Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Nie sollst Du vergessen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Nie sollst Du vergessen

Электронная книга - «Nie sollst Du vergessen». Краткое содержание книги:

In einer regnerischen Nacht wird Eugenie Davies in London von einem Autofahrer getötet. Ein Unfall ist definitiv auszuschließen: Die Frau wurde frontal angefahren und danach mehrmals absichtlich mit dem Wagen überrollt. Doch was hatte Eugenie Davies so spät am Abend überhaupt in der Stadt zu suchen? Und warum trug sie einen Zettel mit dem Namen genau des Mannes bei sich, der später ihre Leiche findet? Für Inspector Thomas Lynley, in dessen Privatleben sich zur selben Zeit dramatische Veränderungen ankündigen, sind diese Fragen nur der Auftakt zu Ermittlungen, in deren Verlauf er auf einem gefährlich schmalen Grat zwischen persönlicher Loyalität und beruflicher Ehre wandert. Denn schon bald stellen Lynley und Sergeant Barbara Havers betroffen fest, dass ihr Chef Superintendent Webberly, der mehr über Eugenie Davies zu wissen scheint, als er preisgibt, versucht, sie bei der Auswertung von Erkenntnissen zu behindern. Für Lynley und Havers steht ihre berufliche Laufbahn auf dem Spiel, doch sie sind schon viel zu tief in den Fall eingedrungen, um sich noch zurückziehen zu können. Denn die Familie Davies nährt einen tödlichen Kreislauf aus Versagen, Wut und Gewalt, der immer weitere Opfer fordert…
Psychologische Raffinesse, präziser Spannungsaufbau und ein unfehlbarer Sinn für Dramatik charakterisieren die Kriminalromane der Amerikanerin Elizabeth George. Die Autorin, die den Anthony Award, den Agatha Award und den Grand Prix de Litérature Policière gewonnen hat, lebt in Huntington Beach, Kalifornien. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ElizabethGeorgeOnline.com
1 ... 73 74 75 76 77 78 79 80 81 ... 234
Перейти на страницу:

Er sagte: »Also, kann ich Sie mal kurz sprechen, Mrs. Edwards?«

Und er redete so, wie sie immer redeten - als könnte er kein Wässerchen trüben.

Der Aufzug kam. Die Tür öffnete sich so zögernd, als wären die Schienen mit geschmolzenem Käse verkleistert, als wollte sie sagen, wenn du blöd genug bist, einzusteigen und in den dritten Stock raufzufahren, wo du deine Wohnung hast, kann's dir passieren, dass du nicht wieder rauskommst, weil ich dann endgültig den Geist aufgegeben habe.

Sie schob Daniel vor sich in die Kabine.

Der Bulle wiederholte: »Mrs. Edwards? Kann ich Sie kurz sprechen?«

»Hab ich vielleicht eine Wahl?«, erwiderte sie und drückte auf den Knopf für das dritte Stockwerk.

Der Bulle sagte: »In Ordnung«, und stieg ein.

Er war groß. Das war das Erste, was ihr im grellen Licht der Aufzugskabine auffiel. Er war mindestens zehn Zentimeter größer als sie. Und auch er hatte eine Narbe im Gesicht. Sie zog sich wie ein Kreidezeichen vom Winkel seines Auges über seine ganze Wange abwärts, und sie wusste, woher dieses Mal stammte - von einem Rasiermesser -, aber nicht, wie er dazu gekommen war. »Und was ist das?«, fragte sie mit einem Blick und einer Kopfbewegung zu seinem Gesicht.

Er sah zu Daniel hinunter, der ihn anschaute, wie er Schwarze immer anschaute: so offen und so sehnsüchtig, dass jeder sehen konnte, was ihm seit dem Abend fehlte, als seine Mutter sich das letzte Mal gegen Roger Edwards zur Wehr gesetzt hatte.

»Es ist eine Mahnung«, sagte der Bulle.

»Woran?«

»Wie dumm einer sein kann, wenn er sich einbildet, er wäre cool.«

Der Aufzug hielt mit einem Ruck an. Sie sagte nichts. Der Bulle war der Tür am nächsten. Er trat zuerst aus der Kabine, als die Tür sich stöhnend öffnete, und er hielt sie offen, als könnte sie gleich wieder zuschnappen und Yasmin oder ihren Sohn einquetschen. Hatte der eine Ahnung!

Als er zur Seite trat, ging sie hocherhobenen Hauptes an ihm vorbei und sagte: »Pass auf die Tüten auf, Dan. Lass die Perücken nicht fallen. Der Boden ist total versifft, und wenn du sie hier runterfallen lässt, kriegst du den Dreck nie mehr raus.«

Sie trat in die Wohnung und knipste eine der Lampen im Wohnzimmer an. »Lass gleich die Wanne ein«, sagte sie zu Daniel.

»Und sei sparsam mit dem Shampoo.«

»Ja, Mama«, antwortete Daniel. Er warf einen scheuen Blick auf den Polizisten, einen Blick, der sagte: Hey, Mann, hier wohnen wir, gefällt's Ihnen? So rührend, dass es Yasmin fast das Herz zerriss. Sie wurde wütend, weil der Bulle sie wieder daran erinnerte, was sie und Daniel verloren hatten.

»Jetzt mach schon«, sagte sie zu Daniel, und dann zu dem Bullen: »Also, was wollen Sie, Mann? Was haben Sie gesagt, wie Sie heißen?«

»Winston Nkata, Mama«, warf Dan ein.

»Ich hab dir gesagt, was du tun sollst, Dan«, erwiderte sie streng.

Er lachte, dass die großen weißen Zähne - die Zähne eines Mannes, der er früher werden würde, als sie es wünschte - in dem runden Gesicht blitzten, das heller war als ihres, sein Ton eine Mischung aus den Hautfarben von Mutter und Vater. Ohne ein weiteres Wort verzog er sich ins Badezimmer, wo er, um seine Mutter wissen zu lassen, dass er seine Arbeit ordentlich machte, den Wasserhahn so weit aufdrehte, dass das Wasser prasselnd in die Wanne stürzte.

Winston Nkata blieb an der Tür stehen, und das irritierte Yasmin mehr, als wenn er durch die ganze Wohnung spaziert wäre und jeden einzelnen der vier Räume samt Mobiliar inspiziert hätte, wozu er sicher nicht länger als eine Minute gebraucht hätte.

»Also, was wollen Sie?«, fragte sie ein zweites Mal.

»Kann ich mich mal umschauen?«, fragte er.

»Wozu? Bei mir gibt's nichts zu finden. Haben Sie einen Durchsuchungsbeschluss? Ich hab mich letzte Woche wie immer bei Sharon Todd gemeldet. Wenn sie Ihnen was anderes erzählt hat - wenn dieses Miststück dem Ausschuss irgendwas anderes erzählt hat…« Yasmin spürte, wie ihr die Angst über den Nacken kroch, als ihr wieder einmal bewusst wurde, wie viel Macht ihre Bewährungshelferin über ihr Leben hatte. »Sie war nicht da«, fügte sie hinzu. »Sie war beim Arzt. Jedenfalls haben sie mir das gesagt. Sie hatte irgendeinen Anfall im Büro, und die anderen haben ihr geraten, lieber gleich zum Arzt zu gehen. Als ich kam…«

Sie holte Luft, um sich zu beruhigen. Und sie war wütend, unheimlich wütend darüber, dass sie so nervös war und dass dieser Typ mit der Narbe im Gesicht ihr die Angst ins Haus getragen hatte. Dieser Bulle hielt alle Trümpfe in der Hand, und sie wussten es beide. Mit einem Achselzucken sagte sie: »Bitte, schauen Sie sich ruhig um. Ich weiß nicht, was Sie suchen, aber hier finden Sie's bestimmt nicht.«

Er sah ihr mit klarem Blick lange in die Augen, und sie hielt dem Blick stand, weil etwas anderes wie Kapitulation ausgesehen hätte. Sie blieb am Durchgang zur Küche stehen, während im Badezimmer das Wasser toste, und Daniel die Perücken einweichte, die gereinigt werden mussten.

»In Ordnung«, sagte der Bulle mit einem Kopfnicken, das zweifellos schüchtern und höflich wirken sollte.

Zuerst betrat er ihr Schlafzimmer und machte Licht. Sie sah ihn, wie er zu dem alten Kleiderschrank mit der rissigen Lackierung ging und die Tür aufmachte. Aber er begann nicht, die Taschen der Kleidungsstücke zu leeren, nur einige lange Hosen besah er sich näher. Auch die Schubladen der Kommode ließ er unberührt, aber er inspizierte genau, was auf ihr lag, insbesondere eine Haarbürste und die blonden Haare, die in ihren Borsten hingen, und das Schälchen mit den Perlen, die sie manchmal in ihr Haar zu flechten pflegte. Am längsten verweilte er bei dem Foto von Roger, von dem je ein Abzug im Wohnzimmer und in Daniels Zimmer auf dem Nachttisch stand, und eines in der Küche über dem Tisch hing. Roger Edwards, zum damaligen Zeitpunkt siebenundzwanzig Jahre alt, einen Monat zuvor aus NeuSüd-Wales in England angekommen, seit zwei Tagen Yasmins Geliebter.

Er kam wieder aus dem Schlafzimmer heraus, nickte ihr höflich zu und ging in Daniels Zimmer, wo es ähnlich ablief: Kleiderschrank, Kommode, Foto von Roger. Als Nächstes war das Bad an der Reihe, wo Daniel sofort mit ihm zu schwatzen begann und sagte: »Ich muss nämlich immer die Perücken waschen. Mam besorgt sie für Frauen, die Krebs haben, wissen Sie. Denen fallen fast immer die Haare aus, wenn sie ihre Medizin nehmen. Dann besorgt Mam ihnen neue Haare. Und das Gesicht macht sie ihnen auch.«

»Sie macht ihnen Bärte?«, fragte der Bulle.

Daniel lachte. »Doch nicht mit Haaren, Mann, mit Make-up. Sie schminkt sie. Das kann sie echt gut. Soll ich Ihnen mal zeigen -«

»Dan!«, fuhr Yasmin dazwischen. »Du sollst arbeiten!«

Sofort beugte sich Dan wieder über die Wanne.

Der Bulle kam aus dem Badezimmer, nickte ihr wieder zu und ging weiter in die Küche. Von dort führte eine Tür auf den kleinen Balkon hinaus, wo sie die Wäsche trocknete. Die öffnete er, warf einen Blick hinaus, schloss sie dann sorgfältig wieder und strich mit der Hand - einer großen kräftigen Hand - am Türpfosten hinauf und hinunter, als suchte er nach rauen oder gesplitterten Stellen im Holz. Er öffnete weder Schränke noch Schubladen. Er tat eigentlich überhaupt nichts, außer dass er vor dem Tisch stehen blieb und das Foto betrachtete, das er bereits in allen anderen Zimmern gesehen hatte.

1 ... 73 74 75 76 77 78 79 80 81 ... 234
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)