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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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Mühelos zog es die Tür auf und sprang auf die Straße hinaus. Die Menschen folgten hastig. Whitbread hatte das Vibrationsschwert in der Linken. Wenn das Tor verschlossen war, würde es dieser Waffe sicher nicht standhalten.

Das Tor war versperrt. Whitbread schwang das Schwert, um eine Öffnung zu schneiden, aber sein Split winkte ihn zurück. Es studierte kurz zwei in die Torfläche eingelassene Zahlenscheiben, legte auf jede Scheibe eine rechte Hand und drehte sie, während es gleichzeitig mit dem linken Arm einen Hebel betätigte. Die Tür öffnete sich augenblicklich. »Damit sollten Menschen ferngehalten werden«, erklärte es.

Die Eingangshalle war leer. »Kann man dieses verdammte Tor irgendwie verbarrikadieren?« fragte Staley. Seine Stimme hatte einen ungewohnten Nachhall; er erkannte, dass sämtliche Einrichtungsgegenstände aus dem Raum verschwunden waren. Als er keine Antwort bekam, gab er Potter wieder den Gammastrahllaser.

»Halten Sie hier Wache. Die Splits sollen bei Ihnen bleiben und Ihnen sagen, ob’s ein Feind ist, wenn wer rein will. Kommen Sie, Whitbread.« Er rannte zur Treppe.

Whitbread folgte ihm mit wenig Begeisterung. Horst sprang die Stufen hoch, so dass Whitbread ziemlich atemlos war, als sie das Stockwerk mit den Wohnräumen erreichten.

»Haben Sie was gegen den Lift?« keuchte Whitbread. »Sir?«

Staley antwortete nicht. Die Tür zu Renners Zimmer stand offen, und Horst stürzte hinein. »Gottverdammt!«

»Was ist los?« fragte Whitbread schnaufend und kam ebenfalls herein.

Das Zimmer war leer. Selbst die Schlafkojen waren entfernt worden. Keine Spur von den Ausrüstungsgegenständen, die Renner zurückgelassen hatte. »Ich hab’ gehofft, wir finden etwas, womit wir die Lenin benachrichtigen könnten«, knurrte Staley. »Helfen Sie mir suchen. Vielleicht haben sie unsere Sachen irgendwo weggeräumt.«

Die Suche blieb erfolglos. In jedem Stockwerk war es dasselbe: Geräte, Möbel, Betten, alles war fort. Das Schloss war nur mehr ein leeres Mauerwerk. Schließlich kehrten sie in die Eingangshalle zurück.

»Sind wir allein?« fragte Gavin Potter.

»Ja«, antwortete Staley. »Und wir werden verdammt bald verhungern, wenn uns nichts Schlimmeres zustößt. Der Bau ist ausgeräumt bis auf die Mauern.«

Beide Splits zuckten die Achseln. »Das überrascht mich etwas«, sagte Whitbreads Split.

Die beiden zwitscherten kurz miteinander. »Sie weiß auch nicht, warum. Sieht so aus, als sollte das Gebäude nicht mehr benötigt werden …«

»Na, sie wissen aber verdammt gut, dass wir hier sind«, brummte Staley. Er nahm seinen Helm vom Gürtel und Schloss sein Funkgerät an. Dann setzte er den Helm auf.

»Lenin, hier ist Staley. Ich rufe Lenin. Kadett Staley ruft Lenin. Lenin

»Mr. Staley, wo zum Teufel sind Sie?« Es war Kapitän Blaine!

»Kapitän! Gott sei Dank! Kapitän, wir haben uns in — Einen Augenblick, Sir.« Die Splits unterhielten sich trillernd. Whitbreads Split wollte etwas zu ihm sagen, aber Staley verstand es nicht. Er hörte nur ein Split mit Whitbreads Stimme sprechen —, »Kapitän Blaine, Sir. Woher bekommen Sie Ihren Irischen Nebel?«

»Staley, lassen Sie den verdammten Blödsinn und berichten Sie!«

»Tut mir leid, Sir. Ich muss das wirklich wissen. Sie werden verstehen, warum ich frage.

Woher bekommen Sie Ihren Irischen Nebel?«

»Staley! Ich habe Ihre blöden Witze satt!«

Horst nahm den Helm ab. »Das ist nicht der Kapitän«, sagte er. »Es ist ein Split mit der Stimme des Kapitäns. Eins von euch?« fragte er Whitbreads Split.

»Wahrscheinlich. Es war ein dummer Trick. Dein Fjunch(klick) hätte das gewusst.

Offenbar arbeitet es nicht gerade bereitwillig mit meinem Meister zusammen.«

»Dieses Gebäude ist praktisch nicht zu verteidigen«, sagte Staley. Er schaute sich in der Eingangshalle um. Sie war etwa zehn Meter breit und dreißig Meter lang, und nicht der kleinste Einrichtungsgegenstand war darin zurückgeblieben. Die Wandteppiche und Bilder, die die Mauern geschmückt hatten, waren ebenfalls weg. »Nach oben«, sagte Horst. »Da haben wir bessere Chancen.« Er führte sie hinauf in das Stockwerk mit den ehemaligen Wohnräumen, wo sie sich am Ende des Korridors postierten, von wo sie gleichzeitig die Treppe und den Lift im Auge behalten konnten.

»Und was jetzt?« erkundigte sich Whitbread.

»Jetzt warten wir«, sagten beide Splits zugleich. Eine lange Stunde verging.

Die Verkehrsgeräusche verstummten. Es dauerte vielleicht eine Minute, bis sie es begriffen. Dann war kein Zweifel mehr möglich. Draußen war es totenstill geworden.

»Ich schau mal nach«, sagte Staley. Er ging in ein Zimmer und spähte vorsichtig zum Fenster hinaus, ohne sich mehr als unbedingt nötig aus der Deckung zu wagen. Dämonen hatten von der Straße unten Besitz ergriffen. Sie kamen mit blitzschnellen, eigenartigen Zickzacksprüngen vorwärtsgestürmt, hoben dann plötzlich die Waffen und feuerten die Straße entlang. Horst konnte eine zweite Gruppe erkennen, die sich hastig zurückzog. Etwa ein Drittel davon blieb tot liegen. Kampfgeräusche drangen gedämpft durch die dicken Fenster. »Was ist los, Horst?« rief Whitbread vom Korridor. »Das klingt nach Schüssen.«

»Sind auch Schüsse. Zwei Gruppen Krieger kämpfen miteinander. Unseretwegen?«

»Natürlich«, antwortete Whitbreads Split. »Ihr wisst, was das heißt, nicht wahr?« Seine Stimme klang sehr resigniert. Als keine Antwort kam, sagte es: »Das heißt, dass die Menschen nicht mehr herkommen. Sie sind fort.«

Staley schrie: »Das glaube ich nicht! Der Admiral würde uns nicht im Stich lassen! Er würde den verdammten Planeten …«

»Das würde er nicht, Horst«, sagte Whitbread. »Du kennst doch seine Befehle.«

Horst schüttelte den Kopf, aber er wusste, dass Whitbread recht hatte. Er rief:

»Whitbreads Split! Komm her und sag mir, welche Seite welche ist.«

»Nein.«

Horst drehte sich um. »Was soll das heißen, nein? Ich muss wissen, auf wen ich schießen soll!«

»Ich will nicht erschossen werden.«

Whitbreads Split war ein Feigling! »Ich bin auch nicht erschossen worden, oder? Bleib halt in Deckung.«

Whitbreads Stimme erklärte: »Horst, wenn du auch nur ein Auge riskiert hast, hätte es dir jeder Krieger ausschießen können. Keiner hat jetzt Interesse daran, dass du umkommst. Sie haben ja auch keine Artillerie eingesetzt, oder? Aber sie würden auf mich schießen.«

»Schon gut! Charlie! Komm her und …« »Ich komme nicht.«

Horst fluchte nicht einmal. Keine Feiglinge, sondern Braun-Weiße. Die unmilitärischen Vermittler. Ob sein eigenes Split gekommen wäre?

Die Dämonen hatten jetzt alle irgendwo Deckung gefunden: hinter geparkten oder verlassenen Wagen, zwischen Gebäudevorsprüngen. Sie huschten von einer Deckung zur anderen, so schnell, dass Horst kaum ihren Bewegungen zu folgen vermochte.

Trotzdem starb jedes mal ein Krieger, wenn ein anderer schoss. Es waren noch gar nicht so viele Schüsse gefallen, und doch waren zwei Drittel der Krieger, die er sehen konnte, tot. Whitbreads Split hatte ihre Schießkünste nicht übertrieben. Sie trafen mit unglaublicher Sicherheit. Fast genau unterhalb von Horsts Fenster lag ein gefallener Krieger; beide rechten Arme waren weggerissen. Ein lebender wartete auf eine Feuerpause und sprang aus seinem Versteck hervor, näher heran — und da wurde der Gefallene plötzlich lebendig. Dann war es sehr schnell passiert: eine Waffe wurde fortgeschleudert, die beiden Krieger prallten gegeneinander, taumelten zurück, zuckende, aufgeschlitzte Leiber, aus denen das Blut quoll.

Dann krachte es unten heftig. Im Stiegenhaus wurden Schritte, Stimmen hörbar, Hufe klapperten über Marmorstufen. Die Splits zwitscherten miteinander. Charlie pfiff einmal laut, dann noch einmal. Ein Antwortruf kam von unten, dann ertönte die Stimme David Hardys in perfektem Anglic.

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