Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Wunderbar.«
»Gut.« Bei diesem Wort schwang er sich schon aus dem Sattel, warf MacKenzie die Zügel zu, ohne abzuwarten, ob er sie fing, und rannte zum Pfad zurück. »Claire! Wo bist du?«
»Hier drüben!«, rief sie fröhlich. Sie trat aus dem Schatten der Pappeln hervor. Ein paar Blätter hatten sich in ihrem Haar verfangen, und sie humpelte ein wenig, doch ansonsten sah sie unverletzt aus. »Ist dir etwas passiert?«, rief sie mit fragendem Gesichtsausdruck.
»Nein. Ich werde dieses Pferd erschießen.« Er nahm sie kurz in den Arm, um sich zu vergewissern, dass sie wirklich unverletzt war. Sie atmete schwer, fühlte sich jedoch beruhigend handfest an und küsste ihn auf die Nase.
»Nun, erschieß es nicht, bevor wir zu Hause sind. Ich habe keine Lust, die letzte Meile auf nackten Füßen zu laufen.«
»Heh! Lass das, du Mistkerl!«
Er ließ Claire los, und als er sich umdrehte, sah er, wie Roger Gideon eine Faust voll mitgenommen aussehender Pflanzen unter der vorwitzigen Ramsnase wegriss. Noch mehr Pflanzen – wohin sollte diese Sammelmanie noch führen? Claire keuchte immer noch von ihrem Sturz, beugte sich jedoch mit interessiertem Gesicht vor, um sie sich anzusehen.
»Was hast du da, Roger?«
»Für Brianna«, sagte er und hielt sie hoch, damit Claire sie in Augenschein nehmen konnte. »Sind das die richtigen?« In Jamies voreingenommenen Augen sahen sie aus wie die vergilbten Spitzen von Möhren, die ausgetrieben hatten und die man dann zu lange im Boden gelassen hatte, aber Claire betastete die gammeligen Blätter und nickte zustimmend.
»O ja«, sagte sie. »Sehr romantisch!«
Jamie machte ein leises, taktvolles Geräusch, um anzudeuten, dass sie sich vielleicht besser auf den Weg machten, da Brianna und die langsamere Chisholmsippe sie bald eingeholt haben würden.
»Ja, einverstanden«, sagte Claire und tätschelte seine Schulter mit einer Geste, die wahrscheinlich beruhigend gedacht war. »Reg’ dich nicht auf, wir gehen ja schon.«
»Mmpfm«, sagte er und bückte sich, um ihr die Hand als Räuberleiter hinzuhalten. Er warf sie in den Sattel, blickte Gideon warnend an und schwang sich hinter ihr auf den Rücken des Pferdes.
»Wartest du dann also auf die anderen und bringst sie mit?« Ohne Rogers Kopfnicken abzuwarten, wendete er das Pferd und lenkte Gideon wieder auf den Pfad.
Zufrieden, dass er so weit vorn gehen durfte, machte sich Gideon an die Arbeit und kletterte mit regelmäßigen Schritten durch das Dickicht aus Hainbuchen und Pappeln, Kastanien und Fichten. Selbst so spät im Jahr hingen immer noch ein paar Blätter an den Bäumen, und kleine gelbe und braune Schnipsel sanken wie ein sanfter Regen auf sie herab. Sie verfingen sich in der Mähne des Pferdes und kamen in den losen, dichten Wellen von Claires Haar zur Ruhe. Es hatte sich bei ihrem überstürzten Abstieg gelöst, und sie hatte sich nicht die Mühe gemacht, es wieder hochzustecken.
Auch sein eigener Gleichmut kehrte zurück, als er jetzt wieder das Gefühl bekam, voranzukommen, und er wurde durch den glücklichen Fund seines Hutes vervollkommnet, den er verloren hatte und der am Wegesrand an einer Weißeiche hing, als hätte eine freundliche Hand ihn dort platziert. Dennoch blieb ein Gefühl der Beklommenheit, und er kam nicht ganz zur Ruhe, obwohl der Berg ringsum friedlich dalag, die Luft von blauem Dunst und dem Geruch von feuchtem Holz und Immergrün erfüllt.
Dann begriff er mit einem plötzlichen Ruck in der Magengrube, dass das Kätzchen verschwunden war. Er hatte juckende Kratzer an den Stellen an Brust und Bauch, wo es bei seinem panischen Fluchtversuch an ihm hochgeklettert war, doch es musste bei der wilden Jagd über den Abhang aus der Halsöffnung seines Hemdes geschleudert worden und von seiner Schulter geflogen sein. Er sah sich nach rechts und links um und suchte den Schatten der Büsche und Bäume ab, doch es war aussichtslos. Es war schon fast dunkel, und sie benutzten jetzt den Pfad, während er und Gideon vorhin quer durch den Wald gepflügt waren.
»Geh mit Gott«, murmelte er und bekreuzigte sich kurz.
»Was sagst du?«, fragte Claire und wandte sich im Sattel nach ihm um.
»Nichts«, sagte er. Es war schließlich eine Wildkatze, wenn auch eine kleine. Sie würde schon zurechtkommen.
Gideon legte sich auf das Gebiss und bewegte ruckartig den Kopf. Jamie merkte, dass sich die Anspannung in seinen Händen über die Zügel auf ihn übertrug, und er zwang sich, seinen Griff zu lockern. Er hielt auch Claire etwas weniger eng umklammert, und sie holte plötzlich tief Luft.
Sein Herz schlug schnell.
Jede Heimkehr war für ihn mit einem gewissen Gefühl der Nervosität verbunden. Nach dem Aufstand hatte er jahrelang in einer Höhle gelebt und sich seinem Haus nur ganz selten genähert, stets nach Anbruch der Dunkelheit und mit großer Vorsicht, denn er wusste nie, was er dort vorfinden würde. Mehr als ein Highlandmann war schon zu seinem Haus heimgekehrt, um es verbrannt und verkohlt vorzufinden, seine Familie verschwunden. Oder schlimmer, immer noch an Ort und Stelle.
Es war ja schön und gut, wenn man sich einredete, man solle den Teufel nicht an die Wand malen; das Problem war, dass er sich gar nichts einzubilden brauchte – seine Erinnerungen reichten aus.
Das Pferd grub sich mit den Hinterbeinen in den Boden und kämpfte sich vorwärts. Zwecklos, sich einzureden, dass dies ein neues Land war; das war es in der Tat, mit seinen eigenen Gefahren. Wenn es auch keine englischen Soldaten in diesen Bergen gab, so gab es doch marodierende Räuber. Männer, die zu haltlos waren, um Fuß zu fassen und für sich selbst zu sorgen, und die stattdessen raubend und plündernd das Hinterland durchwanderten. Indianer auf Raubzügen. Wilde Tiere. Und Feuer. Immer wieder Feuer.
Er hatte die Bugs unter Fergus’ Führung voraus geschickt, damit Claire nicht gleichzeitig die Ankunft der Kolonne beaufsichtigen und sich um ihre Gäste kümmern musste. Die Chisholms, die MacLeods und Billy Aberfeldy mit Frau und Kind würden eine Zeit lang bei ihnen im Haus bleiben; er hatte Mrs. Bug aufgetragen, sogleich mit dem Kochen zu beginnen. Anständig beritten und weder durch Kinder noch Vieh behindert, hätten die Bugs vor zwei Tagen in Fraser’s Ridge ankommen sollen. Noch war ihnen niemand mit der Nachricht entgegengekommen, dass irgendetwas nicht stimmte, also war ja vielleicht alles gut. Aber dennoch …
Er hatte gar nicht gemerkt, dass auch Claire nervös gewesen war, bis sie sich plötzlich entspannt an ihn lehnte, eine Hand auf seinem Bein.
»Es ist alles gut«, sagte sie. »Ich rieche Kaminrauch.«
Er hob den Kopf, um den Luftzug aufzufangen. Sie hatte Recht, der Wind trug ihnen das Aroma brennenden Hickoryholzes zu. Nicht den Gestank der Scheiterhaufen seiner Erinnerung, sondern einen vertrauten Hauch, der Wärme und Essen verhieß. Anscheinend hatte ihn Mrs. Bug beim Wort genommen.
Sie folgten der letzten Windung des Pfades, und dann sahen sie ihn, den hohen Schornstein aus Feldsteinen, der sich über die Bäume auf dem Bergkamm erhob und aus dem eine fette Rauchwolke über den Dachstuhl rollte.
Das Haus stand noch.
Er atmete erleichtert auf und nahm jetzt auch die anderen Gerüche seines Heims wahr; einen leisen Hauch von Dunggeruch aus dem Stall, von Räucherfleisch, das im Schuppen hing, und er spürte, wie der Atem des nahen Waldes ihm kühl und liebevoll die Wange berührte – feuchtes Holz und verrottendes Laub, Felsen und rauschendes Wasser.
Sie ritten aus dem Kastanienhain auf die große Lichtung, auf der das Haus stand, solide und ordentlich gebaut, die Fenster golden im letzten Sonnenlicht.
Es war ein bescheidenes Holzhaus, geweißt und mit Schindeln gedeckt, von sauberer Linienführung und anständig gezimmert, doch es beeindruckte nur, wenn man es im Vergleich mit den groben Blockhütten der meisten anderen Siedler sah. Seine erste Hütte stand immer noch, ein kleines Stück hügelabwärts, dunkel und stabil. Auch aus diesem Schornstein kam Rauch.
»Jemand hat für Brianna und Roger Feuer gemacht«, sagte Claire und wies kopfnickend auf die Hütte.
»Schön«, sagte er. Er fasste sie enger um die Taille, und sie gab einen leisen, zufriedenen Kehllaut von sich und schmiegte sich mit dem Hintern in seinen Schoß.