Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
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26.Kapitel
Lou Dinetto hatte sich soweit erholt, daß er aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. Kat ging sich von ihm verabschieden. Rhino und der Schatten waren bei ihm auf dem Zimmer.
Als Kat eintrat, drehte Dinetto sich zu ihnen um. »Verschwindet.«
Kat schaute ihnen nach, als sie das Zimmer verließen.
Dinetto sah ihr in die Augen und sagte: »Ich bin Ihnen etwas schuldig.«
»Sie schulden mir überhaupt nichts.«
»Scheint Ihnen mein Leben denn so wertlos? Sie wollen heiraten, wie ich höre.«
»Ja, das stimmt.«
»Einen Arzt.«
»Ja.«
»Also, dann bestellen Sie ihm, daß er gut auf Sie aufpassen soll, sonst bekommt er es mit mir zu tun.«
»Ich werde es ihm ausrichten.«
Kurzes Schweigen. »Das mit Mike tut mir leid.«
»Er wird's schaffen«, sagte Kat. »Ich habe mich lange mit ihm unterhalten. Er wird in Ordnung kommen.«
»Gut.« Dinetto hielt ihr einen dicken Umschlag hin. »Ein kleines Hochzeitsgeschenk für Sie.«
Kat schüttelte den Kopf. »Nein. Vielen Dank.«
»Aber.«
»Passen Sie auf sich auf!«
»Sie auch. Wissen Sie was? Sie sind ein richtig tapferes Weibsbild, und ich werde Ihnen jetzt etwas sagen, was Sie sich merken sollten. Wenn Sie mal Hilfe brauchen - ganz egal, was -, dann kommen Sie
zu mir. Verstehen Sie mich?«
»Ich habe Sie verstanden.«
Sie wußte, daß er es ernst meinte; und sie wußte auch, daß sie ihn, selbst in der größten Not, niemals um Hilfe bitten würde.
Paige und Jason telefonierten in den folgenden Wochen drei- bis viermal täglich und waren, sofern Paige keinen Nachtdienst hatte, abends stets beisammen.
Im Krankenhaus gab es mehr denn je zu tun. Es geschah während einer Sechsunddreißigstundenschicht, in der ein Notfall auf den andern folgte - Paige war im Bereitschaftsraum gerade erst eingeschlafen, da wurde sie schon wieder durch das drängende Schrillen des Telefons geweckt.
Sie tastete nach dem Hörer. »H'lo?«
»Dr. Taylor, kommen Sie auf Zimmer 422. Stat.«
Paige mußte sich anstrengen, um wenigstens einigermaßen klar zu denken. Zimmer 422 ... Ein Patient von Dr. Barker. Lance Kelly. Bei Lance Kelly war soeben eine Mitralklappe ersetzt worden. Da muß etwas schiefgegangen sein. Paige hievte sich von der Liege und trat auf den menschenleeren Flur. Sie beschloß, nicht auf den Fahrstuhl zu warten. Sie lief die Treppe hoch. Möglicherweise ist da bloß eine Schwester nervös geworden. Falls es etwas Ernstes sein sollte, werd' ich Dr. Barker anrufen, überlegte sie.
Sie betrat Zimmer 422 und blieb erschreckt im Türrahmen stehen. Der Patient rang stöhnend nach Luft. Die Krankenschwester war sichtlich erleichtert, Paige zu sehen. »Ich hab' nicht gewußt, was ich machen soll, Doktor. Ich.«
Paige eilte ans Bett. »Es wird alles gut«, sagte sie aufmunternd. Sie nahm das Handgelenk des Patienten zwischen zwei Finger. Der Puls hüpfte wie verrückt. Die Mitralklappe versagte.
»Wir geben ihm ein Beruhigungsmittel«, wies Paige an.
Die Schwester reichte Paige eine Nadel, die Paige in eine Vene einführte. »Die Oberschwester soll ein Operationsteam zusammenstellen. Stat. Und Dr. Barker rufen lassen.«
Eine Viertelstunde später lag Kelly bereits auf dem Operationstisch. Das OP-Team bestand aus drei OP-Schwestern und zwei Assistenten. In einer Ecke des Raums, hoch oben, war ein Monitor angebracht, damit Herzfrequenz, EKG und Blutdruck überwacht werden konnten.
Als der Narkosearzt hereinkam, hätte Paige am liebsten laut geflucht. Die meisten Anästhesisten am Krankenhaus leisteten gute Arbeit. Aber Herman Koch, mit dem Paige schon ein paarmal zu tun gehabt hatte und den sie mied, wo sie nur konnte, war eine Ausnahme. Sie hatte überhaupt kein Vertrauen zu ihm. Nur blieb ihr jetzt keine andere Wahl.
Er befestigte ein Röhrchen an der Kehle des Patienten, während Paige eine Papierhülle mit Sichtfenster auffaltete und dem Patienten über den Brustkorb legte.
»Legen Sie eine Leitung in die Drosselvene«, wies Paige Koch an.
Koch nickte. »Gut.«
»Dr. Barker hat ihm gestern die Mitralklappe ersetzt. Sie ist vermutlich gerissen.« Paige blickte zu Koch hinüber. »Ist der Patient betäubt?«
Koch nickte. »Der schläft so tief, als ob er daheim im Bett läge.«
Wenn Sie doch auch daheim wären, dachte Paige. »Was verwenden Sie?«
»Propofil.«
Sie nickte. »In Ordnung.«
Sie beobachtete, wie Kelly an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen wurde, damit sie einen Bypass legen konnte. Paige beobachtete den Monitor an der Wand. Puls 140. Sauerstoffsätti-gung 92 Prozent. Blutdruck 80 zu 60. »Fangen wir an«, sagte Paige.
Einer der Assistenten schaltete Musik ein.
Paige trat am Operationstisch unter elfhundert Watt heißen, weißen Lichtes und wandte sich zur OP-Schwester. »Das Skalpell bitte .«
Die Operation begann.
Paige entfernte am Brustbein alle Drähte von der Operation des Vortags. Anschließend führte sie einen Schnitt von der Nackenbasis zum unteren Ende des Brustbeins, während ein Assistent das Blut wegwischte.
Paige schnitt mit allergrößter Behutsamkeit durch die Fett- und Muskelschichten, bis sie das unregelmäßig schlagende Herz vor sich hatte. »Da hätten wir das Problem«, stellte Paige fest. »Der Vorhof ist perforiert. Um das Herz sammelt sich Blut und drückt es zusammen.« Paige schaute zum Monitor an der Wand. Der Pumpendruck war gefährlich gesunken.
»Die Zufuhr erhöhen!« befahl Paige.
In dem Moment öffnete sich die Tür des Operationssaals. Lawrence Barker trat ein. Er stellte sich neben den OP-Tisch und beobachtete den Vorgang.
»Dr. Barker«, sagte Paige. »Möchten Sie.«
»Das ist Ihre Operation.«
Paige warf einen raschen Blick auf Koch. »Vorsicht! Die Narkose ist zu stark, verdammt! Langsamer!«