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Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
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»Und die Grippe ist nur eine Krankheit, nicht? Es gab drei Arten von Pest. Beulenpest, Lungenpest, die in die Lungen ging, bis man Blut hustete, und Septikämie, die in die Blutbahn überging und einen in drei Stunden tötete, wobei der Körper ganz schwarz wurde! Apokalyptisch, nicht?«

»Ja.«

Kurz nach elf läutete das Telefon, und Dunworthy riß den Hörer wieder an sich, aber es war Mary, die sich entschuldigte, daß sie es nicht zum Weihnachtsessen würde schaffen können. »Wir haben heute vormittag fünf neue Fälle bekommen.«

»Sobald mein Ferngespräch durchgekommen ist, werden wir in die Klinik kommen«, versprach Dunworthy. »Ich warte auf den Anruf eines meiner Techniker. Ich möchte, daß er kommt und die Fixierung liest.«

Mary seufzte. »Haben Sie das mit Gilchrist besprochen?«

»Gilchrist! Er beschäftigt sich schon mit Plänen, Kivrin in die Zeit des Schwarzen Todes zu schicken!«

»Trotzdem meine ich, Sie sollten dies nicht tun, ohne ihn zu unterrichten. Er ist in Basingames Abwesenheit Leiter der Fakultät, und deshalb hat es keinen Sinn, sich ihn zum Gegner zu machen. Sollte etwas schiefgegangen sein, und Andrews muß die Absetzoperation abbrechen, werden Sie seine Mitwirkung brauchen. Aber wir werden das diskutieren, wenn Sie kommen. Und wenn Sie hier sind, möchte ich Sie impfen.«

»Ich dachte, Sie warteten auf den amerikanischen Impfstoff?«

»Das tat ich, aber ich bin nicht zufrieden mit der Reaktion der Primärfälle auf die von Atlanta empfohlene Behandlung. Einige zeigen eine leichte Besserung, aber Badri geht es womöglich noch schlechter als zuvor. Ich möchte, daß alle Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko T-Zellen-Verstärkung bekommen.«

Es wurde Mittag, und Andrews hatte noch immer nicht angerufen. Dunworthy schickte Colin in die Klinik, um sich impfen zu lassen. Er kam mit schmerzlicher Miene zurück.

»So schlimm war es?« fragte Dunworthy.

»Schlimmer«, sagte Colin. Er warf sich auf das Sofa beim Fenster. »Als ich zurückkam, fing mich Mrs. Gaddson ab. Ich rieb mir den Arm, und sie wollte wissen, wo ich gewesen war und warum ich geimpft wurde, und nicht ihr Sohn.« Er warf Dunworthy einen vorwurfsvollen Blick zu. »Ich sage Ihnen, es tut weh! Mrs. Gaddson sagte, wenn jemand ein erhöhtes Infektionsrisiko habe, dann sei es der arme William, und daß ich geimpft wurde und nicht er, sei nur auf die an der Universität herrschende Nekrophilie zurückzuführen.«

»Nepotismus, wolltest du sagen.«

»Ja, Nepotismus. Ich hoffe, der Priester findet eine absolut leichenhafte Beschäftigung für sie.«

»Hast du deine Großtante gesehen?«

»Nein. Sie waren alle furchtbar beschäftigt, Betten im Korridor und alles.«

Colin und Dunworthy gingen abwechselnd zum Weihnachtsessen hinüber in den Speisesaal, um das Telefon nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Colin war nach knapp fünfzehn Minuten wieder zurück. »Die Schellenläuter fingen an zu spielen«, sagte er. »Mr. Finch läßt Ihnen ausrichten, daß Zucker und Butter ausgegangen sind, und Schlagrahm beinahe.« Er zog ein Stück Geleetorte aus der Jackentasche. »Wie kommt es, daß ihnen der Rosenkohl nie ausgeht?«

Dunworthy gab ihm Anweisung, sofort zu kommen und ihn zu verständigen, sollte Andrews anrufen, und alle anderen Nachrichten zu notieren, und ging zum Essen. Die Schellenläuter waren eben im Begriff, einen Kanon von Mozart zu malträtieren.

Finch brachte Dunworthy einen Teller, auf dem hauptsächlich Rosenkohl lag. »Ich fürchte, es ist nur noch wenig Truthahn da, Sir«, sagte er. »Ich bin froh, daß Sie gekommen sind. Es ist beinahe Zeit für die Weihnachtsbotschaft der Königin.«

Die Schellenläuter beendeten ihre Darbietung und ernteten begeisterten Beifall, und Mrs. Taylor kam herüber, noch mit ihren weißen Handschuhen. »Da sind Sie ja, Mr. Dunworthy«, sagte sie. »Ich vermißte Sie beim Frühstück, und Mr. Finch sagte, Sie seien derjenige, mit dem ich sprechen müsse. Wir brauchen einen Übungsraum.«

Er war versucht, zu sagen: »Ich hatte keine Ahnung, daß Sie üben.« Er aß einen Rosenkohl, um Zeit zu gewinnen. »Einen Übungsraum?«

»Ja. Ich habe mit dem Dekan des Christ Church College verabredet, daß wir dort am Neujahrstag unser Glockenspiel ertönen lassen, aber wir müssen einen Raum zum Üben haben. Ich sagte Mr. Finch, daß der große Raum drüben im Nachbargebäude hervorragend geeignet wäre…«

»Das ist das Clubzimmer des Lehrkörpers.«

»Aber Mr. Finch sagte, er würde als Lagerraum für Vorräte genutzt.«

Was für Vorräte? dachte er. Finch zufolge war beinahe alles bis auf Rosenkohl ausgegangen oder nur noch in Resten vorhanden.

»Und er sagte, die Vorlesungs- und Seminarräume seien beschlagnahmt, um Kranke aufzunehmen, und müßten freigehalten werden. Wir brauchen einen ruhigen Ort, wo wir uns konzentrieren können. Viele unserer Einstudierungen sind sehr schwierig und kompliziert. Die Reihenveränderungen und mehrstimmigen Inventionen verlangen absolute Konzentration.«

»Natürlich.«

»Der Raum braucht nicht groß zu sein, aber er muß abgeschieden sein. Wir haben hier im Speisesaal geübt, aber die ganze Zeit herrscht ein Kommen und Gehen, und der Tenor verfehlt immer wieder seinen Einsatz.«

»Ich bin sicher, daß wir etwas finden können.«

»Mit sieben Glocken sollten wir natürlich triplieren, aber das Nordamerikanische Konzil läutete voriges Jahr hier in Oxford Philadelphia-Triples und gab, wie ich hörte, eine sehr klägliche Vorstellung. Der Tenor einen vollen Zähler im Rückstand, und eine schauerliche Schlagtechnik. Was ein weiterer Grund dafür ist, daß wir einen guten Übungsraum haben müssen. Die Schlagtechnik ist so wichtig.«

»Natürlich«, sagte Dunworthy.

Mrs. Gaddson erschien auf der anderen Seite des Saales in der Türöffnung. Sie sah wie ein gereiztes Muttertier aus, grimmig und ungestüm. »Entschuldigen Sie, aber ich erwarte ein dringendes Ferngespräch«, sagte er und stellte sich so, daß Mrs. Taylor zwischen ihm und Mrs. Gaddson war.

»Ferngespräch?« Mrs. Taylor schüttelte den Kopf. »Ihr Engländer! Ich verstehe nicht was Ihr die ganze Zeit zu reden habt.«

Dunworthy entkam durch die Kantinentür, nachdem er versprochen hatte, einen Übungsraum zu suchen, und kehrte zurück in seine Räume. Andrews hatte nicht angerufen. Es gab eine Nachricht von Montoya. »Ich soll Ihnen sagen, Sie sollen sich nichts daraus machen«, sagte Colin.

»Das war alles? Sonst sagte sie nichts?«

»Nein. Sie sagte: ›Sag Mr. Dunworthy, er soll sich nichts daraus machen.‹«

Er fragte sich, ob sie durch irgendein Wunder Basingame ausfindig gemacht und seine Unterschrift erlangt habe, oder ob sie bloß herausgebracht habe, ob er »auf Lachs« oder »auf Forelle« angelte. Er überlegte, ob er zurückrufen solle, befürchtete jedoch, daß Andrews ausgerechnet in dem Augenblick durchkommen würde.

Gegen vier war es endlich soweit. »Es tut mir schrecklich leid, daß ich Sie nicht eher anrufen konnte«, sagte Andrews.

Es gab noch immer kein Bild, aber Dunworthy hörte Musik und Stimmen im Hintergrund. »Ich war bis gestern abend fort und hatte dann Schwierigkeiten, zu Ihnen durchzukommen«, sagte Andrews. »Die Leitungen waren ständig belegt, die vielen Feiertagsanrufe, wissen Sie. Ich habe immer wieder versucht…«

»Ich brauche Sie in Oxford«, unterbrach Dunworthy. »Sie müssen mir eine Fixierung lesen.«

»Selbstverständlich, Sir«, sagte Andrews prompt. »Wann?«

»So bald wie möglich. Heute abend?«

»Oh«, sagte er, weniger prompt. »Würde es morgen auch noch gehen? Meine Freundin wird heute abend erst spät kommen, und wir hatten geplant, unser Weihnachten morgen zu feiern, aber ich könnte am Nachmittag oder Abend einen Zug nehmen. Reicht das, oder gibt es eine Grenze bei der Aufnahme der Fixierung?«

»Die Fixierung ist bereits durchgeführt, aber der Techniker liegt mit einer Viruserkrankung und hohem Fieber in der Klinik, und ich brauche jemanden, der sie liest«, sagte Dunworthy. Am anderen Ende war ein plötzlicher Ausbruch von Gelächter zu hören, und Dunworthy hob die Stimme: »Um welche Zeit, meinen Sie, können Sie hier sein?«

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