Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
»Aber ich .«
»Vorhofflimmern . der Blutdruck fällt!«
»Was soll ich denn machen?« fragte Koch hilflos.
Das müßte er doch selber wissen, dachte Paige wütend. »Geben Sie ihm Lidocain und Epinephrin! Sofort!« schrie Paige.
»Gut.«
Paige sah, wie Koch die Spritze nahm und in einen IV-Schlauch einführte.
Ein Assistenzarzt schaute auf den Monitor und rief warnend: »Der Druck wird immer niedriger.«
Paige arbeitete wie verrückt, um das Strömen des Blutes zu unterbinden. Sie blickte zu Koch hoch. »Zu starker Fluß! Ich hab' Ihnen doch gesagt.«
Die Laute des Herzschlags auf dem Monitor wurden auf einmal chaotisch.
»Mein Gott! Da ist was schiefgelaufen!«
»Den Defibrillator!« schrie Paige.
Die OP-Schwester griff nach dem Defibrillator auf dem Gerätewagen für Rettungsaktionen, nahm zwei sterilisierte Elektroden heraus und schloß sie an. Sie drückte den Hebel nach oben, um sie zu laden, und reichte sie zehn Sekunden später Paige.
Paige nahm die Elektroden und brachte sie unmittelbar über Kellys Herz an. Kellys Körper sprang hoch und fiel wieder zurück.
Paige versuchte es noch einmal, versuchte ihn mit ihrer Willenskraft zu zwingen, ins Leben zurückzukehren, ihm zu suggerieren, das Atmen wieder aufzunehmen. Nichts. Das Herz lag still und regungslos da, ein totes, unnützes Organ.
Paige war außer sich vor Zorn. Ihr Teil der Operation war erfolgreich verlaufen. Koch hatte den Patienten zu stark narkotisiert.
Als Paige den Defibrillator zum drittenmal vergeblich ansetzte, trat Dr. Barker an den Operationstisch heran und wandte sich an Paige. »Sie haben ihn getötet.«
27.Kapitel
Jason befand sich in einer Planungssitzung, als seine Sekretärin
meldete: »Dr. Taylor für Sie am Telefon. Soll ich ihr sagen, daß sie später anrufen möchte?«
»Nein. Ich spreche mit ihr.« Er hob ab. »Paige?«
Sie schluchzte. »Jason . Ich brauche dich.«
»Was ist geschehen?«
»Könntest du zu mir in die Wohnung kommen?«
»Selbstverständlich. Bin gleich da.« Er stand auf. »Die Sitzung ist beendet. Wir machen morgen früh weiter.«
Als Jason eine halbe Stunde später eintraf, stand Paige mit völlig verweinten Augen in der Tür und warf sich ihm in die Arme.
»Aber was ist denn?« fragte Jason.
»Es ist furchtbar. Dr. Barker hat gesagt, daß. ich einen Patienten getötet hätte, und es war, ehrlich, es war gar nicht meine Schuld, daß er gestorben ist!« Ihr versagte die Stimme. »Ich halte es einfach nicht länger aus, sein.«
»Paige«, sagte Jason mitfühlend, »du hast mir doch erzählt, wie gemein er immer ist. Also, Dr. Barker kann doch gar nicht anders. Er hat einfach einen miesen Charakter.«
Paige schüttelte den Kopf.
»Es ist wirklich nicht nur das. Seit ich mit ihm zusammenarbeite, hat er systematisch versucht, mich aus dem Krankenhaus zu ekeln. Jason, wenn er ein schlechter Arzt wäre und nichts von meinen Fähigkeiten hielte, dann würde es mich ja auch nicht so belasten. Aber der Mann ist brillant. Ich kann sein Urteil über mich nicht ignorieren. Ich glaube, ich bin einfach nicht gut genug.«
»Unsinn!« sagte Jason verärgert. »Natürlich bist du gut genug.
Jeder sagt, du seist eine hervorragende Ärztin.«
»Lawrence Barker nicht.«
»Vergiß ihn.«
»Das werde ich tatsächlich tun«, sagte Paige. »Ich werde nämlich kündigen.«
Jason nahm sie in seine Arme. »Paige - ich weiß doch, daß du deinen Beruf viel zu sehr liebst, um ihn aufzugeben.«
»Ich will doch nicht meinen Beruf aufgeben. Ich will bloß dieses Krankenhaus nie mehr wiedersehen.«
Jason zog ein Taschentuch hervor und trocknete ihre Tränen.
»Verzeih, daß ich dich mit solchen Sachen belästige«, bat Paige.
»Aber dafür sind zukünftige Ehemänner doch da, oder?«
Da gelang ihr, trotz allem, doch noch ein Lächeln. »Das klingt nett. Also gut.« Sie atmete einmal tief durch. »Jetzt fühl' ich mich schon wieder besser. Danke, daß du dir für mich Zeit genommen hast. Ich habe Dr. Wallace bereits angerufen und ihm mitgeteilt, daß ich kündigen werde. Ich fahre jetzt zum Krankenhaus, damit ich's hinter mir habe.«
»Also, dann sehen wir uns beim Abendessen.«
Als Paige über die Flure des Krankenhauses ging, kam es ihr auf einmal voll zu Bewußtsein, daß sie das alles nun zum letztenmal sah. Überall vertraute Geräusche; hin und her eilende Menschen -Paige merkte plötzlich, wie sehr sie hier zu Hause war. Sie mußte an Jimmy und an Tom denken; an all die ausgezeichneten Kollegen, mit denen sie hier zusammengearbeitet hatte; an den Tag, als Jason im weißen Kittel auf Visite mitgegangen war. Paige kam an der Cafeteria vorbei, wo sie hundertmal mit Honey und Kat gefrühstückt hatte; an der Lounge, wo sie mit ihnen das verunglückte Fest veranstaltet hatte.
Die Gänge und Räume waren voller Erinnerungen. Es wird mir fehlen, dachte Paige, aber ich weigere mich trotzdem, mit diesem Ekel unter einem Dach zu arbeiten.
Sie betrat das Büro von Dr. Wallace, der sie bereits erwartete.
»Also, ich muß schon sagen - Ihr Anruf hat mich überrascht, Paige! Ihre Entscheidung ist wirklich endgültig?«
»Jawohl.«
Benjamin Wallace seufzte laut. »Na schön. Übrigens - Dr. Barker möchte Sie gern sprechen, bevor Sie uns verlassen.«
»Mit dem hab' ich auch noch ein Wörtchen zu reden!« Bei Paige brach plötzlich der ganze aufgestaute Zorn durch.
»Er befindet sich im Labor. Also. viel Glück.«
»Danke.« Und schon war Paige auf und davon.
Als Paige ins Labor eintrat, untersuchte Dr. Barker gerade einige Dias unter dem Mikroskop. Er hob den Kopf. »Ich habe gehört, daß Sie beschlossen haben, das Krankenhaus zu verlassen.«
»Das stimmt. Jetzt kriegen Sie Ihren Willen.«
»Und der wäre?« fragte Dr. Barker.
»Sie haben mich vom ersten Augenblick an aus dem Krankenhaus weghaben wollen. Jetzt haben Sie's geschafft. Ich halte es nicht mehr aus, ich habe nicht mehr die Kraft, gegen Sie anzukämpfen. Als Sie mich beschuldigten, Ihren Patienten getötet zu haben, da ist mir.« Paige versagte die Stimme. »Sie sind ein Sadist, ein kaltherziges Ekel, und ich hasse Sie!«