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Congo. Romanvorlage zum Film.

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In der Datenzentrale der Earth Resources Technology Services (E.R.T.S.) in Houston, Texas, wartet Dr. Karen Ross auf die routinemäßige Telekommunikation mit einem Team aus dem menschenleeren Nordosten Zaires, das dort nach speziellen, industriell noch nicht herstellbaren Diamanten sucht. Doch die Kongo-Expedition meldet sich nicht. Über Satellit bietet sich Karen Ross ein entsetzliches Bild: brennende Zelte, Leichen - und ein unheimliches schwarzes Wesen, das die Kamera zerschmettert. Dann reißt die Verbindung ab. Die nächste Expedition leitet Karen Ross selbst und macht bald eine aufsehenerregende Entdeckung: graue Gorillas, die offenbar über eine hochentwickelte Intelligenz verfügen!
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
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Karen Ross hatte die Möglichkeit erwogen, die Stadt könnte, wie Elliot schon früher vermutet hatte, von einer Epidemie entvölkert worden sein. Sie hielt eine weniger spektakuläre Erklärung für wahrscheinlicher. »Ich nehme an«, sagte sie, »daß in den Augen dieser Menschen die Diamantminen unergiebig geworden waren.« Denn als Schmucksteine waren die Kristalle tatsächlich nicht geeignet - sie waren kräftig blau gefärbt und voller Einschlüsse.

Die Bewohner der Stadt Zinj konnten sich unmöglich vorgestellt haben, daß fünfhundert Jahre später eben diese wertlosen Steine seltener und gesuchter sein würden als jedes andere Mineralvorkommen der Welt.

»Was macht diese blauen Diamanten denn so wertvoll?« »Sie werden die Welt verändern«, sagte Karen Ross leise. »Mit ihnen hört das Atomzeitalter auf.«

2. Krieg mit Lichtgeschwindigkeit

Im Januar 1979 sagte General Franklin F. Martin von der Abteilung für fortgeschrittene Forschungsprojekte    des amerikanischen Verteidigungsministeriums vor dem SenatsUnterausschuß für Streitkräfte: »1939, bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, war für die amerikanischen Kriegsvorbereitungen    Belgisch-Kongo das wichtigste Land der Erde.« Der General erklärte weiter, durch einen »geographischen Zufall« sei der Kongo, das heutige Zaire, vierzig Jahre lang für die amerikanischen Interessen von besonderer Bedeutung geblieben - und werde in Zukunft eine noch größere Bedeutung erlangen. Unverblümt sagte er: »Unser Land wird eher wegen Zai're in einen Krieg eintreten als wegen irgendeines arabischen Ölförderlandes.«

Im Zweiten Weltkrieg lieferte der Kongo den Vereinigten Staaten in drei streng geheimen Lieferungen das Uran, das sie zum Bau der über Japan gezündeten Atombomben benötigten. 1960 brauchten die Vereinigten Staaten zwar kein Uran mehr, dafür aber waren Kupfer und Kobalt von strategischer Bedeutung. In den siebziger Jahren verschob sich das Interesse auf die in Zaire lagernden Vorkommen von Tantal, Wolfram und Germanium -wesentliche Elemente für die Halbleitertechnik. Und in den achtziger Jahren »werden sogenannte blaue Diamanten vom Typ Ilb der für militärische Zwecke wichtigste Rohstoff auf der ganzen Welt sein« - und man ging von der Annahme aus, daß es in Zaire solche Diamanten gab. Nach General Martins Meinung waren blaue Diamanten deshalb so wichtig, weil »wir in ein Zeitalter eintreten, in dem die rohe, zerstörerische Gewalt einer Waffe weniger wichtig sein wird als ihre Geschwindigkeit und Intelligenz«.

Dreißig Jahre lang hatten sich Strategen und militärische Planer von den interkontinentalen Lenkwaffen blenden lassen. Martin allerdings sagte: »Interkontinentale Lenkwaffen sind relativ wenig entwickelte Systeme. Sie erreichen nicht annähernd die theoretischen Grenzen der Naturgesetze. Einstein zufolge kann nichts schneller vor sich gehen als mit konstanter Lichtgeschwindigkeit - annähernd dreihunderttausend Kilometer in der Sekunde. Wir sind dabei, Hochenergie-Impuls-Laser und Waffensysteme zu entwickeln, die mit Teilchenstrahlung    im    Bereich    der Lichtgeschwindigkeit arbeiten. Angesichts solcher Waffensysteme sind Fernlenkraketen mit ihrer Geschwindigkeit von nur fünfund-zwanzigtausend Kilometer in der Stunde schwerfällige Dinosaurier aus einem früheren Zeitalter, Anachronismen wie die Kavallerie im Ersten Weltkrieg und ebeno leicht zu vernichten.« Waffensysteme, die mit Lichtgeschwindigkeit arbeiteten, waren am besten im Weltraum einzusetzen und würden zuerst auf Satelliten installiert werden. Martin merkte an, daß die Russen bereits 1973 einen amerikanischen Erkundungssatelliten vom Typ VV/02 »abgeschossen« hatten. 1975 entwickelte Hughes Aircraft ein Schnellziel- und -feuersystem, das Mehrfachziele selbsttätig ansprechen konnte und in weniger als einer Sekunde acht Hochenergiestöße aussandte. 1978 hatte die Arbeitsgruppe bei Hughes die Reaktionszeit auf fünfzig Nanosekunden -fünfzig Milliardstel Sekunde - reduziert und die Genauigkeit des Strahls so verbessert, daß theoretisch in weniger als einer Minute fünfhundert Lenkwäffen-»Abschüsse« möglich waren. Solche Entwicklungen mußten irgendwann das Ende der Interkontinentalrakete als Waffe bedeuten.

»Ohne diese Raketengiganten werden miniaturisierte Schnellrechner für zukünftige Konflikte von weit größerer Bedeutung sein als Atombomben, und der für das Ergebnis eines dritten Weltkriegs wichtigste Faktor wird ihre Rechengeschwindigkeit sein. Gegenwärtig steht im Mittelpunkt der Rüstung die Geschwindigkeit, mit der ein Vergeltungsschlag geführt werden kann - so wie sich vor zwanzig Jahren die Diskussion um Megatonnen an Sprengkraft drehte.

Wir werden von Computern mit elektronischen Schaltkreisen auf solche mit Lichtschaltkreisen übergehen, und zwar einfach um der höheren Geschwindigkeit willen - das Fabry-Perot-Interferometer, auf dem Gebiet der Optik die Entsprechung eines Transistors, kann in einer Picosekunde (10~12 Sekunden) reagieren, das heißt, mindestens tausendmal schneller als die schnellsten Josephson-Elemente.« Die neue Generation mit Licht arbeitender Computer, sagte Martin, sei von der Verfügbarkeit der mit Bor dotierten Diamanten vom Typ Ilb abhängig.

Elliot sah sofort eine der entscheidenden Konsequenzen der mit Lichtgeschwindigkeit operierenden Waffensysteme - sie waren zu schnell, als daß der Mensch sie erfassen könnte. Zwar war die Menschheit an eine mechanisierte Kriegführung gewöhnt, doch würde ein zukünftiger Krieg in einem verwirrend neuen Sinne ein Krieg der Maschinen: in jedem Augenblick würden Maschinen den Verlauf einer bewaffneten Auseinandersetzung bestimmen, die vom Anfang bis zum Ende nur Minuten dauerte. 1956, zu der Zeit, als die Epoche der strategischen Fernbomber sich dem Ende zuneigte, gingen die militärischen Planer von der Vorstellung aus, ein von allen Großmächten geführter Atomkrieg werde zwölf Stunden dauern. Bis 1963 war diese Zeit durch die interkontinentalen Raketen auf drei Stunden zusammengeschrumpft.

1974 sprachen Militärtheoretiker von einem Krieg, der nur dreißig Minuten dauern würde. Allerdings war dieser »Halbstunden-krieg« weit komplexer als jeder frühere Krieg in der Geschichte der Menschheit.

In den fünfziger Jahren wären, wenn Amerikaner und Sowjets gleichzeitig alle ihre Bomber hätten aufsteigen und ihre Raketen abfeuern lassen, höchstens zehntausend Flugkörper - angreifende und abwehrende - in der Luft gewesen. Dabei wäre mit fünf zehntausend Berührungen in der zweiten Stunde ein Höhepunkt erreicht worden - immerhin vier pro Sekunde, und zwar auf der ganzen Welt: eine eindrucksvolle Zahl.

Durch den Einsatz diversifizierter Waffensysteme in einem taktisch geführten Krieg würde die Zahl der Waffen und »Systemelemente« astronomische Werte erreichen. Neuere Schätzungen gingen von insgesamt vierhundert Millionen im Feld eingesetzter Computer aus, was in der ersten halben Stunde des Krieges zu fünfzehn Milliarden Waffenbegegnungen führen würde. Das bedeutete, es würde acht Millionen Waffenbegegnungen in der Sekunde geben, in einem verwirrenden, ultraschnellen Konflikt, an dem Flugzeuge, Raketen, Panzer und Bodentruppen beteiligt waren.

Ein solcher Krieg war nur mit Hilfe von Maschinen denkbar, da der Mensch einfach zu langsam reagierte. Ein dritter Weltkrieg würde kein Knopfdruckkrieg sein, denn wie General Martin sagte: »Es dauerte viel zu lange, bis jemand den Knopf gedrückt hat - mindestens 1,8 Sekunden, und das ist in der modernen Kriegführung eine halbe Ewigkeit.«

Dieser Umstand schuf etwas, das Martin das »Felsproblem« nannte, denn verglichen mit einem Schnellrechner waren die Reaktionen des Menschen von geologischer Langsamkeit. »Ein moderner Computer führt in der Zeit, in der ein Mensch einmal blinzelt, zwei Millionen Rechenvorgänge durch. Daher werden, wenn man davon ausgeht, daß Computer den nächsten Krieg führen, Menschen im wesentlichen fixierte und unveränderliche Elemente sein, wie Felsen. Die Kriege, die der Mensch führte, haben nie so lange gedauert, daß man im Vergleich dazu die Geschwindigkeit geologischer Veränderungen in Rechnung stellen könnte. Computer-Kriege der Zukunft werden nicht einmal so lange dauern, daß man die Veränderungen des Menschen in Rechnung stellen kann.«

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