Shades of Grey - Geheimes Verlangen
- Автор: Джеймс Эрика Леонард
- Серия: Shades of Grey #1
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Shades of Grey - Geheimes Verlangen». Краткое содержание книги:
»Ana, bitte«, sage ich, während sie mich in die weitläufige Diele mit dem dunklen Holzboden, alten Perserteppichen und einer gewaltigen, geschwungenen Treppe zieht.
»Er hat noch nie ein Mädchen mit nach Hause gebracht«, erklärt Mia, deren dunkle Augen vor Aufregung glühen.
Ich sehe, dass Christian die Augen verdreht, und hebe eine Braue, woraufhin er sie zusammenkneift.
»Mia, beruhige dich wieder«, tadelt Grace gütig. »Hallo, mein Schatz.« Sie küsst Christian auf beide Wangen. Er lächelt sie liebevoll an, dann schüttelt er seinem Vater die Hand.
Wir gehen ins Wohnzimmer. Mia macht keine Anstalten, meine Hand loszulassen. Der Raum ist ebenfalls weitläufig und sehr geschmackvoll in Creme-, Braun- und zarten Blautönen eingerichtet. Behaglich, unprätentiös und sehr stilvoll. Kate und Elliot sitzen mit Champagnerflöten in der Hand auf einem der Sofas. Als wir hereinkommen, springt Kate auf und umarmt mich. Endlich lässt Mia meine Hand los.
»Hi, Ana!« Kate strahlt. »Christian.« Sie nickt ihm knapp zu.
»Kate«, begrüßt er sie mit derselben Förmlichkeit.
Ich verfolge die Begegnung stirnrunzelnd. Elliot zieht mich in eine herzliche Umarmung. Was ist das hier? Die Alle-nehmen-Ana-in-den-Arm-Begrüßungswochen? Ich bin an diese freimütigen Zuneigungsbekundungen nicht gewöhnt. Christian legt den Arm um meine Hüfte und zieht mich eng an sich. Genervt bemerke ich, dass sämtliche Blicke auf uns gerichtet sind.
»Etwas zu trinken?«, erkundigt sich Mr. Grey. »Prosecco?«
»Gern«, antworten Christian und ich gleichzeitig.
Geht es noch schlimmer?
Mia klatscht begeistert in die Hände. »Ihr sprecht ja schon wie aus einem Munde. Ich hole euch zwei Gläser.« Sie verschwindet in die Küche.
Ich laufe rot an. Als ich Kate mit Elliot auf dem Sofa sitzen sehe, wird mir plötzlich bewusst, dass Christian mich nur eingeladen hat, weil sein Bruder Kate mitgebracht hat. Ich vermute, Elliot hatte keinerlei Hemmungen oder Vorbehalte, Kate zu diesem Abendessen mitzunehmen. Und damit saß Christian in der Falle, weil er wusste, dass Kate mir davon erzählen würde. Ich runzle die Stirn. Er wurde also zu der Einladung genötigt. Die Erkenntnis ernüchtert und deprimiert mich. Mein Unterbewusstsein nickt nur. Hast du’s also auch endlich gemerkt, ja?
»Das Essen ist gleich fertig«, verkündet Grace und folgt Mia.
Christian sieht mich mit gerunzelter Stirn an. »Setz dich«, sagt er streng und deutet auf die üppig gepolsterte Couch.
Ich gehorche und schlage vorsichtig die Beine übereinander. Er nimmt neben mir Platz, ohne mich jedoch zu berühren.
»Wir haben uns gerade über das Thema Urlaub unterhalten, Ana«, sagt Mr. Grey. »Elliot hat beschlossen, Kate und ihrer Familie für eine Woche nach Barbados nachzufliegen.«
Ich werfe Kate einen Blick zu. Ihre Augen leuchten vor Glück. Sie ist völlig aus dem Häuschen. Lieber Gott, zeig wenigstens ein Minimum an Würde, Katherine Kavanagh!
»Haben Sie auch vor, sich eine kleine Pause zu gönnen, jetzt, da Sie Ihren Abschluss in der Tasche haben?«, fragt Mr. Grey.
»Ich überlege, ob ich ein paar Tage nach Georgia fliegen soll«, antworte ich.
Christian sieht mich verblüfft an.
Verdammt. Ich habe ihm noch gar nichts davon erzählt.
»Georgia?«, wiederholt er leise.
»Ja, meine Mutter lebt dort, und ich habe sie eine ganze Weile nicht gesehen.«
»Und wann wolltest du fliegen?«, will er mit kaum hörbarer Stimme wissen.
»Morgen. Am späten Abend.«
In diesem Moment kehrt Mia mit zwei Gläsern roséfarbenem Prosecco zurück.
»Auf eure Gesundheit.« Mr. Grey hebt sein Glas. Was für ein passender Toast für den Ehemann einer Ärztin. Ich muss lächeln.
»Und für wie lange?«, hakt Christian mit trügerischer Freundlichkeit nach.
Verdammt. Er ist wütend auf mich.
»Ich weiß es noch nicht. Das hängt davon ab, wie meine Vorstellungsgespräche morgen laufen.«
Sein Kiefer spannt sich an. Ich sehe, wie dieser verräterische Ausdruck auf Kates Gesicht erscheint, wie immer, wenn sie drauf und dran ist, sich einzumischen. Sie lächelt zuckersüß.
»Ana hat eine kleine Pause verdient«, erklärt sie spitz und wirft Christian einen scharfen Blick zu. Wieso ist sie ihm gegenüber so feindselig? Was ist ihr Problem?
»Sie haben also Vorstellungsgespräche?«, mischt sich Mr. Grey ein.
»Ja, morgen. Bei zwei Verlagen für ein Praktikum.«
»Da halte ich natürlich die Daumen.«
»Das Essen ist fertig«, ruft Grace.
Alle erheben sich. Kate und Elliot folgen Mr. Grey und Mia aus dem Zimmer. Ich wende mich zum Gehen, doch Christian hält mich am Ellbogen fest und zwingt mich, stehen zu bleiben.
»Wann wolltest du mir sagen, dass du weggehst?«, fragt er. Trotz seines sanften Tonfalls ist seine Wut unüberhörbar.
»Ich gehe nicht weg, sondern habe mir nur überlegt, für ein paar Tage meine Mutter zu besuchen.«
»Was ist mit unserem Arrangement?«
»Wir haben noch kein Arrangement.«
Er kneift die Augen zusammen, doch dann scheint er sich plötzlich zu besinnen, lässt meine Hand los, nimmt mich beim Ellbogen und führt mich hinaus.
»Dieses Gespräch ist noch nicht beendet«, flüstert er drohend, als wir das Esszimmer betreten.
Verdammt, mach doch nicht so ein Riesentheater … Und gib mir endlich mein Höschen zurück. Ich werfe ihm einen verärgerten Blick zu.
Beim Anblick des Esszimmers muss ich an unser privates Abendessen im Heathman denken. Ein Kristalllüster hängt über dem dunklen Holztisch mit einer weißen Leinentischdecke, und ein gewaltiger Spiegel mit einem reich verzierten Rahmen ziert die hintere Wand. In der Mitte steht eine Schale mit hellrosa Pfingstrosen. Die Tafel sieht atemberaubend aus.
Wir setzen uns. Mr. Grey nimmt am Kopfende Platz, ich rechts neben ihm und Christian auf meiner anderen Seite. Mr. Grey bietet Kate ein Glas Rotwein an. Mia lässt sich neben Christian nieder, während er sie liebevoll anlächelt.
»Wo hast du Ana überhaupt kennen gelernt?« Ihre Stimme ist voller Neugier.
»Sie hat mich für die Studentenzeitung der WSU interviewt.«
»Im Auftrag von Kate, die die Chefredakteurin war«, füge ich hinzu, in der Hoffnung, das Gespräch von mir abzulenken.
Mia strahlt Kate an, die gegenüber von ihr neben Elliot sitzt. Eine Unterhaltung über das Studentenblatt entspinnt sich.
»Wein, Ana?«, fragt Mr. Grey.
»Ja, bitte«, sage ich lächelnd.
Mr. Grey erhebt sich, um mir einzuschenken.
Ich werfe Christian einen Blick zu, woraufhin er den Kopf neigt.
»Was ist?«
»Bitte sei nicht sauer auf mich«, wispere ich.
»Ich bin nicht sauer auf dich.«
Ich sehe ihn unverwandt an.
Er seufzt. »Na gut, ich bin sauer auf dich.« Für den Bruchteil einer Sekunde schließt er die Augen.
»So sauer, dass es dich in den Fingern juckt?«, frage ich nervös.
»Was habt ihr beide denn zu tuscheln?«, schaltet Kate sich ein.
Ich werde rot.
Christian wirft ihr einen warnenden Blick zu, unter dem selbst sie zu schrumpfen scheint.
»Wir reden nur über meinen Trip nach Georgia«, antworte ich freundlich und hoffe, der Feindseligkeit zwischen ihnen damit ein Ende zu setzen.
Kate lächelt, doch das boshafte Glitzern in ihren Augen entgeht mir nicht.
»Wie war’s eigentlich am Freitag mit José in der Bar?«
Verdammte Scheiße, Kate! Ich reiße genervt die Augen auf. Was soll das? Sie erwidert meinen Blick. In diesem Moment dämmert mir, was sie vorhat – sie will Christian eifersüchtig machen. Wenn sie wüsste! Und ich dachte schon, ich wäre mit einem blauen Auge davongekommen.
»Es war sehr nett«, antworte ich leise.
Christian beugt sich zu mir herüber. »So sauer, dass es mich in den Fingern juckt«, flüstert er. »Spätestens jetzt«, fügt er hinzu. Sein Tonfall ist eisig.