen sauren Geschmack zu verspüren. Schließlich nickte er.
Horvath wandte sich erleichtert wieder dem Split zu. »Vielen Dank. Wenn ihr die Geschenke in den Kutter bringen möchtet, würden wir sie auf dem Flug hinaus studieren, und ihr könntet die Geschenke wie auch den Kutter, unser Geschenk an euch, in zweieinhalb Wochen am Narrenpunkt abholen.«
»Wunderbar«, sagte das Split freundlich. »Aber ihr werdet den Kutter nicht benötigen.
Eines unserer Geschenke ist ein Raumfahrzeug, dessen Instrumente für menschliche Hände und menschliches Denken entworfen wurden. Die anderen Sachen werden an Bord sein.« Kutuzov blickte überrascht auf und nickte rasch. Horvath registrierte es mit einem heimlichen Grinsen. »Das ist ausgezeichnet. Wir werden euch Geschenke mitbringen, wenn wir zurückkehren. Wir möchten uns sehr gerne für eure Gastfreundschaft erkenntlich zeigen …«
Admiral Kutuzov sagte etwas mit gesenkter Stimme. Horvath beugte sich von dem Vidimikrofon zu ihm herüber. »Fragen Sie nach den Kadetten«, befahl der Admiral.
Horvath schluckte und sagte: »Übrigens, habt ihr noch etwas von unseren Kadetten gehört?«
Die Stimme des Splits wurde bekümmert. »Wie wäre das möglich, Anthony? Sie sind bei ihrem Landungsversuch umgekommen, ihre Boote sind in der Atmosphäre verglüht. Wir haben euch doch Aufnahmen geschickt. Habt ihr sie nicht bekommen?«
»Äh … ich habe sie nicht gesehen«, antwortete Horvath. Das entsprach zwar der Wahrheit, machte es ihm aber nicht leichter, davon zu sprechen. Dieser verdammte Admiral glaubte aber auch gar nichts! Was dachte er denn, dass die Burschen irgendwo gefangen gehalten wurden — vielleicht sogar gefoltert wurden, um Informationen preiszugeben? »Es tut mir leid, aber man hat mich angewiesen, noch einmal zu fragen.«
»Das verstehen wir. Die Menschen sind sehr besorgt um ihre jungen Befehlsgeber. Wie die Splits auch. Unseren Rassen ist vieles gemeinsam. Es war schön, noch einmal mit dir zu sprechen, Anthony. Wir hoffen, dass ihr bald wiederkommt.«
Signallichter blitzten an den Instrumentenborden der Brücke auf. Admiral Kutuzov zog die buschigen Brauen hoch und hörte aufmerksam jemandem zu, den Horvath nicht verstehen konnte. Gleichzeitig wiederholte ein Sprecher die Meldung des Steuermannsmaats. »Alle Boote an Bord und festgemacht, Sir, Alles klar zum Start.«
Das hatte das Split offenbar mitbekommen. Es sagte: »Das Geschenkschiff ist durchaus imstande, euch einzuholen, wenn ihr nicht mit mehr als …« — eine kurze Pause trat ein, als das Split jemand anderem zuhörte — »mehr als drei eurer Grav-Einheiten beschleunigt.«
Horvath warf dem Admiral einen fragenden Blick zu. Der Offizier überlegte mit finsterer Miene, wollte schon etwas antworten, nickte jedoch dann nur. »Eineinhalb Grav auf diesem Flug«, informierte Horvath das Split. »Unsere Geschenke werden in fünf Stunden bei euch sein«, sagte das Split.
Abrupt erloschen die Schirme, und Horvaths Tonübertragungseinheit übertrug nichts mehr. Statt dessen vernahm der Minister Admiral Kutuzovs Stimme knapp an seinem Ohr. »Ich habe Meldung erhalten, dass ein Schiff von Splitter Alpha gestartet ist und mit eins komma sieben vier unserer Grav auf den Alderson-Punkt zufliegt. Dann sind das zwei Grav der Splits. Sie werden sie um eine Erklärung ersuchen, was dieses Schiff vorhat.« Die Stimme des Admirals war zwar ruhig, aber ihr Ton gestattete keinen Widerspruch.
Horvath räusperte sich und wandte sich dem wieder aufleuchtenden Schirm zu. Zögernd stellte er die Frage, besorgt, die Splits nun doch noch zu verärgern. »Kannst du mir das sagen?« Schloss er.
»Gewiss«, erwiderte das Split sofort. »Ich habe es übrigens eben selbst erst erfahren.
Die Meister haben unsere Botschafter an das Imperium euch mit diesem Schiff nachgeschickt. Es sind drei, und wir ersuchen euch, sie in die Kaiserliche Hauptstadt zu bringen, wo sie unsere Rasse vertreten sollen. Sie haben jede Vollmacht, für uns zu verhandeln.«
Kutuzov holte tief Luft. Sein Gesicht war rot angelaufen, so sehr bemühte er sich um Beherrschung. Sehr leise, so dass das Split ihn nicht hören konnte, sagte er: »Sagen Sie ihnen, das müssten wir erst besprechen. Kapitän Michailov, wir beschleunigen sobald als möglich.«
»Aye, aye, Sir.«
»Wir brechen jetzt auf«, erklärte Horvath dem Split. »Ich … wir — wir müssen diese Angelegenheit mit den Botschaftern noch besprechen. Es kam so überraschend — ich hatte gehofft, du selbst würdest kommen. Wird eines unserer Fjunch(klick)s unter den Botschaftern sein?« Er sprach hastig, denn hinter ihm ertönten bereits die Beschleunigungswarnungen.
»Ihr werdet Zeit genug haben, alles zu besprechen«, versicherte ihm das Split. »Nein — kein Split-Botschafter dürfte sich mit einem einzelnen Menschen identifizieren; sie müssen unsere Rasse vertreten. Das werdet ihr doch sicher verstehen? Diese drei wurden so ausgewählt, dass sie unsere verschiedenen Standpunkte repräsentieren; bei Übereinstimmung sind sie also qualifiziert, Verpflichtungen für alle Splits einzugehen. In Anbetracht der Seuchengefahr erwarten sie, unter Quarantäne gestellt zu werden, bis ihr sicher seid, dass sie eure Gesundheit nicht gefährden …« Ein lautes Warnsignal schrillte durch die Lenin. »Leb wohl, Anthony. Ihr alle, lebt wohl. Und kommt bald wieder.«
Das letzte Warnsignal ertönte, und die Lenin nahm mit einem sanften Ruck Fahrt auf.
Horvath starrte noch eine Weile auf den leeren Schirm, während die anderen hinter ihm eine aufgeregte Diskussion begannen.
40
Abschied
Seiner Kaiserlichen Majestät Schlachtschiff der Präsidentenklasse, die Lenin, war so voll besetzt wie noch nie. Die Mannschaft der Mac Arthur und die Wissenschaftler der Expedition mussten untergebracht werden. Raummaate benutzten die Hängematten im Turnus ihrer Diensteinteilung. Infanteristen schliefen in den Gängen, und Offiziere mussten sich zu dritt oder mehr in Kabinen teilen, die nur für einen eingerichtet waren.
Im Hangardeck waren Kisten und Behälter voller Split-Produkte verstaut, die man von der Mac Arthur gerettet hatte. Kutuzov bestand darauf, den Hangarraum unter Vakuum zu lassen, rundum die Uhr bewacht von Infanterieposten, die regelmäßige Inspektionen durchzuführen hatten. Es gab keinen Ort mehr auf dem Schiff, an dem sich die gesamte Besatzung hätte versammeln können.
Selbst wenn es noch einen solchen Versammlungsort gegeben hätte, wäre er nicht benutzt worden. Die Lenin würde den Gefechtszustand beibehalten, bis sie das Splitter-System verlassen hatte. Das galt auch für die Totenandacht, die David Hardy und der Kaplan der Lenin, George Alexis, hielten. Beiden war diese Situation nichts Neues; obwohl es Brauch war, dass sich die Besatzung eines Schiffs versammelte, wenn es die Umstände zuließen, wurden die Bestattungsandachten nur zu oft abgehalten, während das Schiff noch im Gefechtszustand war. Als er eine schwarze Stola umlegte und sich dem Messbuch zuwandte, das ihm ein Maat geöffnet hinhielt, überlegte David Hardy, ob er wohl viel öfter ein Requiem in dieser Weise als vor versammelter Besatzung gehalten hatte. Ein Trompetensignal hallte durch die Lenin. »Alle Mann, Achtung«, befahl der Oberbootsmann ruhig.