Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen
- Автор: Кент Александер
- Год: 1980
- Язык: немецкий
- Год: Ullstein
- ISBN: 3-548-20072-9
- Переводчик: Wentzel Fritz
- Жанр: Морские приключения
Электронная книга - «Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen». Краткое содержание книги:
Bolitho rief sich Alldays Worte in Erinnerung. Die Feinde konzentrierten ihr Feuer offensichtlich auf das Flaggschiff. Er sagte:»Mr. Browne, geben Sie an Nicator. >Die Leekolonne greift noch nicht ein<!»
Er warf einen Blick auf die Segel, die heftig flatternd gegen die Kursänderung protestierten. Die Benbow lag so hoch am Wind, wie Grubb es ermöglichen konnte, aber die Dänen waren noch immer im Vorteil, ihre Leinwand stand prall und wurde ausgezeichnet bedient.
Herrick beobachtete eine Gruppe von Galeeren, die in keilförmiger Aufstellung hinter dem führenden Linienschiff hervorpreschten.
Er sagte:»Diese Teufel wollen uns von vorn angreifen, wenn wir es dazu kommen lassen.»
Bolitho nickte.»Dagegen können wir im Augenblick nichts tun. Wenn wir Kurs nach Lee ändern, um beweglicher zu werden, beharken die dänischen Linienschiffe unser Heck. Selbst auf diese Entfernung würde uns das schwer schaden, bevor wir selber zurückschlagen könnten.»
Während er sprach, erkannte er die Absicht des dänischen Befehlshabers. Wie Haifische um einen hilflosen Wal konnten die Galeeren die Benbow bis auf die Knochen abnagen, ohne einen einzigen Mann zu riskieren.
Mit rauher Stimme befahl er:»Signal an Lookout: >Angreifen! <»
Herrick wandte sich Wolfe zu, der gerade weitere Leute an die Leebrassen schickte.
Er weiß, was dieser Befehl bedeutet, dachte Bolitho bitter. Lookout war schnell und beweglich, aber ihr schnittiger Rumpf war schweren Geschossen nicht gewachsen.
Browne rief:»Sie hat das Signal bestätigt, Sir.»
Bolitho beobachtete, wie die Korvette ihre Bramsegel setzte und herumschwenkte, wobei ihre Stückpforten auf der Leeseite fast unter Wasser gerieten. Er erinnerte sich an sein erstes selbständiges Kommando, und mit welchen Hoffnungen er es angetreten hatte. Nun sah er Veitch, den Kommandanten dieser Korvette, vor sich und betete im stillen, daß er all seine Erfahrungen nutzen und das Schicksal der Relentless aus seinen Gedanken verbannen würde.
Das Geschützfeuer nahm zu und breitete sich aus, als die Indomita-ble ihre erste gut gezielte Breitseite auf den Feind losließ. Eine weitere purpurrote Kolonne von Galeeren ruderte hinter dem Geschwader herum, aber offensichtlich mit weniger Zuversicht, als die Styx Kurs änderte und sich ihr entgegenstellte.
Die Wasseroberfläche war nun mit dahinziehenden Wolken von Pulverqualm bedeckt, und die Luft dröhnte von dem fast unaufhörlichen Geheul und anschließendem Einschlag der schweren Eisenkugeln.
Während einer kurzen Feuerpause hörte Bolitho ein tieferes, gewaltigeres Geräusch, das unter der Wasseroberfläche entlangzulaufen und den Kiel seines Schiffes anzuheben schien.
Grubb ging zur Logkladde.»Schätze, daß die Flotte jetzt angreift,
Sir.»
Wolfe wandte sich um und lächelte grimmig.»Wird auch verdammt Zeit, Mr. Grubb! Ich habe es satt, immer das Hauptziel zu sein.»
Ein Ruck lief durch den Schiffsrumpf, als eine Kugel tief unten in der Bilge einschlug. Bolitho hörte, wie der Bootsmann einige seiner Reserveleute zur Hilfeleistung hinunterschickte.
«Lookout ist in Schwierigkeiten, Sir!»
Bolitho schaute hinüber zur Korvette und erstarrte, als er ihren
Fockmast umsinken sah, während allerlei Trümmer an ihrer Gefechtsseite außenbords herumhingen. Die Galeeren kamen ihr immer näher und hämmerten so schnell sie nachladen konnten mit ihren Kanonen auf sie ein. Eine war zu waghalsig gewesen und wurde wie ein Jagdhund vom verfolgten Eber hochgeworfen. Menschen und Riemen fielen aus ihrem zertrümmerten Rumpf ins Wasser, bevor er selber versank.
Irgend jemand rief: «Styx hat zwei von ihnen geknackt!»
Schreie und Flüche kamen von unten, als eine weitere schwere Kugel wie ein Rammbock die Bordwand durchschlug.
Bolitho hörte Wolfe durch sein Sprachrohr kommandieren:»Geschützführer in der Aufwärtsbewegung feuern!»
Die Männer der oberen Batterie warteten in Hockstellung wie Statuen, blind und taub gegen alles außer dem Befehl zum Feuern.
Wolfe schrie:»Feuer!»
Bolitho beobachtete den führenden dänischen Zweidecker. Der Mund wurde ihm trocken, als die gesammelte Ladung von Schrapnells und Stangenkugeln durch die Takelage des Gegners fegte. Erst kamen Segel und allerlei Tauwerk, dann die Stenge des Großmastes selber wie eine alles vernichtende Lawine von oben. Mit den Stangenkugeln — Massen von halbkugeligen Eisenstücken, die durch kurze Stangen miteinander verbunden waren — ließ es sich schlecht zielen, aber wenn sie trafen, dann konnten sie die Takelage eines feindlichen Schiffes in Sekunden zu Fetzen zerreißen.
Der Erfolg der Breitseite ermutigte die Geschützbedienungen, die von der überlegenen Taktik und Beweglichkeit der Dänen etwas eingeschüchtert waren. Sie wischten ihre Kanonenrohre aus, schufteten und fluchten in dem undurchdringlichen Pulverqualm wie die Dämonen, während ihnen der Schweiß trotz der Kälte an Armen und Rük-ken herunterrann.
«Feuer!»
Bolitho ging weiter nach achtern — die Augen fest auf das führende Schiff gerichtet, das unter dem mörderischen Feuer der Benbow nach Lee abtrieb.
Jetzt zahlten sich die Wochen und Monate harten Drills seiner Geschützbedienungen aus. Nur ein paar ferne Wassersäulen zeugten von Fehlschüssen, die meisten aber — ob Kugeln oder Stangen — fanden ihr Ziel. Die vordere Bramstenge des Dänen fiel und drehte sich dabei wie betrunken, als sie mit dem Zug der Wanten und Stage kämpfte, bevor sie mit Donnergetöse und in einem riesigen Wasserschwall über die Seite fiel.
Die Benbow steckte einen weiteren Treffer ein, der von irgendwoher voraus kam, und Bolitho bemerkte zwei Galeeren, die auf das Schiff zuhielten und dabei, so schnell sie konnten, feuerten. Sein Herz krampfte sich zusammen, als er die Lookout jenseits des wogenden Qualms sah. Ihr Kreuzmast war verschwunden, und sie trieb dahin, hilflos dem Bombardement der Galeeren ausgesetzt; nur noch einige ihrer Kanonen antworteten.
«Versuchen Sie, diese Galeeren mit den Buggeschützen zu erwischen!»
Bolitho fühlte, wie ihn der große Zorn packte: kein Zorn aus Verzweiflung oder Enttäuschung, sondern etwas viel Schlimmeres, das sein Inneres wie ein Schraubstock packte, als er auf die kämpfenden Schiffe ringsum sah.
Plötzlich war ihm alles klar: die Bemühungen Admiral Damerums, ihn und sein Geschwader hierher zu schicken. Sein Versuch, Pascoe durch einen bezahlten Duellanten töten zu lassen. Und nun dies. Doch die plötzliche Drohung einer Niederlage hatte eher anspornende als umgekehrte Wirkung.
«Signal an Nicator: Sie soll das andere Linienschiff angreifen!«Er fühlte, wie Metall über seinen Kopf hinwegpfiff und krachend in die Hütte einschlug. »Styx soll Nicator und Odin unterstützen!»
Er wandte sich nach den nächststehenden Galeeren um, während der dänische Zweidecker hilflos achteraus trieb und von der Indomitable, die ihre Position hinter dem Flaggschiff hielt, behämmert wurde.
«Volle Breitseite, Thomas. Wir ändern Kurs nach Steuerbord und schießen nach beiden Seiten. «Er beobachtete, wie die Nicator und dann die Odin sein Signal bestätigten, und befahl dann:»Neuer Kurs Ostnordost!»
Männer rannten von der einen auf die andere Seite, als beide Batterien sich auf die nächste Salve vorbereiteten.
Bolitho rief:»Wir müssen uns sehr beeilen, sonst sind die Galeeren aus unserem Bestreichungswinkel heraus, bevor wir sie richtig ins Visier bekommen haben.»
Durch die Drehung nach Lee und damit weg von dem übriggebliebenen feindlichen Zweidecker schien es, als wolle die Benbow sich aus dem Kampf zurückziehen. Indem er Keen und Inch befohlen hatte, den Rest der feindlichen Formation anzugreifen, ging er das Risiko ein, sie und alle von ihnen Befehligten zu opfern.