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Flucht aus der Zukunft [=Zeitspringer / The Time-Hoppers - de]

Электронная книга - «Flucht aus der Zukunft [=Zeitspringer / The Time-Hoppers - de]». Краткое содержание книги:

Kriminalsekretär Joseph Quellen, Angestellter Klasse VII, besitzt eindeutige Beweise für die Existenz der Zeitspringer: Die alten Polizeiakten des Jahres 1979. Sie berichten vom Auftauchen seltsam gekleideter Frauen und Männer, die nach scharfen Verhören gestehen, aus dem 25. Jahrhundert geflüchtet zu sein, um dem hoffnungslosen Leben unter dem Regime der Maschinen zu entgehen. Kriminalsekretär Quellen befindet sich in einer Zwangslage. Er soll die illegale Organisation der Zeitreisenden zerschlagen — darf aber durch sein Eingreifen kein Zeitparadoxon verursachen, das das Regime in seinen Grundfesten erschüttern würde.
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»Ich habe nachgedacht. Es scheint sich einiges anzubahnen.«

»Du weißt, daß mir das Denken Kopfschmerzen macht. Gibt es dafür denn keine Regierung?«

»Kleine Würstchen wie dein Bruder Joe? Sei nicht albern, Kleines. Es gibt die Regierung, und es gibt die Hohe Regierung, und das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Ich habe meine Verantwortung. Und deshalb muß ich nachdenken.«

»Worum geht es?«

»Ob ich Kloofman helfen soll, Danton um die Ecke zu bringen.«

»Tatsächlich, Liebling? Aber ich dachte, du wärst in Dantons Partei.«

Pomrath lächelte. »Ich war es. Aber Kloofman ist ein Weinkenner. Er hat mich herumgekriegt. Weißt du, was er sich für Danton zurechtgelegt hat? Es ist großartig! Ein Laser, der so programmiert ist, daß er losgeht, wenn …«

»Sag’s nicht«, meinte Helaine. »Ich könnte das Geheimnis nicht für mich behalten.« Sie drehte sich um. Pomrath ließ seine Blicke über ihren üppigen Körper gleiten. Sie hat noch nie so gut ausgesehen, dachte er. Er fragte sich, ob er wirklich bei der Ermordung mitmachen sollte. Danton würde ihn gut belohnen, wenn er ihm den Plan verriet. Er mußte sich die Sache noch einmal gründlich überlegen.

Der Butler kam aus der Villa gerollt und blieb auf seinen vier ausziehbaren Beinen neben Pomraths Stuhl stehen. Pomrath betrachtete den grauen Metallkasten liebevoll. Was gab es Besseres als einen Butler, der auf den Alkoholkreislauf seines Herrn programmiert war!

»Rum, abgeseiht«, sagte Pomrath.

Der spinnenartige Arm aus Titanfiber reichte ihm das Getränk. Er schlürfte voll Genuß. Hundert Meter vom Ufer entfernt stiegen plötzlich Blasen aus dem Wasser auf, als ob irgendein Ungeheuer durch die Tiefe zöge. Und dann kam eine lange Korkenziehernase an die Wasseroberfläche. Ein Metallkrake, der ihm einen Besuch abstatten wollte. Pomrath machte eine Verteidigungsbewegung, und sofort bildeten die Wachzellen der Insel einen Staketenzaun aus Kupferdraht. Zwischen den Kupferdrähten schimmerte ein Verteidigungsschirm.

Der Krake kletterte ans Ufer. Er griff den Verteidigungsschirm nicht an. Sechs Meter maß das graugrüne Ding, als es sich ganz aus dem Wasser erhoben hatte. Es warf einen Schatten über Helaine und Pomrath. Die Augen waren groß und gelb. In dem röhrenförmigen Schädel öffnete sich ein Deckel, und eine Plattform wurde nach oben geschoben, auf der ein menschliches Wesen stand. Der Krake war also nichts als ein Transportmittel, dachte Pomrath. Er erkannte die Gestalt, die ans Ufer kam, und senkte den Verteidigungsschirm.

Es war Danton.

Kühle Augen, eine scharfe Adlernase, schmale Lippen und eine dunkle Gesichtshaut verrieten eine sehr gemischte Vorfahrenschaft. Als der mächtige Mann aus Klasse Eins ans Ufer trat, nickte er höflich der nackten Helaine zu und streckte Pomrath beide Hände entgegen. Pomrath drückte auf die Kontrollen des Butlers, und die Maschine beschaffte einen Liegestuhl für den Gast. Während sich Danton niederließ, besorgte ihm der Butler etwas zu trinken. Helaine legte sich in ihrer Nähe auf den Bauch und nahm ein Sonnenbad.

»Ich komme wegen Kloofman«, sagte Danton ruhig. »Es wird höchste Zeit …«

Pomrath wachte auf. Er hatte einen schlechten Geschmack im Mund.

So war es immer, dachte er traurig. Wenn die Halluzination wirklich spannend wurde, ließ die Wirkung der Droge nach. Hin und wieder hatte er das doppelte bezahlt, um den Traum länger genießen zu können. Aber selbst dann wurde er meist mitten aus den Halluzinationen hochgerissen. FORTSETZUNG FOLGT konnte man auf jeder Maske lesen. Aber was erwartete er? Eine hübsch abgerundete Episode mit Anfang, Höhepunkt und Schluß? Er schob sich von der Liege hoch und ging zur Theke, wo er die Maske abnahm.

»War er gut, Norm?« fragte Jerry.

»Schrecklich. Ich wurde zu Klasse Zwanzig degradiert und mußte in ein Massenquartier ziehen. Dann fanden sie für mich eine Stelle als Sanitäts-Roboter-Assistent, und ich mußte die Einlaufpumpen bedienen. Später bekam ich dann Krebs im Ohr …«

»He, hör auf zu schwindeln! Das hast du tatsächlich geträumt?«

»Natürlich«, erklärte Pomrath. »Ist doch nicht schlecht für so wenig Geld, oder?«

»Du hast einen verdammten Sinn für Humor, Norm. Ich weiß nicht, wie du immer auf solche Witze kommst.«

Pomrath lächelte dünn. »Es ist ein Geschenk des Himmels. Mehr weiß ich auch nicht. Es kommt einfach so, wie Krebs im Ohr. Wiedersehen, Jerry.«

Er ging hinaus und nahm den Lift nach oben. Es war spät, schon fast Zeit zum Abendessen. Er wäre gern zu Fuß gegangen, aber er wußte, daß Helaine Krach schlagen würde, wenn er so lange trödelte. Also ging er auf die nächste Schnellbootrampe zu. Als er sie betrat, sah Pomrath eine schäbige Gestalt auf sich zukommen. Pomrath versteifte sich. Soll er nur kommen, dachte er, ich werde mich vorsehen.

»Lesen Sie das«, murmelte der Mann und drückte ihm einen zerknitterten Zettel in die Hand.

Pomrath rollte das zähe, gelbliche Kunststoffpapier auf. Die Botschaft war einfach. Sie stand in roten Lettern mitten auf dem kleinen Zettel.

KEINE ARBEIT?
FRAGEN SIE NACH LANOY

Das ist interessant, dachte Pomrath. Offenbar sieht man mir jetzt schon an, daß ich keine Arbeit finden kann. Aber wer zum Teufel ist dieser Lanoy?

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Martin Koll ordnete umständlich die Papiere auf seinem Schreibtisch, um vor Quellen seine Verwirrung zu verbergen. Der Kriminalsekretär hatte Koll soeben einen sehr beunruhigenden Vorschlag gemacht, einen Vorschlag, der weitreichende Folgen haben konnte. Koll wiederum mußte ihn der Hohen Regierung zur Beurteilung vorlegen. Am liebsten hätte er Quellen an einem rostigen Nagel aufgespießt, um sich für diese unangenehme Sache zu rächen. Zugegeben, es war ein kluger Vorschlag. Aber Klugheit paßte gar nicht zu Quellen. Der Mann war gründlich, systematisch und einigermaßen geschickt, aber das war doch noch lange kein Grund, seinem Vorgesetzten mit einer derartig zweischneidigen Sache zu kommen.

»Mal sehen, ob ich Sie recht verstehe«, sagte Koll, der nur allzu gut verstand. »Ihre Nachforschungen in der Zeitreise-Affäre haben ergeben, daß sich unter den Aufgezeichneten ein Mann namens Mortensen befindet, der nächsten Monat die Reise machen soll. Diesen Mann gibt es tatsächlich. Und Sie schlagen nun vor, ihn zu beschatten und zu seinem Kontaktmann zu verfolgen. Man soll ihn von der Reise in die Vergangenheit abhalten, indem man zuvor diejenigen verhaftet, die das Reisegeschäft betreiben.«

Quellen nickte. »Jawohl.«

»Sie sind sich doch im klaren darüber, daß das ein direktes Eingreifen in die Vergangenheit ist, etwas, das man bisher noch nie gewagt hat?«

»Ich weiß«, sagte Quellen. »Deshalb kam ich auch her, um mir Ihre Erlaubnis zu holen. Ich stehe zwischen zwei Befehlen: den Mann zu fangen, der die Zeitreisen organisiert, und den Geschichtsablauf nicht zu verändern. Offensichtlich steht Mortensen mit dem Verbrecher in Kontakt, wenn der vierte Mai das tatsächliche Abreisedatum ist. Wenn wir also jemanden auf ihn ansetzen …«

»Ja«, sagte Koll trocken, »das sagten Sie bereits. Ich kann mir Ihre Schwierigkeiten vorstellen.«

»Haben Sie irgendwelche Instruktionen für mich?«

Koll blätterte wieder nervös in seinen Papieren. Er hatte den Verdacht, daß Quellen das absichtlich tat, daß er sich freute, ihn festnageln zu können. Koll erkannte sehr wohl die Einmaligkeit der Situation. Seit zehn Jahren ließ er nun Quellen nach seiner Pfeife tanzen. Er gab ihm eine heiße Sache nach der anderen und sah mit Vergnügen zu, wie Quellen seine begrenzten Fähigkeiten zur Lösung der Probleme einsetzte. Koll mußte zugeben, daß er Quellen sogar mit etwas Sadismus behandelte. Es war nicht unfair. Koll durfte seine persönlichen Fehler wie jeder andere haben, und es erschien ihm durchaus in Ordnung, daß er seine Aggressionsgefühle an dem ruhigen Quellen ausließ. Dennoch, es war unangenehm, daß Quellen sich jetzt auf diese Weise rächte.

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