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Электронная книга - «Cäsar Cascabel». Краткое содержание книги:

Dieser Roman ist den meisten Jules-VerneFreunden unbekannt, weil er in allen alten Gesamtausgaben fehlt. Der Artistenfamilie Cascabel wird nach einer Tournee durch die Vereinigten Satten das gesamte Vermögen gestohlen. Trotzdem wollen sie nach Frankreich zurückkehren und beschließen, den Weg über Alaska und das Packeis der Beringstraße zu nehmen. Unendlich viele Abenteuer müssen mit Indianern und Verbrechern bestanden werden, ehe es ein glückliches Ende gibt.
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Herr Cascabel griff hastig nach dem Briefe, den Clou ihm bot, und als er die Handschrift des Herrn Sergius auf der Adresse erkannte, wurde er so bleich, daß sein treuer Diener rief:

»Herr Direktor, was haben Sie?«

»Nichts!«

Nichts?. Und doch war, dieser so thatkräftige Mann auf dem Punkte, Clou ohnmächtig in die Arme zu fallen.

Was sagte Herr Sergius in diesem Briefe?. Warum schrieb er an Herrn Cascabel'?. Augenscheinlich, um ihn von den Beweggründen zu unterrichten, aus denen er in der verflossenen Nacht nicht nach Perm zurückgekehrt war'. War er etwa verhaftet?.

Herr Cascabel entfaltete den Brief, rieb sich das rechte, dann das linke Auge, und las ihn in einem Zuge.

Welch ein Schrei ihm da entfuhr - einer jener Schreie, die aus halb erstickter Kehle dringen! Mit zuckendem Gesichte, rollenden Augen und nervös zusammengezogenen Lippen versuchte er zu sprechen und brachte keinen Laut hervor!.

Clou mußte glauben, daß sein Herr ersticken werde, und begann ihm die Krawatte aufzuknüpfen.

Da sprang Herr Cascabel mit einem solchen Satze empor, daß sein mit kräftigem Fuße zurückgestoßener Sessel in die letzten Sitzreihen des Cirkus flog. Er fuhr wie ein Wahnsinniger umher und versetzte Clou-de-Girofle plötzlich den traditionellen Fußtritt, der ihn, da er nicht darauf vorbereitet war, mit voller Wucht traf. War sein Herr verrückt geworden?

»Ei, Herr Direktor!« rief Clou, »wir sind doch nicht auf der Parade!«

»Doch, wir sind wohl auf der Parade!« schrie Herr Cascabel. »Wir sind nie so sehr auf der grrrrroßen Sonntagsparrrrrade gewesen!«

Vor dieser Erklärung konnte Clou sich nur in Demut beugen, - was er denn auch that, indem er sich die Lenden rieb, denn der Fußtritt war wirklich ein - Sonntagsfußtritt gewesen!

Aber nun hatte Herr Cascabel seine Kaltblütigkeit wiedergewonnen und trat zu ihm hin, indem er in geheimnisvollem Tone sagte:

»Clou, du bist ein verschwiegener Bursche?«

»Gewiß, Herr Direktor. Ich habe nie etwas von den Geheimnissen gesagt, die mir anvertraut waren. wenn sie nicht etwa.«

»Still!. Genug!. Du siehst diesen Brief?«

»Den Brief des Mujik?«

»Denselben!. Wenn du dir beikommen lässest, irgend jemand zu sagen, daß ich ihn erhalten habe.«

»Gut!«

»Jean, Xander oder Napoleonen.«

»Wohl!«

»Vor allem aber Cornelia, meiner Frau, so schwöre ich dir, daß ich dich ausstopfen lasse.«

»Lebendig?.«

»Lebendig. damit du es fühlst, Dummkopf!«

Angesichts dieser Drohung begann Clou an allen Gliedern zu zittern.

Da ergriff Herr Cascabel ihn bei der Schulter und raunte ihm im Tone hochmütiger und überlegener Stutzerhaftigkeit zu:

»Sie ist nämlich eifersüchtig, meine Cornelia!. Und siehst du, Clou, entweder ist man ein schöner Mann, oder man ist es nicht!. Eine reizende Frau. eine russische Fürstin!. Du verstehst!. Sie schreibt mir!. Ein Stelldichein! Das ist etwas, was dir nun und nimmer begegnen wird. mit deiner Nase!«

»Nun und nimmer,« antwortete Clou, »wenn nicht etwa.«

Aber was Clou sich bei diesem Vorbehalt dachte, das hat die Nachwelt nicht erfahren!

XIV. Eine von den Zuschauern sehr beifällig aufgenommene Lösung.

Das Stück, welches den ebenso neuen wie verlockenden Titeclass="underline" »Die Räuber des Schwarzwaldes« trug, war ein bemerkenswertes Werk. Im Einklange mit den klassischen Regeln der dramatischen Kunst verfaßt, fußte es auf der Einheit der Zeit, der Handlung und des Ortes. Seine Introduktion charakterisierte deutlich die handelnden Personen, seine Verwicklung war geschickt durchgeführt und seine Lösung war, wenn auch vorauszusehen, darum nicht minder effektvoll. Es fehlte nicht einmal die kräftige »Inscenierung«, welche von dem zähesten der modernen Kritiker verlangt wird, und dieselbe ließ nichts zu wünschen übrig.

Des Ferneren hätte man von Cäsar Cascabel keines jener Stücke nach heutigem Geschmack verlangen dürfen, in denen alle Einzelheiten des Privatlebens auf die Bühne gebracht werden, - eines jener Stücke, in welchen, wenn schon nicht das Verbrechen siegt, die Tugend doch jedenfalls nicht hinreichend belohnt wird. Nein! im letzten Auftritt der »Räuber des Schwarzwaldes« wurde die Unschuld formell anerkannt und das Laster in geziemendster Weise bestraft. Die Gendarmen erschienen in dem Augenblick, wo man alles verloren wähnte, und als sie den Verbrecher beim Kragen packten, erzitterte der Cirkus vom Applaus.

Unzweifelhaft wäre dieses Stück in einem einfachen, festen, persönlichen Stil geschrieben worden, voller Achtung vor der Grammatik, frei von den hochtrabenden Neologismen, den dokumentarischen Ausdrücken, den realistischen Wörtern der neuen Schule - wenn man es geschrieben hätte. Aber man hatte es nicht geschrieben. Daher konnte diese Pantomime auch an allen Theatern und auf allen Bühnen der beiden Weltteile aufgeführt werden. Ein ungeheurer Vorzug mimischer Darstellungen, abgesehen von der Leichtigkeit, mit welcher man in diesem Genre von Litteratur grammatikalische und anderweitige Fehler vermeiden kann.

Vorstehend hieß es: Man hätte von Cäsar Cascabel keines jener Stücke nach heutigem Geschmacke verlangen dürfen und so weiter.. Cäsar Cascabel war nämlich der Verfasser dieses Jahrmarktsmeisterwerkes. Meisterwerk ist das rechte Wort dafür, da es auf dem alten und neuen Festlande zusammen dreitausendeinhundertsiebenundsiebzig Vorstellungen erlebt hatte. Mit Ausnahme des im Cirkus Franconi gegebenen Stückes: Der Bär und die Schildwache - welches den größten aller in den Annalen des Dramas bekannten Erfolge errungen -, hat kein Stück diese Zahl überstiegen. Aber selbst dieses olympische Werk ist unstreitig von geringerem litterarischen Werte, als »Die Räuber des Schwarzwaldes.«

Zudem war dieses Stück eigens dazu erdacht worden, um die speciellen Talente der Familie Cascabel hervorzuheben, so bedeutende und mannigfaltige Talente, daß ein solches Künstler-Ensemble noch niemals von dem Direktor einer stationären oder ambulanten Truppe dem Publikum vorgeführt worden war.

Die Meister des heutigen Dramas haben sehr richtigerweise den Grundsatz aufgestellt: »Im Theater muß man die Leute immer zum Lachen oder zum Weinen bringen, sonst gähnen sie.« Nun, wenn hierin die ganze Kunst des Dramaturgen liegt, so verdienten die »Räuber des Schwarzwaldes« hundertmal die Bezeichnung als Meisterwerk. Man lachte dort bis zu Thränen und weinte - ebenfalls bis zu Thränen. Es gab dort keine

Scene, nicht einmal den geringsten Teil einer Scene, angesichts deren der gleichgültigste Zuschauer das Bedürfnis empfunden hätte, den Mund zum Gähnen zu öffnen. Und hätte ihn selbst infolge irgend einer Verdauungsschwierigkeit ein Gähnen angewandelt, so wäre dasselbe in einem Schluchzen oder Gelächter erstickt.

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