Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
»Was für eine Nachricht?« fragte Paige.
»Ken will mich heiraten.«
Auf ihren Gesichtern spiegelten sich blanker Unglaube.
»Du willst uns wohl auf den Arm nehmen!« sagte Paige.
»Nein. Er hat mir gestern abend einen Heiratsantrag gemacht. Ich habe angenommen.«
»Aber du darfst ihn nicht heiraten!« rief Honey. »Du weißt doch, was für ein Typ er ist. Ich meine, er hat versucht, dich ins Bett zu kriegen, nur um eine Wette zu gewinnen!«
»Er hat's auch geschafft.« Kat grinste.
Paige schaute sie verständnislos an. »Da komme ich nicht mehr mit.«
Kat erklärte es ihnen. »Wir haben uns ein falsches Bild von ihm gemacht. Ein total falsches. Ken hat mir die Sache mit der Wette selber erzählt. Sie hat ihm während der ganzen Zeit auf der Seele gelegen. Wißt ihr, was passiert ist? Ich bin mit ihm ausgegangen, weil ich ihm eine Lektion erteilen wollte; und er ist mit mir ausgegangen, um etwas Geld zu gewinnen, und am Ende haben wir beide uns ineinander verliebt. Ach, ich kann euch ja gar nicht sagen, wie glücklich ich bin.«
Honey und Paige tauschten Blicke. »Und wann werdet ihr heiraten?« fragte Honey.
»Darüber haben wir noch nicht gesprochen, aber sicherlich bald. Ihr beiden müßt meine Brautjungfern sein.«
»Du kannst auf uns zählen«, erklärte Paige. »Wir werden kommen.« Aber sie hatte ihre Zweifel. Sie gähnte. »Die Nacht war lang. Ich werde jetzt nach Hause gehen, um mich ein bißchen auszu-schlafen.«
»Ich werde bei Mike bleiben«, sagte Kat. »Die Polizei wird sich mit ihm unterhalten wollen, sobald er aufwacht.« Sie ergriff beider Hände. »Ich danke euch, daß ihr so gute Freundinnen seid.«
Auf dem Heimweg dachte Paige über die Ereignisse dieser Nacht nach. Sie wußte, wie sehr Kat an ihrem Bruder hing. Es hatte viel Mut erfordert, ihn der Polizei zu übergeben. Ich hätte es schon längst tun sollen.
Als Paige die Wohnung betrat, hörte sie das Telefon läuten. Sie rannte los.
Es war Jason. »Hi! Ich ruf nur an, damit Sie auch wissen, wie sehr Sie mir fehlen. Was tut sich in Ihrem Leben?«
Paige war versucht, es ihm zu berichten - sie hätte all das gern mit jemandem geteilt, aber es war eine allzu persönliche Angelegenheit, die nur Kat etwas anging.
»Nichts«, erwiderte Paige. »Alles in Ordnung.«
»Gut. Haben Sie heute abend Zeit?«
Paige war sich bewußt, daß es da um mehr ging als nur um diesen Abend. Wenn ich ihn noch öfter sehe, sagte sich Paige, werde ich mich in ihn verlieben. Und wußte auf einmal, daß sie jetzt eine der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens treffen würde.
Sie atmete tief. »Jason.« Es läutete an der Tür. »Nur einen Augenblick, ja, Jason?«
Paige legte den Hörer hin und ging öffnen.
Vor ihr stand Alfred Turner.
25.Kapitel
Paige war wie versteinert.
Alfred lächelte zaghaft. »Darf ich reinkommen?«
Sie war total verwirrt. »Oh ... natürlich. Ich ... Verzeihung.« Sie ließ Alfred, als er ins Wohnzimmer trat, keinen Moment aus den Augen. Sie verstand ihre eigenen Gefühle nicht mehr. Es war der reinste Widerspruch. Sie war glücklich und nervös und verärgert zugleich. Aber warum mache ich so ein Theater? fragte sie sich. Er kommt doch wahrscheinlich nur vorbei, um guten Tag zu sagen.
Alfred drehte sich zu ihr um. »Ich habe Karen verlassen.«
Die Worte versetzten Paige einen Schock.
Alfred kam näher. »Ich habe einen großen Fehler gemacht, Paige. Ich hätte dich nie gehen lassen dürfen. Niemals.«
»Alfred. « Da fiel es Paige plötzlich wieder ein. »Entschuldige mich.« Sie rannte zum Telefon und nahm den Hörer in die Hand. »Jason?«
»Ja, Paige. Was den Abend betrifft, so könnten wir.«
»Ich. ich kann mich nicht mit Ihnen treffen.«
»Oh. Wenn es heute abend nicht geht, wie war's dann mit morgen abend?«
»Ich . ich weiß nicht.«
Er hörte ihr die Verkrampfung an. »Stimmt etwas nicht?«
»Nein. Alles in Ordnung. Ich werde Sie morgen anrufen und Ihnen dann alles erklären.«
»Okay.« Es klang eher perplex.
Paige legte auf.
»Du hast mir gefehlt, Paige«, sagte Alfred. »Hab' ich dir auch gefehlt?«
Nein. Ich laufe auf der Straße bloß Fremden hinterher und rede sie dann mit >Alfred< an. »Ja«, entgegnete Paige.
»Gut. Wir gehören zusammen, weißt du. Wir haben immer zusammengehört.«
Haben wir das? Hast du deswegen Karen geheiratet? Glaubst du, du könntest einfach so in mein Leben treten und wieder verschwinden, wie's dir beliebt?
Alfred stand dicht vor ihr. »Etwa nicht?«
Paige sah ihm in die Augen und sagte: »Ich weiß nicht.« Ihr kam das alles viel zu plötzlich.
Alfred nahm ihre Hand. »Natürlich weißt du das.«
»Und was ist mit Karen?«
Alfred zuckte die Schultern. »Karen war ein Fehler. Ich hab' immer nur an dich gedacht und an die schönen Zeiten, die wir beide gemeinsam verlebt haben. Wir sind füreinander bestimmt.«
Sie musterte ihn, vorsichtig, mißtrauisch. »Alfred.«
»Ich bleibe jetzt da. Für immer. Wenn ich >da< sage, dann meine ich natürlich nicht >hier<. Wir ziehen nach New York.«
»New York?«
»Ja. Ich werde dir alles erzählen. Dürfte ich eine Tasse Kaffee haben?«
»Natürlich. Ich mache eine frische Kanne. Es dauert nicht lang.«
Doch Alfred folgte ihr in die Küche, wo Paige den Kaffee aufsetzte. Sie hatte Mühe, ihre Gedanken zu ordnen. Sie hatte sich immer verzweifelt gewünscht, daß Alfred zu ihr zurückkäme, und nun war er da, aber.
»Ich habe in den letzten Jahren eine Menge gelernt, Paige«, sagte Alfred. »Ich bin ein erwachsener Mensch geworden.«
»Ach ja?«
»Ja. Du weißt doch, ich habe die ganze Zeit für die WHO gearbeitet. Viele, viele Jahre.«
»Ich weiß.«
»Aber in diesen Ländern hat sich seit unserer Kindheit nichts verändert. Offen gesagt, es ist teilweise sogar schlimmer geworden. Noch mehr Krankheiten, noch mehr Seuchen, noch größere Armut.«