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Электронная книга - «Die Gebrüder Kip». Краткое содержание книги:

Hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich ein aufregender Kriminalfall, bei dem die Brüder Kip zu Unrecht beschuldigt werden. Aber wie wollen sie ihre Unschuld an dem Mord am Kapitän ihres Schiffes beweisen? Alles spricht gegen sie, bis der Reeder Hawkins seine detektivischen Nachforschungen aufnimmt und verblüffende Details entdecken kann, die schließlich zur Ermittlung der Täter führen.
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Das erschien mir auffällig. Ich sprach darüber mit meinem Bruder und dieser riet mir, Herrn Hawkins davon Mitteilung zu machen, denn auch er mißtraute dem neuen Kapitän. Ich schwieg indes, da mir jede Denunziation verhaßt war. Dagegen unterließ ich es nicht, die Fahrtrichtung der Brigg so genau wie möglich zu beobachten, was Flig Balt jedenfalls bemerkte, denn vielleicht erschwerte es ihm die Ausführung eines geheimen Planes.«

Da Karl Kip mit der weiteren Ausführung seines Gedankens zu zögern schien, nahm der Vorsitzende das Wort.

»Sie haben beobachtet, Herr Kip, daß Flig Balt aus dem richtigen Kurse weichen zu wollen schien?. In welcher Absicht sollte er das versucht haben?

- Das kann ich unmöglich sagen, antwortete Karl Kip, mir war aber die Sache selbst nicht zweifelhaft. Flig Balt sachte die Brigg mehr nach Osten, nach den berüchtigten Inselgruppen steuern zu wollen, wo die Sicherheit eines Schiffes erfahrungsgemäß immer gefährdet ist. Da Flig Balt außerdem versuchte, eine Meuterei an Bord zu veranlassen, glaube ich, seine Absicht lief darauf hinaus, sich des 'James-Cook' zu bemächtigen.«

Diese unverhüllte Beschuldigung schien den Angeklagten sehr wenig zu berühren, und er begnügte sich, darauf nur leicht die Achseln zu zucken.

»Wie dem auch sei, fuhr Karl Kip fort, ein Sturm, der uns an der Grenze des Korallenmeeres überfiel, mußte eine solche Absicht unterstützen, da er unser Schiff seitwärts weit hinaus verschlug. Meiner Erfahrung nach hätte man sich da dem wütenden Westwinde gerade entgegenlegen sollen. Der neue Kapitän war dieser Ansicht aber nicht. Er ergriff vielmehr die Flucht, indem er nach der verrufenen Gegend der Salomonsinseln zu steuerte, und das unter einer Segelentfaltung, die die Sicherheit der Brigg arg gefährdete. Ich sah den Augenblick kommen, wo sie vom Meere verschlungen werden mußte, denn sie nahm immer gewaltige Sturzseen über und steuerte überhaupt nicht mehr. Da packte ich das Ruder. Mich trieb die Empfindung, daß wir verloren wären, wenn ich nicht eingriffe. Die Mannschaft starrte mich an, Flig Balt erschöpfte sich in unzusammenhängenden Befehlen.

»Laßt mich nur machen!« rief ich. Herr Hawkins hatte mich verstanden und sagte zu mir: »Tun Sie Ihr Bestes!« - Ich übernahm also den Befehl; die Matrosen gehorchten mir; es gelang mit genauer Not, die Brigg zu wenden, und als am nächsten Morgen der Sturm nachließ, konnten wir leicht unter dem Lande Schutz suchen.

»Daraufhin übergab Herr Hawkins den Befehl mir, nachdem er ihn Flig Balt entzogen hatte. Dieser erhob Einspruch, ich zwang ihn, sich zu fügen. Jetzt hatte ich ja Gelegenheit, mich durch Ergebenheit und Pflichteifer gegen Herrn Hawkins ein wenig abzufinden.

Sobald es sich tun ließ, schlug der 'James-Cook' seinen Kurs nach Süden wieder ein, und wir befanden uns schon gegenüber Sydney, als die Meuterei am Abend des 30. Dezembers zum Ausbruche kam. Der ehrlose Bootsmann machte mit den Meuterern gemeinsame Sache. Er trieb seine Helfershelfer nach dem Deckhause, sich dort der vorhandenen Waffen zu bemächtigen. Len Cannon stürzte sich auf mich, um mich niederzustechen. Ich hatte aber schon einen Revolver in der Hand und drohte, ihm den Schädel zu zerschmettern. Mein Auftreten schreckte die Leute zurück, vorzüglich als einige brave Matrosen mir beisprangen. Die anderen wichen nach dem Vorderdeck aus, und ich ließ Flig Balt und Len Cannon ergreifen und beide in Eisen legen.

Ein zweiter Auflehnungsversuch war nicht mehr zu befürchten. Die Fahrt ging unter günstigen Umständen weiter. Am 1. Januar umschiffte der 'James-Cook' das Vorgebirge und traf den übernächsten Tag auf der Reede von Hobart-Town ein.

Das ist alles, was ich berichten kann, schloß Karl Kip, und ich habe hier nichts als die reine Wahrheit gesagt.«

Er trat darauf zur Zeugenbank zurück, mit der Gewißheit, daß man seiner Aussage vollen Glauben schenkte, und als er sich neben Hawkins und Nat Gibson wieder niedergelassen hatte, begrüßten ihn diese mit einem dankbaren Händedruck.

»Angeklagter, was haben Sie zu sagen? fragte jetzt der Vorsitzende.

- Nichts!« antwortete Flig Balt.

Nacheinander wurden nun die übrigen Zeugen aufgerufen, und sie bestätigten in allen Punkten die Darstellung Karl Kips.

Hawkins gestand seinen Irrtum bezüglich Flig Balts unumwunden zu, einen Irrtum, den Harry Gibson vollkommen geteilt hatte, da dieser ja Flig Balt stets das beste Vertrauen entgegenbrachte. Der Reeder hatte nach der in Kerawara begangenen Mordtat gar nicht gezögert, dem Bootsmanne für die Rückfahrt den Befehl über die Brigg anzuvertrauen. Die Mehrzahl der Mannschaft schien damit recht zufrieden zu sein. Als das Schiff aber im Norden des Korallenmeeres in einen Sturm geriet, zeigte es sich deutlich, daß der neue Kapitän seiner Aufgabe nicht gewachsen war. Er hatte völlig den Kopf verloren, und ohne das Eingreifen Karl Kips wäre der 'JamesCook' sicherlich dem Untergange geweiht gewesen. Auch an dieser Stelle wollte diesem Hawkins nochmals den wärmsten Dank aussprechen.

Der nach dem Reeder aufgerufene Nat Gibson konnte dessen Bericht wiederum nur bestätigen. Als er aber auf seinen Vater zu sprechen kam, fühlte man es aus seinen Worten heraus, welcher Ingrimm gegen die Mörder seine Seele erfüllte.

Auch Pieter Kip gab, nur abgekürzt, den Bericht seines Bruders wieder. Er beleuchtete das Mißtrauen, das sie beide von Anfang an gegen den Bootsmann gehegt hätten, und den Verdacht, der sofort in ihnen aufgestiegen wäre, als Karl Kip den Kurswechsel des Fahrzeuges bemerkt hatte. Auch er zweifelte nicht, daß diese Kursänderung in verbrecherischer Absicht vorgenommen worden sei, was sich ja bald durch den Versuch einer Auflehnung eines Teiles der Besatzung bestätigt hätte.

Die Aussagen der Matrosen Wickley, Hobbes, Burnes und des Schiffsjungen Jim stimmten damit und untereinander vollkommen überein. Sie erklärten, versucht worden zu sein, sich an der Meuterei zu beteiligen, und wenn sie von dem Auftritte am 30. Dezember überrascht worden seien, bevor sie den Kapitän Kip von dem geplanten Anschlage unterrichten konnten, so hätten sie sich doch sofort auf seine Seite gestellt.

Der Vorsitzende widmete ihnen ein warmes Lob, das die Leute gewiß verdient hatten.

Die Aussagen der vorgeladenen Zeugen waren hiermit beendet. Jetzt sollten die anderen, in der Angelegenheit mehr oder minder belasteten Personen abgehört werden, die gewiß etwas unruhig darüber waren, wie die Verhandlung für sie ausgehen werde.

Zunächst wurde Vin Mod über das, was er wußte, befragt.

Von dem arglistigen Burschen durfte man sich freilich keiner wahrheitsgetreuen Schilderung der Vorgänge versehen. Er bemühte sich denn auch, jede Verantwortlichkeit von sich abzuwälzen; er habe niemals - jetzt wie früher-geglaubt, daß Flig Balt den Kurs der Brigg hätte verändern wollen, wie Karl Kip das vermutete. Flig Balt wäre ein tüchtiger Seemann, wofür verschiedene Beweise vorlägen. seine Anordnungen bei dem Sturme wären ganz zweckmäßig gewesen, so daß er es höchst ungerechtfertigt finde, daß man ihm das Kommando wieder abgenommen hätte.

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