Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Sein breiter Mund bewegte sich, und er schürzte nachdenklich die Lippen; ich konnte sehen, wie er sich mit dieser Vorstellung auseinandersetzte – einer Vorstellung, die seinen eigenen Erfahrung völlig zuwiderlief.
»So ist es dann also?«, fragte er schließlich. »Eine Frau kann sagen, ich tu’s, oder ich tu’s nicht – und der Mann hat kein Mitspracherecht?« Seine Stimme war voller Erstaunen – und Missbilligung.
Ich lachte kurz auf.
»Nun ja, nicht ganz. Oder nicht immer. Ich meine, es gibt Unfälle. Und Unwissenheit und Dummheit; viele Frauen lassen den Dingen einfach ihren Lauf. Und den meisten Frauen ist es mit Sicherheit nicht gleichgültig, was ihre Männer darüber denken. Dennoch, ja … ich nehme an, im Grunde genommen ist es so.«
Er grunzte leise.
»Aber MacKenzie ist auch aus dieser Zeit. Also wird er es nicht merkwürdig finden?«
»Er hat die Kräuter für sie gepflückt«, sagte ich.
»Das stimmt.« Die Furche zwischen seinen Augenbrauen war zwar noch da, doch sein Stirnrunzeln glättete sich ein wenig.
Es wurde langsam spät, und das gedämpfte Brummen der Gespräche und des Gelächters in der unteren Etage verstummte. Ein plötzlicher Babyschrei durchdrang die zunehmende Stille des Hauses. Wir standen beide still da und lauschten – und entspannten uns dann, als das Murmeln der Stimme seiner Mutter durch die geschlossene Tür zu uns drang.
»Außerdem ist es doch gar nicht so ungewöhnlich, dass eine junge Frau sich über so etwas Gedanken macht – auch Marsali ist mit dieser Frage zu mir gekommen, bevor sie Fergus geheiratet hat.«
»Ach wirklich?« Er zog eine Augenbraue hoch. »Hast du es ihr denn nicht gesagt?«
»Natürlich habe ich das!«
»Was auch immer du ihr erzählt hast, hat aber nicht besonders gut funktioniert, oder?« Sein Mundwinkel verzog sich zu einem zynischen Lächeln. Germain war annähernd zehn Monate nach der Hochzeit seiner Eltern geboren worden, und Marsali war nur wenige Tage, nachdem sie ihn abgestillt hatte, mit Joan schwanger geworden.
Ich spürte, wie mir die Röte in die Wangen stieg.
»Kein Mittel funktioniert immer – nicht einmal moderne Methoden. Und überhaupt – sie funktionieren alle nicht, wenn man sie nicht benutzt.« Und Marsali hatte sich ja nicht deshalb ein Verhütungsmittel gewünscht, weil sie kein Baby wollte, sondern weil sie befürchtet hatte, dass eine Schwangerschaft ihr Intimleben mit Fergus stören würde. »Wenn wir zu der Sache mit dem Schwanz kommen, möchte ich, dass es für mich schön ist«, waren ihre Worte bei dieser denkwürdigen Gelegenheit gewesen, und mein Mund verzog sich ebenfalls, als ich daran zurückdachte.
Meiner nicht minder zynischen Einschätzung nach hatte sie es in der Tat schön gefunden und beschlossen, dass auch eine Schwangerschaft ihr Wohlgefallen an den delikateren Punkten von Fergus’ Anatomie kaum verringern würde. Womit wir allerdings wieder bei Jamies Ängsten in Bezug auf Brianna waren – denn ihr Intimleben mit Roger war ja wohl den Kinderschuhen entwachsen. Dennoch …
Eine von Jamies Händen blieb mit der meinen verschlungen; die andere ließ von meinen Fingern ab und wanderte anderswo hin – ganz sacht.
»Oh«, sagte ich, und es fiel mir zunehmend schwerer, mich zu konzentrieren.
»Pillen, sagst du.« Sein Gesicht war ganz nah, die Augen gedankenverloren. »So macht man es – dann?«
»Äh … oh. Ja.«
»Du hast aber keine mitgebracht«, sagte er. »Als du zurückgekommen bist.«
Ich atmete tief ein und wieder aus. Ich fühlte mich, als löste ich mich langsam auf.
»Nein«, sagte ich schwach.
Er hielt kurz inne, und seine Hand umfasste mich sanft.
»Ich … nun ja … eigentlich – ich dachte man muss sie permanent nehmen. Ich hätte nicht genug mitbringen können. Es gibt noch eine endgültige Methode, eine kleine Operation. Sie ist relativ einfach, und man wird für immer … unfruchtbar.« Ich schluckte. Als ich mich damals mit der Vorstellung auseinander setzte, in die Vergangenheit zurückzukehren, hatte ich mir in der Tat ernsthafte Gedanken über die Möglichkeit einer Schwangerschaft gemacht und über das Risiko. Angesichts meines Alters und meiner Vorgeschichte hielt ich die Möglichkeit für ziemlich klein, doch das Risiko …
Jamie stand stocksteif da und blickte zu Boden.
»Um Himmels willen, Claire«, sagte er schließlich leise. »Sag mir, dass du es getan hast.«
Ich holte tief Luft und drückte mit schlüpfrigen Fingern seine Hand.
»Jamie«, sagte ich leise, »wenn ich es getan hätte, hätte ich es dir gesagt.« Ich schluckte erneut. »Hättest … du es denn gewollt?«
Er hielt immer noch meine Hand. Seine andere Hand ließ von mir ab, berührte meinen Rücken, drückte mich – ganz sanft – an ihn. Seine Haut lag warm an der meinen.
Wir standen dicht beieinander, aneinander, reglos, minutenlang. Dann seufzte er, und seine Brust hob sich unter meinem Ohr.
»Ich habe genug Kinder«, sagte er leise. »Ich habe nur das eine Leben – und das bist du, mo chridhe.«
Ich hob die Hand und berührte sein Gesicht. Es war von Müdigkeit durchfurcht und mit rauem Bartwuchs überzogen; er hatte sich seit Tagen nicht mehr rasiert.
Ich hatte daran gedacht. Und war tatsächlich dicht daran gewesen, einen befreundeten Chirurgen zu bitten, die Sterilisation für mich durchzuführen. Meine Kaltblütigkeit und mein gesunder Menschenverstand hatten dafür plädiert; es war unvernünftig gewesen, ein Risiko einzugehen. Allerdings hatte es keine Garantie gegeben, dass ich die Passage überleben würde, in der richtigen Zeit oder am richtigen Ort ankommen würde, ihn wiederfinden würde. Und erst recht nicht dafür, dass ich in meinem Alter noch einmal schwanger werden würde.
Und dennoch, so lange von ihm getrennt, ohne zu wissen, ob ich ihn finden würde – konnte ich mich nicht dazu überwinden, jede Möglichkeit zwischen uns zu zerstören. Ich wollte kein Kind mehr. Doch falls ich ihn fand, und er es wollte … dann hätte ich es für ihn riskiert.
Ich berührte ihn sacht, und er gab einen leisen Laut von sich, legte sein Gesicht an mein Haar und hielt mich fest. Wenn wir miteinander schliefen, gingen wir stets ein Risiko und ein Versprechen ein – denn so, wie er dabei mein Leben in der Hand hielt, hielt ich seine Seele in der meinen, und wusste es.
»Ich dachte … ich dachte doch, du würdest Brianna nie zu Gesicht bekommen. Und ich wusste nichts von Willie. Es wäre nicht recht gewesen, wenn ich dir jede Chance geraubt hätte, noch einmal ein Kind zu haben – nicht, ohne es dir zu sagen.«
»Du bist Blut von meinem Blut«, hatte ich zu ihm gesagt, »Bein von meinem Bein.« So war es auch, und es würde immer so sein, ob daraus Kinder entstanden oder nicht.
»Ich will kein Kind mehr«, flüsterte er. »Ich will dich.«
Seine Hand hob sich wie von selbst, berührte meine Brust mit der Fingerspitze und hinterließ eine schimmernde Spur aus duftender Salbe auf meiner Haut. Ich schlang meine Hand um ihn, schlüpfrig und kräuterduftend, und trat zurück, um ihn mit mir auf das Bett zu ziehen. Ich besaß gerade noch genügend Geistesgegenwart, um die Kerze zu löschen.
»Mach dir keine Sorgen um Brianna«, sagte ich und streckte die Hand aus, um ihn zu berühren, als er sich über mir erhob und schwarz vor dem Feuerschein aufragte. »Roger hat die Kräuter für sie gepflückt. Er weiß, was sie will.«
Er seufzte tief mit dem Hauch eines Lachens, das ihm im Hals stecken blieb, als er zu mir kam, und in einem leisen Stöhnen des Vergnügens und der Vervollkommnung endete, als er zwischen meine Beine glitt, gut geölt und bereit.
»Ich weiß auch, was ich will«, sagte er mit gedämpfter Stimme in mein Haar. »Morgen pflücke ich dir einen neuen Blumenstrauß.«
Betäubt vor Erschöpfung, träge vor Liebe und eingelullt vom Luxus eines weichen, sauberen Bettes, schlief ich wie ein Stein.
Irgendwann um die Zeit der Morgendämmerung begann ich zu träumen – angenehme Träume von Berührungen und Farben ohne Form. Kleine Hände berührten mein Haar, liebkosten mein Gesicht; halb bei Bewusstsein, drehte ich mich auf die Seite und träumte davon, im Schlaf ein Kind zu stillen. Kleine, weiche Finger kneteten meine Brust, und ich hob die Hand, um sie um den Kopf des Kindes zu legen. Da biss es mich.