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Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]

Электронная книга - «Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]». Краткое содержание книги:

Tenebra, die Welt der Extreme, hatte sie eingefangen und ließ sie nicht mehr los. Nur der irdische Robotlehrer — eine Maschine konnte den Versuch zur Rettung der beiden Sternenkinder aus der Hölle von Tenebra unternehmen. Eine Temperatur von über 180 Grad, und ein Luftdruck von 800 Atmosphären und eine planetare Oberfläche, die täglich tiefgreifenden Veränderungen unterworfen war, machten der Maschine nichts aus.
Der Autor hat seit Jahren in den Kreisen der SFAnhänger einen ausgezeichneten Ruf, weil er es wie kaum ein anderer versteht, die Reaktionen von Lebewesen in einer fremden Umgebung lebensecht zu schildern.
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Nick sah der Gruppe nach, als sie zu den anderen zurückkehrte und vor dem Häuptling haltmachte.

Dann wandte er sich um und stieß Jim an.

„Jim, du mußt Nancy aufwecken“, flüsterte er.

„Swift gibt sich bestimmt nicht so leicht geschlagen.

Ich werde mich so gut wie möglich zur Wehr setzen; ihr beide müßt mich mit Munition versorgen.“

„Was meinst du damit?“ Nancy war noch so schläfrig, daß sie langsamer als gewöhnlich dachte.

„Ich kann uns nicht mit einer Axt verteidigen; das wäre reiner Selbstmord. Aber ich werde Fackeln benützen — erinnert ihr euch noch daran, wie schmerzhaft Brandwunden sind? Die Wilden haben keine Erfahrung damit; ich habe sie vor dem Feuer gewarnt, und sie sind immer sehr vorsichtig damit gewesen.

Aber jetzt werden sie es zu spüren bekommen!“

Die beiden anderen waren unterdessen aufgestanden. „Wie du meinst, Nick“, stimmte Jim zu. „Wir zünden die Fackeln an und geben sie dir, wenn du sie brauchst. Willst du die Dinger wie eine Lanze benutzen — oder lieber als Wurfgeschoß? Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, daß man sie überhaupt als Waffe gebrauchen kann.“

„Das ist mir auch erst vorhin eingefallen. Zuerst brauche ich lange Stöcke, mit denen ich stoßen kann.

Wenn ich werfen will, müßt ihr mir ganz kurze geben — wir dürfen nicht riskieren, daß die Kerle die Fackeln aufnehmen und zurückwerfen. Diese Gefahr besteht durchaus, denn sie sind längst nicht so dumm, wie sie aussehen!“

Jim und Nancy wandten sich dem Holzstoß zu, der fast die Hälfte der Hütte ausfüllte. Das Feuer brannte in der Nähe der Tür; Nick nahm seine vorherige Stellung wieder ein, während die beiden anderen hinter ihm am Feuer standen, von wo aus sie ihm die Fakkeln rasch in die Hand geben konnten. Sie waren kampfbereit, als die Gruppe zu der Hütte zurückkehrte.

Diesmal war sie etwas größer; Swift hatte selbst die Führung übernommen. Er ließ seine Leute fünf Meter von der Hütte entfernt haltmachen und wandte sich an Nick.

„Wenn du uns kein Holz gibst, verschaffe ich es mir mit meinen Messern. Du weißt genau, was ich damit sagen will.“

„Ich weiß“, bestätigte Nick. „Deshalb will ich nichts mit dir zu tun haben. Wenn ihr näher kommt, kann ich für nichts garantieren.“

Er hatte Swift noch nie unentschlossen oder zögernd gesehen, aber jetzt schien der Häuptling einen Augenblick lang zu überlegen, was Nick gemeint haben mochte. Dann reagierte er wie üblich.

„Ausgezeichnet“, sagte er und stürzte sich auf Nick, wobei er seine vier Speere auf die Brust des anderen richtete.

Nicks Schlachtplan erwies sich als undurchführbar; die Speere waren länger als seine Fackeln. Er drückte ihre Spitzen beiseite, bevor sie ihn berührten, konnte Swift aber selbst dann nicht erreichen, als die Speere ihn nicht mehr behinderten. Nick ließ sich durch seinen Haß auf den Häuptling zu einem unbedachten Angriff hinreißen und schleuderte die beiden Fackeln in seinen linken Händen gegen die Brust des Riesen.

Swift duckte sich rechtzeitig. Aber die anderen hinter ihm konnten nicht mehr ausweichen; aus ihren Reihen erklangen schrille Schmerzensschreie, als die Fackeln auftrafen und funkensprühend zerbrachen.

Der Häuptling wich einige Schritte weit zurück.

„Halbkreis!“ befahl er. Die Krieger gehorchten rasch und formierten sich. „Gemeinsam angreifen!“

Die Speere richteten sich auf Nick und kamen langsam näher.

Nick hatte keine Angst, denn er sah, daß keiner der Angreifer die Haltung einnahm, die notwendig war, um einen Stoß von unten nach oben zu führen, der seinen Schuppenpanzer durchdringen konnte. Die größte Gefahr lag im Augenblick darin, daß die Speerträger ihn ablenkten, bis ein anderer mit dem Messer auf ihn eindringen konnte. Nick zögerte und überlegte, ob er stoßen oder werfen sollte; dann entschloß er sich.

„Kurze!“ befahl er Jim und Nancy.

Nancy hatte bereits einige kurze Stöcke im Feuer, die sie ihm sofort gab, bevor sie andere anzündete.

Etwa zehn Sekunden lang imitierte Nick ein Maschinengewehr. Einige Fackeln verfehlten ihr Ziel, aber die anderen trafen; kurze Zeit später mußten die Angreifer bereits zurückweichen, denn vor der Hütte lagen überall brennende Holzstücke, mit denen ihre empfindlichen Füße in Berührung kamen. Swift wich als letzter zurück, aber schließlich hinkte auch er davon. Nick lachte.

„Jetzt kannst du dir selbst Holz suchen, mein Freund! Natürlich ist in der Nähe des Dorfes keines mehr zu finden; aber selbst wenn du wüßtest, wo die besten Holzplätze sind, könntest du keines mehr holen. Du brauchst keine Angst zu haben; wir kümmern uns um euch, wenn ihr schlaft. Ich möchte doch nicht, daß du gefressen wirst, Freund Swift!“

Swift zitterte vor Wut. Er umklammerte seine Speere und richtete sich zu voller Größe auf. Einige Sekunden lang schien es ungewiß, ob er die Speere werfen oder über die glühenden Holzstücke hinweg Nick angreifen würde. Nick war auf beides vorbereitet, hoffte aber auf einen Angriff; er hätte zu gern gesehen, wie Swift sich die Füße verbrannte.

Aber der Häuptling tat weder das eine noch das andere sondern ließ plötzlich die Speere sinken, als habe er sie völlig vergessen. Er wollte schon gehen, drehte sich aber noch einmal zu Nick um.

„Danke, Chopper. Soviel Hilfsbereitschaft hatte ich nicht erwartet. Ich muß mich jetzt leider verabschieden; du übrigens auch — von deinem Lehrer.“

„Aber … ihr könnt doch nicht nachts marschieren.“

„Warum nicht? Du hast es auch gekonnt.“

„Und wie steht es mit Fagin? Ihr wißt nicht, ob er dazu imstande ist!“

„Du hast mir erzählt, daß er alles kann, was ihr könnt. Du hast mir auch gesagt, daß er alles tun wird, was ich ihm sage. Falls er sein Versprechen vergißt, oder unterdessen anderer Meinung ist, haben wir eben von dir eine gute Methode gelernt. Oder glaubst du, daß er Feuer lieber als wir spürt?“ Swift lachte und erteilte mit lauter Stimme seine Befehle. Nick überschrie ihn noch.

„Fagin! Hast du das gehört? Fagin! Lehrer!“ In seiner Aufregung vergaß er ganz, daß der Lehrer immer einige zeit brauchte, bevor er antwortete.

„Was ist los, Nick?“ Aus der Stimme des Roboters war nicht zu erkennen, daß diesmal nicht Raeker sprach; Nick und die anderen hatten nie in Einzelheiten erfahren, was sich hinter ihrem Lehrer verbarg, so daß sie den Roboter noch immer als selbständiges Wesen betrachteten. Diesmal wirkte sich die Verschiedenheit jedoch aus; der Wachhabende an Bord der Vindemiatrix wußte zwar, was auf Tenebra geschehen war, hatte die Ereignisse aber nicht selbst verfolgt. Deshalb bedeuteten Nicks Worte für ihn weniger, als sie für Raeker bedeutet hätten.

„Swift will zu seinen Höhlen zurück; wenn du nicht freiwillig mitkommst, zündet er ein Feuer unter dir an. Kannst du das aushalten?“

Diesmal dauerte die Pause länger als gewöhnlich.

Die Temperatur eines Feuers auf Tenebra war noch nie gemessen worden, und der Wachhabende wollte nichts durch eine voreilige Schätzung aufs Spiel setzen. Hier ging es vor allem um eine ungeheuer kostspielige Maschine.

„Nein“, antwortete er. „Ich komme mit.“

„Was sollen wir tun?“

Raeker hatte nicht erwähnt, daß die Dorfbewohner an Ort und Stelle bleiben sollten; er hatte angenommen, daß er lange vor Tagesanbruch wieder auf seinem Posten sein würde. Der Wachhabende überlegte und drückte sich dann so vorsichtig wie möglich aus.

„Handelt nach eigenem Ermessen. Die Wilden können mir nichts anhaben; ich setze mich später wieder mit euch in Verbindung.“

„Einverstanden.“ Nick erwähnte den ursprünglichen Befehl absichtlich nicht, weil ihm der neue besser gefiel. Er beobachtete schweigend, wie die Angreifer unter Swifts Führung so viele Fackeln wie möglich aus den noch brennenden Feuern holten. Dann umringten sie den Lehrer und ließen nur an der Seite eine Öffnung, die in der gewünschten Richtung lag. Die Bedeutung dieses wortlosen Befehls war klar genug; der Roboter rollte nach Süden, während die Höhlenbewohner ihm folgten.

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