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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Diese in Gegenwart von Ali, der kein Wort Französisch verstand, gehaltene Redebrachte aufBaptistin eine große Wirkung hervor.

Es soll meinBestreben sein, mich in allen Punkten mit den Wünschen Eurer Exzellenz in Einklang zu setzen, sagte er; überdies werde ich mir Herrn Ali zum Vorbild nehmen. Oh! keineswegs, sagte der Graf eiskalt. Bei Ali sind viele Fehler mit guten Eigenschaften vermischt. Nehmen Sie sich keinBeispiel an ihm, denn Ali ist eine Ausnahme; er hat keinen Lohn, er ist kein Diener; er ist mein Sklave, mein Hund; verfehlt er sich gegen seine Pflicht, so jage ich ihn nicht fort, sondern töte ihn.

Baptistin riß die Augen weit auf.

Sie zweifeln? sagte Monte Christo.

Und er wiederholte arabisch die Worte, die er französisch zuBaptistin gesprochen hatte.

Ali hörte, lächelte, näherte sich seinem Herrn, setzte ein Knie auf die Erde und küßte ihm ehrfurchtsvoll die Hand. Diese kleine Zugabe zu der Lektion seines Gebieters machte das Maß des ErstaunensbeiBaptistin voll. Der Graf hieß ihn nun durch ein Zeichen weggehen und Ali ihm folgen. Beidebegaben sich in sein Kabinett, wo eine lange Unterredung stattfand.

Um fünf Uhr schlug der Graf dreimal auf sein Glöckchen. Ein Schlag rief Ali, zwei riefenBaptistin, dreiBertuccio.

Meine Pferde! sagte Monte Christo.

Sie sind angespannt, Exzellenz, erwiderteBertuccio. Habe ich den Herrn Grafen zubegleiten?

Nein, der Kutscher, Ali undBaptistin, sonst niemand.

Der Graf ging hinabund erblickte an seinem Wagen die Pferde, die er wenige Stunden zuvor an Danglars' Wagenbewundert hatte.

Diese Tiere sind in der Tat schön, sagte er, und Sie haben wohl daran getan, sie zu kaufen, nur war es ein wenig spät.

Exzellenz, entgegneteBertuccio, es hat mir viele Mühe gemacht, sie zu erhalten, und der Preis ist sehr hoch.

Kommen Ihnen die Pferde darum minder schön vor? fragte der Graf, die Achseln zuckend.

Dieses Gespräch fand oben auf der Freitreppe statt. Bertuccio tat einen Schritt, um die erste Stufe hinabzusteigen. Sacht, mein Herr, rief Monte Christo, ihn zurückhaltend. Ichbedarf eines Gutes an der Seeküste, sagen wir, in der Normandie, zwischen Havre undBoulogne. Ich gebe Ihnen Raum, wie Sie sehen. Bei diesem Ankauf müssen Sie auf einen kleinen Hafen, eine kleineBuchtbedacht sein, wo meine Korvette einlaufen und sich halten kann; ihr Tiefgangbeträgt nur fünfzehn Fuß. Das Schiff muß stetsbereit sein, in See zu gehen, zu welcher Stunde des Tages oder der Nacht es mirbeliebt. Sie erkundigen sichbei allen Notaren nach einem Gute, das den von mir angegebenenBedingungen entspricht. Haben Sie ein solches in Erfahrung gebracht, sobesichtigen Sie es, und wenn Sie damit zufrieden sind, kaufen Sie es in meinem Namen. Die Korvette ist auf dem Wege nach Fécamp, nicht wahr?

An demselben Abend, an dem wir Marseille verließen, sah ich sie in See gehen.

Und die Jacht?

Die Jacht hatBefehl, in Martigues zubleiben.

Gut! Sie korrespondieren von Zeit zu Zeit mit den Patronen, welche die Schiffebefehligen, damit sie nicht einschlafen. Und dazu noch eins: Für das Dampfboot, das in Chalons ist, geben Sie dieselbenBefehle wie für die Segelschiffe.

Sehr wohl.

Sobald das Gut gekauft ist, muß ich auf der Straße nach dem Norden und auf der nach dem Süden frische Pferde haben von zehn zu zehn Stunden.

Eure Exzellenz kann auf michbauen.

Der Graf machte ein Zeichen der Zufriedenheit, stieg die Stufen hinabund sprang in seinen Wagen, der, von dem herrlichen Gespann im Trabe gezogen, erst vor dem Hotel desBankiers anhielt.

Danglars führte eben den Vorsitzbei einer für Eisenbahn‑Angelegenheiten ernannten Kommission, als man ihm denBesuch des Grafen von Monte Christo meldete. Die Sitzung war übrigens fast zu Ende. Bei dem Namen des Grafen stand er auf und sagte zu seinen Kollegen, von denen mehrere Kammermitglieder waren:

Meine Herren, verzeihen Sie mir, wenn ich Sie verlasse, aber denken Sie sich, daß das Haus Thomson und French in Rom einen gewissen Grafen von Monte Christo an mich weist und ihm zugleich einen unbegrenzten Kreditbei mir eröffnet. Es ist der possierlichste Scherz, den sich je meine Korrespondenten im Ausland gegen mich erlaubt haben. Sie werdenbegreifen, die Neugierde hat mich gepackt und hält mich noch fest; ichbin auch heute frühbei dem angeblichen Grafen vorgefahren. Wäre er ein wirklicher Graf, so könnte er, wie Sie einsehen werden, nicht so reich sein. Der Herr war nicht sichtbar. Sind die Manieren, die sich der Herr von Monte Christo erlaubt, Ihrer Ansicht nach nicht die einer Hoheit oder einer hübschen Frau? Das Haus auf den Champs‑Elysées ist übrigens, wie ich erfahren habe, sein Eigentum und gar nicht zu verachten. Ich halte mich für mystifiziert. Aber sie wissen dort nicht, mit wem sie es zu tun haben; wer zuletzt lacht, lacht ambesten.

Nachdem er diese Worte von sich gegeben hatte, die er mit einem seine Nasenlöcher schwellenden Nachdruck sprach, verließ der HerrBaron seine Gäste und ging in einen weiß und goldenen Salon, der in der Chaussée d'Antin in hohem Ansehn stand. Er hatteBefehl gegeben, den Grafen hier einzuführen, um ihn mit dem ersten Schlage zublenden.

Monte Christobetrachtete ein paar Kopien von Albano und Fattore, die manbei demBankier für Originale ausgegeben hatte, aberbei dem Geräusch, das Danglars machte, wandte er sich um. Danglars grüßte leicht mit dem Kopfe undbedeutete dem Grafen durch ein Zeichen, er möge sich auf einen mit weißem, goldgesticktem Atlas überzogenen Polsterstuhl von vergoldetem Holze setzen.

Ich habe die Ehre, mit Herrn von Monte Christo zu sprechen?

Und ich, antwortete der Graf, mit dem HerrnBaron von Danglars, Ritter der Ehrenlegion, Mitglied der Kammer der Abgeordneten?

Monte Christo wiederholte alle Titel, die er auf der Karte desBarons gefunden hatte. Danglars fühlte den Stich, biß sich in die Lippen und antwortete:

Entschuldigen Sie mich, daß ich Ihnen nicht sogleich den Titel gegeben habe, unter dem Sie sich ankündigten; aber Sie wissen, wir leben unter einer volkstümlichen Regierung, und ichbin ein Vertreter der Rechte des Volkes.

So sehr, daß Sie zwar die Gewohnheit, sich selbstBaron nennen zu lassen, beibehielten, die, andere Graf zu nennen, aber vergessen haben!

Ah! ich halte auch für meine Person nichts darauf, mein Herr, entgegnete Danglars gleichgültig, man hat mich wegen einiger Dienste, die ich geleistet, zumBaron ernannt und zum Ritter der Ehrenlegion gemacht; daher…

Doch Sie entsagten Ihren Titeln und gaben ein schönesBeispiel!

Nicht ganz; Siebegreifen, für dieBedienten…

Ja, ja, für Ihre Leute heißen Sie gnädiger Herr, für die Journalisten Herr und für Ihre WählerBürger. Das sind unter einer konstitutionellen Regierung höchst praktische Abstufungen, wie ich vollkommenbegreife.

Danglars kniff sich abermals die Lippen; er sah, daß er auf diesem Gebiete Monte Christo nicht gewachsen war, und suchte auf ein anderes überzugehen, mit dem erbesser vertraut war.

Herr Graf, sagte er sich verbeugend, ich habe eine Mitteilung von dem Hause Thomson und French erhalten.

Ichbin darüber entzückt, HerrBaron, ich werde nicht nötig haben, mich selbst vorzustellen, was immer ein wenig peinlich ist. Sie haben alsobereits eine Mitteilung empfangen? Ja, aber ich gestehe, daß ich den Sinn derselben nicht vollkommenbegriff. — Bah!

DieserBrief, ich habe ihn, glaube ich, bei mir. Ja, hier ist er. DieserBrief eröffnet dem Herrn Grafen einen unbegrenzten Kredit auf mein Haus.

Nun, HerrBaron, was finden Sie hierin Dunkles?

Nichts, außer dem Worte unbegrenzt.

Wie, ist der Ausdruck nicht gut? Siebegreifen, derBrief ist von Engländern geschrieben.

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