Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]
- Автор: Уиллис Конни
- Год: 1993
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-06589-1
- Переводчик: Walter Brumm
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
Gut, dachte er, geschieht ihm recht, aber Gilchrist war gesund und munter in dem kleinen Warteraum, trug eine vorschriftsmäßige Schutzmaske und krempelte gerade den Ärmel auf, um sich von einer bereitstehenden Schwester impfen zu lassen.
»Ihr Portier sagte mir, das Laboratorium sei gesperrt«, sagte er und trat zwischen die beiden. »Ich muß hinein. Ich habe einen Techniker gefunden, der Kivrins Fixierung lesen kann.«
Gilchrist musterte ihn mit Abneigung. »Für mich war es eine ausgemachte Sache, daß Ihr Techniker die Fixierung gelesen hatte, bevor er krank wurde.«
»Das stimmt, aber sein Zustand erlaubt ihm nicht, uns zu sagen, wie sie war.« Und etwas stimmt nicht damit, dachte er.
»Andrews hat sich bereit erklärt, eine Fernablesung zu machen, aber wir müssen die Kommunikationsanlage aufbauen.«
»Ich fürchte, das ist unmöglich«, sagte Gilchrist. »Das Laboratorium steht unter Quarantäne, bis der Ursprung des Virus bestimmt ist.«
»Der Ursprung des Virus?« wiederholte Dunworthy ungläubig. »Das Virus stammt aus South Carolina.«
»Wir werden das erst mit Gewißheit sagen können, wenn wir eine positive Identifikation haben. Bis dahin halte ich es für richtig, alle möglichen Risiken für die Universität zu minimieren, indem ich den Zugang zum Laboratorium sperre. Nun, wenn Sie mich entschuldigen wollen, ich bin hier, um meine T-Zellen-Verstärkung zu bekommen.« Er wollte an Dunworthy vorbei zur Krankenschwester.
Dunworthy streckte den Arm aus, um ihn aufzuhalten. »Was für Risiken?«
»Es hat beträchtliche öffentliche Beunruhigung gegeben, daß das Virus durch das Netz übertragen wurde.«
»Öffentliche Beunruhigung? Meinen Sie diese fünf oder sechs Leute, die mit dem Spruchband vor Ihrem Tor stehen?« rief er.
»Dies ist ein Krankenhaus, Mr. Dunworthy«, sagte die Schwester. »Bitte beherrschen Sie sich.«
Er ignorierte sie. »Es hat auch ›beträchtliche öffentliche Beunruhigung‹, wie Sie es nennen, wegen der Behauptung gegeben, daß liberale Einwanderungsgesetze das Einschleppen des Virus ermöglicht hätten«, sagte er. »Wollen Sie das Land deswegen von der EG lostrennen?«
Gilchrist reckte das Kinn, und um seine Nase erschienen die wohlbekannten scharfen Linien, sichtbar sogar durch die Maske. »Als amtierender Dekan der Historischen Fakultät betrachte ich es als meine Pflicht und Verantwortung, im Interesse der Universität zu handeln. Unsere Stellung in der Gemeinde ist davon abhängig, daß wir den guten Willen der Bevölkerung bewahren, wie Ihnen sicherlich bewußt sein wird. Ich hielt es für wichtig, die Befürchtungen der Öffentlichkeit zu zerstreuen, indem ich das Laboratorium bis zum Vorliegen eindeutiger Beweise schloß. Sobald sich herausstellt, daß das Virus zweifelsfrei aus South Carolina stammt, wird das Laboratorium natürlich unverzüglich wieder geöffnet.«
»Und was ist in der Zwischenzeit mit Kivrin?«
»Wenn Sie sich nicht mäßigen können«, sagte die Schwester, »werde ich gezwungen sein, Sie bei Dr. Ahrens zu melden.«
»Ausgezeichnet. Gehen Sie und holen Sie sie!« erwiderte Dunworthy. »Ich möchte, daß sie Mr. Gilchrist sagt, wie lächerlich er sich macht. Dieses Virus kann unmöglich durch das Netz gekommen sein.«
Die Schwester marschierte hinaus.
»Wenn Ihre Protestler zu unwissend sind, um die Gesetze der Physik zu verstehen«, sagte Dunworthy, »können sie sicherlich die einfache Tatsache begreifen, daß dies eine Absetzoperation war. Das Netz war nur nach 1320 hin offen, nicht von dort. Nichts konnte aus der Vergangenheit durchkommen.«
»Wenn das der Fall ist, dann befindet sich Miss Engle in keinerlei Gefahr, und es wird nicht schaden, das Vorliegen der Sequenz abzuwarten.«
»Nicht in Gefahr? Sie wissen nicht einmal, wo sie ist!«
»Ihr Techniker berechnete die Fixierung und erklärte, die Absetzoperation sei erfolgreich und es habe nur eine minimale Verschiebung gegeben«, sagte Chilchrist. Er krempelte den Ärmel herunter und knöpfte die Manschette zu. »Ich gehe davon aus, daß Miss Engle dort ist, wo sie sein soll.«
»Nun, ich nicht. Und ich werde nicht zufrieden sein, bis ich weiß, daß Kivrin sicher durchgekommen ist.«
»Ich sehe, ich muß Sie wieder daran erinnern, daß Miss Engle meine Verantwortung ist, nicht die Ihrige, Mr. Dunworthy.« Er zog seinen Mantel an. »Ich muß tun, was ich für das Beste halte.«
»Und Sie halten es für das Beste, das Laboratorium unter Quarantäne zu stellen, um eine Handvoll Hysteriker zu beruhigen«, sagte er voll Bitterkeit. »Es gibt auch ›beträchtliche öffentliche Beunruhigung‹, daß das Virus eine Strafe Gottes sei. Was haben Sie vor, um den guten Willen der Bevölkerung zu erhalten? Wollen Sie wieder anfangen, Märtyrer auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen?«
»Diese Bemerkung nehme ich Ihnen übel. Und ich verwahre mich gegen Ihre ständige Einmischung in Angelegenheiten, die Sie nichts angehen. Sie sind von Anfang an entschlossen gewesen, unseren Fachbereich zu unterminieren, ihn daran zu hindern, Zugang zu Zeitreisen zu erhalten, und nun sind Sie entschlossen, meine Autorität zu unterminieren. Sie sind der Hysteriker, mit Ihren pathologischen Befürchtungen um das Wohl eines Mädchens, an dem Sie einen Narren gefressen haben! Darf ich Sie nochmals daran erinnern, daß ich in Mr. Basingames Abwesenheit amtierender Dekan der Fakultät bin und als solcher…«
»Sie sind ein ignoranter, eingebildeter Dummkopf, dem man niemals den Fachbereich Mittelalter hätte anvertrauen dürfen, geschweige denn Kivrins Sicherheit!«
»Ich sehe keinen Grund, diese Diskussion fortzusetzen«, sagte Gilchrist. »Das Laboratorium ist unter Quarantäne und wird es bleiben, bis wir die Untersuchungsergebnisse vorliegen haben.« Er ging hinaus.
Dunworthy wollte ihm nach und prallte beinahe mit Mary zusammen. Sie trug Schutzkleidung und las ein Krankenblatt.
»Sie werden nicht glauben, was Gilchrist jetzt getan hat«, klagte er. »Eine Gruppe Protestler mit einem Spruchband überzeugte ihn, daß das Virus durch das Netz kam, und er hat das Laboratorium geschlossen.«
Sie sagte nichts, blickte nicht einmal von ihrem Blatt auf.
»Badri sagte heute morgen, daß die Zahlen der Verschiebung nicht stimmen können. Er sagte wiederholt, daß etwas nicht stimmt.«
Sie blickte zerstreut zu ihm auf und wieder auf das Krankenblatt.
»Ich habe einen Techniker gefunden, der bereit ist, eine Fernablesung der Fixierung vorzunehmen, aber Gilchrist hat die Türen zugesperrt«, sagte er. »Sie müssen mit ihm reden, ihm erklären, daß die Herkunft des Virus aus South Carolina zweifelsfrei feststeht.«
»Das ist nicht der Fall.«
»Was soll das heißen, es ist nicht der Fall? Ist das Untersuchungsergebnis eingetroffen?«
Sie schüttelte den Kopf. »Das Grippezentrum hat seine Leute ausfindig gemacht, aber sie sind noch an der Arbeit. Das vorläufige Ergebnis läßt aber darauf schließen, daß es nicht das South Carolina-Virus ist.« Sie blickte zu ihm auf. »Und ich weiß, daß er es nicht ist.« Sie blickte wieder auf das Krankenblatt. »Das South Carolina-Virus hat eine Sterblichkeitsquote von Null.«
»Wie meinen Sie das? Ist Badri etwas zugestoßen?«
»Nein«, sagte sie, legte das Krankenblatt zusammen und hielt es an ihre Brust. »Beverly Breen.«
Er mußte sie verständnislos angesehen haben. Er hatte gedacht, sie würde »Latimer« sagen.
»Die Frau mit dem lavendelfarbenen Schirm«, sagte sie in ärgerlichem Ton. »Sie ist gerade gestorben.«
22. Dezember 1320 (alte Zeitrechnung). Agnes’ Knie hat sich verschlimmert. Es ist rot und druckempfindlich (eine Beschönigung — sie schreit, wenn ich nur versuche, es zu berühren), und sie kann kaum gehen. Ich weiß nicht, was ich tun soll — wenn ich es Frau Imeyne sage, wird sie einen ihrer Umschläge auflegen und es noch schlimmer machen, und Eliwys ist vor Sorge zerstreut und unruhig.