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Congo. Romanvorlage zum Film.

Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:

In der Datenzentrale der Earth Resources Technology Services (E.R.T.S.) in Houston, Texas, wartet Dr. Karen Ross auf die routinemäßige Telekommunikation mit einem Team aus dem menschenleeren Nordosten Zaires, das dort nach speziellen, industriell noch nicht herstellbaren Diamanten sucht. Doch die Kongo-Expedition meldet sich nicht. Über Satellit bietet sich Karen Ross ein entsetzliches Bild: brennende Zelte, Leichen - und ein unheimliches schwarzes Wesen, das die Kamera zerschmettert. Dann reißt die Verbindung ab. Die nächste Expedition leitet Karen Ross selbst und macht bald eine aufsehenerregende Entdeckung: graue Gorillas, die offenbar über eine hochentwickelte Intelligenz verfügen!
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
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Travis sah auf seine Uhr. »12 Uhr 04 Ortszeit -das war vor fast einer Stunde«, sagte er. »Warum hat man mich nicht informiert?« Richards sagte: »Es ist erst jetzt    von den    afrikanischen Stationen hereingekommen. Ich nehme an, daß sie es nicht für besonders wichtig halten - einfach mal wieder ein Vulkanausbruch.« Travis seufzte. Das genau war das Problem - Vulkantätigkeit wurde als nichts Besonderes angesehen. Seit 1965, seit dem Beginn der weltweiten Aufzeichnungen, hatte es jedes Jahr zwei-undzwanzig größere Ausbrüche gegeben, also etwa alle zwei Wochen einen. An weitab liegenden Beobachtungsstellen ließ man sich Zeit, über solche »gewöhnlichen« Vorkommnisse zu berichten - nur keine Hektik, war die Devise.

»Außerdem haben sie Schwierigkeiten«, sagte Richards. »Da die Satelliten durch die Sonnenflecken gestört werden, müssen alle über Kabel senden. Und ich nehme an, ihrer Ansicht nach sind die Nordostgebiete am Kongo sowieso unbewohnt.«

Travis wollte wissen: »Wie schlimm ist Stärke neun auf der Mercalliskala?«

Richards antwortete erst nach einer längeren Pause: »Ziemlich schlimm, Mr. Travis.«

5. »Alles bewegte sich plötzlich«

Im Kongo kam es zu einem Erdbeben, dessen Stärke auf der nach oben offenen Richterskala acht und auf der Mercalliskala neun betrug. Bei einem so schweren Beben kann ein Mensch sich nur noch mit Mühe auf den Beinen halten. Es finden seitliche Erdbewegungen statt, Risse im Boden tun sich auf, Bäume stürzen um, und sogar. Stahlkonstruktionen sind gefährdet. Für Elliot, Karen Ross und Munro waren die fünf Minuten, die auf den Beginn des Ausbruchs folgten, ein bizarrer Alptraum. Elliot erinnerte sich: »Alles bewegte sich plötzlich. Wir wurden buchstäblich von den Füßen gerissen, mußten uns auf allen vieren bewegen - wie Kleinkinder. Und auch als wir von den Bergwerksstollen fort waren, schwankte die Stadt noch wie Wackelpudding. Erst nach einer ganzen Weile - nach etwa dreißig Sekunden -begannen die Gebäude einzustürzen. Dann ging es Schlag auf Schlag: Wände sanken in sich zusammen, Decken brachen ein, riesige Steinbrocken prasselten in den Dschungel hinab. Auch die Bäume schwankten, viele stürzten um.«

Der Lärm war unvorstellbar, und hinzu kam noch das Geräusch des Muhavura. Der Vulkan hatte aufgehört zu grollen, jetzt hörten sie rasch aufeinanderfolgende Explosionen von Lava, die aus dem Krater geschleudert wurde. Sie erzeugten solche Druckwellen, daß die Teilnehmer der Expedition zu einer Zeit, als die Erde sich nicht mehr unter ihren Füßen bewegte, plötzlich und ohne Vorwarnung durch den Druck heißer Luft umgeweht wurden. Wie Elliot später sagte: »Es war wie im Krieg.« Amy hatte panische Angst. Grunzend vor Angst sprang sie in Elliots Arme - und urinierte prompt auf seine Kleidung -, als sie sich anschickten, zurück zum Lager zu laufen. Ein heftiges Beben warf Karen Ross zu Boden. Sie stand auf und stolperte weiter. Sie spürte deutlich die überall herrschende Feuchtigkeit, spürte die Asche und den Staub, die der Vulkan ausspie. Innerhalb weniger Minuten war der Himmel über ihnen so dunkel, als wäre es Nacht, und die ersten Blitze brachen durch die heißen Wolken. Der Dschungel um sie herum war noch naß vom nächtlichen Regen, und die Luft war mit Feuchtigkeit übersättigt. Es waren also alle Voraussetzungen für ein Gewitter mit elektrischen Entladungen gegeben. Karen Ross fühlte sich hin-und hergerissen zwischen dem abwegigen Wunsch, dieses einzigartige Naturschauspiel zu beobachten, und dem Bestreben, um ihr Leben zu laufen.

Mit einem grellen Ausbruch blauweißen Lichts begann das Gewitter. Blitze schlugen rund um sie ein, so dicht, als regne es. Später meinte Karen Ross, in den ersten Minuten seien wohl an die zweihundert Blitze niedergegangen - nahezu drei pro Sekunde. Das vertraute Knistern kam nicht in Abständen, sondern war ein fortgesetztes Geräusch, ein Dröhnen wie von einem Wasserfall. Der hallende Donner ließ die Ohren    schmerzen, und von den mit    ihm einhergehenden Druckwellen wurden sie    alle förmlich zurückgeschoben.

Alles kam so rasch, daß sie kaum Gelegenheit hatten, es    bewußt wahrzunehmen. Aber    ihre normalen Erwartungen wurden auf den Kopf gestellt. Amburi, einer der Träger, war in die Stadt gekommen, um sie zu suchen. Sie sahen ihn in einer Lichtung stehen und ihnen zuwinken, als durch einen nahe stehenden Baum ein Blitz aufwärts in den Himmel fuhr. Karen Ross hatte zwar gewußt, daß der sichtbare Blitz zeitlich auf das unsichtbare Abwärtsfließen der Elektronen folgt und tatsächlich vom Boden zu den Wolken überspringt. Aber welch ein Unterschied, das zu sehen! Die Macht der Entladung    riß Amburi von den Füßen    und schleuderte ihn durch die Luft zu ihnen hin. Verzweifelnd um sich schlagend und auf Swahili schreiend, rappelte er sich auf die Beine.

Um sie herum barsten Baumstämme, aus denen zischend Dampfwolken entwichen, während die Blitze aufwärts durch sie fuhren. Karen Ross berichtete später:    »Die Blitze waren überall, ununterbrochen kamen die grellen Entladungen, zusammen mit diesem schrecklichen Zischen. Der Mann (Amburi) stand schreiend da, und im nächsten Augenblick fuhr der Blitz durch ihn in die Erde. Ich stand so dicht neben ihm, daß ich ihn hätte berühren können. Es war nur wenig Hitze zu spüren, man sah nur weißes Licht. Er wurde starr, und dann war da dieser schreckliche Gestank, als sein ganzer Körper plötzlich in Flammen stand und er zu Boden fiel. Munro warf sich auf ihn, um das Feuer zu ersticken, aber der Mann war tot, und wir rannten weiter. Wir hatten keine Zeit zu reagieren, immer wieder warf uns das Beben zu Boden. Bald waren wir alle halb blind von den Blitzen. Ich hörte jemanden schreien, aber ich wußte nicht, wer es war. Ich war sicher, daß wir alle umkommen würden.«

In der Nähe des Lagers stürzte ein Baumriese vor ihnen zu Boden und schuf so ein Hindernis, das so hoch und so breit wie ein dreistöckiges Gebäude war. Während sie sich vorwärts arbeiteten, fuhr ein Blitz durch die nassen Äste, riß Rinde ab und hinterließ eine rauchende schwarze Brandspur. Amy jaulte auf, als sie nach einem nassen Ast griff und ein weißer, kalter Schlag durch ihre Hand fuhr. Sie warf sich zu Boden, verbarg ihren Kopf im tiefhängenden Blattwerk und weigerte sich weiterzugehen. Elliot mußte sie den Rest des Wegs zum Lager hinter sich herzerren.

Munro kam als erster am Lager an. Kahega war dabei, ihren Aufbruch vorzubereiten. Er versuchte die Zelte zusammenzupacken, aber es war unmöglich bei dem ständigen Beben und den zahllosen, durch den aschgrauen Himmel niederfahrenden Blitzen. Eines der aufblasbaren Zelte fing Feuer. Sie rochen den strengen Geruch brennenden Kunststoffs. Die noch auf dem Boden stehende Parabolantenne wurde ebenfalls von einem Blitzschlag getroffen und in Stücke gerissen, so daß Metallstücke durch die Luft flogen. »Weg!« rief Munro. »Nur weg hier!«

»Ndio mzee!« rief Kahega und griff hastig nach seiner Traglast. Er warf einen Blick zurück auf die anderen, und in diesem Augenblick kam Elliot mit Amy, die ihm an der Brust hing, aus der Dunkelheit gestolpert. Er hatte sich den Fußknöchel verrenkt und humpelte leicht. Amy ließ sich zu Boden fallen. »Weg!« rief Munro.

Während Elliot seinen Weg fortsetzte, tauchte Karen Ross aus der Finsternis der von Asche erfüllten Luft auf. Sie hustete und ging gebeugt. Die linke Seite ihres Körpers war versengt und schwarz, die Haut der linken Hand verbrannt. Ein Blitz hatte sie getroffen, doch konnte sie sich später nicht mehr daran erinnern. Sie zeigte auf ihre Nase und ihre Kehle und hustete: »Brennt... tut weh...«

»Das ist das Gas«, schrie Munro. Er legte den Arm um sie und führte sie fort, trug sie halb. »Wir müssen nach oben! Hangaufwärts!«

Eine Stunde später blickten sie vom Hang aus ein letztes Mal auf die von Rauch und Asche verschlungene Stadt zurück. Weiter oben an den Hängen des Vulkans sahen sie eine ganze Baumreihe in Flammen aufgehen, als eine für sie nicht sichtbare dunkle Lavawelle sich den Berg herabwälzte. Sie hörten die Schmerzensschreie von grauen Gorillas am Hang, auf die es heiße Lava herabregnete. Vor ihren Augen sackte das Blätterdach des Dschungels in sich zusammen, immer weiter, bis schließlich auch die Stadt unter einer sich herab senkenden dunklen Wolke verschwand.

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