Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
El Silbador - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

El Silbador

Электронная книга - «El Silbador». Краткое содержание книги:

In Spanien nennt man ihn El Silbador — der Pfeifer, denn Michel Baum beherrscht die Kunst des Pfeifens vollendet. Nicht selten verdankt er dieser Kunst Rettung aus Not und Gefahr. Unbändiger Freiheitsdrang ist es, der ihm das Leben in der geknechteten Heimat unerträglich macht; unbändiger Freiheitsdrang treibt ihn von Abenteuer zu Abenteuer. Eine Schar ungleicher Gefährten, darunter die zwielichtige Gräfin Marina und der treue Riese Ojo, sammeln sich um ihn.
In buntbewegten Szenen wird die Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts gegenwärtig.
1 ... 6 7 8 9 10 11 12 13 14 ... 83
Перейти на страницу:

Pedro trat zögernd näher. Argwöhnisch musterte er den Ankömmling, der sich hier benahm, als gehöre ihm Grund und Boden.

»Was starrst du mich wie ein Wundertier an, Schäfer?« rief der Jäger gut gelaunt. »Hast du noch nie einen Fremden gesehen? Ich bin ein Mensch wie jeder andere.«

Damit widmete er sich wieder seinem Bock und begann erneut zu pfeifen.

Pedro stand noch immer unschlüssig. Er dachte nach. Würde er jetzt den Majordomo rufen, so durfte er damit rechnen, ein Lob des allmächtigen Haushofmeisters zu ernten. Aber was hatte er schon von einem Lob? Der Säckel mit den Goldstücken saß dem vornehmen Herrn nicht sehr locker. Andererseits konnte er sich hier zu diesem merkwürdigen Menschen setzen und an dessen Mahlzeit teilhaben. Die ersten Düfte des lieblichen Bratens stiegen ihm bereits vielversprechend in die Nase. Plötzlich meldete sich der Appetit bei ihm. Er trat an das Feuer. »Wer seid Ihr, Senor?« wagte er eine schüchterne Frage.

»Ein Jäger, der Hunger hat. Das siehst du doch. Was interessiert dich mein Name, du würdest ihn doch nicht verstehen.«

»Vielleicht kenne ich ihn schon«, wurde Pedro mutiger.

»Das ist unmöglich. Ich bin nicht aus Spanien. Du würdest ihn gar nicht aussprechen können.«

Der Schäfer lächelte siegesbewußt. Dann sagte er mit selbstgefälliger Stimme:

»Ihr seid El Silbador, habe ich recht?«

Der andere lachte wie über einen guten Witz.

»Nenne mich immerhin so. El Silbador, nicht übel. Paßt gar nicht schlecht zu meiner Art, mich zu unterhalten. Du mußt nämlich wissen: ich pfeife gern.« Pedro sah ihn verblüfft an.

»Eben darum hat man Euch vermutlich diesen Namen gegeben.« Jetzt war die Reihe zu staunen an dem Jäger.

»Man hat mir diesen Namen gegeben? Ja, wer denn? Ich kenne doch hier weit und breit keinen Menschen.«

»Euch kennt hier auch niemand persönlich.«

»Natürlich nicht. Ihr seid der erste Mensch, mit dem ich spreche, seit ich mich hier im Gebirge aufhalte.«

In Pedro dämmerte es langsam. So schien der berühmte Silbador gar nicht zu wissen, wie bekannt er war. Die vielen Geschichten, die man sich von ihm erzählte, beruhten aller Wahrscheinlichkeit nach nur darr auf, daß irgendein Jäger hin und wieder einmal von fern sein schauriges Pfeifen vernommen hatte.Die Leute hier herum waren abergläubisch. Wenn sie etwas nicht recht fassen konnten, machten sie sogleich eine Legende daraus.

»Muy bien, Senor«, sagte der Schäfer jetzt, »so kann ich Euch mitteilen, daß man bis hinunter nach Benasque von Euch spricht. Jeder Gebirgler hat schon von Eurer unheimlichen Pfeiferei gehört.«

Der Silbador schnitt sich ein großes Stück vom Rücken des Bockes herunter.

»Greif zu, Schäfer. Wenn wir eine Flasche Wein hier hätten, so könnten wir auf meine Taufe

trinken.« Pedro stand auf.

»Wartet eine Minute, Senor. Ich habe Wein in meiner Hütte. Es ist zwar keiner von der besten Sorte, aber dennoch läuft er die Kehle hinunter wie Wasser.«

Als Pedro nach kurzer Zeit mit einer Korbflasche zurückkehrte, warf ihm der Silbador ein silbernes Geldstück zu und meinte fröhlich:

»Trink, Bruder, auf meine Rechnung. Kannst dir später neuen kaufen.« Der Bock wurde immer kleiner. Stück um Stück verschwand in den Mägen der hungrigen Männer. Endlich wischte sich der Fremde mit dem Handrücken den Mund. »Wie heißt du, Schäfer?« fragte er dann. »Pedro Jorge, und was ist Eures Vaters Name?« Der Fremde seufzte schwer und sah nachdenklich in die Ferne.

»Es ist kein halbes Jahr her, da nannte man mich noch Michel Baum. Na, bleiben wir bei Silbador. Glaube, daß das für deine Zunge einfacher ist.«

Pedro nickte und legte sich zurück ins Gras. Michel stocherte in der Asche, bis das Feuer wieder aufflammte. —

»Heiooo! Pedro!« kam plötzlich ein Ruf durch die Stille des heraufdämmernden Abends. »Wo steckst du, verdammter Ziegenhirt?«

Pedro richtete sich auf und sah Michel verstört an. Dann flüsterte er hastig:

»Versteckt Euch, Senor, wenn man Euch hier sieht und bemerkt, daß Ihr eine Gemse geschossen habt, so wird man Euch in den Turm werfen. Der Majordomo ist ein wilder Herr, der es besonders auf Wildschützen abgesehen hat.«

Michel Baum lächelte.

»Ganz wie beim Landgrafen in Hessen«, meinte er.

»Von wem sprecht Ihr da, Senor?« wollte der Schäfer wissen.

Michel winkte ab.

»Geh zu deinem Majordomo und sage ihm, wenn er noch alle Zähne hat und ein paar verlieren will, dann soll er getrost hierherkommen. Ich bin Zahnzieher von Beruf.« »He! Pedro!«

Der Schäfer rannte in die Richtung, aus der der Ruf erklungen war. Neben der Hütte hielten drei Reiter, die geradewegs vom Schloß herauf gekommen sein mußten.

Der Majordomo war ein finster wirkender Mann, dessen Gesicht von einem imponierenden Vollbart umrahmt war. Die beiden Knappen neben ihm machten einen weniger furchterregenden Eindruck.

»Wo steckst du, Hund?« schrie der Haushofmeister den zitternden Schäfer an. »Hütest du so die Herde deines Herrn? Gib ihm noch eins mit der Peitsche, Juan. Diese Burschen gehorchen nur, wenn man sie hin und wieder verprügelt.«Juan spornte sein Pferd an, um dichter an Pedro heranzukommen.

»Gnade, Gnade, Don Manuel«, wimmerte der Schäfer und fiel vor dem Majordomo auf die Knie. Juan holte bereits zum Schlag aus, als er von einer donnernden Stimme unterbrochen wurde: »Halt, ihr Strolche, sonst schicke ich euch in die Hölle!«

Michel Baum war herangekommen. In der einen Hand hielt er seine Flinte, in der anderen den gezückten Degen.

»Wer bist du, verdammter Bravo, daß du es wagst, den Majordorno des Grafen de Villaverde y Bielsa so unflätig anzufahren!« schrie Don Manuel wutbebend mit hochrotem Gesicht. »Wer ich bin, geht dich einen Dreck an«, sagte Michel ruhig. »Wenn du mich aber noch einmal «Du« nennst, dann werde ich dir dein bißchen Verstand aus dem Kopf hauen, du aufgeblasener Hanswurst.«

Der Majordomo saß bewegungslos im Sattel. Derartiges war ihm in seinem vierzigjährigen Dasein noch nie widerfahren. Deshalb wußte er auch nicht, wie er auf diese Beleidigung reagieren sollte. Als er sich etwas von seiner Verwunderung erholt hatte, wandte er sich an den Schäfer. »Kennst du den Mann?«

»Es ist — es ist«, stotterte der, »es — ist — derjenige, den sie im Gebirge — El Silbador nennen.«

1 ... 6 7 8 9 10 11 12 13 14 ... 83
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)