Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen
- Автор: Кент Александер
- Год: 1980
- Язык: немецкий
- Год: Ullstein
- ISBN: 3-548-20072-9
- Переводчик: Wentzel Fritz
- Жанр: Морские приключения
Электронная книга - «Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen». Краткое содержание книги:
Leutnant Oughton richtete seine Pistole auf einen dänischen Offizier, zog den Abzugshebel und starrte entgeistert auf die Waffe, als sich kein Schuß löste.
Der dänische Offizier schlug das Entermesser eines Matrosen beiseite und stieß seine Klinge einmal und dann blitzschnell noch einmal in Oughtons Magen, bevor der überhaupt aufschreien konnte. Als Oughton fiel, sah der dänische Offizier dahinter Bolitho, und seine Augen weiteten sich, als er in diesem kurzen Moment dessen Rang und Stellung erkannte.
Bolitho fühlte, wie die Klinge des Dänen an seiner entlangstrich, und sah die Entschlossenheit im Blick des Mannes Verzweiflung Platz machen, als er, wie er es so oft getan hatte, seine Waffe mit einer kurzen Drehung des Handgelenks zum entscheidenden Stoß löste.
Aber als er sein Körpergewicht auf das verwundete Bein verlagerte, schien es unter ihm nachzugeben. Heftiger Schmerz durchfuhr ihn, und sein augenblicklicher Vorteil war dahin. Keuchend fiel er gegen die Männer, die von hinten drängten, zurück.
Alldays großes Entermesser blitzte vor seinen Augen auf und schlug in die Stirn des Offiziers ein wie die Axt in einen Holzblock. Allday riß es mit einem Ruck zurück und schwang es gegen einen Mann, der sich an ihm vorbeizudrücken versuchte. Der Mann schrie auf und fiel unmittelbar unter die Füße der kämpf enden und keuchenden Männer, die mit wildem Eifer ihre Stellung zu halten versuchten.»Wir sind fast längsseits beim Feind, Sir!»
Er sah die Hand eines Mannes aus dem Dunkel hervorlangen und nach einer heruntergefallenen Pistole angeln. Ein großer Fuß nagelte das Handgelenk des Mannes an Deck fest, und mit fast geringschätziger Gelassenheit hieb Wolfe mit seinem Säbel nach unten und schnitt den Schrei des Mannes ab, bevor er überhaupt begonnen hatte.
Bolitho keuchte:»Lassen Sie ein paar Leute hier!»
Er hörte Allday hinter sich, als er den Niedergang hochstürmte, sah, wie ein Schatten auf die Bedienungen der vorderen Geschütze fiel, als das steuerlose feindliche Schiff langsam auf sie zutrieb. Aber sie fuhren fort zu feuern, zu schreien und zu fluchen und hatten nichts anderes vor Augen als die durchlöcherte feindliche Bordwand. Um die Geschütze herum lagen Tote und Sterbende, aber für die Lebenden zählte nur das Schiff. Taub, halbblind und im Rausch des Tötens hatten sie nicht einmal bemerkt, daß ihr Schiff beinahe von achtern geentert worden wäre.
Bolitho ging über das zerschossene Achterdeck, den Blick fest auf den Feind gerichtet. Männer feuerten mit Musketen, Drehbassen und Pistolen, während andere ihre Entermesser und Spieße drohend gegen die Dänen schüttelten. Herrick hielt eine Hand im Rockausschnitt, und Blut tropfte von seinem Gelenk.
Browne lag auf den Knien und verband das Bein des diensttuenden Leutnants Aggett, das von einem Holzsplitter aufgerissen worden war.
«Auf die Enterer!»
Mit knirschendem Geräusch stießen die beiden Schiffsrümpfe wie zu einer letzten Umarmung zusammen. Rahen und Tauwerk verstrickten sich, und die Mündungen der Kanonen zeigten aneinander vorbei, als die beiden Schiffe, hilflos ineinander verschlungen, nach Lee abtrieben.
Clinton schwang seinen Stock.»Auf sie, Soldaten!»
Die rotröckigen Seesoldaten schritten zum Angriff, stachen mit ihren aufgepflanzten Bajonetten in die Enternetze, in die dänische Seeleute von der anderen Seite Löcher zu schlagen versuchten.
Männer fielen aufschreiend zwischen die beiden Bordwände und wurden — menschliche Fender — von den in der Dünung gegeneinan-derstoßenden Schiffskörpern zerquetscht. Andere versuchten zu entkommen und wurden von ihren Kameraden zertreten oder — kurz bevor sie sich in Sicherheit wähnten — in den Rücken geschossen. Eine Pike stieß durch das Netz und verfehlte nur knapp Alldays Brust. Browne hatte sie zur Seite gestoßen und schlug nun dem Angreifer mit dem Degen quer über das Gesicht, bevor er ihm mit einem kräftigen Stoß den Rest gab. Wie gerettete Schiffbrüchige auf einem Felsen standen Grubb und seine Männer um das nutzlos gewordene Steuerrad, feuerten mit Pistolen auf die Gestalten auf der feindlichen Laufbrücke und Hütte, während ihre verwundeten Genossen, so schnell sie konnten, ihre Waffen nachluden.
Pascoe kam mit den Bedienungen der Karronaden nach achtern gerannt, sein Säbel blinkte matt im Pulverqualm.
Schliddernd hielt er an, wobei Blut an seinen Füßen hochspritzte, und schrie:»Sir, die Indomitable hat ein Signal gesetzt!»
Herrick fluchte und feuerte seine Pistole auf den Kopf eines Mannes ab, der gerade über die Hängemattsnetze klettern wollte.
«Signale? Gottverdammmich, dafür haben wir jetzt keine Zeit.»
Browne wischte sich mit dem Handrücken die Augen und senkte seinen Degen.»Die Indomitable wiederholt ein Signal von der Flotte, Sir. Es ist Nummer neununddreißig und heißt: >Gefecht abbrechen<!»
Bolitho schaute über den schwer mitgenommenen Rumpf und die nachgeschleppten Wanten der Indomitable hinweg. Eine Fregatte, eine von Nelsons Flotte, stand außerhalb der auf dem Wasser liegenden Wolken von Pulverqualm, als wolle sie ihnen zu Hilfe kommen, aber an ihren Rahen flatterten die Signalflaggen: >Feuer einstellend
Wolfe wies mit seinem Säbel auf das längsseits liegende Schiff, als die dänischen Seeleute nacheinander ihre Waffen fallen ließen und mit gebeugten Köpfen dastanden wie Kreaturen, für die alles zu Ende ist.
Herrick befahclass="underline" »Nehmen Sie unsere Prise in Besitz, Mr. Wolfe!«Er wandte sich um und suchte nach dem anderen Linienschiff und den übriggebliebenen Galeeren, die gerade im Rauch verschwanden, um in ihrem Hafen Schutz zu suchen.
Die See war bedeckt mit Treibgut aller Art. Freund und Feind arbeiteten Hand in Hand, um einander zu helfen und Überlebende zu retten, ohne sich darum zu scheren, wer nun eigentlich gewonnen hatte. Es gab auch viele Leichen, und Inchs Odin lag so tief im Wasser, daß es schien, als würde sie jeden Augenblick kentern. Nur die Styx machte den Eindruck, als sei sie unbeschädigt, aber es war wohl nur die Entfernung, die ihre Wunden verbarg. Auch sie nahm nun Segel weg, um zwischen dem Treibgut nach Überlebenden zu suchen.
Bolitho legte den Arm um die Schulter seines Neffen und fragte:»Möchtest du noch immer eine Fregatte kommandieren, Adam?»
Aber die Antwort ging in dem Jubelgeschrei unter, das immer lauter und wilder von Schiff zu Schiff übersprang und in das selbst die Verwundeten mit krächzenden Stimmen einfielen, dankbar, daß sie noch lebten, daß sie wieder einmal — oder auch das erste schreckliche Mal — davongekommen waren.
Herrick sammelte seinen Hut auf und schlug ihn über dem Knie aus. Dann setzte er ihn auf und sagte:»Die Benbow ist ein gutes Schiff. Ich bin stolz auf sie.»
Bolitho lächelte seinem Freund zu. Er spürte die Müdigkeit und Erschöpfung der Männer mit den rauchgeschwärzten, grinsenden Gesichtern, die ihn umstanden.
«Männer, nicht Schiffe entscheiden, sagten Sie einmal, Thomas. Erinnern Sie sich?»
Grubb schneuzte sich geräuschvoll und sagte dann:»Wir haben wieder Steuerwirkung, Sir.»
Bolitho schaute Browne an. Es war nahe dran gewesen, und er war nicht sicher, wie die Sache geendet hätte, wenn die Fregatte nicht erschienen wäre. Vielleicht waren die Engländer und die Dänen einander ähnlich, wenn sie kämpften. Wenn es so war, dann wäre bei Anbruch der Dunkelheit wohl niemand mehr am Leben gewesen.
Browne fragte mit heiserer Stimme:»Ein Signal, Sir?»
«Aye. Signal an alle: >Geschwader Linie bilden vor oder hinter Flaggschiff, wie es kommt<.»
Die Flagge >Ran an den Feind< sank von der Rah herunter, und als sie von der Flaggleine abgesteckt war, nahm Allday sie und deckte sie über den toten Midshipman.
Bolitho beobachtete das; er sagte ruhig:»Wir kehren zur Flotte zurück, Kapitän Herrick.»
Sie sahen einander an: Bolitho, Herrick, Pascoe und Allday. Jeder hatte jedem während der Schlacht Kraft gegeben. Und diesmal gab es auch für die Zukunft einiges zu erhoffen.