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Электронная книга - «Erniedrigte und Beleidigte». Краткое содержание книги:

Erniedrigte und Beleidigte
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Er stand auf, hob sie aus dem Lehnstuhl in die Höhe und drückte sie fest und innig an sein Herz. »Sie ist hier; sie ist wieder an meinem Herzen!« rief er. »Oh, ich danke dir, Gott, für alles, für alles, für deinen Zorn und für deine Gnade! Und für deine Sonne, die jetzt nach dem Gewitter wieder auf uns herniederstrahlt! Für dieses ganze Glück danke ich dir! Oh, wenn wir auch erniedrigt und beleidigt sind, aber wir sind doch wieder zusammen; mögen die stolzen, hochmütigen Menschen, die uns erniedrigt und beleidigt haben, jetzt immerhin triumphieren! Mögen sie uns mit Steinen werfen! Fürchte dich nicht, Natascha!... Wir werden Arm in Arm gehen, und ich werde ihnen sagen: »Das ist meine teure, geliebte Tochter, das ist meine unschuldige Tochter, die ihr beleidigt und erniedrigt habt, aber die ich liebe und für alle Ewigkeit segne!«« »Wanja, Wanja!...« sagte Natascha mit schwacher Stimme und streckte mir aus der Umarmung des Vaters ihre Hand hin.

Oh, nie werde ich es vergessen, daß sie in diesem Augenblick sich meiner erinnerte und mich rief!

»Wo ist denn Nelly?« fragte der Alte, um sich schauend.

»Ach, wo ist sie denn?« rief die alte Frau. »Mein liebes Kind! Wir haben sie ja ganz vergessen!« Aber sie war nicht im Zimmer; sie war unbemerkt ins Schlafzimmer geschlüpft. Wir gingen alle dorthin. Nelly stand in einem Winkel hinter der Tür und suchte sich ängstlich vor uns zu verstecken.

»Nelly, was ist dir, mein Kind?« rief der Alte und wollte sie umarmen.

Aber sie sah ihn lange eigentümlich an... »Mama, wo ist meine Mama?« sagte sie wie geistesabwesend.

»Wo ist meine Mama?« schrie sie noch einmal und streckte ihre zitternden Hände nach uns aus. Auf einmal brach ein schrecklicher, unheimlicher Schrei aus ihrer Brust hervor; ein krampfhaftes Zucken lief über ihr Gesicht, und sie fiel in einem furchtbaren Anfall auf den Fußboden...

Epilog

Letzte Erinnerungen

Es war Mitte Juni. Ein heißer, schwüler Tag. In der Stadt war es nicht auszuhalten: überall Staub, Kalkgeruch, Baugerüste, glühendes Pflaster, von üblen Ausdünstungen verpestete Luft... Aber da − o Freude! − donnerte es irgendwo in der Ferne; allmählich verdunkelte sich der Himmel; der Wind erhob sich und trieb ganze Wolken von Straßenstaub vor sich her. Einzelne dicke Regentropfen klatschten schwer auf die Erde nieder, und dann war es, als ob der ganze Himmel berste, und ein wahrer Strom von Wasser ergoß sich über die Stadt. Als nach einer halben Stunde wieder die Sonne schien, öffnete ich das Fenster meiner Dachstube und sog begierig die frische Luft in meine müde Brust tief ein. In meinem Freudenrausch wollte ich schon die Feder hinwerfen, meine ganze Arbeit und den Verleger selbst im Stich lassen und zu ›meinen Leuten‹ nach der Wassili-Insel laufen. Aber obgleich die Versuchung groß war, überwand ich sie doch und machte mich mit einer Art von Wut erneut an meine Schreiberei: ich mußte unter allen Umständen fertig werden! Der Verleger befahl, und sonst gab er mir kein Geld. Man erwartete mich allerdings dort auf der Wassili-Insel jetzt vergebens; aber dafür war ich dann am Abend frei, völlig frei, wie der Vogel in der Luft, und ich sagte mir, der heutige Abend werde mich für diese letzten zwei Tage und zwei Nächte entschädigen, in denen ich drei und einen halben Druckbogen geschrieben hatte.

Und nun war die Arbeit endlich fertig; ich warf die Feder hin und erhob mich; ich fühlte einen Schmerz im Rücken und in der Brust und eine Benommenheit im Kopf. Ich wußte, daß in diesem Augenblick mein Nervensystem aufs äußerste angegriffen war, und glaubte noch die letzten Worte zu hören, die mein alter Arzt zu mir gesagt hatte: »Nein, solche Anstrengungen kann auch die beste Konstitution nicht aushalten; das ist ein Ding der Unmöglichkeit!« Indessen, vorläufig war es noch möglich! Der Kopf war mir schwindlig, und ich konnte kaum auf den Beinen stehen; aber Freude, eine grenzenlose Freude erfüllte mein Herz. Meine Novelle war vollständig fertig, und ich sagte mir, daß der Verleger, obwohl ich ihm viel schuldete, mir doch wenigstens etwas geben werde, wenn er die Beute in seinen Händen sehe, wenigstens fünfzig Rubel, und ich hatte seit langer, langer Zeit nicht so viel Geld besessen. Freiheit und Geld!... Voller Entzücken griff ich nach meinem Hut, nahm das Manuskript unter den Arm und lief Hals über Kopf, um unseren verehrten Alexander Petrowitsch noch zu Hause zu finden.

Ich traf ihn noch an, wiewohl er eben im Fortgehen war. Er hatte seinerseits soeben eine nicht literarische, aber dafür sehr profitable Spekulation zum Abschluß gebracht, begleitete einen brünetten kleinen Juden, mit dem er ganze zwei Stunden lang in seinem Arbeitszimmer gesessen hatte, endlich hinaus, reichte mir nun höflich die Hand und erkundigte sich mit seiner weichen, liebenswürdigen Baßstimme nach meinem Befinden. Er war ein herzensguter Mensch, und ich war ihm, ohne Scherz gesagt, sehr zu Dank verpflichtet. Was konnte er dafür, daß er in der Literatur sein ganzes Leben lang ›nur‹ Verleger gewesen war? Er hatte begriffen, daß die Literatur einen Verleger nötig hatte, und er hatte das sehr zur rechten Zeit begriffen; dafür sei ihm Ehre und Ruhm - natürlich von der Art, wie es einem Verleger zukommt.

Er hörte mit einem Lächeln der Befriedigung, daß die Novelle fertig und die nächste Nummer seiner Zeitschrift auf diese Art in ihrem Hauptbestandteil sichergestellt sei, sprach seine Verwunderung darüber aus, wie ich es angefangen hätte, etwas rechtzeitig fertigzustellen, und machte dabei einige sehr liebenswürdige Witze. Darauf ging er an seinen eisernen Geldschrank, um mir die versprochenen fünfzig Rubel zu geben, reichte mir unterdessen ein dickes Heft eines anderen, gegnerischen Journals hin und machte mich auf einige Zeilen in der Abteilung für Kritik aufmerksam, wo auch über meine letzte Novelle ein paar Worte gesagt waren.

Ich sah hinein: es war ein Artikel des ›Merkers‹. Ich wurde darin nicht eigentlich gescholten, aber auch nicht eigentlich gelobt. Aber der ›Merker‹ sagte unter anderem, meine Schriften pflegten ›nach Schweiß zu riechen‹, das heißt, ich vergösse bei ihrer Abfassung so viel Schweiß, mühte mich so lange ab, nähme so viele Umarbeitungen und Überarbeitungen vor, daß das abstoßend wirke.

Der Verleger und ich mußten beide laut lachen. Ich teilte ihm mit, daß meine vorige Novelle in zwei Nächten verfaßt sei und daß ich jetzt in zwei Tagen und zwei Nächten drei und einen halben Druckbogen geschrieben hätte; wenn das der ›Merker‹ wüßte, der mir übermäßige Sorgfalt und pedantische Langsamkeit beim Arbeiten zum Vorwurf machte!

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Главный герой
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