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Электронная книга - «Die Fünfundvierzig». Краткое содержание книги:

Die Fünfundvierzig
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»Und Ihr erratet, wer ich bin?« – »Die, nach der sich mein Herz sehnt, die meine Einbildungskraft jung, schön, mächtig und reich macht, zu reich und zu mächtig sogar, als daß ich glauben könnte, was mir begegnet, sei eine Wirklichkeit, und ich träumte nicht in diesem Augenblick.«

»Habt Ihr viel Mühe gehabt, hier hereinzukommen?« – »Nein, Madame, der Zugang ist mir sogar viel leichter geworden, als ich gedacht hätte.«

»Es ist wahr, für einen Mann ist alles leicht, nur für eine Frau ist das anders.« – »Ich bedaure sehr,« Madame, daß Ihr Euch so viele Mühe gemacht habt, und kann Euch nur meinen untertänigsten Dank dafür darbringen.«

Doch die Dame schien schon zu einem andern Gedanken übergegangen zu sein.

»Was sagtet Ihr, mein Herr?« versetzte sie nachlässig, während sie einen Handschuh auszog, um eine bewunderungswürdige runde Hand mit zart zugespitzten Fingern zu zeigen. – »Ich sagte, Madame, ohne Eure Züge gesehen zu haben, wisse ich, wer Ihr seid, und ohne eine Täuschung zu befürchten, könnte ich Euch sagen, daß ich Euch liebe.«

»Ihr glaubt also dafür stehen zu können, daß ich wirklich die bin, die Ihr hier zu finden erwartetet?« – »In Ermangelung des Augenscheins sagt es mir mein Herz.«

»Ihr kennt mich also?« – »Ich kenne Euch, ja.«

»In der Tat, Ihr, ein Mann, der kaum aus der Provinz hier gelandet ist, Ihr kennt schon die Frauen von Paris?« – »Von allen Frauen von Paris, Madame, kenne ich bis jetzt nur eine einzige.«

»Und diese bin ich?« – »Ich glaube es.«

»Und woran erkennt Ihr mich?« – »An Eurer Stimme, an Eurer Anmut, an Eurer Schönheit.«

»An meiner Stimme, ich begreife das, denn ich kann sie nicht verstellen; an meiner Anmut, ich will dieses Wort als Kompliment nehmen; doch an meiner Schönheit, diese Antwort kann ich nur als Hypothese zulassen.« – »Warum dies, Madame?«

»Ganz gewiß: Ihr kennt mich an meiner Schönheit, die ist aber verschleiert.« – »Sie war es weniger, Madame, an dem Tag, als ich Euch, um Euch nach Paris zu bringen. so nahe bei mir hielt, daß Eure Brust meine Schultern streifte, und Euer Atem an meinem Halse brannte.«

»Bei Empfang meines Briefes habt Ihr auch erraten, es handle sich um mich?« – »Oh! nein, nein, Madame, glaubt das nicht! Ich hatte nicht einen Augenblick einen solchen Gedanken, ich dachte im Gegenteil, ich wäre das Spielzeug, irgendeines Scherzes, das Opfer eines Irrtums; ich glaubte, ich wäre mit einer Katastrophe bedroht, die man Glück bei Frauen nennt, und erst seit einigen Minuten, da ich Euch sehe, Euch berühre...«

Hier machte Ernauton eine Gebärde, um eine Hand zu nehmen, die sich vor der seinigen zurückzog.

»Genug, es unterliegt keinem Zweifel, daß ich eine ausnehmende Torheit begangen habe.« – »Und worin, Madame, wenn ich bitten darf?«

»Worin! Ihr sagt, Ihr kennt mich und fragt mich, wieso ich eine Torheit begangen habe?« – »Oh! es ist wahr, Madame, ich bin sehr klein, sehr niedrig gegen Eure Hoheit.«

»Aber, um Gottes willen! Macht mir doch das Vergnügen zu schweigen, mein Herr; habt Ihr denn gar keinen Verstand?« – »In des Himmels Namen, was habe ich denn getan, Madame?«

»Wie! Ihr seht mich in einer Maske.« – »Nun!«

»Wenn ich eine Maske trage, so geschieht es ohne Zweifel, um mich zu verkleiden, und Ihr nennt mich Hoheit? Warum öffnet Ihr nicht das Fenster und ruft meinen Namen aus die Straße!« – »Oh! verzeiht, verzeiht,« sagte Ernauton, auf die Knie fallend, »ich glaubte an die Verschwiegenheit dieser Wände.«

»Mir scheint, Ihr seid leichtgläubig.« – »Ach! Madame, ich bin verliebt.«

»Und Ihr seid überzeugt, ich werde sofort diese Liebe erwidern?« – Ernauton stand gereizt auf. »Nein, Madame.«

»Und was glaubt Ihr?« – »Ich glaube, daß Ihr mir etwas Wichtiges zu sagen habt; daß Ihr mich nicht im Hotel Guise oder in Eurem Hause in Bel-Esbat empfangen wolltet, und daß Ihr eine geheime Unterredung an einem einsamen Orte vorzöget.«

»Ihr glaubt dies?« – »Ja.«

»Und was denkt Ihr, daß ich Euch zu sagen gehabt habe, sprecht; es wäre mir nicht unangenehm, Euren Scharfsinn schätzen zu können.« Und unter einer scheinbaren Sorglosigkeit ließ die Dame unwillkürlich eine gewisse Unruhe durchdringen. – »Was weiß ich? Etwas zum Beispiel, was auf Herrn von Mayenne Bezug hätte.«

»Habe ich nicht meine Eilboten, die mir morgen abend mehr sagen werden, als Ihr mir sagen könnt, da Ihr mir gestern alles gesagt habt, was Ihr wußtet.« – »Vielleicht habt Ihr auch eine Frage über das Ereignis der vergangenen Nacht an mich zu richten.«

»Ah! welches Ereignis, wovon sprecht Ihr?« fragte die Dame, deren Busen sichtbar bebte, – »Ich meine den panischen Schrecken des Herrn von Epernon, die Verhaftung der lothringischen Edelleute...«

»Man hat lothringische Edelleute verhaftet?« – »Ungefähr zwanzig, die sich zur unrechten Zeit auf der Straße nach Vincennes befanden.«

»Was auch die Straße nach Soissons ist, wo Herr von Guise, wie mir scheint, Garnison hält. Ah! es ist wahr, Herr Ernauton, Ihr, der Ihr vom Hofe seid, könntet mir sagen, warum man diese Edelleute verhaftet hat.« – »Ich vom Hofe?«

»Allerdings.« – »Ihr wißt das, Madame?«

»Bei Gott! um Eure Adresse zu bekommen, mußte ich Erkundigungen einziehen. Noch ich bitte Euch um alles in der Welt, macht ein Ende mit Euren Redensarten, Ihr habt die bedauerliche Gewohnheit, das Gespräch zu durchkreuzen; ...nun, was war das Resultat dieser Unbesonnenheit?« – »«Durchaus nichts, Madame, wenigstens soweit ich weiß.« »Warum dachtet Ihr dann, ich würde von einer Sache sprechen, die kein Resultat gehabt hat?« – »Ich hatte diesmal wie die anderen Male unrecht, Madame, und ich gestehe mein Unrecht.«

»Wie, mein Herr! aus welcher Gegend seid Ihr denn?« – »Aus Agen.«

»Ah! mein Herr, Ihr seid Gaskogner, denn Agen liegt, wie ich glaube, in der Gaskogne,« – »Ungefähr.«

»Ihr seid Gaskogner und wart nicht eitel genug, anzunehmen, ich hätte, als ich Euch bei der Hinrichtung Salcèdes an der Porte Saint-Antoine sah, gefunden, Ihr seiet ein artiger Mann.«

Ernauton errötete und fing an unruhig zu werden. Die Dame fuhr fort: »Ich wäre Euch auf der Straße begegnet und hätte Euch schön gefunden.« – Ernauton wurde purpurrot. »Madame, Madame, Gott behüte mich, ich denke das nicht.«

»Und Ihr habt unrecht,« versetzte die Dame, indem sie sich zum erstenmal gegen Ernauton umwandte und auf seine Augen ihre unter der Maske flammenden Augen heftete und dabei vor dem entzündeten Blicke des jungen Mannes eine wunderbar verführerische Taille entwickelte, die sich in runden, wollüstigen Linien auf dem Samt des Ruhebettes hervorhob. – Ernauton faltete die Hände und rief: »Madame! Madame! Ihr spottet meiner.«

»Wahrhaftig, nein,« erwiderte sie mit demselben freien, ungebundenen Ton, »ich sage, daß Ihr mir gefallen habt, und das ist die Wahrheit.« – »Mein Gott!«

»Habt Ihr denn nicht selbst gewagt, mir zu erklären, daß Ihr mich liebt?« –'»Als ich Euch dies erklärte, wußte ich nicht, wer Ihr wart, Madame, und nun, da ich es weiß, bitte ich Euch demütig um Verzeihung.«

»Ah! nun fängt er an zu faseln,« murmelte die Name voll Ungeduld. »Bleibt doch, was Ihr seid, sagt doch, was Ihr denkt, oder Ihr werdet machen, daß ich bedaure, hierher gekommen zu sein.« – Ernauton fiel aus die Knie. »Sprecht, Madame, damit ich mich überzeuge, daß dies alles nicht ein Spiel ist, und vielleicht werde ich dann wagen, zu antworten.«

»Es sei; vernehmt, welche Pläne ich mit Euch habe,« erwiderte die Dame, indem sie mit der einen Hand Ernauton zurückschob, während sie mit der andern die Falten ihres Kleides symmetrisch ordnete. »Ich finde Geschmack an Euch, doch ich kenne Euch noch nicht. Ich habe nicht die Gewohnheit, meinen Neigungen zu widerstehen, bin aber auch nicht so albern, Irrtümer zu begehen. Wären wir von gleichem Stande gewesen, so hätte ich Euch bei mir empfangen und nach meiner Bequemlichkeit studiert, ehe Ihr meine Absichten geahnt haben würdet. Bei Euch war dies unmöglich; man mußte das anders einrichten und aufs Geratewohl diese Zusammenkunft herbeiführen. Ihr wißt nun, woran Ihr Euch in Beziehung aus mich zu halten habt. Werdet meiner würdig, das ist alles, was ich Euch empfehle.« – Ernauton verwickelte sich in Beteuerungen. »Oh! ich bitte, weniger Hitze, Herr von Carmainges,« sagte die Dame mit nachlässigem Tone, »es ist nicht der Mühe wert; vielleicht ist es nur Euer Name, was mir, als wir uns zum ersten Male trafen, aufgefallen ist und mich angesprochen hat. Im ganzen glaube ich entschieden, daß ich nur eine Laune für Euch habe, und daß dies vorübergehen wird. Glaubt indessen nicht, zu fern von der Vollendung zu sein, und verzweifelt nicht! Ich kann die vollkommenen Menschen nicht leiden, Oh! ich bete dagegen die ergebenen Leute an. Beachtet dies wohl, schöner Kavalier.«

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Главный герой
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