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Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
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»Ich habe für Sie die Genehmigung zum Betreten der Quarantänezone erhalten. Wann können Sie kommen?« sagte er, sobald der Techniker sich meldete.

»Das ist die Sache, Sir«, sagte Andrews. Es gab eine Bildübertragung, aber sie war zu verschwommen, um seinen Gesichtsausdruck zu lesen. »Ich glaube, ich sollte es lieber nicht tun. Ich habe im Fernsehen alles über die Quarantäne gehört und gesehen, Sir. Die Fachleute sagen, diese indische Influenza sei äußerst gefährlich.«

»Sie brauchen mit keinem der Fälle in Berührung zu kommen«, sagte Dunworthy. »Ich kann arrangieren, daß Sie direkt zum Laboratorium des Brasenose College gebracht werden. Sie werden völlig sicher sein. Es ist außerordentlich wichtig.«

»Ja, Sir, aber im Fernsehen wurde gesagt, der Erreger sei möglicherweise durch das Heizungssystem der Universität verbreitet worden.«

»Das Heizungssystem?« sagte Dunworthy. »Die Universität hat kein Heizungssystem, und die einzelnen Anlagen der verschiedenen Colleges sind über hundert Jahre alt und unfähig zu heizen, geschweige denn Infektionen zu verbreiten.« Die Schellenläuter wandten die Köpfe und starrten ihn an, fuhren dabei aber in ihrem Ritual fort. »Es hat absolut nichts mit dem Heizungssystem zu tun. Oder mit Indien, oder dem Zorn Gottes. Es begann in South Carolina. Der Impfstoff ist bereits auf dem Weg. Es ist völlig ungefährlich.«

Seine Argumente schienen Andrews nicht zu beeindrucken. »Wie dem auch sei, Sir, ich glaube nicht, daß es klug sein würde, unter diesen Umständen zu kommen.«

Die Schellenläuter brachen plötzlich ab. »Tut mir leid«, sagte Mrs. Piantini, und sie fingen wieder an.

»Diese Fixierung muß gelesen werden. Wir haben eine Historikerin im Jahr 1320 und wissen nicht, wieviel Verschiebung es gegeben hat. Ich werde dafür sorgen, daß Sie einen Gefahrenzuschlag erhalten«, sagte Dunworthy, dann wurde ihm klar, daß dies genau die falsche Zugangsweise war. »Ich kann veranlassen, daß Sie isoliert werden oder Schutzkleidung bekommen oder…«

»Ich könnte die Fixierung von hier aus lesen«, sagte Andrews. »Ich habe eine Freundin, die in der Lage wäre, die nötigen Zugangsverbindungen herzustellen. Sie ist Studentin in Shrewsbury.« Er machte eine Pause. »Das ist alles, was ich tun kann. Tut mir leid.«

»Tut mir leid«, sagte Mrs. Piantini wieder.

»Nein, nein, Sie läuten an zweiter Stelle«, sagte Mrs. Taylor. »Sie übergehen zwei-drei Auf und Ab und drei-vier Ab, und dann spielen Sie einen ganzen Zug vor. Und behalten Sie die anderen im Auge und schauen Sie nicht auf den Boden. Eins-zwei-und-los!« Sie fingen wieder mit ihrem Menuett an.

»Ich kann das Risiko einfach nicht auf mich nehmen«, sagte Andrews.

Es war klar, daß er sich nicht überzeugen ließ. »Wie heißt Ihre Freundin in Shrewsbury?« fragte Dunworthy.

»Polly Wilson«, sagte Andrews. Es klang erleichtert. Er gab Dunworthy ihre Nummer. »Sagen Sie ihr, daß Sie eine Fernablesung brauchen. Überprüfung und Brückenübertragung. Ich bin weiter unter dieser Nummer zu erreichen.« Er wollte auflegen.

»Warten Sie!« rief Dunworthy. Die Schellenläuter blickten mißbilligend zu ihm her. »Was würde nach Ihrer Einschätzung die maximale Verschiebung bei einer Absetzoperation nach 1320 sein?«

»Keine Ahnung«, sagte Andrews prompt. »Verschiebungen sind schwierig vorauszusagen. Es gibt so viele Faktoren.«

»Eine Schätzung«, sagte Dunworthy. »Könnte sie achtundzwanzig Jahre betragen?«

»Achtundzwanzig Jahre?« Das Erstaunen war unüberhörbar und durchströmte Dunworthy mit einem Gefühl von Erleichterung. »Nein, das kann ich mir nicht denken. Je weiter man zurückgeht, desto stärker ist zwar die allgemeine Tendenz zu größeren Verschiebungen, aber die Zunahme ist nicht exponential.

Die Parameterprüfungen werden Ihnen Aufschluß geben.«

»Es sind keine gemacht worden.«

»Sie haben eine Historikerin ohne Parameterprüfungen zurückgeschickt?« Es klang schockiert.

»Ohne Parameterprüfungen, ohne unbemannte Erprobungen, ohne Aufklärung«, sagte Dunworthy. »Darum ist es notwendig, daß ich diese Fixierung gelesen bekomme. Ich möchte, daß Sie etwas für mich tun.«

Andrews Miene wurde ablehnend.

»Sie brauchen nicht hierherzukommen um es zu tun«, sagte er schnell. »Das Jesus College hat eine Netzverbindung an Ort und Stelle in London. Ich möchte, daß Sie hingehen und Parameterprüfungen für eine Absetzoperation zum 13. Dezember 1320 mittags zwölf Uhr machen.«

»Wie sind die örtlichen Koordinaten?«

»Ich weiß es nicht. Ich werde sie bekommen, wenn ich ins Brasenose hinübergehe. Bitte rufen Sie mich hier an, sobald Sie die maximale Verschiebung bestimmt haben. Können Sie das machen?«

»Ja«, sagte er, machte aber mehr ein bedenkliches Gesicht.

»Gut. Ich werde Polly Wilson anrufen. Fernablesung, Nachforschung, Brückenübertragung. Ich rufe Sie zurück, sobald sie die Verbindung mit Brasenose hergestellt hat.« Dunworthy legte auf, bevor Andrews es sich anders überlegen konnte.

Bevor er den Hörer wieder aufnahm, beobachtete er die Schellenläuter. Die Reihenfolge veränderte sich jedesmal, aber Mrs. Piantini kam anscheinend nicht mehr aus dem Tritt.

Er rief Polly Wilson an und gab wieder, was Andrews gesagt hatte, und fragte sich, ob auch sie die Fernsehmeldungen verfolgt hatte und sich vor dem Heizungssystem des Brasenose College fürchten würde, aber sie sagte prompt: »Ich muß erst einen Durchgang finden. In fünfundvierzig Minuten kann ich bei Ihnen sein.«

Er verließ die knicksenden Schellenläuter und ging hinüber zum Brasenose. Der Regen hatte wieder nachgelassen, ein feiner Dunst lag über der Stadt, und die Straßen waren belebter als zuvor, obwohl viele Geschäfte geschlossen hatten. Wer immer das Glockenspiel im Carfax-Turm unter sich hatte, war entweder ein Opfer der Grippe geworden oder hatte wegen der Quarantäne seine Pflicht vergessen. Es spielte unaufhörlich »O Tannenbaum«.

Vor einem indischen Spezialitätengeschäft waren drei Plakatträger, und am Eingang zum Brasenose College ein weiteres Dutzend mit einem großen Transparent, das die Aufschrift trug: »ZEITREISEN IST GESUNDHEITSGEFÄHRDEND«. In der jungen Frau, die eine Stange des Transparents hielt, erkannte er die Ärztin, die Badri mit dem Krankenwagen abgeholt hatte.

Heizungssystem und die EG und Zeitreisen. Während der Pandemie waren es das amerikanische Programm zur bakteriologischen Kriegführung und die Klimaanlagen gewesen. Im Mittelalter hatte man Satan und das Erscheinen von Kometen für die Epidemien verantwortlich gemacht. Wenn sich herumsprach, daß dieses Virus in South Carolina seinen Ursprung genommen hatte, würde man zweifellos der Konföderation oder der dort beheimateten Brathähnchenkette Southern Fried Chicken die Schuld geben.

Er ging durch das Tor zum Pförtner. Der Weihnachtsbaum stand an einem Ende des Tresens, der Engel schwebte auf der Spitze. »Ich bin mit einer Studentin aus Shrewsbury verabredet, die mich hier erwartet, um eine Kommunikationsanlage aufzubauen«, sagte er dem Portier. »Dazu brauchen wir Einlaß ins Laboratorium.«

»Das Laboratorium ist gesperrt«, sagte der Portier.

»Gesperrt?«

»Ja, Sir. Es wurde abgeschlossen, und niemand hat Zutritt.«

»Warum? Was ist geschehen?«

»Es ist wegen der Epidemie.«

»Der Epidemie?«

»Ja, Sir. Vielleicht sollten Sie lieber mit Mr. Gilchrist sprechen.«

»Vielleicht wäre es am besten. Sagen Sie ihm, daß ich hier bin und in das Laboratorium muß.«

»Ich fürchte, er ist nicht da.«

»Wo finde ich ihn?«

»In der Klinik, glaube ich. Er…«

Dunworthy wartete den Rest nicht ab. Auf halbem Weg zum Krankenhaus fiel ihm ein, daß Polly Wilson auf ihn würde warten müssen, ohne eine Ahnung, wohin er gegangen war, und als er die Klinik erreichte, kam ihm in den Sinn, daß Gilchrist dort sein mochte, weil er vom Virus befallen war.

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