Shades of Grey - Geheimes Verlangen
- Автор: Джеймс Эрика Леонард
- Серия: Shades of Grey #1
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Shades of Grey - Geheimes Verlangen». Краткое содержание книги:
Taylor fährt den großen schwarzen Audi vor. Christian öffnet mir die Tür. So elegant, wie es in Anbetracht der Tatsache, dass ich keine Unterwäsche trage, möglich ist, rutsche ich auf den Rücksitz. Nur gut, dass Kates Kleid so eng geschnitten ist, dass es mir nicht weiter über die Schenkel nach oben rutschen kann.
Wir fahren die Interstate 5 entlang. Keiner von uns sagt etwas, was zweifellos an Taylors Anwesenheit hinterm Steuer liegt. Christians Stimmung scheint sich mit jedem Kilometer zu verdüstern, den wir weiter nach Norden kommen. Inzwischen ist von seiner Ausgelassenheit nichts mehr zu spüren. Grübelnd starrt er aus dem Fenster, und ich merke, wie er mir immer mehr entgleitet. Was geht in ihm vor? Aber natürlich kann ich ihn jetzt nicht danach fragen. Worüber könnte ich mich in Taylors Gegenwart mit ihm unterhalten?
»Wo hast du so gut tanzen gelernt?«, erkundige ich mich vorsichtig. Er wendet sich mir zu. Ich habe Mühe, im Halbdunkel der vorbeifliegenden Straßenlampen den Ausdruck in seinen Augen zu erkennen.
»Willst du das wirklich wissen?«, fragt er leise.
Mein Mut sinkt. Nein, will ich nicht, weil ich es mir denken kann.
»Ja«, antworte ich widerstrebend.
»Mrs. Robinson hat sehr gern getanzt.«
Meine schlimmsten Befürchtungen bestätigen sich. Und augenscheinlich hat sie ihre Sache gut gemacht. Der Gedanke deprimiert mich, denn es gibt nichts, was ich ihm beibringen könnte. Ich habe keine besonderen Fähigkeiten. »Sie muss eine gute Lehrerin gewesen sein.«
»Das war sie.«
Meine Kopfhaut prickelt. Hat sie ihn verführt? Wurde er danach so verschlossen und unzugänglich? Oder hat sie diese Seite überhaupt erst in ihm geweckt? Christian kann so witzig und ausgelassen sein. Beim Gedanken daran, wie er mich ohne jede Vorwarnung gepackt und durch sein Wohnzimmer gewirbelt hat, muss ich grinsen. Außerdem hat er irgendwo meinen Slip versteckt.
Und was ist mit seiner Kammer der Qualen? Reflexartig massiere ich meine Handgelenke. Auch das hat sie ihm alles beigebracht. Man könnte auch sagen, sie hat ihn versaut; je nachdem, wie man es betrachtet. Andererseits hätte er seine Neigungen vielleicht auch ohne ihr Zutun entdeckt. In diesem Augenblick wird mir bewusst, dass ich Mrs. Robinson hasse. Ich hoffe, dass ich ihr niemals über den Weg laufen werde, weil ich sonst für nichts garantieren kann. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so leidenschaftliche Empfindungen für jemanden gehegt zu haben, den ich noch nicht einmal kenne. Ich starre aus dem Fenster, während mich erneut diese sinnlose Wut und Eifersucht überkommt.
Ich muss wieder daran denken, was sich heute Nachmittag abgespielt hat. Nach allem, was ich über ihn weiß, ist er noch einigermaßen schonend mit mir umgegangen. Würde ich es wiederholen? Ich kann noch nicht einmal so tun, als hätte ich etwas dagegen. Natürlich würde ich es noch einmal tun, wenn er mich darum bitten würde – zumindest solange er mir keine echten Schmerzen zufügt. Und unter der Voraussetzung, dass dies die einzige Form der Beziehung ist, die ich mit ihm führen kann.
Das ist der springende Punkt: Ich will mit ihm zusammen sein. Meine innere Göttin stößt einen erleichterten Seufzer aus. Das lässt nur einen Schluss zu – offenbar benutzt sie nur selten ihren Verstand, sondern denkt viel lieber mit einem anderen lebensnotwendigen Teil ihres Körpers: mit jenem, der im Augenblick schamlos entblößt ist.
»Nicht«, sagt er leise.
Ich runzle die Stirn und sehe ihn an. »Nicht was?« Ich habe ihn doch gar nicht angefasst.
»Nicht zu viel nachdenken, Anastasia.« Er nimmt meine Hand, hebt sie an seine Lippen und küsst zärtlich meine Fingerknöchel. »Es war ein wunderbarer Nachmittag. Ich danke dir.«
Er ist wieder bei mir. Ich sehe ihn mit einem schüchternen Lächeln an. Ich weiß einfach nie, woran ich mit ihm bin.
»Wieso ausgerechnet Kabelbinder?«, frage ich.
Er grinst. »Es geht schnell und einfach, außerdem wollte ich, dass du die Erfahrung machst, wie es sich anfühlt. Mir ist klar, dass es ein bisschen brutal ist, und ich benutze sie auch nicht zum Fesseln.« Er lächelt milde. »Aber sie sind perfekt, wenn man gewährleisten will, dass du dich nicht bewegst.«
Ich werde rot und sehe nervös nach vorn zu Taylor, der mit unbewegter Miene am Steuer sitzt, den Blick stur auf die Straße geheftet. Was soll ich darauf erwidern?
Christian zuckt unschuldig mit den Schultern. »All das gehört nun mal zu meiner Welt, Anastasia.« Er drückt meine Hand, dann lässt er sie los und sieht wieder aus dem Fenster.
Seine Welt. Eine Welt, in die ich unbedingt gehören möchte. Aber auch zu seinen Bedingungen? Ich weiß es nicht. Den ganzen Tag hat er diesen verdammten Vertrag mit keiner Silbe erwähnt. Meine Grübeleien tragen nicht gerade zur Verbesserung meiner Laune bei. Ich starre aus dem Fenster und stelle fest, dass sich die Landschaft verändert hat. Wir fahren über eine der Brücken, hinter der sich die tintenschwarze Dunkelheit erstreckt. Die abendliche Finsternis spiegelt meine bedrückte Stimmung wider, legt sich wie eine dunkle Wolke über mich und droht mich zu ersticken.
Ich werfe Christian einen Blick zu und ertappe ihn dabei, dass er mich ansieht.
»Meine Gedanken? Ist es das?«, fragt er.
Seufzend nicke ich.
»So schlimm?«
»Ich wünschte nur, ich wüsste, was in deinem Kopf vorgegangen ist.«
Er grinst. »Geht mir auch so, Baby«, sagt er, während wir uns Bellevue nähern.
Es ist kurz vor acht, als der Audi in die Einfahrt des Herrenhauses im Kolonialstil biegt. Das Haus ist ein absoluter Traum, perfekt bis hin zu den Rosen, die sich um die Tür ranken. Wie aus dem Bilderbuch.
»Bist du bereit?«, fragt Christian, während Taylor vor der eindrucksvollen Eingangstür anhält.
Ich nicke. Er drückt erneut beruhigend meine Hand.
»Für mich ist es auch eine Premiere«, sagt er, ehe er das Gesicht zu einem anzüglichen Grinsen verzieht. »Ich wette, du wünschst dir, du hättest jetzt ein Höschen an.«
Ich werde rot. Das hatte ich inzwischen völlig vergessen. Zum Glück ist Taylor bereits ausgestiegen und öffnet mir die Tür, so dass er nichts davon mitbekommen hat. Ich werfe Christian einen vernichtenden Blick zu, der breit grinst, während ich mich abwende und aus dem Wagen steige.
Dr. Grace Trevelyan-Grey steht auf der Türschwelle und erwartet uns. Sie sieht sehr elegant aus in ihrem hellblauen Seidenkleid. Hinter ihr steht Mr. Grey, hochgewachsen, blond und auf seine Art ebenso gut aussehend wie Christian.
»Anastasia, meiner Mutter bist du ja schon einmal begegnet. Und das ist mein Dad, Carrick.«
»Mr. Grey, wie schön, Sie kennen zu lernen.« Lächelnd ergreife ich seine ausgestreckte Hand.
»Das Vergnügen ist ganz meinerseits, Anastasia.«
»Bitte nennen Sie mich doch Ana.«
Seine blauen Augen sind gutmütig und sanft.
»Ana, wie nett, Sie wiederzusehen.« Grace schließt mich in die Arme. »Kommen Sie doch herein, meine Liebe.«
»Ist sie da?«, höre ich eine laute Stimme aus dem Haus dringen. Nervös sehe ich zu Christian hinüber.
»Und das wäre dann Mia, meine kleine Schwester«, sagt er mit einem Anflug von Gereiztheit, doch die Zuneigung in seinem Tonfall ist unüberhörbar, und ich registriere, wie seine Stimme weich wird und sich feine Lachfältchen um seine Augen zeigen, als er ihren Namen ausspricht. Allem Anschein nach liebt Christian seine Schwester heiß und innig. Damit hatte ich nicht gerechnet. Und dann kommt sie durch die Diele gelaufen, groß und kurvig, mit rabenschwarzem Haar. Ich schätze, dass sie in meinem Alter ist.
»Anastasia! Ich habe schon so viel von dir gehört!« Sie schlingt die Arme um mich und zieht mich an sich.
Junge, Junge, ihre Begeisterung ist so überschwänglich, dass ich grinsen muss.