Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
Sie fummelte ungeschickt mit den Einkaufspaketen, trat ein und schloß die Wohnungstür hinter sich zu. Sie machte Licht. Aus dem Bad kam ein riesiger schwarzer Mann. Er hinterließ auf dem weißen Teppich eine Blutspur. Er richtete einen Revolver auf sie.
»Ein Laut, und ich puste dir den verdammten Kopf weg!«
Honey schrie auf.
23.Kapitel
Mallory saß Kat im Restaurant Schroeder in der Front Street gegenüber.
Kurz vor zwölf, dachte er, und noch immer außen vor. Und die Folgen? Wenn er die zehntausend Dollar nicht zahlen könnte? Wie ein Lauffeuer würde sich die Nachricht im Krankenhaus verbreiten. Man würde ihn als falschen Fuffziger brandmarken und faule Witze über ihn reißen.
Kat erzählte von einem ihrer Patienten. Mallory schaute ihr in die Augen und hörte kein einziges Wort. Er hatte an Wichtigeres zu denken.
Die Mahlzeit war fast beendet. Der Kellner brachte den Kaffee. »Ich habe morgen früh einen wichtigen Termin, Ken. Ich meine, wir sollten jetzt aufbrechen.«
Er hatte den Blick gesenkt. »Kat.« Er hob den Kopf. »Ich muß dir etwas sagen.«
»Ja?«
»Ich habe ein Geständnis abzulegen.« Er holte ganz tief Luft. »Es fällt mir nicht leicht.«
Sie musterte ihn prüfend. »Worum geht es denn?«
»Es ist mir sehr peinlich, es dir zu sagen.« Er suchte nach Worten. »Ich. Ich habe mit ein paar Ärzten eine dumme Wette abgeschlossen, daß. daß ich dich ins Bett kriegen würde.«
Kat sah ihn entgeistert an. »Du.«
»Bitte, warte noch einen Moment, bevor du mich verurteilst. Ich schäme mich ja so wegen meines Verhaltens. Es hat gewissermaßen als Scherz angefangen, als Witz, aber nun hat er sich gegen mich gewendet. Es ist etwas passiert, womit ich nicht gerechnet habe.
Ich habe mich in dich verliebt.«
»Ken.«
»Ich habe bisher noch nie eine Frau geliebt, Kat. Ich habe viele Frauen gekannt, ja, aber so habe ich noch nie empfunden. Ich denke dauernd an dich.« Sein Atem war zittrig, als er Luft schöpfte. »Ich möchte dich heiraten.«
Um Kat drehte sich plötzlich alles. Sie verlor den Boden unter den Füßen. »Ich. Ich weiß gar nicht, was ich dazu.«
»Es ist das erste Mal, daß ich einer Frau einen Heiratsantrag mache. Sag bitte ja. Willst du mich heiraten, Kat?«
Dann hatte er die vielen schönen Worte also doch ernst gemeint! Kat klopfte das Herz bis zum Hals. Ihr war, als ob ein herrlicher Traum auf einmal in Erfüllung gehen würde. Ehrlichkeit - mehr hatte sie von ihm ja gar nicht verlangt. Und jetzt war er offen und ehrlich. Und hatte die ganze Zeit über wegen seines Verhaltens ihr gegenüber unter Schuldgefühlen gelitten. Er war gar nicht wie die anderen Männer. Er war echt und rücksichtsvoll.
Als Kat den Blick hob, leuchteten ihre Augen. »Ja, Ken. O ja!«
Sein strahlendes Lächeln schien den ganzen Raum zu erhellen.
»Kat.« Er beugte sich über den Tisch und gab ihr einen Kuß. »Die Sache mit dieser albernen Wette tut mir ja so leid.« Er schüttelte selbstkritisch den Kopf. »Zehntausend Dollar. Mit dem Geld hätten wir in die Flitterwochen fahren können. Aber es ist es mir wert, das Geld zu verlieren, wenn ich dadurch dich gewinne.«
Kat überlegte. Zehntausend Dollar!
»Ich bin ja so ein Idiot gewesen!«
»Wann läuft die Frist ab?«
»Heute um Mitternacht. Aber das ist jetzt völlig unwichtig. Wichtig sind jetzt nur wir beide. Daß wir heiraten werden. Wir.«
»Ken?«
»Ja, Liebling?«
»Komm, wir gehen zu dir.« In Kats Augen zeigte sich ein spitz-bübisches Funkeln. »Es ist ja noch nicht zu spät, um die Wette zu gewinnen.«
Kat war im Bett eine Löwin.
Mein Gott! Es ist das Warten wert gewesen, dachte Mallory. All die Gefühle, die Kat während der langen Jahre unterdrückt hatte, brachen plötzlich durch. Solche Leidenschaft hatte Ken Mallory noch bei keiner Frau erlebt, nach zwei Stunden war er völlig erschöpft. Er hielt Kat in seinen Armen. »Du bist fantastisch«, flüsterte er.
Sie stützte sich auf die Ellbogen und blickte von oben auf ihn herab. »Du aber auch, Liebling. Ich bin ja so glücklich.«
Mallory lächelte. »Und ich erst.« Ein Zehntausend-Dollar-Glück! jubelte er. Und dazu noch großartigen Sex.
»Versprich mir, daß es zwischen uns immer so sein wird, Ken.«
»Versprochen«, sagte Mallory im aufrichtigsten Ton, dessen er fähig war.
Kat schaute auf die Armbanduhr. »Jetzt muß ich mich aber anziehen.«
»Kannst du nicht die Nacht über hierbleiben?«
»Nein. Ich fahr' morgen früh mit Paige ins Krankenhaus.« Sie gab ihm einen langen Kuß. »Mach dir keine Sorgen. Wir haben ja ein ganzes Leben vor uns.«
Er beobachtete sie beim Ankleiden.
»Ich kann es gar nicht abwarten, meinen Gewinn zu kassieren. Damit finanzieren wir uns himmlische Flitterwochen.« Er wurde plötzlich nachdenklich. »Aber was ist, wenn mir die Jungs nicht glauben? Und sie werden es mir bestimmt nicht abnehmen wollen.«
Kat überlegte kurz. Dann erklärte sie: »Sei unbesorgt. Ich werd's ihnen sagen.«
Mallory grinste verschmitzt. »Komm wieder ins Bett.«
24.Kapitel
Der schwarze Mann zielte mit dem Revolver auf Honey und brüllte: »Ich hab' dir doch gesagt, daß du den Mund halten sollst!«
»Ich. Verzeihung«, sagte Honey. Sie zitterte am ganzen Körper. »Wa. Was wollen Sie hier?«
Er preßte die Hand gegen seine Seite, um die Blutung aufzuhalten. »Ich brauche meine Schwester.«
Das kam Honey vollends rätselhaft vor. Der Mann mußte ja verrückt sein. »Ihre Schwester?«
»Kat.« Seine Stimme wurde schwächer.
»O mein Gott! Du bist Mike!«
»Yeah.«
Der Revolver fiel ihm aus der Hand. Mike sackte zusammen. Honey stürzte zu ihm. Das Blut floß in Strömen. Es schien aus einer Schußwunde zu kommen.