Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Pelagia und der rote Hahn - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Pelagia und der rote Hahn

Электронная книга - «Pelagia und der rote Hahn». Краткое содержание книги:

Als ebenso kluge wie charmante Begleiterin ist Schwester Pelagia ihrem Bischof Mitrofani unentbehrlich geworden, und so begleitet sie ihn auf einer Schiffsreise von Moskau nach Zarinin. Schon bald werden ihre kriminalistischen Fähigkeiten auf eine erneute Probe gestellt: Ein Passagier wird nachts in seiner Kabine im Schlaf überrascht und umgebracht. Es handelt sich um den Anführer einer zum Judentum konvertierten Gruppe orthodoxer Russen, die auf dem Weg nach Jerusalem ist, ins Heilige Land. Diese Gruppe hatte dem Ermordeten nicht nur ihre gesamte Reisekasse anvertraut, sondern ihn auch als ihren »Messias« verehrt. Doch seinen bürgerlichen Namen und seine Herkunft scheint niemand auf dem Schiff zu kennen. So steuert man den nächsten Hafen an, wo Sergej Sergejewitsch Dolinin, ein hoher Beamter des russischen Innenministeriums, bereits auf Pelagia wartet, um mit ihr die Ermittlungen aufzunehmen. Er hat den Geburtsort des »Messias« in Erfahrung gebracht, und so machen sich die beiden zu diesem im Ural gelegenen Ort auf. Dort angekommen, finden sie schnell den eigentlichen Namen des Opfers heraus: Pjotr Scheluchin. Dolinin scheint sich mit dieser Auskunft zu begnügen und reist zurück nach St. Petersburg. Doch Pelagia kann sich damit nicht zufrieden geben: Die neugierige Nonne setzt ihre Nachforschungen fort – und wird selbst zur Gejagten, als man zum ersten Mal versucht, sie umzubringen. Der Mörder heftet sich fortan an ihre Fersen und zwingt sie zu einer weiten Reise, die sie bis nach Jerusalem führt . . .
1 ... 72 73 74 75 76 77 78 79 80 ... 123
Перейти на страницу:

Die Polizei ging den Tscherkessen nach Möglichkeit aus dem Weg, denn jeder von denen war ein geborener Krieger. Die konnten reiten wie die Götter, schießen wie die Teufel, und ihre Säbel schwangen sie wie die Verrückten.

Der Aul, der in der Nähe der Kommune »Neu-Megiddo« gelegen war, galt als der kriegerischste von allen. Die Tscherkessen aus den anderen Siedlungen hatten sich so nach und nach an das sesshafte Leben gewöhnt und ihre räuberischen Gepflogenheiten abgelegt, im Klan des Daniel-Beg aber galt wie in alten Zeiten jede Arbeit als Schande – ein echter Dshigit sorgte ausschließlich mit Gewehr und Dolch für seinen Lebensunterhalt.

Der Grund für diese traditionsbewusste Haltung war der Beg selbst. Mittlerweile hochbetagt, hatte er sein ganzes Leben auf dem Pferd verbracht und wurde nicht müde zu versichern, dass er auch im Sattel sterben werde. Aber ans Sterben dachte Daniel-Beg noch lange nicht. Trotz seiner mehr als siebzig Lenze steckte er noch voller Kraft und Leben. Vor kurzem gerade hatte er sich eine neue Frau genommen, eine Dreizehnjährige, und man erzählte, dass sie auch schon schwanger sei.

Fast ein halbes Hundert Reiter versammelte sich unter dem Zeichen des Daniel-Beg – einem sechszackigen Stern mit Halbmond und Pferdeschwanz. Ihr Dorf hatten sie genauso aufgebaut wie im heimatlichen Kaukasus, das heißt, sie hatten einen Wachturm auf den Gipfel einer steilen Anhöhe gepflanzt und um ihn herum lauter niedrige Hütten gesetzt. Auf dem Turm stand Tag und Nacht ein Posten und spähte aufmerksam in alle Himmelsrichtungen. Hunde hielten die Tscherkessen nicht, weil die Bergköter, die sie mitgebracht hatten, das palästinische Klima nicht vertrugen. Und für die einheimischen Steppenhunde hatten sie nur Verachtung übrig.

In diesem Umstand erkannte Magellan auch die Schwachstelle im tscherkessischen Bollwerk.

Als die Kommunarden begriffen, dass ihr Anführer sich keinen Scherz erlaubt hatte und tatsächlich Daniel-Beg den Krieg erklären wollte, trat im Hof des Hans auf einmal Totenstille ein. Sogar Malke, die Magellan immer und in jeder Hinsicht unterstützte, dachte erschrocken, ob er diesmal nicht den Bogen überspannt hatte, ob die anderen sich jetzt nicht von ihm abwenden würden.

Aber Magellan tat, als könnte ihm eine solche Möglichkeit gar nicht in den Sinn kommen.

»Sehen wir uns das mal an«, begann er sachlich, schob Erde zu einem Häuflein zusammen und steckte einen kleinen Zweig hinein. »Das ist der Hügel, und das hier ist der Turm. Die Steine sind die Hütten.«

»Und was ist das?«, fragte jemand und zeigte auf eine gewundene Linie.

»Das ist der Fluss. An dieser Seite befindet sich ein sehr steiler Hang, der beinahe senkrecht abfällt. Im Südwesten, also hier, führt der Weg zum Dorf hinauf . . .«

Das war eine gute Idee, das mit dem Modell. Statt zu jammern und zu streiten, drängten sich jetzt alle herbei und beäugten neugierig Magellans Schöpfung.

»Das Ziel ist sonnenklar«, sagte er und wischte sich die Hände an der Hose ab. »Die Tscherkessen müssen ein für alle Mal kapieren, dass sie die Finger von uns zu lassen haben. Und gleichzeitig holen wir uns unser Eigentum zurück.«

»Aber Magellan, das werden sie uns doch nicht freiwillig geben, sie werden schießen«, sagte Kolosseum melancholisch.

»Na und, wir schießen eben auch. Wozu habe ich euch das beigebracht?«

»Wenn wir auch nur einen von ihnen töten, hat das unvermeidlich Blutrache zur Folge, das ist bei denen so üblich. Und das hört dann nie mehr auf . . .«

Magellan schlug entschlossen mit der Hand durch die Luft:

»Wir versuchen, die Sache ohne Opfer zu erledigen. Und wenn uns das nicht gelingt, müssen wir eben alle männlichen Tscherkessen auslöschen, alle, bis auf den letzten. Ansonsten werden wir sie niemals los, Kolosseum hat Recht.«

»Alle?«, fragte Malke mit bebender Stimme. »Sogar die kleinen Jungs?«

Jemand lachte nervös.

Sascha Brün sagte:

»Ich könnte ja kaum auf einen Erwachsenen schießen, schon gar nicht auf ein Kind. Hör auf, Magellan, das hier ist das Leben, kein Roman von James Fenimore Cooper.«

»Genau deshalb, Sascha, genau weil es kein Roman ist, sondern das Leben. Und das Leben musst du besiegen, oder es besiegt dich.« Magellan schüttelte unwirsch den Kopf, eine kastanienbraune Strähne fiel ihm in die Stirn, und Malke schmolz dahin – wie schön er doch war! »Die Araber nennen die Juden uljad-el-mot, ›Söhne des Todes‹, weil wir uns vor allem und jedem fürchten. Es ist Zeit, den Arabern, Tscherkessen, Beduinen und sonst wem zu zeigen, dass neue Juden gekommen sind, die sich vor nichts fürchten. Besser gesagt, nicht neue, sondern die alten, jene, denen dieses Land vor zwei-, dreitausend Jahren gehörte. Wenn ihr nicht auf Menschen schießen könnt, dann werdet ihr es eben lernen. Also, wer macht mit?«

Malke hob sofort die Hand und rief:

»Ich!«

Damit waren natürlich die Männer unter Zugzwang, keiner wollte neben einem Mädchen als Feigling dastehen. Einer nach dem anderen hoben sie die Hand.

»Ich habe nie daran gezweifelt«, sagte Magellan und zuckte mit den Achseln. »Also, wir gehen folgendermaßen vor. Schlomo und Kolosseum bleiben hier und bewachen den Han. Du, Malke, bleibst ebenfalls hier, du trägst die Verantwortung. Ihr passt auf, dass nicht auch noch die Araber aufkreuzen und uns das Rest stehlen. Alle anderen – mir nach.«

Ach, so ein Schlaukopf! Von wegen Verantwortung! Er wollte ihr Honig ums Maul schmieren und dachte, sie bleibt zu Hause mit zwei solchen Weichlingen. Nichts da!

»Nichts da!«, sagte Malke resolut. »Schlomo und Kolosseum sollen ruhig allein hierbleiben, die können sich im Han verbarrikadieren und keinem aufmachen. Ich gehe mit euch. Wenn schon Gleichberechtigung, dann richtig!«

Und davon ließ sie sich nicht abbringen, das können Sie mir glauben.

Vierundzwanzig Kommunarden zogen im Gänsemarsch die einsame Straße entlang durch das weitläufige Tal. Der Mond schien nicht, und Sterne waren auch keine zu sehen, der Himmel hing voller Wolken. Magellan führte sein Heer mit schnellem Schritt, das heißt sogar beinah im Laufschritt. Durchaus vorstellbar, dass er dies mit voller Absicht tat, damit sich die ganze Kraft auf die Bewegung konzentrierte und keiner auf dumme Gedanken kam.

Nur sechs von ihnen hatten Winchester-Gewehre, die anderen trugen Berdangewehre oder Jagdflinten. Malke musste sogar mit einer alten Schrotbüchse für die Entenjagd vorlieb nehmen. Während sie hinter Magellan hertrippelte und versuchte, mit ihm Schritt zu halten, sagte sie immer wieder leise vor sich hin: Zuerst die beiden kleinen Eisendinger spannen und dann mit dem Zeigefinger den Haken drücken; zuerst die Eisendinger, dann den Haken . . .

Der Plan (oder, wie Magellan es militärisch formulierte: die »Disposition«) war wie folgt: Zuerst über den Steilhang die Anhöhe erklettern, weil man dort vom Turm aus nicht zu sehen ist. Dann im Gebüsch verstecken und auf den Tagesanbruch warten. Sobald es hell genug ist zum Zielen, erschießt Magellan den Wachtposten, alle rennen so schnell sie können zum Turm und verbarrikadieren sich dort, und dann wird von da aus der ganze Aul ins Visier genommen. Sobald einer die Nase aus seiner Hütte herausstreckt, wird draufgehalten; von dort oben aus liegt der ganze Aul wie auf einem Präsentierteller vor ihnen.

»Wir werden sie zwingen, sich zu ergeben«, verkündete Magellan munter. »Wir holen uns unsere Sachen zurück, und zur Strafe noch etwas mehr. Es wird nur einen Toten geben, und den nehme ich auf mich. Ich habe keine Angst vor der Blutrache, und vor Tod und Teufel auch nicht.«

Malke schaute ihn an und dachte plötzlich: Was gäbe ich dafür, wenn er sich in mich verlieben könnte. Aber natürlich verscheuchte sie diesen ungehörigen Gedanken ganz schnell, weil er nicht kameradschaftlich war, und überhaupt – wie sollte er sich denn in sie verlieben, in so ein kurzbeiniges Gänschen.

1 ... 72 73 74 75 76 77 78 79 80 ... 123
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)