Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Hab ihn im Wald gefunden.« Jamie gähnte herzhaft, dann entspannte er sich und legte den Kopf an meine Schulter, um die kleine Katze zu beobachten, die in ekstatische Völlerei verfallen war. »Ich dachte, ich hätte ihn verloren, als Gideon gebockt hat – wahrscheinlich ist er in eine der Satteltaschen gekrochen und mit den übrigen Sachen wieder zum Vorschein gekommen.«
Wir verfielen in friedliches Dösen und kuschelten uns schläfrig im warmen Nest unseres Bettes aneinander, während sich der Himmel mit jeder Sekunde mehr erhellte und Vogelstimmen in der Luft erwachten. Auch das Haus erwachte – unten erklang das Jammern eines Babys, gefolgt von den Geräuschen seiner Mutter beim Aufstehen und von Stimmengemurmel. Auch wir mussten eigentlich aufstehen – es gab viel zu tun –, und doch regte sich keiner von uns, denn es widerstrebte uns, die Geborgenheit unseres stillen Zufluchtsortes aufzugeben. Jamie seufzte, sein Atem warm auf meiner Schulter.
»Eine Woche, denke ich«, sagte er leise.
»Bevor du gehen musst?«
»Aye. So viel Zeit kann ich mir nehmen, um die Dinge hier zu regeln und mit den Männern aus Fraser’s Ridge zu sprechen. Dann eine Woche, um die Gegend zwischen der Vertragsgrenze und Drunkard’s Creek abzureiten und eine Musterung durchzuführen – dann bringe ich sie zum Exerzieren hierher. Falls Tryon die Miliz dann einberuft …«
Ich lag einen Augenblick still. Ich hatte eine Hand um Jamies geschlungen, seine lockere Faust lag zusammengerollt an meiner Brust.
»Wenn er es tut, gehe ich mit euch.«
Er küsste meinen Nacken.
»Möchtest du das?«, sagte er. »Ich glaube nicht, dass es nötig sein wird. Dir ist doch nichts über Kämpfe in dieser Gegend bekannt, und Brianna auch nicht.«
»Das heißt aber nur, dass es keine große Schlacht wird, falls es tatsächlich eine gibt«, sagte ich. »Wir sind hier in den Kolonien, und sie sind riesig, Jamie. Und nach zweihundert Jahren voller Ereignisse ist es unmöglich, auch über die kleineren Konflikte im Bilde zu sein, vor allem, wenn sie sich in einer anderen Gegend zugetragen haben. Wenn wir in Boston wären –« Ich seufzte und drückte seine Hand.
Ich wusste zwar auch nicht besonders viel über die Ereignisse in Boston, Brianna dagegen schon; da sie dort aufgewachsen war, hatte sie in der Schule einiges über die Geschichte der Stadt und des Staates gelernt. Ich hatte gehört, wie sie Roger vom Bostoner Massaker erzählte – einer kleineren Konfrontation zwischen Bürgern und britischen Truppen, die im letzten Januar statt gefunden hatte.
»Aye, da hast du wohl Recht«, sagte er. »Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass es dazu kommen wird. Ich glaube, Tryon will den Regulatoren nur Angst machen, damit sie sich benehmen.«
Das war in der Tat wahrscheinlich. Andererseits war ich mir des alten Sprichwortes »Der Mensch denkt, und Gott lenkt« nur zu bewusst. Und ganz gleich, ob es nun Gott war oder William Tryon, der das Heft in der Hand hatte, der Himmel allein wusste, was dabei herauskommen würde.
»Hast du wirklich das Gefühl?«, fragte ich. »Oder hoffst du es nur?«
Er seufzte und streckte die Beine. Sein Arm schlang sich fester um meine Taille.
»Beides«, gab er zu. »Zum Großteil hoffe ich. Und ich bete. Aber ich habe auch das Gefühl.«
Das Kätzchen hatte das Sahneschälchen vollständig geleert. Es setzte sich mit einem hörbaren Plumps auf sein Hinterteil, wischte sich den Rest der Delikatesse von den Schnurrhaaren und stapfte dann mit sichtlich ausgebeulten Flanken langsam auf das Bett zu. Es sprang auf die Bettdecke, vergrub sich dicht neben mir und schlief augenblicklich ein.
Oder vielleicht doch nicht ganz; ich konnte die Vibrationen, die es beim Schnurren von sich gab, deutlich sehen.
»Was meinst du, wie ich ihn nennen soll?«, dachte ich laut nach und berührte die Spitze des weichen, buschigen Schwänzchens. »Klecks? Quast? Wölkchen?«
»Was für alberne Namen«, sagte Jamie träge und geduldig. »Nennt man etwa so in Boston seine Katze? Oder in England?«
»Nein. Ich habe noch nie eine Katze gehabt«, gab ich zu. »Frank war gegen Katzen allergisch, sie haben ihn zum Niesen gebracht. Was ist denn ein guter, schottischer Katzenname – Diarmuid? MacGillivray?«
Er prustete und lachte.
»Adso«, sagte er im Brustton der Überzeugung. »Nenne ihn Adso.«
»Was ist denn das für ein Name?«, fragte ich und verdrehte den Hals, um mich erstaunt nach ihm umzusehen. »Ich habe ja schon viele merkwürdige schottische Namen gehört, aber der ist neu.«
Er legte sein Kinn bequem auf meine Schulter und sah dem Kätzchen beim Schlafen zu.
»Meine Mutter hatte eine kleine Katze namens Adso«, sagte er zu meiner Überraschung. »Einen grauen Tiger, ganz wie dieser hier.«
»Wirklich?« Ich legte meine Hand auf sein Bein. Er sprach nur selten von seiner Mutter, die gestorben war, als er acht Jahre alt war.
»Aye. Ein guter Mäusefänger, und er hat meine Mutter geliebt, aber uns Kinder konnte er nicht leiden.« Er lächelte bei dem Gedanken daran. »Wahrscheinlich, weil Jenny ihm immer Kittelchen angezogen und ihn mit Zwieback gefüttert hat und ich ihn in den Mühlteich geworfen habe, um zu sehen, ob er schwimmen konnte. Er konnte es übrigens«, teilte er mir mit, »aber er mochte es nicht.«
»Ich kann nicht sagen, dass ich ihm das verüble«, sagte ich belustigt. »Aber warum hieß er Adso? Ist das ein Heiligenname?« Ich war ja an die merkwürdigen Namen keltischer Heiliger gewöhnt, von Aodh – »Ooh« ausgesprochen – bis hin zu Dervorgilla, aber vom Heiligen Adso hatte ich noch nicht gehört. Wahrscheinlich der Schutzheilige der Mäuse.
»Kein Heiliger«, verbesserte er mich. »Ein Mönch. Meine Mutter war sehr gebildet – sie hat in Leoch dieselbe Schulbildung wie Colum und Dougal genossen, weißt du, und konnte Latein und Griechisch lesen, ein bisschen Hebräisch und Französisch und Deutsch. Natürlich hatte sie in Lallybroch nicht viel Gelegenheit zum Lesen, aber mein Vater war immer bemüht, ihr Bücher aus Edinburgh und Paris zu besorgen.«
Er griff über mich hinweg und berührte eines der seidigen, durchscheinenden Ohren, und das Kätzchen zuckte mit den Schnurrhaaren und verzog das Gesicht, als wollte es niesen, ohne jedoch die Augen zu öffnen. Das Schnurren ging ohne Unterbrechung weiter.
»Eines der Bücher, die sie besonders mochte, stammte von einem österreichischen Mönch, Adso von Melk, und sie fand den Namen sehr passend für das Kätzchen.«
»Passend …?«
»Aye«, sagte er und wies kopfnickend auf das leere Schälchen, ohne mit der Wimper zu zucken. »Adso von der Milch.«
Ein grüner Schlitz erschien, als sich eines der Augen öffnete, als reagierte es auf den Namen. Dann schloss es sich wieder, und das Schnurren begann von neuem.
»Nun, wenn es ihn nicht stört, dann stört es mich wohl auch nicht«, sagte ich schicksalsergeben. »Also heißt er Adso.«
Kapitel 19
Der Teufel, den man kennt
Eine Woche später waren wir – das heißt, die Frauen – gerade mit dem Wäschewaschen beschäftigt, einer wahren Knochenarbeit, als Clarence, das Maultier, trompetend verkündete, dass wir Gesellschaft bekamen. Die kleine Mrs. Aberfeldy fuhr auf wie von einer Biene gestochen und ließ eine Armladung nasser Hemden in den Schmutz des Hofes fallen. Ich konnte sehen, wie Mrs. Bug und Mrs. Chisholm vorwurfsvoll die Münder öffneten, und ergriff die Gelegenheit, mir die Hände an meiner Schürze abzuwischen und zur Vorderseite des Hauses zu eilen, um den Besucher zu begrüßen – wer auch immer er sein mochte.
Und tatsächlich – an der Einmündung des Pfades kam ein braunes Maultier aus dem Wald, gefolgt von einer fetten Fuchsstute als Handpferd. Das Maultier stellte die Ohren auf und beantwortete Clarences Begrüßung mit begeistertem Gegröle. Ich steckte mir die Finger in die Ohren, um sie vor dem Höllenlärm zu schützen, und blinzelte in die blendende Nachmittagssonne, um den Reiter des Mulis auszumachen.