Der Borowski-Betrug
- Автор: Ладлэм Роберт
- Язык: немецкий
- Переводчик: Heinz Nagel
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:
«Ich werde die Frage sogar wiederholen«, sagte Jason und hörte das Echo in seiner Brust.»Was bedeutet Borowski für Carlos?«
«Er ist Cain! Das wissen Sie ebensogut wie wir. Er war Ihre Wahl! Sie haben den falschen Mann gewählt!«
Cain. Er hörte den Namen und das Echo zerbarst in betäubendem Donner. Und bei jedem Donnerschlag durchzuckte ihn ein stechender Schmerz. Da waren wieder die Nebel. Die Dunkelheit, der Wind, die Explosionen.
Alpha, Bravo, Cain, Delta, Echo, Foxtrott… Cain, Delta.
Delta, Cain. Delta… Cain.
Cain ist Charlie.
Delta ist Cain!
«Was ist los? Was haben Sie denn?«
«Nichts. «Borowski hatte mit der Rechten sein linkes Handgelenk erfaßt, hielt es krampfhaft umklammert. Er mußte erreichen, daß das Zittern aufhörte, der Lärm geringer wurde, mußte den Schmerz zurückdrängen. Er mußte jetzt klar denken.»Weiter«, sagte er und zwang seiner Stimme eine Selbstbeherrschung auf, die zu einem Flüstern führte; er konnte nicht anders.
«Ist Ihnen nicht gut? Sie sind kalkweiß und…«
«Schon gut«, unterbrach er sie.»Weiter, habe ich gesagt.«
«Was soll ich Ihnen denn erzählen?«
«Alles! Ich will es von Ihnen hören.«
«Warum? Es gibt nichts, das Sie nicht bereits wissen. Sie haben Cain gewählt. Sie glauben, daß Sie Carlos ausschalten können. Damit haben Sie einen folgenschweren Irrtum begangen, dem Sie auch jetzt noch unterlegen sind.«
Ich werde Sie töten. Ich werde Sie am Hals packen und den Atem aus Ihnen herauswürgen. Reden Sie! Um Himmels willen, reden Sie! Ich muß es wissen.
«Das hat nichts zu sagen«, meinte er.»Wenn Sie ein Arrangement mit mir suchen — und wäre es nur, um Ihr Leben zu retten —, dann erzählen Sie mir, warum wir zuhören sollten. Warum ist Carlos, was Borowski betrifft, so hartnäckig… geradezu paranoid? Sie müssen mir das so erklären, als ob ich es noch nie gehört hätte. Wenn Sie sich weigern, werde ich dafür sorgen, daß jene Namen, die besser nicht erwähnt werden sollten, in ganz Paris verbreitet werden. Dann erleben Sie den morgigen Abend nicht mehr.«
Die Frau war wie erstarrt.»Carlos wird Cain bis ans Ende der Welt folgen und ihn toten.«
«Das wissen wir. Den Grund wollen wir erfahren.«
«Weil er es muß. Sehen Sie doch sich an, Leute wie Sie.«
«Das sagt mir nichts. Sie wissen nicht, wer wir sind.«
«Das brauche ich auch nicht zu wissen. Ich weiß, was Sie getan haben.«
«Dann sprechen Sie es aus!«
«Das habe ich bereits. Sie haben Cain Carlos vorgezogen — das war Ihr Fehler. Sie haben den falschen Mann gewählt, den Mörder bezahlt.«
«Den falschen… Mörder.«
«Sie waren nicht der erste, aber Sie werden der letzte sein. Der dreiste Herausforderer wird hier in Paris getötet werden, ob es nun einen Kompromiß gibt oder nicht.«
«Wir haben den falschen Mörder gewählt…«Die Worte schwebten durch die parfümierte Atmosphäre des Restaurants. Der alles betäubende Donner wurde schwächer, wich zurück, klang immer noch grollend, war aber weit entfernt, rollte hinter den Sturmwolken; die Nebel lösten sich. Er begann zu sehen, und das, was er sah, waren die Umrisse eines Ungeheuers. Keine Legende, kein Mythos, sondern ein Ungeheuer. Noch ein Ungeheuer! Es gab zwei.
«Körinen Sie daran zweifeln?«fragte die Frau.»Stören Sie Carlos nicht. Lassen Sie ihm Cain, hindern Sie ihn nicht daran, Rache zu nehmen. «Sie hielt inne und hielt beide Hände abwehrend über dem Tisch. Sie erinnerte Borowski in diesem Augenblick an nichts so sehr wie an eine miese Ratte.»Ich verspreche nichts, aber ich werde für Sie sprechen und mich darum bemühen, daß der Verlust, den Ihre Leute erlitten haben, wenigstens zum Teil ersetzt wird. Es ist möglich… nur möglich, verstehen Sie mich richtig… daß der, den Sie von vorneherein hätten auswählen sollen, Ihren Kontrakt honoriert.«
«Der, den wir hätten auswählen sollen… weil wir den Falschen gewählt haben.«
«Das verstehen Sie doch, oder nicht, Monsieur? Man muß
Carlos sagen, daß Sie es einsehen. Vielleicht — nur vielleicht— könnte er Verständnis für Ihre Lage empfinden, wenn er überzeugt wäre, daß Sie Ihren Fehler erkannt haben.«
«Und das ist Ihr Angebot?«fragte Borowski mit ausdrucksloser Stimme und bemühte sich noch immer, seine Gedanken zu ordnen.
«Alles ist möglich. Aus Ihren Drohungen kann nichts Gutes erwachsen, das kann ich Ihnen gleich sagen. Für keinen von uns. Ich will offen zugeben, daß das mich einschließt. Es würde nur zu nutzlosen Morden führen, und Cain würde sich im Hintergrund halten und sich ins Fäustchen lachen. Sie würden der Verlierer sein, nicht nur einmal, sondern gleich zweimal.«
«Wenn das stimmt…«— Jason schluckte und spürte seine ausgetrocknete Kehle —,»dann muß ich meinen Leuten erklären, warum wir… den… falschen Mann… gewählt haben.«Sprich den Satz zu Ende! Reiß dich zusammen!» Sagen Sie mir alles, was Sie über Cain wissen.«
«Wozu?«
«Wenn wir den falschen Mann gewählt haben, dann nur, weil wir die falschen Informationen hatten.«
«Sie haben gehört, daß er Carlos ebenbürtig sei. Nein? Daß sein Honorar günstiger war, sein Apparat überschaubarer. Hat Sie das zu Ihrer Entscheidung bewogen?«
«Vielleicht.«
«Natürlich war es das. Das hat man allen gesagt, und es ist eine Lüge. Carlos' Stärke liegt in seinen weit verstreuten Informationsquellen, die absolut zuverlässig sind. In seinem ausgeklügelten System ist die richtige Person genau im richtigen Augenblick im Einsatz.«
«Mir klingt das nach zu vielen Leuten. In Zürich waren zu viele und hier in Paris auch.«
«Die sind alle blind, Monsieur. Jeder einzelne.«
«Blind?«
«Um es ganz deutlich zu sagen: Ich arbeite schon seit einigen Jahren für die Organisation und habe auf verschiedene Weise Dutzende kennengelernt, die ihre kleinen Rollen spielten. Dabei habe ich bis jetzt noch niemanden getroffen, der je mit Carlos gesprochen hat, geschweige denn auch nur die leiseste Ahnung hat, wer er ist.«
«Das ist Carlos. Ich möchte mehr über Cain wissen. Was wissen Sie über Cain?«Du mußt beherrscht bleiben! Du darfst dich nicht abwenden! Sieh sie an!
«Wo soll ich beginnen?«
«Mit dem, was Ihnen als erstes einfällt. Woher kommt er?«Den Blick nicht abwenden!
«Aus Südostasien natürlich.«
«Natürlich…«O Gott!
«Bei Medusa war er…«
Medusa! Die Winde, die Finsternis, die Blitze, der Schmerz… Er war jetzt eine Welt weit entfernt. Der Schmerz. O Gott! Der Schmerz.
Tao!
Che-sah!
Tam Quan!
Alpha, Bravo, Cain… Delta.
Delta… Cain!
Cain ersetzt Charlie.
Delta ist Cain.
«Was ist denn?«Die Frau wirkte verstört; sie musterte sein Gesicht.»Sie transpirieren, Ihre Hände zittern.«
«Das geht gleich vorbei. «Jason zog die Hand von seinem Handgelenk und griff nach einer Serviette, um sich die Stirn abzuwischen.
«Weiter! Es ist nicht viel Zeit; man muß Leute verständigen, Entscheidungen treffen. Eine davon betrifft wahrscheinlich Ihr Leben. Zurück zu Cain. Sie sagten, er komme von… Medusa.«
«Die Söldner des Teufels haben die Kolonialherren in Indochina die Männer genannt, die bei Medusa dabeiwaren. Ziemlich treffend, finden Sie nicht?«