Cäsar Cascabel
- Автор: Верн Жюль Габриэль
- Язык: немецкий
- Жанр: Путешествия и география
Электронная книга - «Cäsar Cascabel». Краткое содержание книги:
»Ich denunziere diesen Mann!. Er hat einem politischen Sträfling zur Rückkehr nach Rußland geholfen!. Ah, du hast mich ausgeliefert, verfluchter Gaukler; nun liefere ich dich meinerseits aus!«
»Nur zu, mein Freund,« antwortete Herr Cascabel ruhig, indem er mit den Augen blinzelte.
»Und der Sträfling, der aus der Festung Jakutsk Entflohene, den er hergebracht hat, ist der Graf Narkine!«
»So ist es, Ortik!«
Cornelia, ihre Kinder und die herbeigeeilte Kayette standen wie vom Donner gerührt!.
Da erhebt sich einer der Zuschauer. Es ist Graf Narkine.
»Dort ist er!« schreit Ortik.
»Jawohl! Graf Narkine!« antwortet Herr Sergius.
»Aber der amnestierte Graf Narkine!« ruft Herr Cascabel und bricht in schallendes Gelächter aus.
Welch eine Wirkung auf das Publikum! All diese der Dichtung des Stückes beigemischte Wirklichkeit war von der Art, die ruhigsten Geister zu erregen! Es ist nicht einmal gewiß, ob ein Teil der Zuschauer nicht die Überzeugung mit sich forttrug, daß die Räuber des Schwarzwaldes nie eine andere Lösung gehabt!
Seit die Familie Cascabel den Grafen Narkine an der alaskischen Grenze aufgenommen, waren dreizehn Monate vergangen, während deren er keinerlei Nachrichten aus Rußland erhalten hatte. Dieselben hätten ihm weder bei den Indianern am Youkon, noch bei den Eingeborenen der Liakhossinseln zugestellt werden können. So ahnte er denn nicht, daß bereits vor sechs Monaten ein vom Zar Alexander II. erlassener Ukas jene politischen Sträflinge amnestiert hatte, welche sich in der Situation des Grafen Narkine befanden. Der Fürst, sein Vater, hatte ihm nach Amerika geschrieben, daß er nach Rußland zurückkehren könne, wo er seiner ungeduldig harre. Da er aber bereits abgereist gewesen, hatte der Graf nichts von diesem Briefe erfahren, und so war letzterer in Ermanglung eines Adressaten nach Schloß Walska zurückbefördert worden. Man begreift, welche Angst Fürst
Narkine empfand, als er keine Nachricht mehr von seinem Sohne erhielt. Er wähnte ihn verloren. in der Verbannung gestorben. Seine Gesundheit litt darunter und war schon ernstlich gefährdet, als Herr Sergius im Schlosse eintraf. Welch eine Freude für den Fürsten Narkine, der fast daran verzweifelte, ihn jemals wiederzusehen!. Graf Narkine war frei!. Er hatte nichts mehr von der moskowitischen Polizei zu befürchten!. Und da er seinen Vater in seinem geschwächten Zustande nicht gleich nach dem Wiedersehen von neuem verlassen wollte, hatte er Herrn Cascabel jenen Brief gesandt, der ihm alles sagte und überdies sein Erscheinen im Permer Cirkus gegen Ende der Vorstellung versprach.
Da war Herrn Cascabel der bewußte triumphale Einfall gekommen und er hatte seine Maßregeln ergriffen, um Ortiks Bande am Schlusse des Stückes auszuliefern.
Als das Publikum von dem wahren Sachverhalt unterrichtet worden, brach es in stürmischen Jubel aus. Von allen Seiten erschollen Hurrarufe, während die Kosaken Ortik und seine Mitschuldigen abführten, die, nachdem sie so lange die Rolle von Räubern faktisch gespielt hatten, endlich - ebenfalls faktisch - für ihre Verbrechen büßen sollten.
Herr Sergius wurde sofort von dem Vorgefallenen unterrichtet, wie Kayette den gegen ihn und die Familie Cascabel ersonnenen Anschlag entdeckt hatte, wie sie den beiden russischen Matrosen in der Nacht vom sechsten Juli mit Gefährdung ihres Lebens heimlich gefolgt war, wie sie Herrn Cascabel alles erzählt und wie dieser endlich weder dem Grafen Narkine noch seiner Frau etwas davon sagen gewollt.
»Ein Geheimnis vor mir, Cäsar, ein Geheimnis!« sagte Frau Cascabel in vorwurfsvollem Tone.
»Das erste und das letzte, liebe Frau!«
Cornelia hatte ihrem Manne bereits verziehen und brach unwillkürlich in die Worte aus:
»Ah, Herr Sergius, ich muß Sie küssen!« Dann sagte sie ganz verwirrt: »Entschuldigen Sie, Herr Graf.«
»Nein. Herr Sergius für euch, meine Freunde. stets Herr Sergius!. Und auch für dich, meine Tochter!« fügte er hinzu, indem er Kayette in seine Arme schloß.
XV. Ende
Sie ist beendet, die Reise des Herrn Cascabel, und glücklich beendet! Die Belle-Roulotte hat nur mehr Rußland und Deutschland zu passieren, um auf französischen Boden zu gelangen, und Nordfrankreich, um das Normannenland zu erreichen! Das ist allerdings noch eine lange Reise. Aber im Vergleich zu dem Wege von zweitausendachthundert Meilen, den sie bereits hinter sich hat, ist es nur mehr eine Spazierfahrt, eine einfache Spazierfahrt - »eine Fiakerfahrt!« sagte Herr Cascabel.
Ja! Die Reise ist beendet und günstiger beendet, als man nach so vielen Abenteuern zu hoffen gewagt hätte! Und nie hatte es eine glücklichere Lösung gegeben, - nicht einmal in jenem wunderbaren Stücke: »Die Räuber des Schwarzwaldes«, das doch einen für das Publikum und die Darsteller - mit Ausnahme Ortiks und Kirschefs - ungeheuer befriedigenden Abschluß gefunden. Letztere wurden wenige Wochen später gehenkt, während ihre Genossen in lebenslängliche Verbannung nach Sibirien wanderten.
Inzwischen trat die Trennungsfrage mit all ihren traurigen Folgen an die Familie heran. Wie würde man sie lösen?
Nun, auf sehr einfache Weise.
Als das Personal am selbigen Abend in der Belle-Roulotte versammelt war, sagte Graf Narkine:
»Meine Freunde, ich weiß, wie viel ich Ihnen schuldig bin und ich wäre ein Undankbarer, wenn ich es je vergäße!. Was kann ich für Sie thun?. Das Herz wird mir schwer bei dem Gedanken an eine Trennung!. Hören Sie!. Würde es Ihnen passen, in Rußland zu bleiben, sich hier niederzulassen, auf dem Besitztum meines Vaters zu leben?.«
Herr Cascabel, der auf einen solchen Vorschlag nicht vorbereitet war, antwortete nach kurzem Besinnen:
»Herr Graf Narkine.«
»Nennen Sie mich nie anders als Herr Sergius!.« sagte Graf Narkine. »Sie werden mir eine Freude damit machen!«
»Nun denn, Herr Sergius, meine Familie und ich, wir sind sehr gerührt. Ihr Anerbieten beweist uns Ihre Zuneigung. Wir danken Ihnen sehr!. Aber da drüben. wissen Sie. liegt die Heimat.«
»Ich verstehe Sie!« antwortete Graf Narkine. »Ja!. ich verstehe Sie!. Und wenn Sie denn nach Frankreich, in Ihre Normandie zurückkehren wollen, so wäre ich glücklich, Sie in Ihrer Heimat ansässig zu wissen. in einem hübschen Landhause. mit einem Meierhofe und einigen Ländereien dabei!. Dort könnten Sie von Ihren langen Reisen ausruhen.. «
»Glauben Sie nicht, daß wir ermüdet seien, Herr Sergius!« rief Herr Cascabel.«
»Hören Sie, mein Freund. reden Sie offen mit mir!. Hängen Sie sehr an Ihrem Gewerbe?«
»Ja. da es uns erhält!.«
»Sie wollen mich nicht verstehen,« sagte Graf Narkine, »und damit betrüben Sie mich! Wollen Sie mir die Befriedigung versagen, etwas für Sie zu thun?.«