Die Zwerge
- Автор: Хайц Маркус
- Серия: die zwerge #1
- Год: 2003
- Язык: немецкий
- Год: Ullstein Heyne List GmbH & Co. KG
- ISBN: 3-453-87531-1
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Zwerge». Краткое содержание книги:
Tausend Sonnenzyklen später wehren sich die Menschen verzweifelt gegen die mörderischen Orks. Zwar haben die sechs großen Zauberer das Tote Land mithilfe von Magischen Schranken aufhalten können, aber unter den Herrschern des Geborgenen Landes befindet sich ein Verräter, und schon erobern Albae die Haine der Elben. In diesen unsicheren Zeiten macht sich der Zwerg Tungdil auf Geheiß des mächtigen Magiers Lot-Ionan, seines Ziehvaters, auf einen Botengang - der unversehens zu einem schicksalhaften Abenteuer auf Leben und Tod gerät...
Die Augen Tungdils wurden groß, als er die emporgereckten Waffen sah. Die Anhängerzahl des Herrschers über die Vierten war auf gerade einmal zwei Drittel geschrumpft, und bei der Gegenprobe hoben sich deutlich mehr Äxte für den Außenseiter als angenommen. Balendilín nickte ihm anerkennend zu.
Doch am Ausgang der Abstimmung änderte sein Achtungserfolg nichts, die Mehrheit wollte Gandogar und damit den Krieg. Bislipur richtete sich zu seiner vollen Größe auf. Er sah sich seinem Ziel ganz nahe und zeigte seine Zufriedenheit.
»So wäre König Gandogar der nächste Großkönig«, sagte Gundrabur fest, »wenn ich ihn für geeignet hielte. Aber ich, der amtierende Großkönig, spreche ihm die Tauglichkeit wegen seines Unverständnisses ab, mit dem er die Stämme und Clans in den Untergang zu führen gedenkt. Stattdessen schlage ich Tungdil als meinen Erben vor. Finde ich Unterstützung bei den Abgesandten der Stämme?«
Fassungslos sahen Gandogar und Bislipur mit an, wie sich die Axtköpfe von einem Drittel des Rates hoben und dem Großkönig die notwendige Menge verschafften.
Gundrabur schmetterte den Hammer wieder auf den Boden. »Dann ist es beschlossen, dass die beiden Bewerber sich in einem Wettstreit messen, damit ihre Fertigkeiten entscheiden. Jeder von ihnen schlägt eine Aufgabe vor. Zwei weitere kommen aus der Versammlung, die fünfte wird ausgelost. In sieben Sonnenumläufen werden sie beginnen«, verkündete er feierlich. »Die Versammlung ist beendet.«
Tungdil wandelte wie benommen durch das kleine Spalier von Zwergen, die ihm auf die Schulter klopften und ihm Glück sowie den Segen von Vraccas wünschten. Die unterschiedlichsten Gesichter, Bärte und Rüstungen tauchten wie aus einem Nebel vor ihm auf und verschwanden wieder, während das ungewohnt starke Bier und die Begeisterung über sein gutes Abschneiden ihre Wirkung zeigten. Ihm war es gelungen, etliche der Abgesandten von seinem Anliegen zu überzeugen, doch trotz seiner Freude darüber konnte er nicht vergessen, dass sein Erfolg auf einer Lüge aufgebaut war.
Balendilín hatte ihm versprochen, dass er in aller Heimlichkeit Nachforschungen anstellen lassen wollte, woher Tungdil stammte, auch wenn er dem Vorhaben nur wenig Aussichten auf ein echtes Resultat einräumte. Obwohl der Berater es nicht aussprach, so hing immer noch der Verdacht in der Luft, dass Tungdil ein Kind der Dritten vom Stamme Lorimburs sein könnte. Das aber bestritt Tungdil heftig, weil er sich den Zwergen hier sehr verbunden fühlte und kein bisschen Argwohn ihnen gegenüber spürte. Doch darum würden sie sich später kümmern. Nun galt es, Tungdils Kampfkunst weiter zu verbessern, falls Gandogars Vorschlag auf einen kriegerischen Wettstreit hinausliefe. Er selbst wusste noch nicht, was er als Prüfung wählen sollte.
Das Los mit der fünften Disziplin, das als letztes gezogen wurde, blieb ein Quell der Unsicherheit. Jeder von ihnen durfte vier eigene Vorschläge niederschrieben und in den Beutel werfen, und was am Ende gezogen wurde, lag in Vraccas Hand...
Als Tungdil seine Kammer betrat, lagen die Bücher Goréns und der geöffnete Sack mit den Artefakten auf seinem Bett. Andôkai hat die Sachen in Augenschein genommen!
Er sah die Überreste zweier versilberter Karaffen und besah die verschnörkelten Gravuren. Wie schade. Wenn man nur einen Tropfen einer Flüssigkeit hineingab, so stand da geschrieben, füllten sie sich immer wieder von selbst auf. Zwischen dem Glas blinkten die zerbrochenen Überreste eines Handspiegels, der sein bärtiges Gesicht verzerrt reflektierte. Damit habe ich sieben Jahre Unglück. Er nahm eine Scherbe in die Hand und grinste voller Galgenhumor hinein. Als ob es darauf noch ankäme.
Als Nächstes begutachtete er zwei armlange Stücke Holz, die grau und metallisch schimmerten und die er nicht genau bestimmen konnte. Die Maserung verlief wirr und in alle Richtungen. Prügel? Was hat es denn damit auf sich? Achtlos warf er sie zurück aufs Bett.
Die Maga hatte ihm noch eine Nachricht hinterlassen, die er zuerst nicht lesen mochte, weil er eine rasende Wut auf sie verspürte und ihren Abschied sowie das Herumschnüffeln als Verrat empfand; aber die Neugier ließ ihn die Botschaft dann doch zur Hand nehmen.
Das Rätsel ist zu einem Großteil gelüftet.
Die Bücher geben tatsächlich einen Rat, was man gegen Nôd’onn tun kann, aber es ist unmöglich. Deshalb bin ich gegangen.
Die Aufzeichnungen aus dem Jenseitigen Land berichten von dämonischen Wesen, die an einem Ort namens Ödenland hausen und in die Menschen fahren, um von ihnen Besitz zu ergreifen und ihnen unvorstellbare Macht zu geben. Fortan sei der Mensch von dem Wunsch beseelt, alles zu unterwerfen und das Gute zu vernichten, wann immer er ihm habhaft werden könne.
Die Aufzeichnungen in dem anderen Buch berichten von einer Waffe, einer Axt, die von den »Untergründigen« geschmiedet wurde, um die Dämonen in den Menschen zu vernichten.
Die Klinge sei aus dem reinsten, härtesten Stahl, die Widerhaken am anderen Ende seien aus Stein, der Griff aus Sigurdazienholz, die Intarsien und Runen aus allen edlen Metallen, die sich in den Bergen finden; die Schneide aber sei mit Diamanten besetzt.
Geschmiedet soll sie sein in der heißesten Glut, die eine Esse zu entfachen vermag. Ihr Name sei Feuerklinge.
Damit muss der Mensch getötet werden. Die Schneide der Feuerklinge fährt durch Fleisch und Knochen des Lebenden, um das Dämonische in seinem Innersten zu treffen und zu vernichten. Alles, was es verursacht hat, wandelt sich zurück zum Guten.
Eine Passage hat sich mir verschlossen, somit bleibt ein Rest von Ungewissheit, was die Hoffnung vollends zerstört.
Ich weiß jetzt, warum Nôd’onn den Sack mit den Artefakten haben wollte. Es ging ihm um die Holzstücke, sie sind aus einer Sigurdazie gemacht.
Es gibt keine Sigurdazien mehr im Geborgenen Land. Ihr Holz war zu hart und zu schwer, um es mit den üblichen Werkzeugen bearbeiten zu können. Die Menschen glaubten, es sei von den Göttern verzaubert, und nutzten es wegen des intensiven Geruchs und der dunkelroten Flammen als heiligen Brennstoff, bis alle Sigurdazien ausgerottet waren. Ich sah einst in meinem Reich eine, die bei einem Fest zu Ehren Palandiells angesteckt wurde, und das muss schon vor einhundert Zyklen gewesen sein.
Selbst wenn es gelänge, diese Wunderwaffe zu schmieden, wird es nun niemandem mehr gelingen, so nahe an Nôd’onn heranzukommen, um ihn damit zu töten. Es ist unmöglich, ein Wunschtraum, ein Wahnwitz.
Wenn die Zwerge Verstand haben, sollten sie das Gebirge verlassen und im Jenseitigen Land nach einer neuen Heimat Ausschau halten. Vielleicht nehmen die Untergründigen sie auf.
Mich hält nichts mehr.
Tungdil las das Schreiben mehrmals, bis er begriff, dass es eben doch ein Mittel gegen den Mörder Lot-Ionans gab. Es ist alles da. Wir haben selbst das Holz!
Er rannte zu Balendilíns Kammer, in der kleine Öllampen für Licht sorgten. Die ganze Einrichtung war wie überall sorgfältig aus dem Stein herausgehauen worden; die umsichtigen Handwerker hatten selbst das Bett und die Schränke aus dem Felsen getrieben, sodass es aussah, als hätte das Gebirge eigens ein Zimmer für Balendilín geformt.
Tungdil reichte ihm die Zeilen der Maga.